- Ein Opportunist wie Lukaschenko findet immer eine Tür
Alexander Lukaschenko hat so lange überlebt, weil er den Wind früher roch als andere – und Putins Krieg riecht nicht mehr nach Sieg. Der belarussische Präsident besitzt das instinktive Talent, rechtzeitig abzubiegen, bevor der Krieg an seine eigene Tür klopft.
„Vielleicht hätte ich nicht so scharf sprechen sollen“, so der belarussische Präsident und „erfolgreichste“ Diktator unserer Zeit, Alexander Lukaschenko, in einem Interview mit dem arabischen Sender Al-Arabiya über sein Verhältnis zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Im Frühjahr 2022 ließ er russische Panzer über belarussisches Territorium rollen und nannte Selenskyj einen Schuft. Nun erklärte er, falls Selenskyj an seinen Worten Anstoß genommen habe, entschuldige er sich dafür. Doch kaum hatte er seine Härte relativiert, begann er, Selenskyj zu belehren. Der ukrainische Präsident sei jung, unerfahren, kein Militär, stehe unter Druck und müsse verstehen, dass von Belarus keine militärischen Handlungen zu erwarten seien. Die Ukraine habe von Minsk „absolut nichts“ zu fürchten, versicherte Lukaschenko.
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Ich glaube nicht, dass Lukaschenko sich von Putin abgewendet hat. Die sind beide vom gleichen Schrot und Korn. Es könnte ein taktisches Manöver sein. Auch kann Weißrussland weder politisch noch wirtschaftlich lange alleine agieren, und militärisch erst recht nicht. Die beiden Regimes sind zu sehr miteinander verbandelt. Also abwarten, ob es nicht eine "Latrinenparole" des Westens ist.
Denen kann man natürlich eine widerwillige Bewunderung nicht versagen. Ob er es allerdings zu einem natürlichen Lebensende schafft, wie Franco, ist ja noch offen.
