Immigration aus Afrika - Ein Kontinent bricht auf

Die Bevölkerung Afrikas wächst immer schneller, in 35 Jahren könnte sie sich noch einmal verdoppelt haben. Und fast die Hälfte aller jungen Afrikaner will auswandern – viele von ihnen nach Europa. Dieser Migrationsdruck hat klare Ursachen

21.07.2018, Spanien, Almería, Nijar: Ein Migrant geht durch ein Flüchtlingscamp. Mehr als 50 afrikanische Migranten leben unter schlechten Bedingungen in einem Camp, einer Dauersiedlung, nahe der spanischen Stadt Nijar'und hoffen, auf den nahegelegenden Plantagen, Arbeit zu finden.
Mehr als 50 afrikanische Migranten leben unter schlechten Bedingungen in einem Flüchtlingscamp in Almería, Spanien / picture alliance

Autoreninfo

Stephen Smith, Jahrgang 1956, unterrichtet African Studies an der Duke University in North Carolina. Zuvor war er mehrere Jahre Korrespondent in West- und Zentralafrika.

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Im Jahre 1885, als am Ende der Konferenz von Berlin die Regeln für die koloniale Aufteilung Afrikas besiegelt wurden, war Europa dank seiner wissenschaftlichen Stärke, seiner Industrialisierung und seiner modernen Armeen der am weitesten entwickelte Kontinent auf dem Globus. Europa hatte damals ohne Russland rund 275 Millionen Einwohner. Afrika, dessen Oberfläche sechseinhalb Mal so groß ist, zählte nur 100 Millionen Einwohner und war technologisch und materiell der ärmste Kontinent.

Das Innere Afrikas war durch die Sahara (eine Landmasse so groß wie die USA auf ihrem Festland), die widrigen Passatwinde entlang der Westküste und die Plage der Malaria – die „beeindruckendste Hüterin der Geheimnisse Afrikas“, so der arabische Entdecker Ibn Battuta – relativ isoliert; dieses Innere des Kontinents war kartografisch kaum erfasst. Zu einer Zeit, als „sich die Erde untertan machen“ wörtlich verstanden wurde, als das Christentum und der Fortschrittskult der Aufklärung leidenschaftliche Missionare fanden, als andere Kontinente bereits erobert waren und vormals abgeschottete Länder wie etwa Japan zwangsweise für den „freien Handel“ geöffnet worden waren, wäre es für Afrika einem kleineren Wunder gleichgekommen, der Beherrschung durch die Europäer zu entgehen.

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Peter Wagner | Fr, 2. November 2018 - 13:18

Europa und zuerst Deutschland, wird im Chaos enden, wenn die Europäischen und nationalen Grenzen nicht geschützt werden! Afrika ist nur über eine Geburtenkontrolle nach Chinesischem Muster zu retten, was sich aber praktisch kaum durchführen lässt! Zu glauben, dass es möglich wäre in Afrika Fluchtgründe wirksam zu beseitigen, ist alleine durch den fortschreitenden Bevölkerungszuwachs, völlig illusorisch! Selbst wenn Europa 10 Millionen Afrikaner aufnehmen würde, wären es nur 0,8 % der afrikanischen Bevölkerung! Also ein sogenannter Tropfen auf dem heißen Stein. Aber für Europa wäre diese Belastung nicht verkraftbar, allein aus politischen Gründen. Rechte Parteien würden weiteren Zulauf erfahren, und immer häufiger die Regierungen stellen!

Therese Weps | Fr, 2. November 2018 - 19:11

In reply to by Peter Wagner

JA wenn in Afrika nicht zeitnah eine gesteuerte Geburtenkontrolle angestrebt wird. Sie werden es vielleicht nicht glauben aber das es so kommen würde sagten bereits viele Menschen meines Alters in meinem Privaten- und Arbeitsleben seit ca. 40-50 Jahren.

Michaela Diederichs | Fr, 2. November 2018 - 19:56

In reply to by Peter Wagner

Ich möchte es anders formulieren. Rechte Parteien WERDEN weiteren Zulauf erfahren - vermutlich bald auch mit dramatischen Zahlen. Geburtenkontrolle ist in Afrika derzeit nicht möglich und wird auch gar nicht angestrebt. Frauen wünschen das vielleicht. Da Kinder Ausdruck der Manneskraft sind, werden die Männer das zu verhindern wissen. Das Mantra "Fluchtursachen bekämpfen" imaginiert aktives Eingreifen und Handeln, obwohl dies gar nicht möglich ist. Afrika hat erkannt, welches Druckmittel die Masse Menschen für Europa bedeutet und spielt diesen Joker aus. Wer will es ihnen verdenken? Wir würden uns wahrscheinlich in einer vergleichbaren Situation auch auf die Socken machen. Unsere Politiker sind hier mit ihrem überbordenden humanitären Anspruch schlicht überfordert. Der Migrationspakt wird alles noch einmal dramatisch forcieren. Der Widerstand in der Bevölkerung wird wachsen und damit die rechten Parteien. Trump zeigt uns gerade seine Regelung auf. Die ist krass. Ob´s hilft?

Wolfgang Selig | Sa, 3. November 2018 - 20:38

In reply to by Peter Wagner

Ich befürchte, Sie haben recht. Entweder schließen die aktuellen Parteien die Grenze oder später halt rechte Parteien nach heftigen Umwälzungen. Irgendeiner wird sie wohl in den nächsten Jahren schließen müssen, wenn sich Afrika nicht langsam selbst hilft. Leider.

Jens Rotmann | So, 4. November 2018 - 10:57

In reply to by Peter Wagner

Dazu müsste man den den gesamten Kontinent aus der "Steinzeit" in unser Jahrhundert beamen können. Ich denke auch das Europa keinerlei Interesse hat sich Konkurrenz zu schaffen, lieber liefern wir Schwälbchen Milch, Holland Tomaten, Autoschrott, unsere Second Hand Klamotten und entsorgen dort unseren Müll. Und Entwicklungshilfe -Gelder fließen umgehend zurück in die EU Waffenindustrie. Aber so läuft es halt in der Welt - überall !

Jürgen Waldmann | Fr, 2. November 2018 - 20:15

Vor fast 7 Jahren wollte ich eine kleine Wohnung an einen Studenten vermieten . Einer der ersten Bewerber kam aus Syrien , wollte nicht in meiner Gemeinde gemeldet werden . Schon damals ahnte ich , dass es bei uns leicht ist , anonym Papiere und ohne Papiere unter zu tauchen . Der junge Mann kam mit PKW aus Stuttgart , mit Vater und Onkel vorgefahren , die Herren wollten mir erklären , dass Papiere in Deutschland nicht erforderlich sind !?
Welches Chaos schon lange bei uns vorherrscht , dass ahnte ich damals nicht , heute weiss ich es .
Unser Sozialsystem verschlingt über 30 % unserer Einnahmen vom Bund und den Ländern , wer in der EU ist bereit diese Migranten aus Afrika auf zu nehmen , die über Jahrzehnte auf staatliche Hilfe angewiesen sind , ohne genaue Herkunft .
Afrika hilft nur strenge Geburtenkontrolle , wie es China seit Jahren vormacht !

Dietrich Paul … | Sa, 3. November 2018 - 08:03

Ja, das hat seine klaren Ursachen und katastrophalen Folgen für das schwache Europa.
Die Migranten bestimmen wohin sie wollen und kommen, definitiv und entschieden, ohne Einladung.
Konsequente Aufklärung der Immigranten in deren Länder und der Europäer inklusive ist, überfällig.
"Europa wach auf, handle"

Christoph Kuhlmann | Sa, 3. November 2018 - 21:59

das Wirtschaftswachstum übertrifft, wird die Zahl der Armen steigen. Die Migration führt übrigens nicht nur zu Problemen in Europa, sondern auch in zahlreichen Emerging Countries in Afrika selbst. Das beste Beispiel ist Zimbabwe und Südafrika. Wo es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Einheimischen und Zuwanderern kommt. Eine wie immer geartete Zentralgewalt für Afrika insgesamt existiert nicht. Alles was ich von Facebook Freunden höre ist, dass sie von Kriminellen beherrscht werden. China hat mit seinen Investitionen einiges ins Rollen gebracht. Rohölstaaten wie Nigeria entwickeln auch andere Formen des Wirtschaftswachstums. Die Frage ist, warum investiert die westliche Wirtschaft so wenig in dieser Region?
Europa bleiben zwei Möglichkeiten, entweder den Sozialstaat abschaffen oder die Grenzen 100%ig zu kontrollieren. Merkel sagte das sei unmöglich. Ich denke ihr fehlt sowohl der Wille dazu als auch der Mut die Verantwortung für ihre Migrationspolitik öffentlich zu übernehmen.

Ursula Horvath | So, 4. November 2018 - 18:40

das sollte nicht mehr Europas Problem sein. Wenn die Afrikaner trotz ihrer miserablen Wirtschaftslage ungebremst ihre Sexulaität ausleben, ohne an die privaten wirtschaftlichen Folgen zu denken, dann sind sie nicht zu bedauern sondern zu verachten. Wir sollten auch endlich aufhören, weinerlich uns mit Dreck zu bewerfen, die Kolonialzeiten sind längst vorbei und wenn die Afrikaner es mal mit malochen versuchen würden, so wie sie ihre Frauen malochen lassen, sehe auch deren Welt anders aus. Entwicklungshilfe seit über 50 Jahren, hat nicht das kleinste Wunder gebracht. Asiatische Länder waren auch sehr arm, doch dort herrscht Aufbruch und wenn auch noch ein Teil der Bevölkerung arm ist, so können diese Armen zumindest hoffen, dass sich ihr Situation verbessert. Es sind eben Länder mit großer Energie und Überlebenswillen die ihr Leben selbst in die Hände nehmen. Die meisten waren auch ehemalige Kolonialländer.