Juden sind in Europa zu Freiwild geworden
Juden sind in Europa zu Freiwild geworden / picture alliance / PHOTOPQR/OUEST FRANCE/MAXPPP | Franck Dubray

Antisemitische Gewaltwelle in Europa - Sommer der Schande

Statt Ferienerlebnissen blieben Angst, Verletzungen und Traumata: Juden und israelische Touristen erlebten diesen Sommer in Europa eine Welle von Gewalt. Der Hass traf Kinder, Familien und ältere Menschen – mitten im Alltag, oft ohne Schutz der Behörden.

Autoreninfo

Franziska Sittig ist Collegiate Associate am Manhattan Institute, einer amerikanischen Denkfabrik. Sie studierte in Heidelberg und an der Columbia University in New York City.

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Über den Sommer hinweg war den Juden in Europa kein ruhiger Urlaub und kein Sommerfrieden vergönnt. Was für viele Europäer eine Zeit der Entspannung war, wurde für jüdische Familien und israelische Touristen ein Spießrutenlauf. Ein Sommer, der die Juden im Stich gelassen hat – und keinerlei Aussicht auf einen besseren Herbst bietet. Man kann nur spekulieren, was geschieht, wenn die Epizentren des modernen Antisemitismus – die Universitäten – ihren Betrieb demnächst wieder aufnehmen.

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Urban Will | Di., 16. September 2025 - 15:09

ausgehen, dass keiner dieser Vorfälle einen rechtsradikalen Hintergrund hatte. Meist wurde ja erwähnt, dass es pro-palästinensische Aktivisten waren, die ihren Judenhass mittlerweile ja fast ungestört in Europa und gerade auch in Deutschland ausleben können. Also Linke.
Der Antisemitismus auf offener Straße ist zurück. Gerade mal 80 Jahre nach dem Holocaust. Niemals im Leben hätte ich das für möglich gehalten.
Und es geht nicht um die Gewalt gg israelische Soldaten, die in Gaza einen (aus meiner Sicht voll berechtigten, aber ich akzeptiere andere Meinungen auch) Krieg führen, sondern einzig und alleine um Gewalt gg Juden, weil sie Juden sind. Erschütternd
Merz hat bei der Eröffnung d Synagoge in München gegen die Tränen gekämpft. Aber auch er lässt weiterhin fast ungehindert den islamistischen Mob auf der Straße randalieren, schiebt kaum ab und lässt noch immer Tausende Judenhasser ins Land.
Ich nehme ihm seine Rührung ab, aber nicht seine Ernsthaftigkeit, die Juden schützen zu wollen.

Ich nehme Merz seine Rührung auch ab, aber was soll er machen? Er muss sich entscheiden, ob er die Juden oder seine Koalition schützen will. Die SPD wird außer warmen Worten ("nie wieder", "Kampf gegen rechts" etc.) nichts unternehmen. Es ist schließlich bequemer, die Probleme zu leugnen. So gibts auch keinen Streit innerhalb der Partei.
Von keiner anderen im Bundestag vertretenen Kraft ist Hilfe zu erwarten: Die eine Seite besteht aus Schutzpatronen der eingewanderten Antisemiten und behauptet, Israel sei ein weißer Apartheitsstaat. Und die andere Seite leidet genauso am Gazaknall wie am Russenknall und duldet Rechtsextreme in ihren Reihen.
Wenigstens Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn bleiben stabil. Woran das wohl liegt?

Achim Koester | Di., 16. September 2025 - 15:26

zumindest in Deutschland statistisch der rechten Szene zugeordnet, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Markus Michaelis | Di., 16. September 2025 - 16:00

Ich würde mir von den Menschen (viele Millionen, in staatstragenden Teilen der Gesellschaft oft Mehrheiten, zumindest politische Mehrheiten), die so sehr die offene Gesellschaft wollen, ein paar offene Worte dazu wünschen, wie sie das alles einordnen.

Es gibt immer schwarze Schafe? Man kann die Leute verstehen, bei all dem Leid in Gaza? Viele andere Sichtweisen, die man alle sehr gut verstehen kann.

Nur kann man auch tausend andere Sichtweisen sehr gut verstehen und oft passen die Sichtweisen überhaupt nicht zusammen. Solange unsere Gesellschaft ruhig und erfolgreich, homogen und mit relativ wenig "richtigem" Kontakt zur Welt vor sich hinlebte, war alles ganz einfach: wir sind offen für alles und jeden.

Aber wie sollen all diese Gegensätze zusammenleben, wenn nicht ohnehin schon alle gleich denken, wie früher? Was wären die Gedanken der offenen Gesellschaft dazu?