Ralf Fücks
Ralf Fücks / Anne Hufnagl

„Das Interview“ mit Ralf Fücks - „Europa ist stärker, als wir denken“

Ralf Fücks, Direktor des Zentrums Liberale Moderne und ehemaliger Grünen-Politiker, beschreibt die großen Linien unserer Zeit. Im Interview spricht er über den globalen Systemkonflikt, deutsche Russlandbilder, Migration und die Krise der Parteien.

Autoreninfo

Christine Zinner studierte Sozialwissenschaften und Literaturwissenschaft und ist freie Journalistin.

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Ralf Fücks (74) ist der Direktor des Zentrums Liberale Moderne in Berlin. Er ist seit 1982 Mitglied der Grünen und leitete mehr als 20 Jahre lang die Heinrich-Böll-Stiftung.

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Ingbert Jüdt | Do., 2. April 2026 - 15:41

Zwar kann man Fücks nicht vorwerfen, dass er seinen Standpunkt unklar formuliert. Was er aber zur Ukraine äußert, ist Geschichtsklitterung, dass die Schwarte kracht: selbstverständlich waren die russischen Kriegsverluste auch Verluste nicht-russischer Nationalitäten. Sie alle hatten aber gemeinsam, dass sie sich gegen den Angriff eines Nazi-Deutschland zur Wehr gesetzt haben, dessen Parteigänger in der Ukraine eben die Bandera-Nazis gewesen sind.

Nun hätte der Ukraine-Krieg niemals stattgefunden, wenn nicht die USA 2014 mit europäischer Duldung eben diejenigen Extremisten in die Position einer Machtbeteiligung in Kiev manövriert hätten, gegen deren Vorläufer die nicht-russischen Nationalitäten, die Fücks für sein Argument in Anspruch nimmt, zu Felde gezogen sind. Das ist ein Hütchenspielertrick mit der historischen Erinnerung, den man erst mal hinbekommen muss! Fücks verkauft sein Publikum also schlicht für blöde!

Der Mann ist und bleibt ein ideologischer Scharfmacher vor dem Herrn!

wollen, dass dem Grunde nach der geutige Ukraine-Konflikt bzw. -Krieg das Ergebnis eines gescheiterten Expansionsexperiments der USA ist..., in deren schön warmen Popo wir Europäer bzw. die EU einfach mitgeschwommen ist, statt eigene Interessen zu formulieren und durchzusetzen...

Kissinger, der wohl allseits bekannte und geachtet US-Aussenpolitiker der 70er und 80er, sagte Anfang der 90er Jahre in einem Interview, der (damals bereits selbständigen) Ukraine käme unter der Berücksichtigung russischer Sicherheitsinteressen die FUNKTION EINES BRÜCKENSTAATES zwischen Europa und Russland zu... ☝🤔 -- Putin himself war zu der Zeit noch garnicht auf der politischen Bildfläche erschienen... ...

DAS sah man in der US-Administration ab ca. 2000 - Putins Machtübernahme... - dann allerdings stringent anders - und.a. MSC 2007, Nato-Gipfel Bukarest 2008, Maidan 2013... ... -"bis heute.

>> Incl. "Aufkehren können ja die Europäer - wenn's nicht klappt"... - machen wir doch... /Ironie

Markus Michaelis | Do., 2. April 2026 - 15:58

Diesen Gegensatz betont Herr Fücks, aber ich glaube nicht, dass es das zentral trifft. Klar ist zB Vance nicht zuerst demokratisch und liberal. Vance ist an Werten orientiert, zu deren Erhalt er auch zu weniger demokratischen und liberalen Wegen bereit ist (Trump ist vielleicht mehr an sich selber orientiert). Diese Einstellung teilt er aber durchaus mit den Kräften, die sich selber in D als demokratisch und liberal bezeichnen. Auch dort stehen Werte im Vordergrund, die als so klar gesehen werden, dass demokratische und liberale Prinzipien zurückstehen (nur dass man jede Kritik als undemokratisch sieht).

Die Differenzen in den Werten zu diskutieren ist aber nicht möglich, weil alle Seiten es als existenzielle Bedrohung ansehen, dass ihre Werte überhaupt diskutierbar sein könnten.

Jedenfalls ist der konkrete Hauptgegensatz für mich heute nicht autoritär gegen demokratisch-liberal, sondern das Aufeinandertreffen sehr fester Wertesysteme.

Hans Süßenguth-Großmann | Do., 2. April 2026 - 22:16

Wenn ich es schon lese: '"Das fängt damit an, ob wir bereit sind, die Ukraine so stark zu machen, dass sie dem russischen Angriff nicht nur standhalten, sondern wieder die Oberhand gewinnen kann". Wir müssen unserem Gladiator oder Söldner der UA nur mehr Waffen liefern, dann wird alles gut, dann schickt er den bösen Iwan in den Orkus. Oder meint er mit so stark machen, wir müssen unsere Jungs auch zum Mitmachen dahin schicken.
Putin hat seit 2007 gesagt, dass der NATO Beitritt der UA oder die Kooperation mit ihr, rote Linien für ihn sind. Die Abschreckung des Einen ist die Bedrohung für den Anderen. Weshalb war dies für den Westen so ein wichtiges Ziel, wenn man um den Konflikt wusste. Weshalb ist man der Auffassung die Russen wollen nach Berlin marschieren? Sie sind gerne unbewaffnet gekommen, jetzt dürfen sie es nicht mehr.
Seine Frau ML Beck machte immer einen leicht esoterischen erleuchteten Eindruck, wenn sie über dieses Thema redete.

Dieter Schäfer | Do., 2. April 2026 - 23:07

….hätte die Autorin auch gleich irgendeinen dpa-Journalisten Interviewen können – es wäre der gleiche Erklärungsmurks herausgekommen. Allein Fücks Unterscheidung der Toten in der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs zeigt das typisch grüne Zerrbild. Es waren damals alles Sowjets, davon in der großen Mehrheit nach heutigem Sprachgebrauch nun mal Russen. Das will er offenbar nicht so genau wissen, weil daher verständlicherweise auch viele Sympathien für Russland kommen. Nicht Russland bzw. die Sowjetunion hat uns überfallen, sondern wir die damalige Sowjetunion. Die NGO „Zentrum Liberale Moderne“, die Fücks 2017 flugs mit seiner Frau Marieluise Beck (Ebenfalls Grüne) gründete, braucht niemand - außer sie selbst zum eigenen Lebensunterhalt. Finanziert überwiegend aus dem Bundeshaushalt…

...kann weg, wie man auch an diesem Interview gut sehen kann... ...

>> DIE GESAMTE NGO-FÖRDERUNG GEHÖRT ABGESCHAFFT!!, für NGO's mit 'politischem' oder 'gesellschaftspolitischem' Auftrag, worunter mMn auch Klimaschutz u.ä. gehört... ...

Herbert Schultz-Gora | Fr., 3. April 2026 - 17:57

...Geplauder gelesen zu haben.
Hatte mich eigenlich auf das Interview mit einer gewissen Neugier gefreut, aber konnte wirklich NICHTS darin finden... unabhängig von "rechts" oder "links" oder "grün".
Die Empfehlung, den Suicid der Ukraine durch "westliche Unterstützung" zu vollenden, setzt dem noch die Krone auf.

Fücks ist an zentraler Stelle für die jetzige Misere unseres Landes und seiner Demokratie verantwortlich.

Dennoch will er uns wie einst im KBW immer noch, im alt-bolschewistischen Gehabe des Alles-Wissenden und Alles-Verstehenden, weiterhin den leuchtenden Pfad vorschreiben, dem wir gefälligst zu folgen haben.

Wie er im KBW von seinem damaligen Revolutions-Helden Ho-Tschi-Minh oder Pol Pot krakeelt hat, wie er als Grüner Greta Thunberg angebetet hat, so krakeelt er jetzt von seinem neuen Kriegshelden Wladimir Selenski.

Alt geworden und doch das Wesentliche nicht gelernt.