Nicolas Maduro
Bauern vom Schachbrett genommen: Nicolas Maduro in US-Gewahrsam / picture alliance / ZUMAPRESS.com | SMG

Amerikanische Außenpolitik - USA: Sie sind wieder da

Seit Jahren wird das Ende des amerikanischen Zeitalters verkündet. Doch im Moment spricht wenig dafür, im Gegenteil. Unter Donald Trump machen die USA klar, wer nach wie vor die einzige Supermacht ist. Und das ist auch gut so.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. In Kürze erscheint von ihm „Die Zukunft des Protestantismus“ bei Claudius.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Kennen Sie Jack Ryan? Falls nicht: Ryan ist eine fiktive Figur des amerikanischen Autors Tom Clancy. 2018 wurde unter der Federführung von Amazon eine Politthriller-Serie nach Motiven von Clancy realisiert. Die zweite Staffel der Serie erzählt, wie die USA mit Hilfe eines Teams um den CIA-Agenten Jack Ryan den venezolanischen Präsidenten stürzen, da dieser in fragwürdige Geschäfte verwickelt ist und seine Bevölkerung tyrannisiert.

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Karl-Heinz Weiß | Sa., 10. Januar 2026 - 12:51

Gedankengänge - nicht unbedingt aus dem philosophischen Seminar.
Nur soviel: die Volksrepublik China als de facto Regionalmacht einzustufen, das erscheint mir doch ziemlich weit hergeholt. Mit Grönland liefert Trump dieser "Regionalmacht" die Blaupause für Taiwan. Dieser Präsident gelangte nur durch die unbeschreibliche Dämlichkeit der US-Demokraten wieder an die Macht. Und seine "Machtdemonstration " wäre fast an einem beschädigten Hubschrauber gescheitert. In solchen Situationen hilft auch keine KI-Planung.

Johannes Hoffmann | Sa., 10. Januar 2026 - 13:24

bedeute, wir sind die Nr. 1 - in der Welt. DAS haben die Nachtkappen in Berlin noch nicht begriffen.

Markus Michaelis | Sa., 10. Januar 2026 - 14:32

Die Einschätzung im Artikel würde ich teilen, mit der Einschränkung, dass der größere Hintergrund für mich schon bleibt, dass die USA zwar noch die größte Macht sind (nicht nur militärisch), aber eben global nicht mehr uneingeschränkt, sondern in anderen Weltregionen eben inzwischen eingeschränkt.

Ich rate jetzt, aber ich würde es als eine der "friedensstiftenden" Stärken von Trump sehen, dass er diese neue Weltordnung akzeptiert hat. Er setzt US-Interessen in Venezuela und Grönland durch, aber auch mit dem Signal, dass er das nicht genauso in anderen Weltteilen macht. Dort gibt es Deals, keine Machtdurchsetzung, auch keine Ideologiedurchsetzung, sondern einen verhandelten Interessenausgleich. Vor der "eigenen Haustüre" lässt man keine Situation entstehen, die einen vom Agieren der anderen abhängig macht, und dann zu Extremen treiben kann.

Das ist nicht nett, es kann nach hinten losgehen, aber es klingt erstmal nach einem pragmatischen, auch deeskalierenden Ansatz.

Thorwald Franke | Sa., 10. Januar 2026 - 17:09

Ich unterstütze diese Überlegung vollkommen. Europa ist viel zu schwach, Deutschland sowieso, und von allen zur Auswahl stehenden Ober-Mächten sind die USA die verträglichste. Denn es ist eine Demokratie, eine echte Demokratie, in der tatsächlich Machtwechsel stattfinden, wenn das Volk anders wählt. Was will man mehr?

Zitat: "In diesem Sinne sind die Europäer mehr als gut beraten, sich als Auxiliartruppen der USA in dieses Machtgefüge einzupassen. Denn als eigenständige Macht kann Europa derzeit nicht auftreten. Und selbst wenn es könnte: Ob das wünschenswert wäre und die Spaltung des Westens in ein amerikanisches und ein europäisches Lager sinnvoll ist, darf bezweifelt werden."

Thomas Veit | Sa., 10. Januar 2026 - 17:36

stehen immer auf 'Messer's Schneide' - Erfolg oder Misserfolg liegen oft seehr nah beieinander...

Solche Aktionen sagen etwas über die Qualitäten der jeweiligen Kommandoeinheit und über die Kommandoplanung aus..., aber nichts bzw. nicht viel über die das militärische Potential an sich, welches trotzdem im Falle der USA erheblich ist, ganz klar. Doch die Art wie die US-geneigte Journaille diese Kommandoaktion nun als 'den ultimativen Beweis' feiert, dass Amerika 'back' ist, ist doch seehr übertrieben... - mMn.

Ich glaube auch nicht, dass man in Moskau oder Peking deshalb jetzt Schweißperlen auf der Stirn hatte... - eher so ein 'Chapeau!' würde ich vermuten..., aber wer weiß das schon, der Autor jedenfalls auch nicht.

Und dieses 'Chapeau!' in Peking heißt nichts anderes als: 'Das machen wir demnächst auch!'

Die Entführung eines verduselten Präsidenten eines dysfunktionalen linken lateinamerikanischen Landes, welcher von Bodyguards aus Kuba geschützt ist, ist nicht bedeutend für Xi.

Urban Will | Sa., 10. Januar 2026 - 18:05

Situation sich die USA befinden. Pro Kopf ist die Verschuldung etwa dreimal so hoch wie in D, ein weit größerer Anteil als D hat man an Schulden im Ausland gemacht. Es droht wohl bald der finanzielle Kollaps. So sehr ich es begrüße, Verbrecher wie Maduro aus dem Verkehr zu ziehen, es steckt sicher mehr dahinter als eine Machtdemonstration. Bei Grönland ist es noch offensichtlicher, denn mir wäre es neu, dass Dänemark eine widerliche Diktatur ist.
„Wir sind wieder da“ mag das Symbol sein, aber vielleicht ist es auch nur die Vorstufe zu „wir kümmern uns jetzt mal nur noch um uns selbst, wir waren lange genug die Weltpolizei und holen uns jetzt, das, was uns als „Lohn“ zusteht.“
Beim Ukrainekrieg werden wir es bald erleben. Die USA gehen raus, bzw. lassen sich ihre Waffenlieferungen von den dummen Europäern teuer bezahlen. Nach dem Ding mit Maduro oder gar der Annexion Grönlands ist man auf der gleichen Stufe wie Putin. Nur ohne Gegenwehr (auf die man genauso brutal antworten würde).

Er tut es, weil er es kann. Und er hat Freude daran, es ohne wesentliche Gegner tun zu können. Vielleicht verlängert er sich seine Präsidentschaft auf Lebenszeit, zugleich mit dem Recht, einen Nachfolger verbindlich zu benennen. Völkerrecht? Pustekuchen. Er sagt, die eigene Moralvorstellung sei seine Grenze - tatsächlich ein moderner Nero. Und er wird uns noch mit ein paar "Sensationen" überraschen. Grönland ist schon so gut wie in der Tasche. Das Öl Venezuelas ebenso. Kuba wird dazukommen, und Kolumbien, vielleicht Mexiko. Er tut es, weil er es kann, mit der stärksten Militärmacht im Rücken. Wer will ihm in die Parade fahren? Russland? China? Die BRICS-Staaten? Er wird indes scheitern, das scheint klar. Wenn er nicht erschossen wird, wird ihm der eigene Schuldenberg zu Fall bringen. Und daran werden die Chinesen arbeiten - die künftige Supermacht Nummer 1. Alle wissen es. Man lässt ihn nach oben klettern. Putin lacht sich ins Fäustchen. J.D. Vance tritt ein schwieriges Erbe an.

Er tut es, weil er es kann. Und er hat Freude daran, es ohne wesentliche Gegner tun zu können. Vielleicht verlängert er sich seine Präsidentschaft auf Lebenszeit, zugleich mit dem Recht, einen Nachfolger verbindlich zu benennen. Völkerrecht? Pustekuchen. Er sagt, die eigene Moralvorstellung sei seine Grenze - tatsächlich ein moderner Nero. Und er wird uns noch mit ein paar "Sensationen" überraschen. Grönland ist schon so gut wie in der Tasche. Das Öl Venezuelas ebenso. Kuba wird dazukommen, und Kolumbien, vielleicht Mexiko. Er tut es, weil er es kann, mit der stärksten Militärmacht im Rücken. Wer will ihm in die Parade fahren? Russland? China? Die BRICS-Staaten? Er wird indes scheitern, das scheint klar. Wenn er nicht erschossen wird, wird ihm der eigene Schuldenberg zu Fall bringen. Und daran werden die Chinesen arbeiten - die künftige Supermacht Nummer 1. Alle wissen es. Man lässt ihn nach oben klettern. Putin lacht sich ins Fäustchen. J.D. Vance tritt ein schwieriges Erbe an.