Afghanistan - Kabul vor dem Fall

Die Taliban haben alle Großstädte Afghanistans bis auf Kabul rasend schnell erobert. Doch auch die Hauptstadt des Landes könnte bald in den Händen der Islamisten liegen. Vor Ort spielen sich chaotische Szenen ab.

Ein Hubschrauber der USA überfliegt die afghanische Hauptstadt Kabul. / dpa

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Die militant-islamistischen Taliban sind bis vor die Tore der afghanischen Hauptstadt Kabul vorgerückt. Allerdings haben die Islamisten ihre Kämpfer angewiesen, nicht nach Kabul vorzudringen, wie aus einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung hervorging. Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal sprach von einer Vereinbarung für einen friedlichen Machtwechsel. Es werde keinen Angriff auf die Stadt geben, sagte Mirsakwal in einem am Sonntag veröffentlichten Video. Die Sicherheit der Stadt sei garantiert.

Kabul ist die letzte Großstadt des Landes unter Kontrolle der Regierung. Die Bundeswehr will am Montag damit beginnen, deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte aus dem Land zu holen. Die USA begannen am Sonntag mit der Evakuierung von Botschaftsmitarbeitern und anderen.

Masar-i-Scharif fiel praktisch kampflos

Zuvor hatten die Taliban die Großstädte Dschalalabad im Osten am Sonntagmorgen (Ortszeit) sowie Masar-i-Scharif im Norden am Samstagabend eingenommen. In Masar-i-Scharif war bis vor wenigen Wochen ein großes Feldlager der Bundeswehr, seit Ende Juni sind die deutschen Soldaten aus dem Krisenstaat abgezogen. Die Bundeswehr hatte zuletzt afghanische Sicherheitskräfte im Zuge der Nato-Mission „Resolute Support“ ausgebildet. Masar-i-Scharif war seit rund einer Woche immer wieder von den Islamisten angegriffen worden, am Ende fiel sie praktisch kampflos.

Dschalalabad, die Provinzhauptstadt von Nangarhar, sei völlig kampflos von den Islamisten erobert worden, bestätigten zwei Provinzräte und ein Bewohner der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Bundeswehr will am Montag mit Evakuierung beginnen

Angesichts des rasanten Taliban-Vormarschs will die Bundeswehr an diesem Montag mit der Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte aus Kabul beginnen. Fallschirmjäger der Bundeswehr fliegen in Militärtransportern nach Kabul. Am selben Tag trifft nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein sogenanntes Krisenunterstützungsteam (KuT) aus Experten verschiedener Ministerien in der afghanische Hauptstadt ein. In der usbekischen Kapitale Taschkent soll ein zweites KuT eine Drehscheibe („Hub“) für die Rettung von Menschen vor den Islamisten organisieren. Es geht um den bislang wohl größten Evakuierungseinsatz der Bundeswehr.

Außenminister Heiko Maas sagte der „Bild am Sonntag“, dass nun die zügige Evakuierung deutscher Diplomaten und anderer Mitarbeiter das Wichtigste sei. „Wir werden nicht riskieren, dass unsere Leute den Taliban in die Hände fallen. Wir sind für alle Szenarien vorbereitet.“ Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Samstag erklärt, sie könne zu operativen Details des Einsatzes keine Auskunft geben. Diese Linie wurde am Sonntag nochmals vom Ministerium bestätigt.

Regierung verhandelt mit Taliban

Afghanistans Innenminister Mirsakwal rief die Menschen am Sonntag auf, keiner Propaganda anheim zu fallen. „Die Menschen brauchen sich keine Sorgen zu machen, die Stadt ist sicher.“ Jeder, der Unordnung in der Stadt verursache, werde in Übereinstimmung mit dem Gesetz behandelt.

Auch Verteidigungsminister Bismillah Chan Mohammadi erklärte in einer auf Facebook veröffentlichten Videoansprache, er als Vertreter der Streitkräfte garantiere die Sicherheit Kabuls. Die Menschen sollten nicht in Panik verfallen. Es sei bekannt, dass sich der Präsident Aschraf Ghani mit heimischen Politikern getroffen und ihnen die Verantwortung übertragen habe, eine Delegation aufzustellen, die am Montag nach Doha reisen solle, um mit den Taliban eine Einigung über die Afghanistanfrage zu erzielen. Die Sicherheit von Kabul werde aufrechterhalten, bis eine Einigung erzielt werde, sagte er.

In der Taliban-Erklärung vom Sonntag heißt es, die Kämpfer sollten an den Toren der Stadt Stellung beziehen. Da die Hauptstadt Kabul eine große und dicht besiedelte Stadt sei, beabsichtigten die Taliban nicht, sie mit Gewalt oder Krieg zu betreten. Man wolle vielmehr mit der anderen Seite über einen friedlichen Einzug in Kabul verhandeln.

Pakistan schließt Grenzübergang

In Kabul spielten sich chaotische Szenen ab. Es kam zu einer Schießerei vor einer Bank, wie ein Bewohner der Stadt sagte. Viele Menschen versuchten, ihr Erspartes abzuheben, Lebensmittel zu kaufen und zu ihren Familien heimzukehren. Ein Soldat aus Kabul sagte, seine gesamte Einheit habe die Uniformen abgelegt. Soldaten, die aus von Taliban eben eroberten Bezirk der Provinz Kabul kamen, bestätigten, dass sich Kämpfer der Islamisten vor der Stadt befänden.

Pakistan schloss am Sonntag angesichts des Vorrückens der Taliban einen wichtigen Grenzübergang zu seinem Nachbarland. Innenminister Sheikh Rashid verkündete die Schließung des Grenzübergangs Torkham im Nordwesten Pakistans, ohne einen Termin für die Wiedereröffnung zu nennen. dpa

Reinhard Oldemeier | So, 15. August 2021 - 14:24

Am 30.04. 1975 im Vietnam zogen die Amerikaner sich zurück, räumten die Botschaft und evakuierte viele hundert Menschen die mit den Amerikanern zusammengearbeitet haben.
Nachdem Vietnamkrieg wurde ein zerstörtes Land mit vielen Verfolgten und Toten hinterlassen. Man hinterließ verbrannte Erde. „Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.” Zu Deutsch heißt dies: “„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt/verurteilt, sie zu wiederholen.“ Der Satz ist von dem amerikanischen Philosophen, Schriftsteller und Literaturkritiker George Santayana.
Hochmut kommt vor dem Fall eine Lektion die unsere Politiker verinnerlichen sollten.

Christa Wallau | So, 15. August 2021 - 16:43

In reply to by Reinhard Oldemeier

Zu sehr sind sind ihre Geister umnebelt von Größenwahn, und vor allem werden sie permanent getrieben, ja gesteuert, von Wirtschaftslobbyisten, so daß sie die Fehler der Vergangenheit wohl auch in Zukunft wiederholen werden.
Mir fiel heute auch sofort das Fiasko von Vietnam ein.
An den Irak mußte ich ebenfalls denken.
Millionen Tote, Verletzte, Geflohene und verbrannte Erde - sonst blieb nichts von den GIs.
Wahrhaftig kein Tag, um Zukunftshoffnung zu schöpfen bzw. an eine wachsende
Weisheit der Menschheit zu glauben.
Homo homini lupus. So wird es immer sein.
Uns bleibt das Beten.

Günter Johannsen | So, 15. August 2021 - 14:34

dass die US-Army und die Deutsche Bundeswehr sich aus Afghanistan zurückziehen, war abzusehen, dass es keine sechs Wochen dauern wird, bis die Mörderbanden der Taliban das gesamte Land zurückerobern und versklaven würden. Es war aber noch Zeit, die afghanischen Helfer der Bundeswehr samt ihrer Familien und die Botschaftsmitarbeiter aus dem Land heraus zu holen. Nun aber wird´s eng, oder gar unmöglich. Wie will man denn mit Flugzeugen landen, wenn die Taliban die Start- und Landebahnen mit Kampffahrzeugen besetzen und damit eine Landung unmöglich machen? Ich bete für die armen Menschen, die dann Mordopfer dieser zu Raubtieren mutierten schrecklichen Islamisten werden.
Nun soll mir nochmal einer dieser Politiker von alternativloser Flüchtlingspolitik reden. Wo ist hier die alternativlose Haltung der Kanzlerin ... des Bundespräsidenten ... des EKD-Ratsvorsitzenden gegenüber diesen echten Hilfsbedürftigen??? Ich höre wieder nur beredtes Schweigen! Entsetzlich!

Joachim Kopic | So, 15. August 2021 - 17:50

In reply to by Günter Johannsen

Man fragt sich nur, was geht in Afghanistan ab:
Feigheit vor dem oder Symphatie für den Feind?
Und was in Deutschland:
Feigheit vor dem Wahlvolk (... es kommt danach eh so ähnlich wie 2015, wetten) oder Erkennen, dass auch hier die finanziellen Mittel irgendwann erschöpft sind und man Kriminelle etc. doch hätte abschieben sollen?

Klaus Funke | So, 15. August 2021 - 15:56

Völlig zu Recht hat Herr Oldemeier hier die Parallele gezogen. Das Fatale ist: Wieder einmal wurde bewiesen. Moderne Kolonialkriege, mit welchem Moraletikett auch immer, sind nicht "zu gewinnen". Das Fazit: Milliarden verpulvert, zahllose Menschenleben geopfert. Wir stehen wieder am Start. Man will nicht lernen. Die Briten, die Russen, jetzt die Amerikaner im Bunde mit dem Westen - alle sind vor diesem Bergvolk und seiner religiösen Verwurzelung gescheitert. Und da entblöden sich deutsche Politiker wie AKK und Maas nicht und faseln Blödsinn. Maas glaubt allen Ernstes, der Entzug deutscher Finanzhilfe würde die Taliban beeindrucken und AKK redet, es hätte i.d.Z. des Westengagements keinen Terrorexport gegeben. Die Taliban haben ihre Kontakte längst nach China ausgestreckt. Und die Grünen Staatsverderber wollen Hunderttausende Flüchtlinge übernehmen. Wir dürfen also weiterbezahlen und zugleich islamischen Fundamentalismus + Kriminalität importieren. Das ist die Lehre der Politiker!

Enka Hein | So, 15. August 2021 - 16:00

...auch vor 15, 10 oder 5 Jahren passiert. Oder in 5, 10 oder 15 Jahren.
Altes chinesisches Sprichwort: Setz dich ans Ufer und warte bis deine Gegner vorbeischwimmen.
Und was hat uns die Politikerclique aus Grüne, SPD , FDP und Union mal wieder jahrelang für einen Schwachsinn erzählt. Freiheit am Hindukusch.
Der normale Bürger der die Kohle nach Hause schafft, und Steuern zahlt wusste es besser. Aber die Sesselfurzer in Bonn in den Palästen....
Selbstzensur.
Doku auf Arte über Vietnam. Man wusste ganz früh das es aussichtslos war. Genauso hier.
Die da unten haben islamische Zeitrechnung. Die sind über 600 Jahre zurück.
Einfach in Ruhe lassen.
Wir haben hier unsere Grüne Taliban. Das reicht mir.

Christoph Kuhlmann | So, 15. August 2021 - 16:15

und dann noch alles über einen Kamm zu scheren. Die Arwen, Südvietnams Armee hat gekämpft. Wieviel von den amerikanischen Geldern durch Korruption zweckentfremdet wurde steht auf einem anderen Blatt. Allerdings haben sämtliche lokalen Armeen, die von Amerika im in den letzten 10 Jahren im Irak, Syrien und Afghanistan ausgebildet und ausgerüstet wurden komplett versagt nachdem die USA abgezogen waren. In Syrien waren sie ja erst gar nicht gekommen. Ich führe das a) auf Stammesdenken zurück. Die Soldaten kommen häufig nicht aus der Region, b) auf Korruption: Kein Demokrat würde für so korrupte Regime sein Leben opfern wenn es sich vermeiden lässt. Wenn es jedoch keine Werte gibt, dann ist das ein rein ökonomisches Kalkül des Einzelnen. Eine sachliche Kosten-Nutzen-Rechnung, welche die Soldaten vor Ort viel besser beurteilen können als wir. Was den Vietnam Krieg betrifft, ich habe mal gelesen das die KP Nordvietnams freie Wahlen auf dem Lande auch in Südvietnam gewonnen hätte.

Ingofrank | So, 15. August 2021 - 16:34

den sinnlosen Tod ihrer Kinder, Männer & Väter.

Die das politisch zu verantworten haben gehören vor ein ordentliches Gericht und wegen zig- facher Beihilfe zum Mord angeklagt. KEIN DEUTSCHER SOLDAT HAT IRGEND ETWAS IM AUSLAND VERLOREN !
Das am deutschen Wesen die Welt genesen soll ist vorbei. Auch wenn die rot grünen Sektenanhänger dies schon wieder wollen.

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Bernd Muhlack | So, 15. August 2021 - 17:26

„Die Menschen brauchen sich keine Sorgen zu machen, die Stadt ist sicher.“
sagte der afghanische Minister Dingeskirchen.

Solche Statements sind bekanntlich selbsterklärend, nicht wahr?
Wie bekannt, bin ich kein Freund der willenlosen, unqualifizierten Migration, insbes. des Schlauchboot-mare-nostrum-Tourismus.

Genau hier sollte die Debatte ansetzen, ein wahrhaft vernünftiger Diskurs möglich, gar geboten sein. Jedoch WIR haben es schon wieder versiebt!
Hier streitet man nur noch ideologisch und meist qua pille-palle.

Ja, ein Scholl-Latour et kongeniale Kollegen sagten all das voraus - beginnend mit dem Vietnamkrieg.
Man erinnere Dien-Bien-Phu u das Debakel der Franzosen - trotz der légion étrangère!

Jetzt sucht jeder die finale Rettung - das ist in der Tat grausam - vor allem für "Weibsvolk" (sorry, stimmt aber!)
"Afghanistan wird aufgegeben!"
Wie lange gibt es diese Order?
Warum hat man das "kooperierende Personal" nicht frühzeitig evakuiert?

- mission accomplished -
AKK & Heiko

Ergänzung

Die Übereinstimmung mit dem Ende des US-Einsatzes in Vietnam wird immer eklatanter, krasser!
Ja, die Geschichte wiederholt sich!

Für die Jüngeren hier im Forum poste ich ein Video qua der letzten Tage Saigons; vielleicht kennen sie es noch nicht.
Für die bereits länger hier Lebenden wird die Lage in Kabul schier unbegreiflich sein, oder?
"Aber das ist doch wie damals!--- Mein Gott!"
GOTT?
(Es gibt keinen Gott außer Gott - beginnt die Shahada, das muslimische Glaubensbekenntnis)

https://www.youtube.com/watch?v=ubXuTdJMqbw

... for better times!

[

Yvonne Stange | So, 15. August 2021 - 18:11

Was sagt uns das? DIE BEVÖLKERUNG WILL ES SO!!! Es ödet sie an, selbstbestimmt zu sein. Sie sind froh, daß endlich mit den Taliban eine altbekannte Tradition wieder einkehrt nach den Jahren der Unsicherheit. Und die, die hier her fliehen, die kommen nur wegen dem Geld!! Denn die wirklich gefährdeten Familien, es sind wohl so 2300 Familien (!!), die sind schon lange hier.... Also die Panikmache jetzt ist eine false flag und soll auf Millionen vorbereiten, die noch erwartet werden... das bricht uns das Genick, aber die Michel ist immer noch im Koma.

So scheint es zumindest bei der einfachen Landbevölkerung zu sein. Ansonsten lässt sich das schnelle Vorrücken der Taliban nicht erklären, wenn die afghanische Armee eigentlich größer und besser ausgerüstet ist.
"Ein Soldat aus Kabul sagte, seine gesamte Einheit habe die Uniformen abgelegt." Das passt.

Ob der begrüßende Teil der Bevölkerung allerdings das Talibanregime an sich besser findet oder nur die Abwesenheit des Westens oder einfach nur Ruhe und klare Verhältnisse wünscht, wäre die Frage. In der afghanischen Armee herrschten Korruption, die einfachen Soldaten erhielten nicht den zugesagten Proviant/Sold; die die konnten, stopften sich die Taschen voll. Das untergräbt das Vertrauen und die Moral. Ein Video zeigt, wie die Taliban nach Eroberung des Präsidentenpalasts in Kabul ins Staunen geraten über den protzigen Reichtum, den sie dort vorfinden.

Am erstaunlichsten sind jedoch die krassen Fehleinschätzungen des Westens.

Gerhard Lenz | So, 15. August 2021 - 18:56

und eine einzige Schande. Die Staaten, die vor zwanzig Jahren mit dem Vorsatz antraten, die Menschen von den religiösen Terroristen zu schützen, haben schlicht die Lust verloren, den Afghanen weiter zu helfen.
Die Großmächte konnten doch Nazi-Deutschland beseitigen - mit den Taliban wird man nicht fertig? Die kann man nicht besiegen?
Unsinn.

Wann wird endlich die Rolle Pakistans in aller Öffentlichkeit diskutiert? Nur mit Hilfe des mächtigen pakistanischen Geheimdienstes und der Armee konnten die Taliban überleben.

Aber nein. Kein Interesse. Wie armselig

In Afghanistan sind die Menschen jetzt der Willkür von Terroristen ausgesetzt.
Und hier schreien ein paar Ausgeflippte DDR 2.0!, schwafeln von Diktatur, nur weil sie ein paar Schutzmassnahmen gegen Covid befolgen sollen.
Morally degraded!
Jetzt sollten mal Lafontaine & Co. nach Kabul fahren und der Bevölkerung zeigen, wie man diplomatisch, ohne militärischen Druck, die Taliban überzeugt, die Menschenrechte zu respektieren.

"Und hier schreien ein paar Ausgeflippte DDR 2.0!, schwafeln von Diktatur, nur weil sie ein paar Schutzmassnahmen gegen Covid befolgen sollen.
Morally degraded!"

WAS SOLL DAS in diesem Zusammenhang?
Ausgeflippt?
Es schreiben aber doch hier kaum Anhänger der Grünen!

oder woher Sie Ihre Geschichtskenntnisse herhaben. Sie wollen doch nicht im Ernst die Taliban mit der Wehrmacht vergleichen, Afghanistan mit dem Dritten Reich, den Krieg dort mit WK II?
Sie und Ihre Gesinnungsgenossen möchte ich erlebt haben, wenn die USA und ihre Verbündete dort mit x Divisionen einmarschiert wären, sämtliche afg. Städte zusammen gebombt hätten, unter unsäglichen Verlusten im Häuser- und Höhlenkampf die Taliban niedergerungen hätten...
Was für ein Blödsinn, hier einen solchen Vergleich zu machen.
So etwas war nie geplant und wäre in unseren Zeiten gar nicht mehr möglich, die „Homefront“ würde nach wenigen Tagen den Armeen in den Rücken fallen.
Dieses ganze Unternehmen. war nachvollziehbar kurz nach 911, aber nach kurzer Zeit hätte man erkennen müssen, dass es s o nicht funktionierte.
Jetzt kommt das übliche Hohlgeschwätz von Seiten d Politik, ein paar pseudo – Aktionen und dann wird dieses Land wieder im Mittelalter verharren, bis... dies ist Sache d Afghanen.

kein Mensch will oder wollte sämtliche afghanischen Städte bombardieren.

Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass Nazi-Deutschland nur den Krieg verloren hat, weil man deutsche Städte bombardiert hat?
Das glaubt man vielleicht dort, wo man noch immer von der universalen Überlegenheit der Wehrmacht überzeugt ist.
Sie offenbaren eigentümliche, wahrscheinlich ideologisch gefärbte Geschichtskenntnisse.

Nein, der Westen hätte auf jeden Fall in ausreichender Truppenstärke in Afghanistan bleiben müssen. Er hat aber schlicht die Lust verloren. Und das "Heimbringen der eigenen Soldaten" könnte ja Stimmen bescheren. So hat der Chaot Trump schon gedacht, und Biden enttäuscht jetzt genauso.

Aber wem sag ich das. Nur die chaotische Außenpolitik der Linken und die weltfremden Ansichten der AfD lehnen die Stationierung von Truppen in Krisengebieten prinzipiell ab. Die Linken, weil sie auf Diplomatie vertrauen (mit den Taliban !!!!), die AfD, weil es ja nur um irgendwelche Muslime geht...

Zu Ihrem Schlusssatz: Ziemlich genau so sieht's aus. Vor einigen Tagen schrieb hier jemand - ich glaube, es war Herr Poth: die Afghanen müssen sich nun erst mal gegenseitig "ausmorden".
Muss man nicht weiter kommentieren, denke ich...

KEIN AFGHANE IST ES WERT DAS EIN DEUTSCHER SOLDAT SEIN LEBEN GIBT......

Rob Schuberth | So, 15. August 2021 - 18:59

Der Abzug der US-Armee wurde zwar etwas früher als erwartet vermeldet, aber doch nicht gänzlich unerwartet.

Von daher war u. bin ich erstaunt darüber, dass es dort noch immer besetzte Botschaften gibt.

Sind unsere Minister, allen voran AM Maas, denn wirklich so naiv (gewesen), das sie glaubten die Taliban würden sich an diesen Botschaften, resp. ihren Mitarbeitern nicht vergreifen?

Das es dort noch immer Menschen gibt die schnellstens aus dem Land gerettet werden müssen ist eine weitere Fehl-Leistung dieses AM Maas.

Ein total überforderter Mann....Saarland-Politiker halt. Wer dort in die Politik eintaucht der ist für das Große Amt schlicht unterqualifiziert.

Analog AKK.

Hubert Sieweke | So, 15. August 2021 - 19:00

Frau Dr. Angela Merkel hat zu uns gesagt, keine Angst....WIR SCHAFFEN DAS!!!!
Deshalb gehe ich davon aus, dass sie schon die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Maas und AKK sitzen bestimmt seit Tagen mit ihr zusammen und es gibt eine Live Schalte zu Annalena und Robert. Wir schaffen das, wetten!!!

M. Bernstein | So, 15. August 2021 - 22:33

es keine demokratische Basis im Land gab. Wenn es immer der Westen gegen den Islam ist, wenn jeder Einheimische ein Feind ist, dann ist der Westen nicht willkommen. Die Taliban sind auch nicht willkommen, aber sie sind dort zu Hause, sie bringen die Ordnung, die dort 80% der Menschen kennen und akzeptieren. Wenn die Menschen dort es wollen, dann werden sich auch die Taliban ändern.
Es ist dem Westen nicht gelungen eine Zivilgesellschaft aufzubauen. Kann ich aus zweiter Hand bestätigen, ich keine Dozenten, die jahrelang in Afghanistan versucht haben westliches Wissen zu vermitteln und die durchaus (zumindest zunächst willkommen waren), die aber die Gesellschaft an sich nicht ändern konnten. Die Clangesellschaft besteht nach wie vor und die Frauen sind damit natürlich nicht frei, aber viele akzeptieren es trotzdem.
Wir müssen einfach akzeptieren, dass wir zu Hause auch genügend Probleme haben, wir sollten keine Probleme lösen wollen, die wir nicht ansatzweise verstehen.

Und wir importieren eine Art Islam, die diametral zu unserem GG steht! Und das sieht links-grün-schwarz nicht ein. Denn die denken, es kommen Menschen, die vor dem Tod fliehen, dabei kommen die nur wegen dem Geld! Und um hier weiterzuleben, wie sie es schon immer getan haben! Siehe die Ehrenmorde.... Wer Kabul aufnimmt wird Kabul....

Bernd Haushalter | Mo, 16. August 2021 - 04:05

ist es für einige immer wieder überraschend und es finden sich dann nachträglich viele intelligente Begründungen.
Auffällig sind die Formulierungen "die Amerikaner" anstelle deren vor einem Jahr die MSm garantiert die Katastrophe personifiziert hätten.

helmut armbruster | Mo, 16. August 2021 - 07:47

venieren - oder besser "gerufen werden" - um "Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit" zu bringen.
Die Rufenden werden es bald bereuen. Mehrfach haben die USA bewiesen, dass sie jederzeit bereit sind ihre Rolle als "Helfer und Retter" wieder aufzugebem. Ist es so weit, treten sie einfach den Rückzug an und ihre ehemaligen Unterstützer fallen in die Gewalt ihrer Gegner. Wir können uns nur vorstellen, was dann geschieht, denn dann sind CNN und NTV nicht vor Ort und nicht dabei.
Und die USA selbst haben kein Interesse daran, dass nach ihrem Abzug häßliche Bilder um die Welt geschickt werden.

Jörg Hinsenkamp | Mo, 16. August 2021 - 10:44

Hier stürzt mal wieder die Weitsicht westlicher Politik zusammen. Nicht jedes Volk will von seinen kulturellen Wurzeln befreit werden, da helfen auch keine Millionen von Fliegern, Panzern etc. Hauptsache das westliche Volk hat mal wieder Milliarden berappt um die Kriegsindustrie zu befeuern und überflüssiges Geld zu vernichten. Ganz zu Schweigen von den Kriegsopfern. Spannend wird nun die Zeit nach Machtübernahme. Wie werden sich da wohl die Pakistani aufstellen? Wieviele Flüchtlinge und sicherlich darunter jede Menge Extremisten bekommen nun eine Legitimation zur Unterwanderung der westlichen Zivilisation. Die Merkelianer reiben sich schon jetzt die Hände.

Günter Johannsen | Mo, 16. August 2021 - 10:55

Wenn sich von Anfang an die USA und EU mit Russland zusammen gefunden hätten zu einer Koalition gegen die Islamistischen Mörderbanden, wäre eine Vernichtung dieser kriminellen Triebtäter (denn nichts anderes sind sie) und die Befreiung des geschundenen Afghanischen Volkes möglich gewesen. Aber was nicht ist, sollte späte3stens jetzt möglich werden! Denn ich bezweifle, dass die Menschen - besonders die versklavten Frauen im mobilen Frauengefängnis Burka - die Taliban herbeisehnen, wie uns jetzt plötzlich suggeriert wird.

Annette Seliger | Mo, 16. August 2021 - 11:14

Ich gehe von Absprachen aus - das ist von langer Hand vorbereitet. Wie viele Milliarden hat unsere Regierung dort an Steuergelder in den Sand gesetzt? Ich denke dabei jetzt an die Flutopfer in NRW und Rheinland Pfalz und die vielen vernichteten Existenzen wegen der vollkommen überzogenen Corona Maßnahmen.

Liebe Foristen passen Sie genau auf. In der nächsten Zeit werden wir alle wieder eine Lehrstunde erhalten wie man aus "politischen Mist" Parfüm macht. Die Propaganda Maschinen der Regierungsparteien werden anlaufen und erklären wie es zu dem Desaster kam und raten sie mal wer keine Schuld daran haben wird.
Und Afghanistan? Afghanistan wird das werden was es immer war. Eine Gesellschaft, lebend in Clan Strukturen und streng nach dem Islam, wo Frauen nichts wert sind.
Wenn wir es nicht schaffen ein Land von 35 Mio. Menschen zu demokratisieren, wie wollen wir dann das Klima retten? Kann es sein das die gar keine Demokratie wollen?
Wir werden dann das Klima in Alleingang retten!

Ernst-Günther Konrad | Mo, 16. August 2021 - 11:24

Inzwischen hat sich der Bürgermeister von Kabul persönlich aus dem Rennen genommen und ist ins Nachbarland Tadschikistan geflüchtet. Seit Mai begann der Rückzug der Amis und erst jetzt, auf den letzten Drücker, vielleicht auch schon zu spät, holt man unsere Deutschen zurück und hat über deren afghanischen Helfer noch immer keine öffentliche politische Diskussion in DE. Die Taliban haben lt. BILD Kabul eingenommen und die Frauenbilder im öffentlichen Raum werden übermalt oder entfernt. Wäre mal ein Fall für die linken Feministinnen direkt in Afghanistan für mehr LGBT und Frauenrechte einzutreten. Wo bleibt die von linken und grünen selbst organisierte Direkthilfe durch eigens angemietete Flugzeuge zur Rettung der dortigen afghanischen Helfer. Mit der Seawatch im Mittelmeer funktioniert das doch auch? Wo sind die links-grünen Hilfsangebote zur Aufnahme im eigenen Haus und finanzielle Unterstützung, der ausgeflogenen afghanischen Helfer? Auch hier nur Regierungsversagen. Kennen wir ja.