- „Es geht um eine Restrukturierung sämtlicher palästinensischer Gebiete“
Der Nahostexperte Simon Wolfgang Fuchs schildert die humanitäre Lage im Gazastreifen, spricht über Israels strategische Ziele, die psychische Belastung israelischer Soldaten – und erklärt, warum ein Waffenstillstand derzeit kaum realistisch ist.
Simon Wolfgang Fuchs ist Associate Professor an der Hebrew University of Jerusalem. Frühere Stationen führten ihn an die Universität Freiburg, die University of Cambridge und die Princeton University. Seine Forschung befasst sich mit politischen und gesellschaftlichen Dynamiken in der islamischen Welt.
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Ein Land, das nach Jahrtausende währender Vertreibung entstanden ist, wünscht mehrheitlich Vergleichbares für
eine andere Volksgruppe als Lösung. Und Ultraorthodoxe verweigern den Dienst für ihr Land. Und die restliche Weltbevölkerung soll dazu schweigen.
Wenn Herr Netanjahu in Gaza fertig ist, werden die restlichen Palästinenser Anzahl mäßig noch nicht einmal mehr ein Parlament wählen können.
Der Deutsche hält's mit Netanjahu, anstatt sich rauszuhalten, damit er wenigstens einmal auf der Seite der "GUTEN" steht.
Bezüglich der Ukraine das gleiche Spiel.
Noch einen Krieg möchte Deutschland schließlich nicht verlieren. 😉
Nichts widert mich mehr an, als Politiker, die als Lösung für den Palästinakonflikt, das Wort Zweistaatenlösung ins Mikro blöken. Es gibt keine Lösung, die Aussicht auf Erfolg hat. Sobald die Palästinenser wieder wählen dürfen, wählen sie HAMAS. Die HAMAS tut alles um so viele Juden wie möglich zu töten, selbst wenn die Juden dann viele mehr Palästinenser töten. Das ist natürlich politisch korrekt, weil Kollateralschäden in angemessenem Umfang erlaubt sind. Da müssten sich dann Experten die Köpfe zerbrechen, ob ein Waffenlager unter einer Moschee die Zerstörung derselben rechtfertigt. Das wäre sicherlich für die Medien sehr interessant. Nur noch Zynismus wird der Situation gerecht und der zerstört jede Moral. Aber ist der Palästinakonflikt nicht auch das Produkt subjektiver Moral?
Das Elend der palästinensischen Zivilbevölkerung ist ja selbst für die Israelis kaum zu ertragen. Aber noch größer ist die Ratlosigkeit, wie der Hamas, ihrer Überfälle und ihrer Vernichtungsabsichten Herr zu werden ist, ohne dass die palästinensische Zivilbevölkerung leiden muss. Dass und wie Israel entstanden ist, liegt nicht zuletzt im fortgesetzten Antisemitismus in der Diaspora, gipfelnd im Völkermord (das vorzugsweise benutzte Wort Holocaust macht es nicht besser) des 3. Reichs. Sind nun nicht wir, die Europäer in der Verantwortung, Lösungen zu finden, die Israel entlasten? Kontrollieren wir, was mit der Unterstützung geschieht, die die Autonomiebehörde von Europa und Deutschland erhält? Wie kann Israel die Waffen niederlegen, solange jederzeit mit weiteren Überfällen der Hamas gerechnet werden muss? Die Forderungen an Israel sind ohne konkrete Maßnahmen zum Schutz der israelischen Integrität hohl und heuchlerisch. Ideen zur Lösung des Dilemmas sind willkommen.
"Eine Rückkehr zu einer Zweistaatenlösung hingegen ist nach allem, was wir aktuell sehen, nicht mehr Thema und unrealistisch."
Das ist sicher problematisch und kaum akzeptabel. Aber die Palästinenser hatten ja schon öfters ihre Chance auf einen solchen ungenutzt verstreichen lassen. Immer fanden sich radikale Kräfte, die ausschließlich die Beseitigung Israels als einzig anzustrebendes Ziel verfolgten und mit dem Angebotenen nicht zufrieden waren. Man erinnere sich, Sharon hat den Gazastreifen gegen heftigen Widerstand der eigenen Bevölkerung räumen lassen. Zuvor hatte Arafat es in der Hand.... Smotrich und Co sind Widerlinge, aber ihren Gewinn an Einfluss auf die Israelis haben die radikalen Kräfte auf Seite der Palästinenser mit verbockt.
