Tödliche Tradition - Blutrache in Albanien

Im Norden Albaniens eskaliert die Blutrache. Immer häufiger geraten Kinder und Jugendliche zwischen die Fronten. Tausende leben seit Jahren eingesperrt in ihren Häusern, weil sie an der nächsten Straßenecke ermordet werden könnten

Albanien, Blutrache
(picture alliance) Im Norden Albaniens eskaliert die Blutrache

An manchen Tagen, wenn die Einsamkeit und das Gefangensein nicht mehr auszuhalten sind, spielt Rudi mit dem Gedanken, das Haus zu verlassen und sich zu stellen. „Das Beste“, sagt er, „wäre dann ein gezielter Schuss in den Hinterkopf.“ Dann würde alles blitzschnell gehen, er würde seinen Tod gar nicht kommen sehen und hätte nicht einmal Schmerzen.

Dann müsste er sich nicht mehr verstecken, und niemand müsste mehr Angst um ihn haben. Dann wäre endlich Blut geflossen, und die Rächer hätten nach fünf Jahren ihre Ehre wieder, jene verdammte Ehre, die hier in Albanien mehr zählt als sein kleines Leben. Seine Familie wäre die Schande los, seine Mutter könnte wieder erhobenen Hauptes durch die Stadt laufen, und seine kleinen Schwestern müssten sich auf dem Schulweg nicht mehr anspucken lassen.

Sie könnten endlich wieder ein normales Leben führen, und er selbst würde vom Sterben gar nichts merken. Eine Kugel direkt in den Hinterkopf – es würde sich einfach taub anfühlen, so taub und hohl wie sein jetziges Leben. Rudi Malashi, ein schüchterner Junge mit stoppeligem Haar und dichtem Bart, ist gerade 16 Jahre alt geworden und hat keine Angst mehr vor dem Tod. „Mit der Blutrache zu leben, ist wie tot zu sein“, sagt er. Rudis Blick ist voller Zorn, aber vor allem in seinen Worten hat etwas Hartes Platz genommen.

Vor fünf Jahren, am 12. Januar 2007, erschoss sein Vater, der damals 39-jährige Sokol Malashi, im Streit einen Mann aus der Nachbarschaft, den gleichaltrigen Miran Nabol. Worum es bei dem Streit ging, weiß Rudi bis heute nicht. Niemand, sagt er, wisse das so genau. Die Malashis behaupten, Miran habe Sokol erpresst. Die Nabols sagen, Sokol sei ein kaltblütiger Mörder. Sicher ist, dass Sokol Malashi seither im Gefängnis sitzt und sein Blut in Rudis Adern fließt. Deshalb soll Rudi die Schuld des Vaters mit dem Leben bezahlen. Das haben die Nabols, bei ihrer Ehre, noch am Sarg des Verstorbenen geschworen.

Auge um Auge , Blut um Blut. Ist ein Mann der einen Sippe getötet worden, soll auch ein Mann der anderen Sippe sterben. Frauen sind von dieser Regel ausgenommen, ihr Blut ist zu unwürdig, um einen Toten damit zu sühnen. Eine Frau ist nicht mehr als der Schlauch, in dem die Nachkommen transportiert werden, so steht es im Kanun, dem mündlich überlieferten Gewohnheitsrecht der Albaner, das seit Jahrhunderten die Blutrache vorschreibt. Es stammt noch aus dem Mittelalter, und doch hat es in der Bergregion um Shkoder, der nördlichsten Stadt des Landes am Fuße der albanischen Alpen, die Zeiten überdauert.

Rund 120 000 Menschen leben hier, die Hälfte Christen, die andere Hälfte Muslime. Doch Glaubenskämpfe sind nicht das Problem, unter dem die Stadt seit Jahren erstickt. Es ist die keineswegs ausgestorbene Tradition der Blutrache, die unter den Augen des Staates eskaliert. Allein in Shkoder sollen mittlerweile über 3000 Familien in Blutfehden verstrickt sein. Doppelt so viele sind es in den umliegenden Bergen, schätzen verschiedene Nichtregierungsorganisationen. Und immer häufiger geraten Kinder und Jugendliche, meistens Jungen, zwischen die Fronten.

Auch Rudi ist mit den Regeln des Kanun aufgewachsen. Er empfindet keinen Hass auf die Männer, die ihn töten wollen. „Sie müssen Rache üben, es ist ihre Pflicht.“ Rudi empfindet Hass auf seinen Vater, der ihm durch seine Tat ein Leben beschert hat, das keines mehr ist. Seit fünf Jahren kann er das Grundstück der Familie nicht mehr verlassen, lebt versteckt und gefangen im Haus der Verwandtschaft, dem einzigen Ort, wo der Kanun den Rächern keine Rache erlaubt.

Es gibt dort einen Raum zum Kochen und einen zum Wohnen, die Wände sind kahl und staubig, für Putz und Farbe hat das Geld der Familie nie gereicht. Daneben liegt ein karges Schlafzimmer mit dunklen Vorhängen, in der Mitte ein Tisch, auf dem ein Fernseher steht, und am Rand steht ein schmales Bett mit Blick auf die Straße. So kann der Junge sehen, wer das Grundstück betritt. Das ist seit fünf Jahren seine ganze Welt.

Manchmal weiß Rudi nicht mehr, wohin mit sich und seiner Wut. Dann besäuft er sich mit billigem Raki und schlägt auf alles ein, was er nicht mehr erträgt. Auf den Fernseher, der die immer gleichen Serien zeigt, italienische Serien, die von jungen Männern handeln, die tanzen gehen und sich verlieben. Und auf seine Mutter, die ständig weint, weil die Familie in Schulden versinkt, seit der Vater im Gefängnis sitzt, und sie allein vier Mäuler ernähren muss.

Rudi schaut aus dem Fenster, es regnet in Strömen. Draußen auf der Straße füllen sich die meterbreiten Schlaglöcher mit Wasser. Riesige Schlammpfützen, in die er als Kind ohne zu zögern hineingesprungen wäre – heute scheinen sie unerreichbar. Heute kommen auch keine Freunde mehr zu Besuch. Vielleicht aus Angst, dass ihnen etwas passieren könnte. Vielleicht auch, weil sie nichts mit einem Jungen zu tun haben wollen, der sich über Jahre im Haus versteckt, während Schande über seiner Familie liegt.

„Früher hatte ich viele Freunde“, sagt Rudi. In seiner Fußballmannschaft war er der beste Stürmer. Sein Vater wollte immer, dass er Fußballer wird. Wie viele albanische Väter war Sokol Malashi glühender Verehrer der deutschen Nationalmannschaft und benannte seinen einzigen Sohn nach Rudi Völler, einem der Weltmeister von 1990.

In der Schule war Rudi ein fleißiger Junge, sagen seine Verwandten. Wäre die Blutrache nicht, er würde vielleicht im nächsten Jahr seinen Abschluss machen, eine Ausbildung beginnen oder sogar studieren. Eine ungewisse Zukunft, die jeden jungen Mann erwartet. Eine ungewisse Zukunft, der Rudi heute alles opfern würde. „Das Schlimmste“, sagt er, „ist zu wissen, dass ich auch noch in einem Jahr hier gefangen sein und aus dem Fenster starren werde.“

Mehr als 1500 Kinder und Jugendliche wachsen derzeit in Nordalbanien ohne Schulbildung und Kontakte zur Außenwelt auf, weil sie aus Furcht vor der Vergeltung anderer Familienclans nicht das Haus verlassen. Die meisten sollen für etwas mit dem Leben bezahlen, das Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte zurückliegt. In einigen Fällen sind die Fehden schon vor mehr als sechs Generationen entstanden und fordern noch immer ihren Tribut.

Der albanische Staat aber leugnet bis heute die Rückkehr der Blutrache ins gesellschaftliche Leben. „Der Staat ist schwach“, sagt Rudi, und die Polizei korrupt. „Sie sagen, sie können mir nicht helfen, solange die Rächer nicht zuschlagen. Aber wenn sie es tun, wird es zu spät sein.“

Es gibt die Möglichkeit, eine Blutfehde friedlich zu beenden. Dafür muss die Familie des Täters der Familie des Opfers einen bestimmten Preis zahlen, in der Regel mehrere Tausend Euro. Geld, das die Malashisniemals aufbringen könnten. Doch bislang haben die Rächer nicht einmal ein Zeichen gegeben, dass sie zu einer solchen Aussöhnung bereit wären.

Vielleicht ist Jenva Bashi, 43, ein knurriger Mann mit Wollpulli und Gummistiefeln, der Einzige, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat. Er arbeitet für das Nationale Versöhnungskomitee, eine albanische Freiwilligenorganisation, deren Mitglieder sich zum Ziel gesetzt haben, das sinnlose Morden zu beenden und zwischen Familien, die im Blut stehen, zu vermitteln. „Es ist einfacher, ein Flugzeug zu bauen oder ein wildes Pferd zu reiten als eine Blutfehde zu schlichten“, sagt Bashi trocken. Trotzdem besucht er einmal im Monat die Nabols, um ihnen die Rache auszureden.

Das Haus der Familie liegt am südlichen Stadtrand, nur wenige Hundert Meter vom Haus der Malashis entfernt. Es ist eine trostlose Gegend. 90 Prozent der Menschen hier seien arbeitslos, sagt Bashi, während er sein Fahrrad im Slalom an frei laufenden Hühnern und hinkenden Truthähnen vorbeimanövriert. Am Wegesrand stehen ein paar Gemüsehändler, die ihre Waren anbieten, aber etwas verkaufen sieht man sie nicht. Statt Autos klappern von Eseln gezogene Kutschen über die ungeteerten Straßen.

Links und rechts davon stehen marode zweistöckige Häuser, in denen bis in die neunziger Jahre hinein Soldaten untergebracht waren. Nachdem die albanische Armee ihre Truppen aus der Region abgezogen hatte, standen viele der Wohnungen lange Zeit leer. Heute kommen dort diejenigen unter, für die kein Platz in der Gesellschaft ist: Tagelöhner, Roma, aber vor allem Familien, die eigentlich aus den umliegenden Bergen stammen – und die mit den Regeln des Kanun, den Lehren von Ehre, Schuld und Sühne, aufgewachsen sind.

Bashi hält vor einem rostigen Gartentor, an dem ein Junge mit Segelohren und Gelfrisur lehnt, der freundlich winkt. Es ist Viktor Nabol, elf Jahre alt, der älteste Sohn des getöteten Miran Nabol. Er ist noch ein Kind, doch schon bald soll er Rudi eine Kugel zwischen die Augen jagen. Mit zwölf, so steht es im Kanun, ist man ein Mann und muss die Ehre der Familie verteidigen.

Was bedeutet einem Elfjährigen die Ehre der Familie? Was bedeuten ihm jahrhundertealte Traditionen? Viktor hat den Kanun nie gelesen. Alles, was er weiß, ist, „dass man sich daran halten muss“. Er bittet Bashi herein, die Mutter habe Kaffee gekocht. Bashi nimmt im Wohnzimmer Platz, um einen breiten Holztisch herum sitzen Viktor, sein kleiner Bruder Marjan und zwei seiner Onkel.

„Gibt es inzwischen Hoffnung für die Sippe der Malashis?“, will Bashi wissen. „Nicht, solange wir leben“, sagt Tama Nabol, die Mutter, und serviert starken Kaffee. „Der Sohn der Malashis war noch ein Kind als es passierte, er ist unschuldig!“, sagt Bashi. „Es geht um die Ehre unserer Familie und die Seele meines toten Mannes“, sagt die Mutter. „Solange sein Tod nicht gerächt ist, kann seine Seele nicht ruhen.“

Die Männer schütteln den Kopf, in Albanien bedeutet das Zustimmung. „Selbst wenn ich es nicht wollte: Ich muss ihn töten“, sagt Viktor mit ruhiger Stimme. Bashi bittet ihn, sich vorzustellen, jemand seiner Familie hätte einen Mord begangen, und er solle dafür büßen. Viktor schweigt. Dann möge es sein, sagt die Mutter. „So will es der Kanun.“

Der Kanun des Lek Dukagjini, auch das Gesetz der Berge genannt, entstand im 15. Jahrhundert und regelte das Zusammenleben der Albaner in einer Zeit, in der es weder Richter noch Gesetze gab. Nicht nur Schuld und Sühne, auch Heirat und Gastfreundschaft finden in der 1260 Artikel umfassenden Schrift Erwähnung. Es ist eine Art Verhaltenskodex, der über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergetragen wurde, und damit vor allem die Idee, dass die Ehre eines Clans über allem steht.

Eine Familie hat demzufolge nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, jede Ehrverletzung mit Blut zu sühnen. Diese Tradition hat nicht nur die Herrschaft der Osmanen, sondern auch die eiserne Knute des Kommunismus überdauert.

Enver Hodscha, der Diktator, der Albanien durch vier Jahrzehnte radikaler Abschottung in den toten Winkel Europas trieb und das Land im Verfolgungswahn mit 600 000 Bunkeranlagen übersäte, versuchte den Kanun und damit auch die Blutrache auszumerzen. Im kommunistischen Regime sollte der Staat an die Stelle des Bluträchers treten. Selten ging es dabei um Ehre oder tatsächliche Straftaten. Schon das Schimpfen über die schlechte Qualität des albanischen Brotes genügte, um erschossen oder deportiert zu werden.

Nach Hodschas Tod und dem Sturz des kommunistischen Systems hatten der Kanun und mit ihm die Blutrache Anfang der neunziger Jahre zumindest im Süden Albaniens an Gewicht verloren. Das demokratische Albanien erhielt mit der Verfassung auch ein Strafgesetzbuch, das vorsätzlichen Mord bis heute mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren ahndet.

Im Norden aber, wo gebirgige Täler noch immer einzelne Städte und Dörfer auf Jahrzehnte vom modernen Albanien zu trennen scheinen, lebte die Blutrache schon bald wieder auf. Seit 1991 wurden dort 20 000 Menschen in Blutfehden verwickelt, mehr als die Hälfte davon getötet.

Um den Kanun gehe es dabei in den meisten Fällen schon lange nicht mehr, sagt Bashi. Die Menschen seien arm, ungebildet, unzufrieden, vom Staat im Stich gelassen. Ein böses Wort, eine harmlose Beleidigung oder ein Streit um Geld reiche heute aus, damit ein Mann den anderen erschlägt.

Vor ein paar Wochen, erzählt Bashi, sei es auf einer der Ausfallstraßen von Shkoder zu einem Unfall gekommen. Ein junger Mann, vielleicht Mitte zwanzig, nahm einem anderen Mann die Vorfahrt, krachte mit seinem Auto direkt in dessen Wagen hinein. Der andere Mann erlitt Schürfwunden und ein Schädeltrauma, kam ins Krankenhaus. Seine Familie aber schwor Blutrache.

Noch am selben Nachmittag tauchten vier Männer mit Jagdgewehren vor dem Haus des Unfallverursachers auf. Weil dieser nicht zu Hause war, schnappten sie sich den Sohn, der gerade die Hühner fütterte. Er war erst zehn. „Sie haben ihn hingerichtet“, sagt Bashi. „Viele missbrauchen den Kanun und den Deckmantel der Ehre, um nichts anderes zu tun, als kaltblütig zu morden.“

Am westlichen Ende Shkoders gibt es eine Gegend, die das Blutviertel genannt wird, weil dort vor allem Familien leben, deren Männer von Blutrache bedroht sind und aus den Bergen an den Stadtrand geflohen sind. Vor ein paar Jahren, sagt Bashi, habe die Regierung die kaputten Straßen des Viertels sanieren wollen, doch die Bewohner hätten sich dagegen gewehrt. Solange die Straßen schlecht befahrbar seien, habe es geheißen, könnten die Rächer nicht so plötzlich angreifen.

Es ist eine gespenstische Gegend. Die Häuser sind von hohen, mit Stacheldraht und Glassplittern besetzten Backsteinmauern umgeben, hinter denen man immer wieder Geräusche und Stimmen hört. Doch Tag und Nacht ist kaum eine Menschenseele zu sehen. Nur Frauen wagen sich hin und wieder nach draußen. Und Altin, 20, ein junger Mann mit glattem Kinn und tief ins Gesicht gezogener Mütze, den die Blutrache verfolgt, solange er denken kann.

Sein Onkel und sein Vater, beide sitzen längst im Gefängnis, töteten drei Menschen, als er drei Jahre alt war. Die Familien der Getöteten schworen Rache. Seitdem kann Altin die Wohnung nicht mehr in Sicherheit verlassen. Fast 17 Jahre am Stück lebte er eingebunkert in vier Wänden, zusammen mit der Mutter und der jüngeren Schwester, nur ab und zu kamen Verwandte vorbei und manchmal ein Lehrer, der ihm das Lesen und Schreiben beibringen sollte. Wie die Welt außerhalb der Wohnung aussah, erfuhr er nur durch Erzählungen, aus Büchern und aus dem Fernsehen.

Dafür ist Altin ein relativ normaler junger Mann geworden, schüchtern und unsicher zwar, aber ein kluger Kopf, der sich viele Gedanken macht. „Als Kind habe ich immer nur die Frage gestellt: ‚Warum ich?‘ Warum muss ich eingesperrt sein, wenn alle anderen sich frei bewegen? Was kann ich dafür, wenn meine Vorfahren jemanden umgebracht haben?“, sagt Altin.

Irgendwann habe er diese Frage und die Enge der Wohnung nicht mehr ausgehalten. Als er 19 wurde, beschloss er, das Haus zu verlassen und ein Leben zu führen, in dem die Angst vor den Rächern keinen Platz mehr hat. Die Mutter flehte ihn an, es nicht zu tun, doch Altin ging es auch darum, ein Zeichen zu setzen: „Jeder sollte wissen, dass ich mich nicht für das verantwortlich fühle, was meine Vorfahren getan haben. Wer mich dafür töten will, muss mich töten. Aber ich bin nicht verantwortlich.“

Altin weiß, dass er eines Tages auf offener Straße erschossen werden wird. Vielleicht erst in ein paar Monaten, sagt er. Vielleicht aber auch schon morgen, wenn er mit dem Fahrrad zum Markt fährt, um einzukaufen. Wenn gleich drei Familien Rache geschworen haben, meint Altin, dann gebe es keine Hoffnung. Doch jeder Tag in Freiheit sei doppelt so viel wert wie jedes Jahr, das er sich im Haus verstecken müsse: „Wenn du einmal draußen warst, willst du nie wieder eingesperrt sein.“

Als Altin zum ersten Mal in seinem Leben alleine das Haus verließ, lief er langsamen Schrittes vom Blutviertel bis in die Innenstadt Shkoders. Dort setzte er sich auf die Stufen vor der stolzen, weißen Parucca- Moschee und beobachtete eine Stunde lang die vorbeifahrenden Autos und die wie selbstverständlich den Boulevard entlangschlendernden Menschen. Es war, so sagt er, bis heute die glücklichste Stunde in seinem Leben.

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