Straße in Nigeria
In Afrikas bevölkerungsreichstem Land erhoffen sich viele sozialen Aufstieg durch die Mitgliedschaft in Banden. / dpa

BBC-Recherche in Nigeria - „Black Axe“: Brutale Sekte und globale Mafia

Die nigerianische „Black Axe“-Bewegung hat sich in den letzten Jahren zu einer weltumspannenden kriminellen Organisation entwickelt, die sich vor allem durch Internetbetrug finanziert, aber auch in Schleuserkriminalität und Menschenhandel verwickelt ist und durch ihre extreme Brutalität berüchtigt wurde. Die BBC hat erstmals mit Aussteigern gesprochen.

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Die BBC hat im Laufe einer zweijährigen Recherche neue Erkenntnisse über die nigerianische Organisation „Black Axe“ gewonnen, die aus einer Studentenverbindung hervorgegangen ist und sich inzwischen zu einer gefürchteten Mafiagruppe entwickelt hat – mit einem weltumspannenden Netzwerk, das mit Menschenhandel, Internetbetrug und Mord in Verbindung gebracht wird. Die sektenähnliche Organisation ist in Nigeria für ihre geheimen Initiationsrituale, die große Loyalität ihrer Mitglieder und für ihre extreme Gewalt berüchtigt. Die BBC beruft sich in ihrer Recherche auf ein gutes Dutzend von „Black Axe“-Aussteigern, die zum ersten Mal mit internationalen Medien gesprochen haben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die „Schwarze Axt“ in den vergangenen zehn Jahren zu einer der weltweit größten und gefährlichsten organisierten Verbrecherbanden geworden ist.

Menschenhandel, Prostitution und Internetbetrug

Die Haupteinnahmequelle der Bande ist jedoch nicht Mord, sondern Internetbetrug. Die Dokumente, die der BBC vorliegen, enthalten Quittungen, Banküberweisungen und Tausende von E-Mails, die zeigen, dass „Black Axe“-Mitglieder an Online-Betrügereien in der ganzen Welt beteiligt sind. Schätzungsweise hat die Gruppe mehr als 30.000 Mitglieder. Und sie expandiert zunehmend. Im April 2021 wurden in Italien 30 mutmaßliche Mitglieder verhaftet, denen Menschenhandel, Prostitution und Internetbetrug vorgeworfen wurde. „Black Axe“ soll auch eine zentrale Rolle bei der Schleusung illegaler Immigranten spielen, die vor allem in Italien an Land kommen.

Die Gruppe ist aus dem studentischen „Neo Black Movement of Africa“ (NBM) hervorgegangen, das in den 1970er-Jahren an der Universität von Benin gegründet wurde. Das NBM wurde durch den Anti-Apartheid-Kampf in Südafrika inspiriert, aber in ihrer Struktur, ihrer Geheimhaltung und ihrem brüderlichen Engagement ähnelte sie Gesellschaften wie den Freimaurern, die während der Kolonialzeit in Nigeria präsent waren. Das NBM distanziert sich heute von der „Schwarzen Axt“, aber Experten halten diese Distanzierung für wenig glaubwürdig. In Nigeria reicht der Einfluss der „Black Axe“ bis in die höchste Politik. Angehende nigerianische Politiker heuern angeblich Mitglieder der Schwarzen Axt an, um Rivalen einzuschüchtern, Wahlurnen zu bewachen und Menschen zur Stimmabgabe zu zwingen. Für diese Art der Wahlkampfunterstützung werden sie anschließend mit Posten in der Regierung belohnt.


Lesen Sie die ganze ausführliche BBC-Reportage hier.

 

Karl-Heinz Weiß | Mo, 13. Dezember 2021 - 14:28

Danke für diesen Artikel. Leider wird in den deutschen Medien kaum über die Situation in Afrika berichtet. Die Blauäugigkeit der deutschen Entwicklungspolitik zeigt sich seit Jahren durch das Ignorieren zB des rasant wachsenden Schleusertums und der begleitenden organisierten Kriminalität.
Als einzige Lösung fällt der Ministerin, gegen die sich die BW nicht verteidigen kann, eine Exit-Strategie ein.

Tonicek Schwamberger | Mo, 13. Dezember 2021 - 14:49

. . . jetzt weiß ich endlich, woher die vielen Mails kommen, in denen mir eine Mio € und mehr versprochen werden . . ., wenn, ja wenn ich . . .
Vielen Dank für die Information.
[Übrigens, auf die erste Mio warte ich noch immer!]

Tomas Poth | Mo, 13. Dezember 2021 - 15:10

Schöne heile Welt gelle?
Man munkelt diese Organisationen haben schon Gendersprech eingeführt, LGBTQxyz war von Anfang an Voraussetzung zur Mitgliedschaft.
Insofern erfüllen sie auch die Voraussetzungen für ein Asylverfahren in Deutschland.
Freie Berufswahl ist doch vom Grundgesetz gedeckt, da müssen die doch, neben all den anderen Clans die sich hier bei uns etabliert haben, auch ihre Tätigkeit ausüben können. Erst dann haben wir wirklich Multikulti und grenzenloses Leben auf unsere Kosten eingeführt. Bitte keine Engstirnigkeiten!
Polizei und Militär werden zukünftig darauf trainiert die Verständnislosen auszugrenzen, in den eigenen Reihen wie gegenüber den Bürgern.
Wird das der angestrebte große Reset? Ein Feudalismus in dem sich Clans und so verstandene Eliten auf Kosten Dritter einigen?
Vorsicht Satire sollte ich höflichweiser ergänzen oder auch - cum grano salis?

Rob Schuberth | Mo, 13. Dezember 2021 - 16:53

Zu dieser Gang/Bande gab es mind. 2 gute Dokus.
Da kann einem als autochthoner Bewohner dieses ehemals sicheren Landes schon Angst u. Bange werden.

Wenn es hier in den EU-Ländern zu echten Verteilungskämpfen kommen sollte (u. die werden kommen) dann ist klar wer da ganz schnell die Oberhand haben wird.

Mit unserer weichen (Migr.)Politik, kuschelweichen Justiz u. den ideologischen Aktionen der vielen NGOs (z. B. oneway See-shuttle in die EU), senden wir eine Einladung nach der anderen an all diejenigen die uns dann ausnehmen.
Warum also beschweren sich hier Leute über die hohen Kriminalitätsraten unserer "Neuen".
Das ist doch von den naiven Wählern so gewollt.

All die Bewohner der EU-Länder die immer hier schreien wenn es Menschen zu verteilen gilt, werden sich noch umsehen. Nur ist es dann zu spät.
Die aktuelle Form der Migration ist eine Einladung uns auszunehmen.
Erst nur die Soz.systeme u. ein paar Handtaschen, aber bald auch mehr...viel mehr.

vernehme ich in den Leitmedien nichts, eigentlich vernimmt man zu diesem gesamten Themenkomplex nichts, oder doch, alle Monate wird stolz einer der Goldgäste präsentiert der es geschafft hat, also Ausbildung/Job oder ähnliches erfolgreich gemeistert hat.

Der naive Mensch kann/soll daraus schließen, daß die 2-3 Millionen Migranten die seit Merkels „wir schaffen das“ zu uns gekommen sind, nicht zu 98% am Sozialtropf hängen, sich gesetzestreu verhalten und zum Wohlstand dieser Gesellschaft beitragen!

Frei nach Langstrumpf: ich male mir meine (Schein-)Welt so wie sie mir gefällt.

Und was die Oberhand angeht, die deutsche Gesellschaft und ihre Organe werden ja seit Jahren systematisch entwaffnet, die Gesetzeshüter haben sie zwar noch, verwenden sie aber wegen der Angst vor den Konsequenzen lieber nicht.

Der Staat braucht keine (Schuß-)Waffen, wir, die Nichtgoldgäste, werden volldigital überwacht, manipuliert, diffamiert, gesteuert, stigmatisiert, ausgegrenzt usw.

Werter Herr Brand, ish weiß nicht mehr genau welche Opposition es war, aber durch eine der sogn. kleinen Anfragen an die Bundesreg. (noch die alte) wurde bekannt, dass noch mind. 70 % all dieser Goldstücke von den uns finanzierten Sozialhängematten leben.

Und niemand zwingt sie daran etwas zu ändern, denn Verpflichtungen gibt es so gut wie keine. Z. B. die Sprache erlernen zu müssen. Fehlanzeige.

Würde ein Komm.politiker so etwas durchsetzen, oder nur laut denken wollen, bekäme er sicher sofort massiven Druck durch die div. NGO, die ihm das als Rassismus u. Diskriminierung auslegen würden.

Ich habe die Bücher v. Thilo Sarazzin gelesen u. mehr u, mehr steigt meine Befürchtung er könnte mit seinen Thesen richtig gelegen haben.

Kein Land der Welt ist so leicht auszubeuten wie Deutschland. Und das sogar ganz ohne Waffen.

Das haben wir primär dem linksgrünen Mainstream u. dessen Parteimitgliedern zu verdanken.

Bernhard Marquardt | Di, 14. Dezember 2021 - 08:26

Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde:
Wie ist das Verhältnis zwischen „Black Axe“ und der ebenfalls in Nigeria das Volk terrorisierenden islamistischen „Boko haram“?
Da gerät jede Form der Entwicklungshilfe garantiert in die falschen Hände, bzw. gleich die Entwicklungshelfer selbst.
Was kann man tun? Tür zu und Schlüssel wegwerfen?
Zusammen mit „afghanischen Ortskräften“ werden nach neueren Erkenntnissen auch hoch kriminelle Elemente ins Land gespült. Na danke. Aber die kommen wahrscheinlich nur auf einen Abstecher vorbei....

Ernst-Günther Konrad | Di, 14. Dezember 2021 - 13:34

Uih. Ein gefährlicher Artikel. Nigerianer als organisierte Betrüger mit Mafiosen Strukturen?
Niemals. Alles nur arme, vom Leben und ihrer Herkunft gebeutelte Flüchtlinge. Das sind doch bestimmt nur Einzelfälle, wenn überhaupt die absolute Ausnahme. Gut. Es gibt sie "nur" in Nigeria. Nein, nicht bei uns, dass sind alles Flüchtlinge, die genau vor diesen bösen Landsleuten zu uns nach DE flüchten müssen.
Ich hatte schon in den 1990er Jahren mit diesen Menschen persönlich mehrfach zu tun. Alles junge Männer 180-190 cm groß, besonders geübt im Umgang mit Macheten, brutaler und rücksichtsloser Gewaltausübung und beim Fälschen von Dokumenten, Geldscheinen und der Kunst der Entführung und Lösegelderpressung im eigenen Land. Gerne sich als Opfer rassistischer Gewalt bei polizeilichen Festnahme darstellend. Die wurden schon damals als sog. Nigerian Connection bundesweit bekannt, aber gerne öffentlich verschwiegen. Wir wissen ja schon warum. Es sollten keine Ressentiment geschürt werden.

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