China
Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest / picture alliance / Sipa USA | Nexpher Images

China-Reise von Merz - Feuerpferd und Maulesel

Das chinesische Jahr des Feuerpferdes steht für Leidenschaft, Mut und Optimismus. Die deutsch-chinesischen Beziehungen allerdings sind derzeit eher von Zurückhaltung und Distanz geprägt. Die Vorzeichen für die Peking-Reise des Bundeskanzlers sind daher überaus doppeldeutig.

Pietzcker

Autoreninfo

Dr. phil. Dominik Pietzcker studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br., Dublin und Wien. Bis 2011 in leitender Funktion in der Kommunikationsbranche, u.a. für die Vereinten Nationen, die Europäische Kommission und diverse Bundesministerien. 2012 Professur für Kommunikation an der Macromedia University of Applied Sciences, Hamburg. Seit März 2026 Magnolia Professur an der Shanghai International Studies University. Zahlreiche Veröffentlichungen zu interkulturellen und wirtschaftssoziologischen Themen. 

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Chunchun Hu studierte Germanistik an der Peking-Universität und wurde an der Freien Universität Berlin promoviert. Er ist Associate Professor an der Shanghai Academy of Global Governance and Area Studies, Shanghai International Studies University und leitet dort das Masterprogramm Europastudien mit dem Schwerpunkt auf Deutschland und Frankreich.

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Einerseits benötigt Merz dringend außenpolitische Erfolge und positive Signale für die strauchelnde deutsche Wirtschaft. Seine Koalition regiert glanzlos, und trotz beispielloser Staatsausgaben ist die Stimmung im Land miserabel. Um der tiefgreifenden Wirtschaftskrise in Deutschland zu begegnen, sind florierende Beziehungen zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gewiss nicht von Nachteil. Dieser Standpunkt wird aus nachvollziehbaren Gründen auch von der exportorientierten deutschen Industrie mit Nachdruck vertreten.

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Dorothee Sehrt-Irrek | Di., 24. Februar 2026 - 11:38

um es negativ zu wenden, denn worauf ritt Jesus Christus in Jerusalem ein?
Ich nehme es also positiv und rekurriere auf den Mann, der als politischer Mensch und Denker unverbrüchliche Kontakte zu China baute, HELMUT SCHMIDT.
Da ich nunmal, als "Feueraffe" vermutlich enthusisatisch, nach China schaue, schaue ich immer m.E. auf Schmidts Nachfolger im Geiste, Herrn Matthias Nass und lese leider derzeit kaum etwas von ihm.
SCHADE
Kann er nicht Botschafter werden, wenn seine Familie zustimmt?
Die Filmindustrie kann in China werden, was BTS(Sie sind wieder da:D) in Südkorea ist, eine kulturelle Institution, weltweit geliebt.
Da gibt es noch viel mehr.
Taiwan gehört für mich persönlich zu Chinas existenziellem Umfeld.
Die USA sollten Demut lernen angesichts einer so alten und oft großartigen Kulturnation.
Wenn ich Zeit habe, schaue ich noch einmal auf das schwierige Verhältnis Chinas zu Taiwan, etc.
Aber eigentlich schaue ich lieber chinesische ff. und südkoreanische Serien...
Are we welcome?

S. Kaiser | Di., 24. Februar 2026 - 11:54

Immerhin sind die Autoren so konsequent, dass neben dem Bashing der Trump-Administration auch die deutsche Regierung gleichsam ihr Fett abbekommt.
„Aus chinesischer Perspektive ist es schwer nachvollziehbar, warum Deutschland bereit ist, sein außenpolitisches Renommee gegenüber China so leichtfertig zu verspielen.“
Man kann auch sagen aus diplomatischer Sicht ist es nicht nachvollziehbar.
Wenn seit Kohl alle BKs aus wirtschaftl. Interessen an bilateralen Beziehungen gearbeitet haben, und die jetzige CDU nicht mehr, dann fragt man sich schon, warum das nicht mehr ideologiefrei klappt.
Wie schrieb das Manager Magazin 2023: „Warum "German free" international zum Werbeslogan wird - Zu viel Moral, zu hohe Preise, zu wenig Technologiekompetenz: Wie die deutsche Politik es der Wirtschaft immer schwerer macht, mit der Weltspitze mitzuhalten“ und zitiert dabei die WTO-Direktorin: "Wenn wir mit China sprechen, bekommen wir einen Flughafen. Sprechen wir mit Deutschland, gibt es einen Vortrag."

Bernd Windisch | Di., 24. Februar 2026 - 17:05

Die im Beitrag eingeforderten Fähigkeiten zur Realpolitik sollten eigentlich selbstverständlich sein. Umso bedauerlicher wirkt durch nichts näher begründbare Hybris der derzeit politisch Handelnden dazu führt, dass sie mit der Anmutung von Elefanten im Porzellanladen durch die sensiblen Gefüge der Weltpolitik schreiten.

Realpolitik, Fehlanzeige

Die im Beitrag eingeforderten Fähigkeiten zur Realpolitik sollten eigentlich selbstverständlich sein. Umso bedauerlicher wirkt eine durch nichts näher begründbare Hybris der derzeit politisch Handelnden, die dazu führt, dass sie mit der Anmutung von Elefanten im Porzellanladen durch die sensiblen Gefüge der Weltpolitik schreiten. Den Schaden haben wir alle.

Thomas Veit | Mi., 25. Februar 2026 - 00:40

Ihre völlig korrekte Feststellung "eine[r] durch nichts näher begründbare Hybris der derzeit politisch Handelnden"

...lösen die Autoren mMn völlig richtig auf in:

"Denn im Kern ist Kanzler Merz ein enttäuschter Transatlantiker, der am liebsten weiterhin an die moralische Überlegenheit und unangefochtene Hegemonie des Westens glauben möchte – auch wenn beide von den USA selbst unterminiert werden."

Man verharrt in Berlin eben immer noch in der Vergangenheit..., und trauert insgeheim längst vergangene Verhältnissen nach..., als China noch 'unterwürfig' war..., und die USA unser lieb(st)er Freund... ... 🤔

[am liebsten hätte 'die Politikergeneration Merz' die alte Bonner Republik zurück..., die Merkel ihnen aber 'kaputt gemacht' hat..., mit ihrer Linksverschiebung der CDU - u.a. >> sooo! schön wird's nie wieder... 🤣]

Sunstreet | Mi., 25. Februar 2026 - 11:13

Wir Deutschen haben in China, auch bei der Bevölkerung ein unglaubliches Renommee. Was unsere politischen Geisterfahrer hier aber in den letzten Jahren zerstört haben und noch weiter zerstören, ist unfassbar.
Diese Berliner Großmannsucht und Überheblichkeit ist wirklich abstoßend, zeigt aber, dass die handelnden Politiker ihren Aufgaben nicht gewachsen sind. Dazu kommt noch, dass sie in ihrem Irrglauben und ihrer Ideologie von den angeblich “großen” Medien auch noch propagantistisch beim Aufbau der Feindbilder unterstützt werden. Deutschland ist mittlerweile echt armselig!