- Rojava brennt – Europa schweigt
Der syrische Interimspräsident Ahmed al-Scharaa geht brutal gegen die autonomen Kurdengebiete im Norden des Landes vor – mithilfe von Kämpfern des „Islamischen Staates“. Trotzdem wird al-Scharaa vom Westen weiter hofiert. Und die Kurden werden wieder einmal fallengelassen.
Während sich die internationale Aufmerksamkeit auf Gipfeltreffen, Grönland und Trump richtet, geschieht im Norden Syriens etwas, das Europa unmittelbar betrifft – und dennoch nahezu ignoriert wird. Rojava, die kurdische Selbstverwaltung in Nordostsyrien, steht unter massivem Angriff. Islamistische Milizen, unterstützt von der Türkei und operierend unter dem Befehl einer selbsternannten syrischen Übergangsregierung, rücken koordiniert auf kurdische Städte vor. Kobanê, Raqqa, Hesekê – Namen, die einst für den Sieg über den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) standen – sind heute erneut belagert.
Besonders Kobanê, das weltweite Symbol des Widerstands gegen den IS, ist wieder eingekesselt. Strom und Internet sind unterbrochen, die Stadtverwaltung warnt vor Massakern. Gleichzeitig werden tausende ehemalige IS-Kämpfer aus Gefängnissen freigelassen, bewaffnet und gezielt gegen Rojava eingesetzt. Wer glaubt, das sei ein regionales Randproblem, verkennt die Realität: Hier wird der Nährboden für den nächsten globalen Terror geschaffen – mit stillschweigender Duldung des Westens.
Das Schweigen der Medien – ein zweiter Verrat
Doch nicht nur Politik versagt. Auch große Teile der deutschen und europäischen Medien versagen – auf ganzer Linie. Über das Leid der Kurden, Jesiden, Christen, Drusen und Alawiten in Syrien wird kaum berichtet. Wenn überhaupt, dann verzerrt, relativierend oder entlang jener Narrative, die man sonst aus Ankara oder Damaskus kennt.
Wer in diesen Tagen manche Berichte liest – etwa im Spiegel –, könnte glauben, sie seien direkt dem Informationsministerium der Türkei oder Syriens entnommen. Kein Wunder, wenn an Artikeln Journalisten mitschreiben, die zugleich für den türkischen Staatssender TRT arbeiten. So tief sind deutsche Leitmedien gesunken.
Dieselben Medien, die nicht müde werden, andere Blätter reflexhaft als „rechts“ zu diskreditieren, schrecken selbst nicht davor zurück, islamistische Narrative zu normalisieren und Täter zu politischen Akteuren umzudeuten. Katar scheint dabei nicht nur westliche Politik, Denkfabriken und Lobbyorganisationen beeinflusst zu haben, sondern auch Teile der medialen Öffentlichkeit. Das Ergebnis ist eine gefährliche Verzerrung der Realität – auf Kosten der Opfer.
Demonstrationen aus Verzweiflung, nicht aus Ideologie
Die Kurden wissen, was auf dem Spiel steht. Deshalb gehen sie weltweit auf die Straßen – auch in Deutschland. Zehntausende Deutschkurden demonstrieren friedlich, um auf eine existenzielle Bedrohung hinzuweisen. Nicht aus ideologischer Verblendung, sondern aus nackter Angst um ihre Angehörigen, ihre Geschichte, ihre Zukunft. Und sie demonstrieren, weil auch die Bundesregierung Verantwortung trägt.
Denn während kurdische Städte belagert werden, war Deutschland noch vor wenigen Tagen bereit, einem bekennenden Islamisten wie al-Sharaa politische Anerkennung und finanzielle Unterstützung in Aussicht zu stellen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält an einer Einladung fest. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reiste nach Damaskus. 620 Millionen Euro sollen an ein Regime fließen, dessen ideologische Nähe zu Al-Qaida- und IS-Strukturen offenkundig ist. Das ist kein Realismus. Das ist politische Heuchelei.
Der Skandal al-Sharaa
Al-Sharaa – auch bekannt als al-Jolani – stammt aus dem Umfeld von Al-Qaida und IS. Eine einfache Frage an diese Bundesregierung: Wer hat seit dem 11. September 2001 den Westen, unsere Hauptstädte angegriffen? Al-Qaida. Der IS. Und genau so jemand soll hofiert werden? Das ist, als hätte man die Hamas direkt nach dem 7. Oktober nach Berlin eingeladen. Wie hätten sich Juden gefühlt? Genau so fühlen sich heute Kurden, Alawiten, Christen, Drusen und Jesiden.
Man kann nicht einerseits den Kampf gegen Islamismus im Inland ankündigen – und andererseits einen neuen Schariastaat in Syrien unterstützen, in dem Irrglauben, nur ein Islamist könne „Stabilität“ schaffen. Das ist nicht nur widersprüchlich. Es ist ein Skandal.
Die Kurden – Verbündete, die man fallen lässt
Die Kurden haben für Europa gekämpft. Sie haben mit unvorstellbaren Opfern den IS militärisch besiegt. Tausende Kämpferinnen und Kämpfer starben nicht nur für ihre eigene Freiheit, sondern für unsere Sicherheit. Heute werden sie fallengelassen. Wieder einmal.
Die USA ziehen sich zurück, lassen ein gefährliches Machtvakuum entstehen und gefährden damit selbst die Mission gegen den IS. IS-Gefangene sind bereits geflohen. Die Gefahr einer erneuten Konsolidierung der Terrororganisation ist real – und sie wird Europa erreichen: durch Anschläge, neue Fluchtbewegungen und politische Destabilisierung.
Dabei war Rojava mehr als ein militärischer Bündnispartner. Es war ein gesellschaftliches Projekt: basisdemokratisch, multiethnisch, radikal gleichberechtigt. Frauen standen an vorderster Front – nicht nur mit Waffen, sondern mit einer Vision von Freiheit, die im Nahen Osten einzigartig ist. Genau deshalb sind die Kurden den Dschihadisten verhasst. Genau deshalb sollen sie ausgelöscht werden.
Ein Jahrhundert der Verweigerung
Was haben die Kurden dieser Welt verbrochen, dass sie seit über hundert Jahren verraten, vertrieben und massakriert werden? Sie haben nie um Vorherrschaft gekämpft, sondern immer um Freiheit – gegen Saddam Hussein, gegen Assad, gegen den IS, gegen das Mullah-Regime im Iran, für Demokratie in der Türkei.
Sie haben nie jüdisches Leben angegriffen, nie das Existenzrecht Israels infrage gestellt. Im Gegenteil: Als Antisemitismus weltweit eskalierte, stellten sie sich sichtbar schützend vor jüdische Gemeinden.
Und dennoch heißt es wieder: „Die Kurden sollen doch einfach woanders hingehen.“ Wohin?
Schweigen ist Mitschuld
Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung gegenüber der gezielten Gewalt an Kurden, Jesiden, Drusen und Alawiten nur Ignoranz und Kaltherzigkeit übrig hat. Unser Platz ist an der Seite der Opfer von Suweida, Latakia, Aleppo – und in diesen Stunden leider auch von Rojava. An der Seite der überwältigenden Mehrheit der Menschen in Syrien, die endlich Freiheit und Sicherheit wollen.
Schweigen ist keine Option. Wer heute wegschaut, stärkt islamistische Kräfte. Wer heute schweigt, macht sich mitschuldig. Rojava brennt. Und das Schweigen Europas – in Politik und Medien – ist kein Versehen. Es ist ein moralisches Versagen historischen Ausmaßes. Es ist genug Blut vergossen worden. Es ist genug.
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Wie damals schiebt die USA auch jetzt wieder die Europäer gegen den "Osten" vor! Bei uns sollen die Atombomben fallen, wir sollen für Amerika sterben! Das ist der Plan. Verbündete der USA sind zum Sterben und Verheizen da! Die Kurden sind eines der vielen traurigen Beispiele, wie es US-Verbündeten geht, wenn diese "ausgedient" haben! Wenn es um Geld, Gold, Diamanten, Öl und vor allem um die Weltmachtansprüche der USA geht! Unsere Kanzler malen uns ja immer fleißig eine Zielscheibe auf den Rücken! Proteste konnten damals die Stationierung von US Atomwaffen verhindern, kurios die Protestler von damals haben jetzt JA geschrien!? Was ist jetzt anders? Die USA waren noch nie Freunde der Deutschen, der Kurden auch nicht! Polen und Juden stehen in der USA hoch im Kurs! Eventuell ein Grund warum Milliarden aus Deutschland in diese Richtung abfließen, ohne das wir etwas zu melden haben! Wir sollten uns echte Freunde suchen! Auch wenn sie der USA nicht gefallen! Schaut auf die Kurden!
weil sie weitestgehend den US-Doctrien KRITIKLOS folgen und 'Uncle Sams' Interessen bedingungslos unterstützen..., zumindest aber nicht widersprechen.
Polen war glaube ich seinerzeit das einzige europäische Land das in der 'Nation-Bulding-Phase' der Amis im Irak illegale CIA-Foltergefängnisse auf polnischem Territorium zuließ... - nicht vollständig aufgeklärt bis heute. Praktisch eine Außenstelle von Guantanamo... ..., dem 'Gefängmis' welches Trump offen behalten möchte um US-amerikanisches Recht systematisch zu unterlaufen... - VON STAATSWEGEN!! Von grundlegenden Menschenrechten reden wir da noch garnicht... - bis heute!! 🤔
Jaaa, die USA traten schon immer für Menschenrechte und Freiheit des Individiums ein... /😉🤣 - Sarkasmus - aber nur wenn selbiges einen US-amerikanischen Pass hat (oder Trump heißt).
"Die USA waren noch nie Freunde der Deutschen, der Kurden auch nicht!" - exakt! Und des ukrainischen Mütterchens mit ihrem Gemüsegarten auch nicht - und zwar ebenfalls NOCH NIE!
...das Russland, China oder sonst wer anders mit kleineren Partnern umgeht.
Das einzige was sicher ist, ist die eigene Stärke.
Die gilt es herzustellen. Im Zweifelsfalle Germany First.
Aber da sind unsere linksgrünen Kriegstreiber dann auch dagegen.
Uns ist der eigene Patriotismus abhanden gekommen.
Das ganze linksgrüne "Piep Piep Piep wir haben uns alle lieb" funktioniert nicht. Hat noch nie funktioniert.
... aber die Russen sind die einzigen die vollständig und Bedingungslos aus Deutschland abgezogen sind! Die Russen haben nie, bevor wir angefangen haben zu stänkern, Sanktionen oder andere Strafmaßnahmen gegen uns verhangen. Den Gashahn haben die Rotgrüngelben zu gedreht! Frau Baerbock sprach sogar von einem Krieg mit Russland! Wenn man uns jetzt immer von der fehlenden Demokratie in Russland kommt, nun ja wir lesen ja hier oft, was bei uns nicht läuft! Muss jeder für sich entscheiden, ob die ständigen verbalen Angriffe auf die Russen gerechtfertigt sind! Klar Sind Putin und Xi genau solche Imperialisten und Unterdrücker, wie Trump! Daher meinte ich die auch nicht als Freunde!
oder China ist zwar sachlich vollkommen richtig..., allerdings relativiert er das Vorgehen 'des Westens' auf genau dieses deren Niveau... ..., und genau das wollten wir doch eigentlich nicht sein, wenn ich mich recht z.B. an 1989 erinnere... ...?
Also ich Grunde stimme ich Ihnen vollständig zu...👍
WIR waren doch immer 'die Guten'..., oder zumindest wenigstens die Besseren... ...? 🤔
Im Gegensatz zu den Palästinensern haben sie in den von ihnen verwalteten Gebieten gezeigt, daß sie dazu fähig sind - also die wichtigste Voraussetzung für einen eigenen Staat erfüllen. Auch die Abgrenzung ihres Staatsgebiets würde beim Blick auf alte und aktuelle Karten und Bevölkerungsstatsitiken keine Schwierigkeiten machen. Pech nur, daß das von ihnen beanspruchte Gebiet nicht den Juden gehört sondern Türken und Arabern. Deshalb haben sie keine Chance, ihr Selbstbestimmungsrecht jemals von einer ebenso ignoranten wie verlogenen linken Bestmenschenblase anerkannt zu bekommen.
ein zweischneidiges Schwert. Fragen sie die Iraker, die fortschrittlichen Afghanen und natürlich auch die Kurden..., (und die Grönländer..., demnächst?)
Selbst die Ukraine wurde einst erst auf ausdrückliche Einladung der USA zum NATO-Gipfel in Bukarest 2008 auf den Weg zur Nato-Mitgliedschaft geführt... ..., gegen den begründeten Widerstand vieler Europäer, speziell auch Frankreichs und Deutschlands.
Heute können die Ukrainer froh sein, wenn D.T./USA nicht die Ukraine beim Essen mit Wladimir Putin kurzerhand aufteilen, in 'Bodenschätze-Interessenszohnen' o.ä..
Die Kurden waren für den Westen nur ein nützliches Werkzeug als sie gebraucht wurden. Ihr eigentliches Land wurde durch Sykes-Picot 1916 per Bleistift aufgeteilt... - aber das interessiert heute niemanden mehr wirklich, im Westen. Genau so wenig wie die tatsächliche Ursache des 'Palestinänserproblems', eine 1947 nicht mit den Anliegerstaaten und den direkt betroffenen abgestimmte UNO-Fehlentscheidung... im Grunde, mit Folgen.
Richtig geehrter Herr Veit! Doch wir leben im Hier und Jetzt, wo es mir ehrlich gesagt wirklich am Hintern vorbeigeht aufgrund welcher Uralt-Verträge, Zwangsmaßnahmen oder sonst was als Begründung von aktuellen Konflikten herhalten soll an Verbrechen geschieht. Wen interessieren denn noch Maastricht-Kriterien oder im Fall der Ukraine in Budapest gemachte Garantien, die ausgerechnet von denjenigen gegeben und gebrochen werden, die die Welt neu unter sich aufteilen weil sie es einfach können? Wenn Europa oder wegen mir die EU oder der sich in moralischer Hybris suhlende Wertewesten nicht bald in die Hufe kommt was seine inneren wie äußeren Feinde und mögliche Ex-Freunde/Verbündete betrifft, werden wir genauso ausgespuckt wie die Kurden und andere Minderheiten, die ihren Dienst als nützliches Instrument oder Idioten erfüllt haben. Und wenn es einen gerechten Gott gibt, werden wir für unsere Heuchelei und Unterlassungen so steht zu befürchten noch einmal bitter büßen. MfG
Und wieder wurden nicht nur die kämpferischen Kurden Opfer von Geostrategie, eiskaltem Verrat und feiger Ignoranz angeblich "Verbündeter", die nur ihren eigenen Interessen folgend mehrgleisig fahren und ihre eigene Großmutter um einen Judaslohn verkaufen um die eigene Haut und Wohlstand zu retten. Man möchte angesichts der dahingehenden Skandale wie z.B. die Gratulation unseres Staatsoberhauptes an die Mörderbande der Mullahs im Iran zur Revolution, rote Teppiche für Kriegsverbrecher, die auch während angeblicher Verhandlungen munter weiter Infrastruktur und Zivilisten zusammenbomben in der Ukraine u. all der auch von der UN u. vielen Anderen gemachten einseitigen Täter-Opferumkehrungen vor Fremdscham im Boden versinken geehrter Herr Tobruk! Und warum das so ist, braucht man sofern Einen das Schicksal der vielen von uns verraten u. vergessenen Mitmenschen ansatzweise berührt lediglich Stichworte wie Türkei (Geostrategie!), Katar (nur einer der islamistischen Terrorfinanziers!)o. Deal!!
