- Ein Krieg gegen das eigene Credo
Er versprach, Amerikas endlose Kriege zu beenden. Nun hat Donald Trump selbst einen begonnen. In den Vereinigten Staaten beginnt die Debatte über Stärke, Verantwortung und die Grenzen von „America First“ jetzt von Neuem.
Donald Trump wollte als der US-Präsident in die Geschichte eingehen, der Amerikas endlose Kriege zu Grabe trägt. Auf den Wahlkampfbühnen sprach er von Heimkehr und Zurückhaltung, von einem Amerika, das sich nicht länger in die Konflikte anderer verstrickt. Nun hat er selbst eine neue Front eröffnet – und mit ihr die Tonlage gewechselt. Statt Rückzug dominieren Alarmworte und Ultimaten: eine verhinderte nukleare Katastrophe, eine „unmittelbare Bedrohung“, ein Regime, das man nicht gewähren lassen könne. Das Weiße Haus beruft sich auf Selbstverteidigung, Abschreckung und amerikanische Interessen, auch auf die Sicherheit Israels.
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Alt, verbraucht, verwittert, einfach fertig. Was kann man von diesem Mann noch erwarten? Trump hat sich von Netanjahu in diesen nicht gewinnbaren Krieg hineinziehen lassen, vielleicht aber wollte er auch in seiner zweiten und letzten Amtszeit den ewigen Gegner Iran niederringen. Es wird ihm nicht gelingen, oder sagen wir, es wird ihm nicht vollständig gelingen. Es ist möglich, dass er durch diesen eminenten Fehler, einen Fehler und Gegensatz auch zu seinem mühevoll aufgebauten Image als Friedenspräsident, dass er dadurch die Midterm-Elections verliert. Was dann? Dann tritt er zurück, macht einen auf krank, und J.D. Vance übernimmt. Der arme Junge. Er wird radikaler, aber auch vernünftiger agieren. Trump schreibt ein Buch, Titel "Mein zweiter Sieg". Aber was wird das Ergebnis sein? Ist die Welt besser geworden? Friedvoller" Gerechter? Was wird bleiben von "mAga"? Nicht sehr viel. Verliert er indes krachend, könnte der Kalifornier Newsome drankommen . Ob da was besser wird?
Ich denke auch, dass Trump sich von Netanjahu da hat reinziehen lassen, und zwar vermittelt über den christlichen Zionismus in seiner Anhängerschaft, man schaue nur auf das neue White House Faith Office mit der grotesken Zungenreden-Simulantin Paula White an der Spitze. Mit welchem Recht will der Westen noch auf einen islamischen Fundamentalismus herabschauen, wenn ein Schulterschluss des christlichen und jüdischen Fundamentalismus zum kriegstreibenden Faktor der westlichen Nahostpolitik wird? Religiöser Fundamentalismus ist in allen seinen Spielarten toxisch für die liberale Moderne, nicht nur in seiner islamischen Gestalt. Aber der Westen befindet sich schon seit längerem im Stadium der Selbst-Abwrackung seiner Werte.
»America first« steht eben auch für die Intention, das Land 35 Jahre, nachdem die Sowjetunion dasselbe getan hat, aus dem »imperial overstretch« zurückzuziehen, in den die Bush-Neocons zu Beginn des Jahrtausends noch einmal mit Vollgas hineingebrettert waren.
genaue Kenntnisse der Geschichte und der Mentalität der Staaten in der arabischen Welt erkennen lassen - von einem feinen Gespür dafür, wie die Menschen dort denken u. fühlen ganz zu schweigen.
Diese eklatante Unkenntnis hat sich im Irak u. in Afghanistan erwiesen, wo die Einflußnahme des Westens (vertreten durch die USA) kläglich gescheitert ist.
Wer nun ausgerechnet von einer erratischen u. narzisstischen Person wie Trump in dieser Hinsicht mehr erwartet als von Bush, Obama und Biden, der beweist seine eigene Unkenntnis.
Es gehört zur Tradition der US-amerikanischen Interventionen, daß sie keine konkreten und - vor allem - gut durchdachten, unterschiedlichen Pläne für die Zeit nach dem Waffenstillstand bereitliegen haben.
Warum sollte dies beim Iran anders sein?
Netanjahu weiß, was er erreichen will (Fernziel: "Groß-Israel"), bei Trump sieht das anders aus.
Daher ist so gut wie alles in der Zukunft möglich, wobei ich einen Regime-Wechsel im Iran für sehr unwahrscheinlich halte.
ganz offensichtlich... 🤣
Netanjahu ist eben auch 'ein alter Politik-Fuchs' der genau weiß was er will..., und zwar für SEIN Land und sonst nichts. Er betreibt 'Israel First!' schon seit mehr als 25 Jahren!!
Natürlich ist Israel von den USA existenzabhängig und Netanjahu kann nicht einfach machen was er will ohne Segen aus dem WH..., aber er testet ständig die Grenzen aus..., oft erfolgreich und ich glaube-glaube fast er ist Trump intellektuell (deutlich?) überlegenen...? 🤔
Genau wie die anderen Führer, welche wo mit Trump in der gleichen Liga spielen, de facto: Putin, Xi und selbst Atom-Kim - klein aber höchst effizient - letzterer - und mit einer Strategie, im Gegensatz zu Trump.
Trump hat einzig und alleine durch sein aggressives Bullen-Verhalten 'Autorität', politisch wie persönlich, sonst ist da nix. Und er lügt natürlich am laufenden Band und wechselt seine Meinung wie seine Socken.
Was ihn wirklich gefährlich macht ist das US-Militär - aber bei Kim ist es ja genauso.
Aber ich kenne den Begriff "Auftragnehmer der Regierung" nicht. Was ist denn damit gemeint?
"Amerikanische Söldnertruppen, oft als private Sicherheits- und Militärunternehmen (PMSCs) bezeichnet, sind privatisierte Firmen, die bewaffnete Dienstleistungen in Kriegs- und Krisengebieten anbieten. Prominente Beispiele sind Blackwater (jetzt Academi), DynCorp und Securitas, die im Irak und Afghanistan tätig waren." ... ... - oder so ähnlich. Jedenfalls in diesem Sektor angesiedelt.
Wieder was gelernt. "Auftragnehmer der Regierung" ist also ein Söldner in einer US-amerikanischen "Gruppe Wagner."
oder auch Ausbildung befreundeter Streitkräfte und Milizen etc., persönlicher Schutz für unterstützte Diktator:innen u.ä.; eher NICHT als medizinisches Personal im Krankenhaus bei 'Ärzte ohne Grenzen' oder als Lehrer... ...
Das ist exakt das Credo des europäischen Westens. Sie möchten überall dabei sein, aber nie mittendrin. Ihre Kernkompetenz liegt in diplomierten Stuhlkreisen, deren Rhetorik so anstrengend ist wie eine chronische Migräne.
So macht auch Deutschland keine Ausnahme, wie sollte es auch anders sein. Seine Entschlossenheit u. Mannschaftsstärke hat unser Land ja schon in seiner heroischen Präsentation in Grönland bewiesen: 1x Übernachtung mit Frühstück für 7(!) Soldaten(könnten aber auch Schreibkräfte oder Seelsorger gewesen sein), dann war der Spuk schon wieder vorbei.
Jetzt möchte der Deutsche(zumindest unsere Repräsentanten & die Elite der Kulturschaffenden) trotzdem immer die Welt retten, gerne mit Fähnchen, Binden, Windrad, Pudelfrisuren u. wohlfeilem Phrasendreschen, aber selbst Hand anlegen? Gott bewahre, geht gar nicht. So bleiben sie wie sie sind: Nicht Fisch, Nicht Fleisch, aber im Belehrungsmodus.
Was in der Causa Iran richtig oder falsch ist? Keine Ahnung. Aber darum geht es nicht.
Vielleicht will sich ja Trump wie Alexander d. Große fühlen, indem er die Nachfahren des Perserreiches besiegt. Er hat doch kürzlich solche Formulierungen verwendet und auf die Jahrtausende persischer Geschichte verwiesen. Vielleicht muss man sich auch fragen, ob dieser Mann noch geistig gesund ist? In seinem Wahn, denn etwas Anderes ist es nicht, stürzt er die Welt in noch größeres Chaos. Freilich ist die Militärmacht der USA gewaltig und bestimmt kann er mit ihrer Hilfe im Iran und im Nahen Osten größtes Unheil anrichten. Er kann das Land in Schutt und Asche legen, gewiss, aber was gewinnt er dadurch? Gut, wir kennen das von den US-Amerikanern: Sie verlassen die Schlachtfelder immer ohne aufzuräumen. Noch ein weiteres Land in Anarchie, Elend und Chaos. Ein tolles Bild bleibt von diesem Friedenspräsidenten. Nein, ich denke, die Amerikanern sollten ihren Präsidenten zur Ordnung rufen, denn er schadet ihnen mehr als er ihnen nützt. Aber, am meisten ärgere ich mich über mich selbst!!
Und wieso ärgern Sie sich jetzt über sich selbst, lieber Herr Funke? Sie haben den Krieg doch nicht zu verantworten......oder gibt es da etwa Dinge in Ihrer Vita über die wir besser nichts wissen sollten;-) Agent 008, geschüttelt, nicht gerührt....kleiner Scherz.
Aber mal im Ernst. Die Schlachtfelder, die Sie anführen, die gab es m.E. vorher schon in den betreffenden Ländern, auf die ein oder andere Art. Oder es waren Länder, von denen das größte anzunehmende Unheil ausging, beispielsweise Deutschland im Zweiten Weltkrieg oder Iran mit der Atombombe. Shithole-Land trifft es gut.
So ist meine Sicht auf die USA eine gänzlich andere als Ihre, keine naive zwar und ich sehe auch ihre fehlerhaften Interventionen, aber die US-Amerikaner haben sich allzuoft die Hände für Andere schmutzig gemacht, während sich diese "Anderen" in gemütlichen Wohnstuben beim Nachmittagstee vergnügten. Amerika ist und bleibt der wichtigste Bündnispartner des freien Westens, und das ist auch gut so! Meine Meinung.
Sehe ich genauso wie Sie, liebe Frau Lehmann! Absolute Übereinstimmung!! 👍👍
Bin bei Ihnen, liebe Frau Lehmann. Wie so oft… Wir sind aber, so glaube ich, so ziemlich alleine hier im Forum. Aber damit können wir leben, oder? 😉😉
Klar können wir damit leben, liebe Frau Hachenberg, wo doch Diversität in der heutigen Zeit so unglaublich wichtig ist.....auch im Meinungskorridor und der ist eh schon verdammt eng;-) Gibt im übrigen bestimmt elementarere Dinge mit denen man nicht leben kann, diese Sache gehört sicher nicht dazu.
In Europa wird Nahost als das "Pulverfass" bezeichnet, aber wer der Hauptverantwortliche dieses Zustandes ist, das wird von Deutschland immer noch verkannt?
Es dürfte doch bekannt sein das Iran nicht nur das Existezrecht Israels vehement bestreitet, sondern auch alle Terrorbanden nicht nur in der Region massiv unterstützt, sondern bemüht ist Terror aller Art in die westliche Welt hinauszutragen, siehe selbst den Putin machte er sich zu seinem verbindeten.
Ich denke, der Trump hat sich nun entschschlossen dem Iran seine Machtpossition auf jahrzehnte hinaus zu Nichte zu machen
Das ist neu, dass Bush junior einen politischen Plan gehabt hätte. Die USA haben aus rein wirtschaftlichen Interessen keine gesellschaftspolitischen Pläne für das Ausland. Die USA sind schlau genug, niemanden zu einer wirtschaftlichen Macht hochzupäppeln. Instabile Staaten und Systeme sind schwach und jederzeit für eigene Interessen angreifbar bzw. formbar. An sich ist die politische Kurzsichtigkeit eher ein trockener Realismus, insbesondere auf muslimisch geprägte Staaten, dort nie und nimmer westliches System exportieren zu können, wie es viele Gutmenschen in Europa stetig durchphantasieren und herbeisehnen. Der Traum, ein freier Iran schüttelt den Islam ab, um Regenbogen und Transideologien entfalten zu lassen, ist exorbitante Fehlinterpretation religiös-kulturellen Fundaments.
WIR, das gute alte Europa..., uns einzig und alleine auf UNSER religiös-kulturelles Fundament konzentrieren, mit Freunden und Partnern wo es passt (Kanada z.B.?)..., und ansonsten nix 'Demokratie-Export-ähnliches' in den Rest der Welt... ... - das ist idR sinnlos, wie die Erfahrung eindeutig zeigt.
>> EUROPE FIRST! - militärisch stark in der Verteidigung (Flugzeugträger brauchen wir nicht..., z.B.), friedensbetont, kooperativ gegen jeden der gleiches will... ... [...sorry, iss ein bisschen ab vom Thema gekommen... 😉]
