Donald Trump - Der beste Außenpolitiker seit George Bush Senior?

Außenpolitisch erreicht Donald Trump einen außenpolitischen Erfolg nach dem nächsten: die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran, das Gipfeltreffen mit Kim Jong-Un. Die Europäer sollten von diesem Verhalten lernen. Von Alexander Grau

Donald Trump
Außenpolitisch macht Donald Trump derzeit alles richtig / picture-alliance

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Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Vor Kurzem erschien sein Buch „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“ beim Claudius Verlag München.

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Alexander Grau

Auch wenn es in Deutschland kaum einer laut sagt: Außenpolitisch macht Donald Trump alles richtig. Ob mit Plan, aus Überlegung, schlauem Kalkül oder purem Zufall, das sei einmal dahingestellt. Tatsache ist aber: Die Chance, dass Trump in die Geschichte als der außenpolitisch erfolgreichste Präsident seit George Bush Senior eingehen wird, ist überaus groß. Im Grunde ist er es schon jetzt. Erfolgreicher als der Multilateralist und Friedensengel Barack Obama ist er allemal. Aber das war auch nicht so schwer.

Trump hat Nordkorea unter Druck gesetzt. Pjöngjangs Abrüstungsofferten und das Zusammentreffen von Kim Jong-Un und  Südkoreas Präsident Moon Jae In sind sein Verdienst. Auch die Freilassung der drei US-Amerikaner durch Nordkorea, die dort seit Jahren inhaftiert waren, ist ein direktes Ergebnis seiner Politik. Gleiches gilt für den am 12. Juni in Singapur anberaumten Gipfel zwischen ihm und Nordkoreas Diktator Jong-Un.

Ein neuer Ansatz ohne Scheinheiligkeiten

Derselben Linie folgte die Verlegung der US-amerikanische Botschaft nach Jerusalem. Wo hasenfüßige Europäer mal wieder einen Frieden gefährdet sahen, der ohnehin nicht existiert, signalisierte Trump, dass mit der als „Friedenprozess“ apostrophierte Farce Schluss sein muss. Es braucht einen grundlegend neuen Ansatz ohne Selbstbetrug und Scheinheiligkeiten. Denn zur Wahrheit gehört, dass der Iran seit Jahrzehnten an der Destabilisierung des Nahen Ostens arbeitet. Sein Endziel ist die Vernichtung Israels und die Konsolidierung des schiitischen Halbmonds, also eines Herrschaftsbereichs von der Mittelmeerküste über den Iran bis nach Bahrain.

Dazu dient unter anderem die Hisbollah im Libanon, die als Machtinstrument Teherans nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Irak noch an Bedeutung gewonnen hat. Hinzu kommt, dass in Syrien, also an der israelischen Grenze, nunmehr Einheiten der iranischen Revolutionsgarden stationiert sind. Dass es so kam, ist kein Zufall, sondern basiert auf Überlegungen der Obama-Administration: Angesichts zerfallener Staaten und des damals erstarkten IS sollte der Iran als stabilisierende Regionalmacht etabliert werden. Man hat mithin den Bock zum Gärtner gemacht. Denn es ist Teheran, das aus genannten Gründen maßgeblich zur Destabilisierung beiträgt und droht einen Flächenbrand zu entzünden.

Abkommen hat Iran gestärkt

Ein Eckpfeiler dieser kurzsichtigen Politik war das unsägliche Atomabkommen, das in Europa und insbesondere hierzulande als Friedensfetisch gilt. Nun hat Michael Wolffsohn hierzu schon das Wesentliche festgestellt. Daher nur noch einmal die Eckpunkte: Das Abkommen akzeptiert den Schwerwasserreaktor in Arak und damit die Möglichkeit der Urananreicherung. Lediglich sein Umbau wird in Aussicht gestellt. Die Infrastruktur des Nuklearprogramms blieb weitgehend erhalten. Von den circa 19.000 Gas-Zentrifugen konnte der Iran 6.104 zur Urananreicherung behalten. Das erscheint als gewaltige Reduktion, faktisch wurden aber nur ungenutzte Zentrifugen der ersten Generation abgebaut. Forschung an den Zentrifugen in Fordo ist nach wie vor erlaubt. Hinzu kommt, dass das zentrale Anliegen – die Herstellung hoch angereicherten Urans – dem Iran ohnehin nur bis 2030 untersagt ist. Damit relativierte das Abkommen die Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Februar 2006.

Kurz: Das Atomabkommen hat die Fähigkeit Irans zur Entwicklung von Atomwaffen kaum geschmälert. Langfristig schon mal gar nicht. Es hat Iran als Regionalmacht zurückgebracht ins Spiel und das Regime ökonomisch stabilisiert. Nicht ohne Grund warnten im März 2015 republikanische Senatoren die Regierung in Teheran, das Abkommen zu unterzeichnen – es werde die Amtszeit Obamas nicht überstehen. Trump hat daraus die Konsequenzen gezogen. Das Abkommen hätte nie unterzeichnet werden dürfen. Es ist nicht nur ein schlechter Deal, es ist gar kein Deal, zumindest wenn man darunter ein Abkommen zum wechselseitigen Nutzen versteht. 

Trump ist erfolgreicher als Obama

Soweit die Situation. Doch in Europa ist man verliebt in eine Politik des Nichtstuns und hält das für höhere Diplomatie. Das gilt für die Spannungen innerhalb der EU, das gilt für die Migrationspolitik, das gilt für die Situation in Nahost und galt für Nordkorea. Der Volksmund hat für diesen Umgang mit Konflikten das Bild des Vogels Strauß gefunden, der seinen Kopf in den Sand steckt. Dabei ist der Strauß bekanntermaßen ein recht wehrhaftes Tier.

Donald Trump, so hat man den Eindruck, hat verstanden (oder spürt zumindest instinktiv), dass diese Politik des Wegduckens vor aggressiven Regimen und Auf-die-lange-Bank-Schiebens existentieller Konflikte erst die Probleme schafft, die sie verhindern will. Die Obama-Administration war für diese Art von Schneeflocken-Politik das abschreckende Beispiel. Dass Trump schon jetzt außenpolitisch mehr erreicht hat als sein Vorgänger in acht Jahren, könnte eine Lehre sein. Dass sie gehört wird, ist jedoch unwahrscheinlich.

Susanne antalic | Sa, 12. Mai 2018 - 10:22

Danke für ihren sehr guten Kommentar. Es ist schon ein Paradox, dass sich MMM an der Seite der Mullas stellen. Diese Abkommen war nicht das Papier wert, auf dem es stand, das wissen auch alle. Aber in Moment ist der Trump der grösste Feind, weil es die Probleme anfasst, wo sich keine traut. Lieber den Mund halten und Trump diffamieren, als nachzudenken. Dieses bashen des Trumps in deutsche MSpresse, ist langsam ekelhaft und übersteigt die Grenzen des guten Geschmack. Die Mullas und die meiste arabischen Länder, sind jetzt plötzlich die GUTEN, warum wohl. Hat man Angst vor Unruhen in Deutschland, hat man Angst vor weniger Export in diese ach so demokratische, freundliche Länder? Ich weiss es nicht und ich werde es wohl nie erfahren, aber aus dem Deal von Erdogan hatte man auch nichts gelernt.

Peter Silie | Sa, 12. Mai 2018 - 10:26

Auch ich bin kein Freund von "too much appeasement" ! Im Falle Nordkorea mag ja die Bollerigkeit von DT zum Erfolg geführt haben, wobei Kim Yong dennoch den ersten Schritt tat. Aber warum kann sich der Iran jetzt in Syrien ausbreiten ? Anstatt dieses permanente destabilisieren ganzer Länder einzustellen, wird schon das nächste Opfer in Visier genommen. Das hat mit guter Aussenpolitik nicht viel zu tun!

Wolfgang Tröbner | Sa, 12. Mai 2018 - 10:42

An Herrn Trump lässt sich viel kritisieren. Sein sehr undiplomatisches Auftreten, das manchmal vielleicht sogar an Rüpelhaftigkeit grenzt. Aber, und da gebe ich Ihnen absolut recht, er ist überaus erfolgreich und setzt seine Wahlversprechen konsequent um. Dass unsere deutsche Politikerkaste damit ihre Probleme hat und ihn sogar hassen, kann man nachvollziehen. Trump ist das ganze Gegenteil z.B. einer Merkel. Er handelt und sie schwadroniert. Bei ihm weiß jeder im Vorfeld, was er anstrebt und vorhat. Merkel kungelt lieber im Verborgenen und macht sehr häufig Dinge, die sie zuvor strikt abgelehnt hat. Er hat Prinzipien, zu denen er steht. Bei ihr (aber auch ihren "Freunden im Geiste") weiß man das immer erst im Nachhinein. Trump zeigt, was geht, wenn man wirklich will. Unsere Politiker hingegen erzählen nur, was nicht geht. Vielleicht gehört unser politisches System ein wenig umgekrempelt?

Reinhold Wurian | Sa, 12. Mai 2018 - 10:44

Jetzt waere nur noch zu wuenschen, dass sich in der begnadeten deutschen Regierung 'irgenwer' findet, der das auch versteht. Das dort irgendwelche sinnvollen Handlungen gesetzt werden, erwartet ohnehin niemand mehr.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 12. Mai 2018 - 10:45

kaum eine andere Chance, als seine politisch-wirtschaftlichen Ziele aggressiv anzugehen.
Ich vermute, dass dies an der "ideologisierenden" CC liegt, "Clinton Connection" zu Hause in den USA.
Trump ist seit Beginn seiner Amtszeit m.E. übelsten Verunglimpfungen ausgesetzt und macht Politik zwischen Skylla und Charybdis, Bürgerkrieg und Amtsenthebungsverfahren.
Entsprechend sollte er seine Aussenpolitik dennoch für eine zukünftige konstruktive Politik nutzen.
Der Iran hat vor Israel nichts zu suchen, soviel Verstand müssen die Führer dieses Landes haben, aber vor einem Netanjahu würde ich dennoch warnen wollen, selbst einen Donald Trump.
Es sollten dann also syrische Truppen Syrien schützen, so wie israelische Israel.

Jürgen Lehmann | Sa, 12. Mai 2018 - 11:34

So einfach lässt sich Trump nicht schildern. Er ist undurchsichtig und unberechenbar.

„Die Europäer sollten von diesem Verhalten lernen“
Die Europäer sollten tatsächlich lernen entscheidungsfreudiger und selbstbewusster zu werden, dazu benötigen sie jedoch nicht die USA, die bisher in allen Bereichen wo sie sich einmischten nur Chaos erzeugt haben

„außenpolitisch macht Donald Trump alles richtig“
Für wen macht Trump ALLES RICHTIG? Für die Welt außerhalb der USA sicherlich nicht

„außenpolitisch erfolgreichste Präsident seit George Bush Senior“
Bush Senior kann sicherlich nicht als „Erfolgsmodell“ zitiert werden. Er gehört – genau so wie andere USA Politiker - vor ein internationales Gericht gestellt. Wenn Trump als „noch“ erfolgreicher dargestellt wird, dann lässt dies für die Zukunft noch Schlimmes befürchten.

„Syrien, also an der israelischen Grenze“
Syrien läge an der israelischen Grenze, wenn die Golanhöhen nicht von Israel annektiert worden wären....

Michaela Diederichs | Sa, 12. Mai 2018 - 11:36

Wie begossene Pudel stehen die EU-Politiker da. Trump führt sie in ihrer Überforderung und Unfähigkeit vor. Moralisch kraftvoll wie eh und je die Kanzlerin vorneweg - und wie immer völlig hilflos.

Holger Starkendorf | Sa, 12. Mai 2018 - 12:09

Cicero jetzt endgültig mit Gehirnstillstand?

Stefan Jess | Sa, 12. Mai 2018 - 12:10

...sehe ich die Dinge ähnlich wie Alexander Grau, in dieser Sache aber nicht.

Grau betrachtet in einem zu kurzem Zeitraum.

Ja, Trump mag, objektiv betrachtet, Erfolge erzielt haben. Diese Erfolge sind dem Umstand geschuldet dass er, anders als viele Politiker und besonders unsere unfähige Kanzlerin, handelt. Er bringt ein nicht kalkulierbares Moment in die Politik. Wenn man dann auch noch die grösste ökonomische und militärische Macht hinter sich hat, bewegt das natürlich etwas.

Trump wird aber trotzdem als ein schlechter Präsident in die Geschichte eingehen, da er langfristig mehr zerstört als schafft. Er ist manipulierbar, ohne Vertrauen in die Menschen und hat keine konkrete Vorstellung von der Entwicklung der USA.

Internationale Politik beruht auch auf Vertrauen, und das verspielt der irrlichternde Narzisst von Tag zu Tag mehr.

Marie Werner | Sa, 12. Mai 2018 - 12:37

...für Ihren sachlichen Artikel. Niemals habe ich an Donald Trump gezweifelt. Wir haben es hier mit einem großartigen Visionär zu tun. Wie sehr wünschte ich mir, dass wir ähnliches in Deutschland hätten.

Christa Wallau | Sa, 12. Mai 2018 - 12:44

Donald Trump hat beides.
Seine Überzeugungen mögen richtig oder falsch sein, aber immerhin h a t er welche. Und an Mut fehlt es ihm auch nicht, wenngleich dieser oft mehr wie Übermut daherkommt.

Angela Merkel hat weder klare Überzeugungen noch Mut, etwas durchzusetzen.
In ihrer politischen Karriere hat sie so oft ihr Fähnlein nach dem Wind gedreht, daß man nur staunen kann.
Während Trump mit groben Worten spielt und die Leute verwirrt, indem er heute dies und morgen das twittert, verfolgt er ganz klare Ziele und setzt sie - wie seinen Wählern versprochen - durch.

Merkel drückt sich immer gleich dröge und nichtssagend aus, handelt dafür aber chaotisch.
Und ihre Versprechen sind nichts wert.
Der plötzliche Ausstieg aus der Atomenergie und die unkontrollierte Öffnung unseres Landes für Migranten sind die signifikantesten Beispiele dafür. Sie hatte plötzlich ein "Gefühl", daß sie handeln müsse und folgte dann diesem irrationalen Impetus.
Verläßliche Politik sieht anders aus.

Marie Werner | Sa, 12. Mai 2018 - 12:47

Spätestens jetzt wäre es wünschenswert, wenn die hiesige Bevölkerung über ihre Medienwelt nachdenken sollten, welche unentwegt nur daran gearbeitet haben Donald Trump in einem schlechten Licht darzustellen. Auch jetzt tun sich die üblichen Medien schwer mit diesen Tatsachen.

Klaus Funke | Sa, 12. Mai 2018 - 12:55

Soll jetzt purer Rücksichtslosigkeit, egoistischer "american-first" Handlungsweise das Wort geredet werden? Der Stärkere hat immer Recht - das ist, was Trump betreibt. Alles hat er mit Druck und "Kraftmeierei" erreicht, ohne im Mindestens auf die Befindlichkeiten anderer Staaten Rücksicht zu nehmen. Das finden Sie in Ordnung? Wie sagte Frau Merkel: Wenn jeder macht, worauf er Lust habe, schädige das die Weltordnung. Da hat sie mal Recht, unsere Kanzlerin. Allerdings, Herr Grau, Sie übersehen, dass Trumps "Außenpolitik" seine Gegner eher stärkt als schwächt. Trump´s Ergebnis wird ein starkes Russland und ein noch stärkeres China sein, auch ein schwächeres und impotentes Europa. Am Ende hat er überall nur Pyrrhus-Siege errungen. Sein "Imperium" ist ein gläsernes und wird in sich zusammenstürzen. Da braucht man kein Hellseher zu sein. Wollen Sie uns herausfordern, Herr Grau, einen Shitstorm erzeugen? Bin gespannt, was andere User sagen.

Ronald Barker | Sa, 12. Mai 2018 - 14:41

Spot On! Besser kann es nicht dargestellt werden. Schade das AM & Co. offensichtlich des Lesens / Verstehens ( Verstehen Wollens?) nicht mächtig sind.

Matthias Eberbach | Sa, 12. Mai 2018 - 15:17

Die USA treiben wirtschaftliche Interessen an. So in
Nord Korea, wo Bodenschätze im Wert von 6 Bill. $ gefördert werden können. In Syrien geht es darum eine Landbrücke zu verhindern, damit der Iran nicht ohne Überwachung durch die USA Gas und Öl übers Mittelmeer verkaufen kann. Deshalb hört man auch nichts davon, dss die USA die Menschenrechte und Lage der Menschen in Nord Korea, China und rund um den Syrien Krieg anprangert und etwas dagegen tut. Bis in den 2. Weltkrieg gab es in den USA einen massiven Antisemitismus. Deshalb glaube ich, dass die Israelfreundlichkeit der USA nur auf wirtschaftlichen Interessen in dieser Öl-Region beruht und als moralischer Überbau dient. Ich bin ein Freund Israels und freue mich natürlich, dass Israel auf diese Weise sein Land halten kann. Falsch ist es natürlich, dass es nicht Konsenz ist, dass das Existenzrecht eines Staates nicht grundsätzlich akzeptiert wird. Die jüngere Geschichte vieler Staaten dieser Erde spricht leider eine andere Sprache

Dennis Staudmann | Sa, 12. Mai 2018 - 15:46

Bezeichnend ist das Verhalten der "EU-Anführer" Merkel und Macron, die nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran dessen Regime tätscheln und beruhigen wollen. Kann denen vielleicht mal jemand sagen, dass das der gleiche Iran ist, der in Syrien mit Russland Assad an der der Macht hält und Israel das Existenzrecht abspricht? Wie kann man einerseits Assads Krieg gegen das eigene Volk beklagen und dann dem Iran vertrauen, dass er die vielen Möglichkeiten, sich atomar zu bewaffnen, die ihm dieses sogenannte Atomabkommen ermöglicht, nicht nutzt? Merkel hat aussenpolitisch noch nie etwas erreicht. Sie ist irgendwie immer "besorgt" und das war es dann auch schon. Mir fällt auch nichts ein, was Macron in dem einen Jahr seiner Präsidentschaft in der Aussenpolitik geleistet hat. Ich erinnere mich, als das Atomabkommen mit dem Iran geschlossen wurde, hiess es, das wäre der einzige Erfolg Obamas. Der Vertrag musste also geschlossen werden, egal wie schlecht er im Detail ist.

Bernhard K. Kopp | Sa, 12. Mai 2018 - 17:44

In Asien gibt es Bewegung, die, vielleicht, in die richtige Richtung - langfristige Befriedung der koreanischen Halbinsel - gehen könnte. Wieweit die chinesischen, und nordkoreanischen Interessen dies zulassen werden, ist mehr als offen. Wir sollten den Tag nicht vor dem Abend loben.
Der Mittlere Osten ist uns näher und wichtiger. Die Aufkündigung des JPCOA erreicht zunächst nichts. Sie erhöht das Risiko, dass die IAEA überhaupt nicht mehr in den Iran kann, also eine klare Verschlechterung auf der Atom-Ebene. Trump/Netanjahu unterstellen, dass sie den Iran mit Sanktionen in die Knie zwingen können. Das meinen Hillbillies seit Kuba immer. Russland und China, das seinen Handel mit dem Iran verzehnfachen will, und gerade eine neue Bahnverbindung hach Teheran eingeweiht hat, werden dies zu verhindern wissen.

Gisela Fimiani | Sa, 12. Mai 2018 - 17:53

Die Politik des Nichstuns im Hinblick auf zahlreiche, ernste Probleme, resultiert aus einer eklatanten Wirklichkeitsverweigerung, die sich in Verantwortungslosigkeit niederschlägt. Politik soll in der Gegenwart gestalten, um die Zukunft möglichst zu verbessern(nicht nur materiell). Von Trump erhoffe ich mir ein Aufbrechen der derzeitig völlig sklerotisierten Geisteshaltung in diesem Land. Unsere Schönwetterdemokraten sind feige, satt und darum unfähig, Wagnisse einzugehen, derer es Not-wendig bedarf, um unsere freie westliche Gesellschaftsordnung zu erhalten. Statt dessen ergehen sich überschlaue Propheten darin, uns die Zukunft vorherzusagen und in unverantwortlicher, moralischer Selbstüberhebung ihre Urteile über U.S. und Israel Politik zu fällen. Niemand kennt die Zukunft. Damit es aber eine gute werden kann, müssen auch Risiken in Kauf genommen werden. Unsere gegenwärtige Politik hat uns bereits Risiken beschert, deren katastrophale Konsequenzen zu tragen sein werden. Ich stimme

Gisela Fimiani | Sa, 12. Mai 2018 - 18:01

Ihnen zu, Herr Grau, dass man hierzulande lernunfähig und lernunwillig ist. Gespannt bin ich darüberhinaus auf erwartbare Kommentare. Sie haben sich immerhin erdreistet, Trump etwas Positives abzugewinnen. Dafür werden auch Sie gewiß in die Ecke der U.S.-Vasallen geschoben. Danke für Haltung und Mut!

Romuald Veselic | Sa, 12. Mai 2018 - 19:04

oder zum Negieren eigener Prinzipien, nutzt garnix.
Siehe die Vergangenheit, die zum 2WK geführt hat.

Eine "Theokratie" der "Politisch korrekten" Sprachnorm nach, die sich auf die Fahnen die Vernichtung Israels als Staatsraison schreiben ließ, wie einen gleichwertigen Gesprächspartner zu betrachten und hofieren, ist wie der Versuch, aus dem Krokodil einen Vegetarier zu machen.

Christina Hatzoglos | Sa, 12. Mai 2018 - 19:57

... die man nicht benennen darf

Europas Bürger verhalten sich wie Untertanen in einer Diktatur" schreibt
Ronald Barazon in den Deutsche Wirtschafts Nachrichten |vom: 04.05.18

Sehr geehrter Herr Rau ! Ich freue mich über Ihren Beitrag ,und danke Ihnen
Ich selbst bin Österreicherin und daher nicht so hart betroffen wie anderswo , v.a. in D , ....... das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in der Verfassung festgeschrieben und somit ein demokratisches Grundrecht > Demokratie quo vadis ?

Klaus Decker | Sa, 12. Mai 2018 - 20:22

Herr Grau hat mit diesem Kommentar eine Position
eingenommen, die ihm den Hass des journalistischen Mainstreams einbringen wird. Was Trump macht, muss schlecht sein. Mit seiner These von Trumps außenpolitischen Erfolgen mag Herr Grau vielleicht voreilig geurteilt haben - aber überhaupt den Mut zu haben, in so exzellenter Weise einen Gegenstandpunkt zu beziehen, verdient uneingeschränkte Anerkennung. Hoffentlich halten Sie, lieber Herr Grau,
den Shitstorm aus, der über Sie niedergehen wird!

Gregor Kühn | Sa, 12. Mai 2018 - 22:54

Schön zu sehen, dass bei Cicero allmählich eine differenziertere Wahrnehmung der Politik - nicht der Persönlichkeit! - von Trump sattfindet und die irrationale Trump-Hysterie so langsam einer realistischeren Wahrnehmung weicht. Da ist Cicero erheblich weiter als der Mainstream.

Thomas Radl | Sa, 12. Mai 2018 - 23:26

Ich bin bereit, eine Wette einzugehen, dass Trump auch eine zweite Amtszeit machen wird (außer er stirbt vorher unerwartet). Das passt in Deutschland vielen, insbesondere in den Medien nicht, da er sich weigert, sich politisch korrekt zu verhalten! Gut, an seinem Benehmen zu mäkeln ist leicht. Dass er ein Rüpel ist, hat er mehrfach gezeigt. Aber manchmal scheint es auch nötig! Ich bin schon auf die Besuche unseres Außenministers und des Bundespräsidenten in Washington gespannt! Wenn man Olaf Scholz schon warten ließ, ob der "Hassprediger" den beiden wohl die Hand geben wird (und ob das Außenministerchen in den Wochen danach noch schreiben kann)?
Tja, das ist der Vorteil, den US-Wähler haben: Die können die Politik der Regierung an Taten messen! Wir müssen uns ja mit Geschwätz zufriedengeben und die Ergebnisse sind nicht zum Vorteil der Wähler (jedenfalls nicht derer, die schon länger hier sind...) oder des Landes.

Christian Wurzer | So, 13. Mai 2018 - 09:23

Was für ein wohltuender und treffsicherer Artikel inmitten der allgemeinen, medialen Trump Hetze... Vielen Dank!

Berthold Gross | So, 13. Mai 2018 - 11:14

Ich sehe in keiner Weise, dass der Iran in der Region als Unruhestifter auftritt.
Im Gegenteil, er beteiligt sich mit den Russen an der Befriedung Syriens, indem er die Aufständischen gegen das Assad-Regime bekämpft.
Inzwischen sollte jedem klar geworden sein, dass die Stabilisierung des Assad-Regimes in Syrien die einzige Möglichkeit ist, wieder Ruhe in der Region zu schaffen.

Wolf Larsen | So, 13. Mai 2018 - 11:29

von Krieg gegen Iran war keine Rede.

Wenn nun die Israelis glauben, gen Iran militärisch losschlagen zu können, dürften sie sich ziemlich geschnitten haben.

Aber dafür haben sie eine US-Botschaft in Jerusalem.
Auch ganz schön....

Wolfgang Selig | So, 13. Mai 2018 - 12:16

Noch interessanter als dieser Kommentar wäre ein Streitgespräch mit einem Befürworter der europäischen Politik gewesen. Dann hätte man auch Gegenargumente lesen können.

Heide Lange | So, 13. Mai 2018 - 13:23

Mr Trump mag nicht gut aussehen, schlechte Manieren haben oder taktlos sein..... politisch ist er eine Wohltat gegenüber all den uninteressierten und opportunistischen Speichelleckern in Europa. Wer mit diktatorischen Regimes nicht in einer Sprache kommuniziert, die diese verstehen, unterstützt naiv und treuherzig Terror und Gewalt.
Frau Merkel kann das besonders gut, sowohl innen- als auch außenpolitisch.
Herr Trump macht alles richtig, der Erfolg gibt ihm recht.
Auch innenpolitisch agiert er revolutionär, legt sich mit China an und mit der Drogenmafia.... ohne Zaudern, ohne Angst. Großartig!
Leider ist die Diskussion um Themen wie Nordkorea, den weltweiten islamistischen Terror, die irrwitzige Migrationspolitk in Deutschland in den Händen einer regierungstreuen Presse, die sich in großer Mehrheit unkritisch, ideologisch verbrämt und völlig distanzlos den jeweiligen Mehrheiten als Hofberichterstatter andient.
DAS ist die eigentliche Katastrophe in diesem Land.

Ursula Horvath | So, 13. Mai 2018 - 14:00

habe gerade den Presseclub gesehen und bis auf einen Journalisten von der Welt, waren sich alle einig, Trump hat keinen Plan B nach der Zerschlagung des Abkommens. Die idelogien geprägten Köpfe vieler Journalisten, sind nicht in der Lage auch mal von einer anderen Seite her zu denken. Besonders scheint das Deutsche dieser Zunft zu betreffen. Deutschland und auch nicht die heutige EU sind in der Lage, dem Denken und Handeln eines Trump irgend etwas gegen zu setzen. Sie klammern sich am Ex Friedensengel Obama der nie ein Friedensengel war, der uns ausspioniert hat und mehr Bomben geworfen als Bush jun.. Der die Ukraine auf seinen Gewissen hat, sowie den Nahen Osten. All das wird in D von den meisten Mediengurus ausgeblendet, nur die Bürger spüren, dass irgendetwas sehr faul sein muss! Eine völlig andere Politik ohne Bashing gehen USA oder Russland, dass wäre angesagt, beide sind die Garanten für ein wirtschaftliches Miteinander und hoffentlich auch in Bezug auf Frieden.

Harro Meyer | So, 13. Mai 2018 - 15:42

Dass die Palästinenser, die in die röm. Provinz Judäa(s.Josephus Flavius) nach dem verlorenen jüd. Bar Kochbar Aufstand 125 n.Chr. eingesickert sind, heute das ihnen mit Gewalt abgenommene Land wiederhaben oder zumindest abgefunden werden wollen, ist doch selbstverständlich in einem Rechtssystem. Oder geht da Gewalt vor Recht?

Wolfgang Brauns | So, 13. Mai 2018 - 16:20

Nichts ist älter als eine Zeitung von gestern, heißt es seit meinen Jugendtagen.

Eine übers Wochenende "stillgelegte" Online-Kommentarfunktion kann man sich sparen.

Sich an einer zu diesem Artikel gehörenden Diskussion erst nach zwei Tagen beteiligen zu können, wirkt wie ein sogenannter Liebestöter.

Schließlich lebt diskutieren von der Widerrede und nicht von Monologen, die ich zwischen Samstag und Montag zum Exzess treiben könnte.

Eine Antwort mit Verweis auf die Kosten sollten Sie sich aus Kostengründen ersparen.

Sepp Kneip | So, 13. Mai 2018 - 17:10

Was man nicht hören will, hört man nicht. Schon gar nicht, wenn es von Trump kommt. Mit Trump ist es das Gleiche wie herzulande mit der AfD. Trump schwimmt gegen den amerikanischen und den Welt-Mainstream. Die AfD schwimmt gegen den Maistream in Deutschland. Trump hat mit seinen Kraftakten gegen den Strom schon vieles erreicht. Nun ist die AfD aber nicht in der Regierungsverantwortung und kann nicht gestalterisch tätig werden. Anders als Trump kann sie nur auf Missstände hinweisen und auf ihre Beseitigung drängen.

Mit dem Trump-Bashing in Deutschland wird doch hauptsächlich von den eigenen Unzulänglichkeiten abgelenkt. Echte, konstruktive Politik zu Gunsten des Bürgers wird hierzulande, im Gegensatz zu Amerika, nicht mehr gemacht. Das deutsche Polit/Medien-Kartell hat sich nach dem Iran-Deal nur mit überschwänglichen Lobhudeleien für die "Leistung" Steinmeiers hervorgetan. Es kam zwar zu einem Deal, jedoch ohne echte Substanz, aber man konnte wieder Geschäfte machen.

Wolfgang Schneider | So, 13. Mai 2018 - 19:28

Für Zufall halte ich Trumps außenpolitische Aktionen nicht. Er hat so ziemlich alles als Pläne im Wahlkampf angekündigt. Wie sehr der Iran an der Erweiterung seines Einflussbereiches gearbeitet hat, wird durch diese Analyse erschreckend deutlich! Ich kann mich an keinen Bericht in den MSM erinnern, in dem dieser Zusammenhang auch nur andeutungsweise thematisiert worden ist. Gerne wurden aber Bunte-Seiten-Artikel über Teestuendchen und Freundschaftsbesuche deutscher Spitzenpolitiker mit arabischen Machthabern kritiklos berichtet.Warum ist das so? Stehen wirtschaftliche Interessen derart im Vordergrund?

Gabriele Rentrop | So, 13. Mai 2018 - 20:02

Ein hervorragender Artikel. Ich kann die Meinung von Alexander Grau nur unterstützen. Diktaturen lachen sich kaputt über die europäische Haltung, die ein Gemisch aus Feigheit und Träumerei ist. Die einzige Sprache, die Diktaturen verstehen ist , „daß wenn Du mich angreifst, dann wirst Du Dich selbst vernichten“.
So funktionierte jahrzehntelang das Gleichgewicht des Schreckens im „kalten Krieg“. Hätten damals schon die Friedensträumer das Sagen gehabt, wäre der 3. Weltkrieg die Folge gewesen.

Paul Liesner | So, 13. Mai 2018 - 21:05

Danke Herr Grau für diese fachlich gut begründete Einschätzung zur Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch Donald Trump. Wenn ich da nur an den heutigen ARD Presseclub denke, welches aus einem rein ideologischen, gemeinsamen Trump „bashing“ bestand. Alle gegen Donald Trump.
Erinnert sei noch daran, dass Barack Obama das Iran Abkommen im Jahr 2015 ohne Zustimmung (!) des Kongresses im Alleingang "abgesegnet" hat. Die Sueddeutsche Zeitung schrieb im April 2015 dazu einen Bericht mit der Überschrift „Warum man Obama beim Atom-Deal mit Iran nicht blind vertrauen sollte“. Die Republikaner hatten sich schon damals gegen das Atomabkommen ausgesprochen, konnten es letztendlich aber nicht verhindern. Trump macht also nichts anderes, als die Position der Republikaner im Jahr 2015 nun in die Tat umzusetzen. Respekt!

Maria Bohm | So, 13. Mai 2018 - 21:30

Völlig richtig. Trump spricht die Sprache, die die anderen verstehen. Despoten und notorische Lügner sind mit feingeistiger Diplomatie nicht zu beeindrucken." Ich habe den Dickeren" hat dem kleinen Dicken gezeigt, dass Opa den unverschämten Enkel nur mit am Tisch sitzen lässt, wenn er spurt.
Wir wissen doch , dass Staaten keine Freunde haben, sondern nur Interessen. Ausser Deutschland. Hier spielt man noch mit Puppen und Pferdchen.

Christian Döring | So, 13. Mai 2018 - 23:46

Bush Senior als Benchmark für Außenpolitik? Die ernsthaften Verdienste für die deutsche Wiedervereinigung liegen eher bei Gorbatschow als bei Bush. Trump erfolgreicher als Obama? Auf jeden Fall. Eine "Diktatur der political Correctness" ist der gleiche Kropf wie Sozialismus. Braucht eine funktionierende Gesellschaft in dieser Form nicht wirklich. Herr Grau, es ist nicht der außenpolitische Erfolg eines Donald Trump sondern das Versagen der deutschen und europäischen Politik bzw. Eliten, voran der Mainstreammedien (ARD/ZDF in der ersten Reihe), die anstelle von Denken/Analyse nur primitivstes Trump-Bashing betrieben haben. Die Quittung kommt jetzt über die schon immer politisch blasse und visionslose Angela Merkel. Null-Gegengewicht zu Trump. Ob das Iran-Abkommen wirklich so schlecht war, dazu fehlen mir die Fachkenntnisse und Ihre aufgeführten Fakten reichen nicht für eine tatsächliche Analyse. Wir brauchen neue Denkansätze aber nicht von den Veteranen des kalten Krieges....

Reinhard Oldemeier | Mo, 14. Mai 2018 - 08:22

Herr Grau nun auf den ersten Blick würde ich Ihnen sogar Recht geben.
Nun wir warten mal ab, was die Gespräche mit dem nordkoreanischen Despoten ergeben.
Ich glaube an keinen Erfolg.
Donald das neue Rumpelstilzchen der Weltpolitik ist nicht mit Bush Senior zu vergleichen.
Ich bin der festen Meinung das, dass Pendel zurückschlagen wird. China oder Russland werden ihre Partnerschaft vertiefen. Europa wenn es sich nicht von den USA emanzipiert wird als alter Kontinent zur Seite gedrängt, ja sogar aufgerieben werden. Als Mittler zwischen den Kontinenten ist Europa eigentlich sehr gut geeignet. Den Weg der kleinen Schritte war schon immmer erfolgreicher. siehe Die KSZE-Verhandlungen in Helsinki.
Donald Trump ist auf dem Weg in die Isolation, denn er wird keine Neuen Partner finden. Er hat schon Zuvielen vor den Kopf gestoßen. Dieser Mann versteht nur Härte, man sollte Ihn das Spüren lassen, dieses ist schon ziemlich starker Tobak. Leider sind die Europäer noch nicht so weit.