Minneapolis
In Minneapolis beobachten und dokumentieren besorgte Bürger jeden kleinsten Schritt der Einwanderungsbehörde / picture alliance / ZUMAPRESS.com | Dave Decker

Debatte um US-Einwanderungsbehörde - Warum ICE seine Mission kaum erfüllen kann

Die US-Einwanderungsbehörde ICE steht unter beispiellosem Druck. Während interne Probleme die Arbeit erschweren, sabotieren sogenannte Sanctuary-Regelungen und zunehmend gewalttätige Proteste die Durchsetzung geltenden Rechts. Die Widersprüche sind politisch gewollt – auf beiden Seiten.

Autoreninfo

Lisa Davidson ist Journalistin, freie Autorin und Podcast-Host. Sie lebt in Virginia, USA. 

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Am 24. Januar 2026 filmt Alex Pretti an einer Straßenecke in Minneapolis, wie Bundesagenten eine Festnahme durchführen. Der 37-jährige Intensivpfleger trägt eine legale Waffe mit gültiger Trageerlaubnis. Sekunden später wird er von Border-Patrol-Agenten zu Boden gerungen, entwaffnet und erschossen. Gregory Bovino, zuständig für die Operation, behauptet am nächsten Tag, Pretti habe die Beamten angreifen wollen. Videoanalysen der New York Times widersprechen dieser Darstellung.

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Markus Michaelis | Mi., 28. Januar 2026 - 11:56

Ich muss bei all diesen gesellschaftlichen Kämpfen unserer Zeit oft an Lincolns Gettysburg Address denken: "testing whether that nation, or any nation so conceived and so dedicated, can long endure". Mit "so conveived" meinte Lincoln, ob das Konzept der Republik lebensfähig ist.

Ich denke manchmal: wir testen als Menschen, ob das Konzept von Massengesellschaften, egal in welcher Form, lebensfähig ist - wobei es keine Alternative gibt. Aber zumindest von Zeit zu Zeit beherrscht die tiefe Erschütterung über all die anderen Ideen, Gruppen, Taten das Denken der Menschen.

Lincoln hat nicht vom Sieg über die Feinde gesprochen, sondern dass alle zusammen ihr Leben für das Austesten der heiligen Idee der Republik gegeben haben. Das war sozusagen sein Angebot der Gemeinsamkeit. Konkret gekämpft wurde allerdings für gegensätzliche Gesellschaftskonzepte.

Alle warten auf den jüngsten Tag, an dem endlich alle falschen Konzepte verschwinden und hoffen, dass ihre Sicht die richtige sein wird.

Robert Hans Stein | Mi., 28. Januar 2026 - 12:02

Politische Legislative und Judikative, beide eher mit kräftiger linker Schlagseite, tendieren bei der Wahl zwischen den o.g. Alternativen eher zur Anarchie (symptomatisch für die Linke weltweit). An zu vielen Orten verweigern sich zu viele politische Entscheidungsträger der Einsicht, dass die permanente linke Hegemonie der Hauptgrund für gesellschaftliche Spaltung ist, weil immer mehr "normalen" Leute die intellektualistischen Konstrukte der links-grün-woken Besserwisser auf den Keks gehen.

Chris Groll | Mi., 28. Januar 2026 - 16:43

Danke für Ihren Bericht.
ICE Einsätze gibt es überall in den USA. Warum hört man davon sonst nichts? Weil überall mit den Beamten koopertiert wird.
Wie Sie ja auch schreiben, verweigern in Städten wie Minneapolis, Chicago und New York die lokalen Behörden die Zusammenarbeit mit ICE systematisch mit Verweis auf sogenannte Sanctuary-Regelungen.
Darum bekommt die kleine aber recht laute Gruppe von zum größten Teil Antifaprotestlern
in Minneapolis vom Bürgermeister und dem demokratischem Gouverneur Walz Unterstützung.
Minnesota ist ein linker/sozialistischer Staat. Haben dort nicht somalische Clans ein gigantisches Netzwerk zum Sozialbetrug geschaffen? So etwas geht nur mit Unterstützung.
Das sind dann alles die Faktoren, die die Lage in Minnesota erklären.
2013 sind unter Obama sind 56 Personen bei ICE Einsätzen tödlich verletzt worden.
Damals gingen keine Protestwellen durchs Land. Warum wohl?