Coronakrise in Großbritannien - Wie Boris Johnson das Virus verschleppt

Boris Johnsons Strategie, „Herdenimmunität” durch Massenerkrankung zu erreichen, war ein Schuss ins Knie und wurde korrigiert. Doch die Briten haben wertvolle Zeit bei der Bekämpfung der Ausbreitung verloren. Der Hauptstadt London droht eine Corona-Katastrophe.

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Boris Johnson sorgte mit dem Begriff der „Herdenimmunität” für Kontroversen / picture alliance

Autoreninfo

Tessa Szyszkowitz ist Londoner Korrespondentin des österreichischen Wochenmagazins Profil. Im September 2018 erschien „Echte Engländer – Britannien und der Brexit“. Foto: Alex Schlacher

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Tessa Szyszkowitz

Fast lautlos mixt die Barkeeperin drei Gin & Tonics für Gäste, die in der Parlamentsbar mit Blick auf die Themse sitzen und leise miteinander reden. Es ist vier Uhr nachmittags. Im House of Lords und im House of Commons herrscht Business as Usual. Fast.

„Ein bisschen stiller als sonst ist es schon”, meint der Kellner, der den Afternoon Tea in den feinen Tassen des Westminster-Palastes serviert. Dazu gibt es Scones mit Clotted Cream und Marmelade. Baron Lea of Crondall schmiert sich engagiert sein Brötchen. Der Rahmball aus Clotted Cream ist hart und droht vom Teller zu springen. „Sie meinen, ich muss in Selbstisolation?”, meint David Lea leicht amüsiert.

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Horst Kessler | Fr, 20. März 2020 - 15:57

Was TESSA SZYSZKOWITZ da schreibt geht unter die Gürtellinie. Boris Johnson ist nicht die Gesundheitsbehörde und auch kein Virologe.Er hat aber viele Feinde die es ihm schwer machen die richtigen Entscheidungen zu treffen.Statt in der Krise zusammen zu halten arbeiten sich viele am Feindbild B.Johnson ab

Hat Johnson eigentlich das Volk befragt, wie man mit der Corona-Krise umgehen sollte? Hat er nicht. Er hat eine Taktik gewählt, die hohe Opferzahlen in Kauf nimmt, jetzt gescheitert ist, Zeit verspielt hat und in Konsequenz vermutlich für viele Opfer verantwortlich ist. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits weit über 10.000 Menschen infiziert sind - bislang wurde in GB ausgesprochen wenig getestet.
Jetzt zeigt sich, wie auch in den USA, dass nationalistischer Populismus zwar Wahlen gewinnen und Volksabstimmungen manipulieren kann, aber ansonsten nur Chaos erzeugt.
Wenn es um konkrete Maßnahmen, noch dazu in Krisen, geht, helfen nationalistischer Größenwahn und Selbstbeweihräucherung nicht weiter.

Und das Merkel-Regime? Hat es das Volk befragt, wie man mit der Corona-Krise umgehen sollte?...... Gegen "nationalistischen Populismus" zu hetzen, wie Sie, Herr Lenz, es tun, macht eigentlich nur als Ablenkungsmanöver einen Sinn, denn das von der grossen Führerin verursachte Chaos ist nicht zu überbieten.……… Sagen Sie mir bitte auch, was nationalistischer Größenwahn und Selbstbeweihräucherung mit der Corona-Krise zu tun hat? …....... Und was die geschätzte Anzahl der Infizierten betrifft, so möchte ich gern die Angaben nicht für das Vereinigte Königreich sondern auch für Italien, die BRD und Frankreich kennen.
P.S. Mein Grossvater mütterlicherseits ist übrigens im Ersten Weltkrieg vor dem militärischen Grössenwahn in die Schweiz geflüchtet. Heute stört mich in Deutschland vor allem die Überheblichkeit der Gutmenschen, und ich gehe davon aus, dass Sie einer davon sind. Es sind dies die Enkel und Urenkel der Nazis, die bloss ihre Weltanschauung geändert haben.

Andreas Baur | Fr, 20. März 2020 - 18:09

Am Ende war Boris Johnson auch mit bei dem Treffen von Trump im Weißen Haus dabei und wollte sich ebenfalls den Impfstoff von Herrn Hopp sichern.... Auf welchem hohen Ross sitzen wir eigentlich? Welcher Staatsmann hat derzeit für alles die Lösung? Unsere eigene Kanzlerin natürlich, ich weiß. Dabei hat sich mehr blamiert als es uns lieb sein kann. Erst lacht sie über die Idee der Grenzschliessung und macht sie dann kurz darauf zu. In der Rede an das Volk muss Sie ihre Emotionen vom Teleprompter ablesen. Also ich würde sie sofort gegen Johnson eintauschen. Das werden die Engländer allerdings danken ablehnen - so wie Ihren Artikel.

Günter Johannsen | Sa, 21. März 2020 - 15:13

Weil Johnson ein starker Vertreter des Brexit ist, wird er von der "beleidigten Leberwurst" EU und deren Befürworter angefeindet.
Ich finde es auch absolut unter der Gürtellinie und einer österreichischen Korrespondentin unwürdig.
Folgendes Prinzip ist erprobt und wurde als gut befunden: Man kommt sich nur näher, wenn man sich nicht zu nahe kommt!
Und ich bin davon überzeugt: Wenn man von Anfang an dieses Prinzip auf EU-Ebene praktiziert hätte, wäre ein Brexit nie nötig geworden.