Polizisten mit Schutzschild vor brennendem Auto nachts im Park, orange-gelbes Licht, Foto.
Polizei-Einsatz auf den Champs-Élysées am 31. Mai / picture alliance / SIPA | ANTONIN LOUIS

Ausschreitungen in Paris - Republik in der Dauerkrise

Nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain kam es in der Hauptstadt wieder einmal zu schweren Ausschreitungen. Die Ereignisse fügen sich in eine Reihe vergleichbarer Eskalationen der vergangenen Jahre und offenbaren das Scheitern der französischen Migrationspolitik.

Autoreninfo

Jan Uphoff studiert Politikwissenschaft in Bremen.

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Eigentlich hätte es ein Wochenende des französischen Triumphs werden sollen. Am Samstagabend gewann Paris Saint-Germain zum zweiten Mal in Folge die Champions League, und Hunderttausende Pariser feierten auf den Straßen der Hauptstadt. Doch kaum war der Schlusspfiff verklungen, kippte die Stimmung, und aus Jubel wurde vielerorts offene Gewalt: Autos brannten, Schaufenster zerbarsten und Feuerwerkskörper wurden auf die anrückende Polizei abgefeuert. Insbesondere rund um das Vorort-Stadion von PSG am Parc des Princes und auf den Champs-Élysées herrschte bis tief in die Nacht auf Sonntag der Ausnahmezustand.

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Markus Michaelis | Mi., 3. Juni 2026 - 12:00

Es gibt für diese Überforderung wahrscheinlich nicht einen Grund, den man nur erkennen müsste und ihn dann abschalten. Es ist wahrscheinlich eher so, dass der Normalzustand das Auseinanderdriften ist, weil es eben ein "Kunstwerk" ist, dass alle in einem Diskursraum, mit halbwegs den gleichen Vorstellungen leben. Alle gefundenen Kompromisse erodieren laufend und funktionieren nie ewig.

Dazu kommt in unseren Gesellschaften, dass die alte Mitte davon überzeugt war, soetwas wie das wahre Menschsein gefunden zu haben. Man hat alte Diskriminierungen erkannt, jetzt wollte man die Welt in das neue, richtige Menschsein aufnehmen.

Jeder ist voll mit Geschichten, wie nett und beitragend alle Menschen sind. Die Gegenseite ist, dass immer mehr Menschen als menschenfeindlich erkannt werden mussten, für alles, was doch nicht funktioniert hat. Aus der alten Mitte heraus, aber auch sehr stark von überforderten Einwanderergruppen. Es ist eben nicht so einfach und alle sind überfordert.

Peter William | Mi., 3. Juni 2026 - 14:30

schaut euch mal Ghetto gangz an, um ein anderes Beispiel aus der Kunst zu nennen. Cooler Film.

Um Meloni zu zitieren: "Der Staat hat versagt."

Theodor Lackner | Mi., 3. Juni 2026 - 14:32

Krawalle, Islamisierung, Armutseinwanderung usw können ein historisch und kulturell an sich gefestigtes Land wie Frankreich (oder Deutschland, UK, Schweden) unter hohen Stress und Spaltungsdruck setzen - zerbrechen wird es daran nur, wenn die kulturelle Mitte sich selbst aufgibt.

Die Linke und ihre migrantischen Verbündeten nutzen Anschlussfähigkeit eines Landes für Zuwanderung für die substantielle Transformation aus. Sie sind aber auf lange Zeit - und auch heute noch - eine Minderheit, die jedoch verhältnismäßig kohärent einer losen Masse an Normalbürgern gegenübersteht. Aber auch die Geduld letzterer (der "france profonde" oder hier der Durchschnittsdeutschen) ist endlich.