Coronakrise und Sicherheit - „China dürfte am Ende zu den Krisengewinnern gehören“

Der Bundeswehroffizier und Militärhistoriker Matthias Rogg spricht im Interview über die Frage, ob wir uns wegen Corona im Kriegszustand befinden – und darüber, was es bedeutet, wenn Nato-Länder wie Italien von China oder Russland Schutzmasken geschenkt bekommen.

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Die Bundeswehr leistet in Coronazeiten viel / dpa

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Oberst i.G. Prof. Dr. Matthias Rogg, Jahrgang 1963, ist Berufssoldat und Historiker sowie Co-Vorstand des 2018 gegründeten „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS), dem in Hamburg ansässigen ersten Think Tank der Bundeswehr.

Herr Rogg, Sie selbst waren mit Corona infiziert. Hat das Ihre Sicht auf die aktuelle Krise verändert?
Ja, weil man selber die Verletzlichkeit am eigenen Leib spürt und weil man auch mal Zeit hat, um über Dinge nachzudenken, über die man sonst vielleicht nicht nachdenkt: die eigene Verletzlichkeit, die Verletzlichkeit unserer Strukturen. Und dass wir alle, da nehme ich mich nicht aus, die umfassenden  Folgen einer globalen Pandemie unterschätzt haben.

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Romuald Veselic | Fr, 17. April 2020 - 15:39

wenn Deutschland in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Da wird man viel von uns verlangen und erwarten, und ich denke, da ergibt sich auch ein neuer außen- und auch sicherheitspolitischer Spielraum".

Was immer in D bei den Interviews vergessen wird, ist die verschiedene Basis im Denken einzelner Partner, was sich darin widerspiegelt, welche Politlandschaften es vor Ort gibt. Typen, wie Annal-Ena Baerbock o. Robert Habeck, in Mehrheit der EU-Länder, nicht vorhanden sind u. werden grundsätzlich abgelehnt. Solange es Besserwisser/Wahrheitsbesitzer von solchen Menschen auf D-Seite gibt, wird keiner östlich der D-Grenze, damit einverstanden sein. Es schien bei den D-Politclowns dieser Aspekt, noch nicht richtig angekommen zu sein. Aus der Außenperspektive, wird D betrachtet, als ein Land, dass sich selbst zerlegt, im suizidalen Affekt. Dem wird keiner folgen.

Frankreich ist aus bekannten, egoistischen Gründen für Eurobonds und Agrarsubventionen. F hatte aber zu keinem Zeitpunkt in der EU-Geschichte die Absicht seine nationale Souveränität in Brüssel abzugeben. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Frankreich als Provinz eines post-demokratischen, föderalistischen Zentralstaates ist nicht vorstellbar - es sei denn Frankreich kontrolliert diesen politisch (über den Europäischen Rat ) und bürokratisch über die EU-Kommission, und monetär über die EZB.

Heidemarie Heim | Fr, 17. April 2020 - 15:57

Ich begrüße es sehr, das mit Prof. Rogg ein Stratege und zugleich ein Bürger in Uniform zu Wort kommt, der uns hier ohne Aufhebens einen Blick über den eigenen Tellerrand hinweg gewährt. Demütigend würde ich die natürlich strategisch ausgerichtete Hilfe aus "Feindeshänden" für den NATO-Partner Italien jedoch nur insofern nennen wollen, als gerade unsere BW-Angehörigen mit der "Verwaltung des Mangels" für einen der wirtschaftsstärksten Staaten dieser Welt, leider mehr peinliche und blamable Erfahrungen als nötig sammeln mussten. Und trotzdem auch hier wiederum einen wertvollen Beitrag leisten, trotz manchem argwöhnischen Blick auf ihre Rolle im Innern. Prof. Rogg misst wie ich persönlich auch,den kriegsrhetorischen Rückgriffen Präsident Macrons nicht die Bedeutung bei wie manche es gern interpretiert hätten, sogar er selbst. Welche weltwirtschaftlichen Strategien China verfolgt oder was das militärische Bestreben Russlands ist, braucht`s nun wirklich keine große Fantasie. Oder? MfG

Hans-Jürgen Salza | Fr, 17. April 2020 - 17:20

Heute lese ich zum 3. Mal (diesmal aus Washington), dass China im Labor mit einem Virus experimentiert und der soll wohl "entwichen" sein. Das würde doch heißen: China ist Verursacher UND Gewinner zugleic!?

Klaus Funke | Fr, 17. April 2020 - 18:29

Corona zeigt uns, vor dem Virus sind alle gleich. Oder doch nicht? Die Welt streift nich einmal unter dieser Katastrophe das alte, unsinnige Lagerdenken ab. Dort sind die Guten, da die Bösen. Es zeigt sich die Unreife der Welt. Selbst im Untergang wird noch um Deutungshoheit und Rechthaberei gekämpft. Deshalb ist die Welt im Grunde nicht zu retten. Wer da immer noch an die bösen Absichten des anderen glaubt und selber die Karten nicht auf den Tisch legt, sollte die große Gleichmacherei dieses Virus ertragen. Und so etwas bedient sich der christlichen Religion. Pfui, Teufel!

Beate.weikmann | Fr, 17. April 2020 - 22:06

Die wir zuerst an China geschickt haben aus Solidarität! hat China jetzt an Italien weitergeleitet weil sie zu viel hatten? Nun steht Deutschland China gegenüber solidarisch da aber Italien gegenüber nicht und China ist in Italien der Retter in der Not? Was für eine Ironie.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 18. April 2020 - 07:33

Wer für sich werben oder einen Sachverhalt dramatisieren will, wählt natürlich drastische Worte. Wäre das Virus von China künstlich erzeugt und mit den unterstellten Absichten bewusst und gewollt in die Menschheit gebracht worden, hätte man vielleicht von "Krieg" mit anderen Mitteln reden können. Das wäre für mich auch der Fall, wenn weltweite Einflussnahme in die Software von Versorgern usw. stattfinden würden und auf diese Art und Weise die Welt außer "Gefecht" gesetzt werden würde. Stichwort "Cyberkrieg". Ob China einen Vorteil von dem Ganzen hat, mag ich derzeit noch nicht beantworten. Eines hat es aber gezeigt, Solidarität in der EU und der Nato gibt es für mich nicht mehr, außer die Geberländer sollen zahlen.
Ja, Herr Rogg sie deuten es an. DE wird den Vorsitz übernehmen und dann? Wir sind mit unserer BW kein Vorbild für wen auch immer. In der Not frisst der Teufel Fliegen oder nimmt Masken und Hilfe als Geschenke von China und Russland. EU und NATO sind beliebig geworden.