Ankunftszentrum der Landesausnahmebehörde Bramsche-Hesepe in Niedersachen / dpa

Pull-Faktor - Welche Sozialleistungen Migranten in Europa bekommen

Im Jahr 2022 haben in Ungarn 46 Menschen erstmals Asyl beantragt, in Deutschland 217.774. Dass das auch an den attraktiven staatlichen Leistungen hierzulande liegt, ist naheliegend. Wie werden Migranten hier und anderswo in der EU versorgt?

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Mit seinen Aussagen über abgelehnte Asylbewerber, die sich hierzulande „die Zähne neu machen lassen“, hat CDU-Chef Friedrich Merz eine Diskussion über Sozialleistungen für Migranten ausgelöst. Er vertritt die These, Deutschland sei auch deshalb ein Magnet für irregulär einreisende Migranten, weil sie besser als anderswo in Europa versorgt werden. Dazu Hintergründe und Vergleichszahlen:

Im EU-Vergleich sind hierzulande im ersten Halbjahr mit Abstand die meisten Asylanträge gestellt worden. Es waren nach Daten der Europäischen Asyl-Agentur 30 Prozent aller Anträge – und damit fast doppelt so viele wie in den nächstplatzierten großen EU-Staaten Spanien (17 Prozent) und Frankreich (16 Prozent). Erst dahinter rangieren Österreich und Italien. Und auch im Verhältnis zur Bevölkerung liegt Deutschland vor Italien, Frankreich und Spanien: So wurden von Januar bis Juni die meisten Asylanträge pro tausend Einwohner in folgenden Ländern gestellt: Zypern (4,5), Österreich (2,5), Estland (2), Deutschland (1,9), Luxemburg (1,8).

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist stark gestiegen. Von Januar bis August stellten mehr als 204 000 Menschen erstmals einen Antrag – 77 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hinzu kommen inzwischen mehr als eine Million Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die keinen Asylantrag stellen müssen.

Welche Leistungen Migranten bekommen

Die Sozialleistungen für Asylbewerber in Europa klaffen deutlich auseinander, wie eine Untersuchung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags von März zeigt. So können Drittstaatler in laufenden Asylverfahren in Österreich und Deutschland mehr als 400 Euro pro Monat erhalten. In Großbritannien gibt es demnach umgerechnet etwa 210 Euro, in Schweden 180, in Griechenland 150 und in Ungarn nur 60 Euro. Zu bedenken ist dabei, dass sich Kaufkraft, Durchschnittseinkommen und Lebenshaltungskosten von Land zu Land stark unterscheiden. So ist etwa der in Deutschland verdiente Euro in Bulgarien doppelt so viel wert. Und in Dänemark ist der Bruttomonatsverdienst doppelt so hoch wie in Spanien. Auch in dem Sachstandsbericht der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags heißt es daher einschränkend, es sei „schwierig, international vergleichbare Daten zu erheben und zu interpretieren“.

Beispiele für die Versorgung von Migranten

In GRIECHENLAND erhält ein Asylbewerber monatlich 150 Euro. Die Menschen leben dann entweder in Auffanglagern oder ihre Wohn- und Heizkosten werden übernommen. Außerdem haben sie Anspruch auf medizinische Versorgung. Schwangere und Menschen mit Behinderungen werden zusätzlich finanziell unterstützt. Zum Vergleich: Griechen und EU-Bürger, die in Griechenland leben und Anspruch auf Sozialhilfe haben, erhalten 200 Euro im Monat.

Werden Asylgesuche abgelehnt, müssen die Antragsteller theoretisch bis zu ihrer Abschiebung in Auffanglagern bleiben. Dort gibt es auch Anspruch auf ärztliche Versorgung. Praktisch aber ist die Unterbringung kaum möglich. Daher leben viele abgelehnte Asylsuchende ohne Papiere, Arbeitsgenehmigung oder staatliche Unterstützung in Griechenland. Anspruch auf medizinische Versorgung und finanzielle Unterstützung haben sie in diesem Fall nicht – außer wenn ihr Leben bedroht ist.

Der Vergleich zu Zahlungen an Asylsuchende in anderen Ländern bleibt schwierig: So liegt zum Beispiel der durchschnittliche Bruttolohn in Griechenland bei rund 1200 Euro, in Deutschland waren es laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2021 rund 4100 Euro.

Fast keine Asylbewerber in Ungarn

In UNGARN gibt es wegen der restriktiven Flüchtlingspolitik quasi keine Asylbewerber. Asyl kann nur bei den ungarischen Botschaften in Kiew und Belgrad beantragt werden. Nach Angaben des Statistikamts gab es 2022 insgesamt 46 Asylanträge, von denen 10 akzeptiert wurden. 20 Menschen haben eine Art Duldung mit Recht auf Arbeit bekommen.

Nicht in der Statistik tauchen die Tausenden Flüchtlinge aus der Ukraine auf, weil sie in der Regel keinen Asylantrag stellen. Die meisten sind auch nur durchgereist. Speziell für Ukraine-Flüchtlinge gibt es eine Ausnahmeverordnung. Viele dieser Flüchtlinge sind ethnische Ungarn aus der Grenzregion, manche Doppel-Staatsbürger. Sie haben ein Recht auf kostenlose ärztliche Versorgung, dürfen gratis öffentliche Verkehrsmittel benutzen und bekommen eine Beihilfe. Hierbei liegt der minimale Satz für einen kinderlosen Flüchtling bei 22 800 Forint (58,4 Euro) pro Monat. Das ist etwas weniger als der minimale Sozialhilfesatz in Ungarn. Diese Beihilfe kann gestrichen werden, wenn der Flüchtling ihm angebotene Jobs ablehnt. Zusätzlich gibt es Beihilfen für Familien mit Kindern, je nach Zahl und Gesundheitszustand. Maximal sind das 25 900 Forint (66,3 Euro) zusätzlich – die bekommt ein(e) Alleinerziehende(r) mit einem chronisch kranken Kind.

Taschengeld in Spanien

In SPANIEN erhalten erwachsene Asylbewerber, die während der ersten sechsmonatigen Phase in Gemeinschaftsunterkünften mit Verpflegung untergebracht sind, ein Taschengeld von 51,60 Euro pro Monat. Eltern bekommen darüber hinaus monatlich 19,06 Euro für jedes minderjährige Kind. Erstattet werden zudem gegen Quittung unter anderem Ausgaben für den öffentlichen Nahverkehr, für Übersetzungsgebühren, Sprachkurse und so weiter. Asylbewerber dürfen außerdem in der Sammelunterkunft einem Job nachgehen und damit bis zu 185 Euro pro Monat dazuverdienen.

In der zweiten Phase, die ebenfalls in der Regel sechs Monate dauert, leben die Asylbewerber im Prinzip alle in Privatunterkünften. Sie bekommen dann einen Zuschuss für die Lebenshaltung in Höhe von 347,60 Euro (für eine Person, und bis zu knapp 800 Euro für einen mindestens fünfköpfigen Haushalt) sowie eine Mietbeihilfe zwischen 376 (für eine Person) und 717 Euro (für Familien mit fünf und mehr Mitgliedern).

In der dritten Phase können Asylbewerber arbeiten und bekommen nur noch in eher seltenen Härtefällen finanzielle Unterstützung vom Staat. Ausländer mit Wohnsitz in Spanien haben aber das Recht, unter den gleichen Bedingungen wie die Spanier Leistungen und Dienste der sozialen Sicherheit in Anspruch zu nehmen. Das Gesundheitssystem steht Flüchtlingen, Asylbewerbern oder auch nicht ansässigen Ausländern unabhängig von ihrem rechtlichen Status zur Verfügung.

 

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410 Euro in Deutschland 

In DEUTSCHLAND haben Asylbewerber und unter anderem Menschen mit einer befristeten Duldung Anspruch auf ein Dach über dem Kopf sowie Nahrung, Kleidung, Gesundheitspflege und Gebrauchs- und Verbrauchsgüter. Statt solcher Sachleistungen sind teils auch Wertgutscheine oder Geldleistungen vorgesehen. Die Sätze liegen dabei zwischen 278 Euro für Kinder bis 5 Jahren und 410 Euro für erwachsende Alleinstehende oder Alleinerziehende. Nach 18 Monaten steigen die Sätze ungefähr auf Höhe der regulären Sozialhilfe. Arbeiten dürfen Asylsuchende in der Regel nach neun Monaten, wenn sie minderjährige Kinder haben, schon nach sechs Monaten.

Während der ersten 18 Monate ihres Aufenthalts haben Asylbewerber nur eingeschränkt Anspruch auf medizinische Versorgung. Sie können bei akuter Erkrankung und bei Schmerzen zum Arzt gehen. Zahnersatz gibt es nur, wenn dieser im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist. Nach 18 Monaten werden Asylbewerber und Geduldete von einer gesetzlichen Krankenkasse betreut und erhalten ähnliche Leistungen wie gesetzlich Versicherte.

Wer ausreisepflichtig ist, also zum Beispiel, weil sein Asylantrag abgelehnt wurde, bekommt nur noch eingeschränkte Leistungen. Bis zu Ausreise oder Abschiebung sollen er oder sie normalerweise nur noch Unterkunft und Nahrung sowie Leistungen zur Gesundheits- und Körperpflege erhalten.

Bei Ablehnung in Frankreich: keine Sozialhilfe

In FRANKREICH haben Asylbewerber Anspruch auf eine Unterbringung in einer Flüchtlingsunterkunft oder einem vergleichbaren Quartier. Asylbewerber erhalten für die Dauer des Asylverfahrens eine Finanzhilfe, diese beträgt für eine Einzelperson 210,80 Euro pro Monat, eine vierköpfige Familie erhält 527 Euro. Ab sechs Monate nach der Ankunft in Frankreich dürfen Asylbewerber auch eine Arbeit annehmen. Bei ihrer Ankunft haben Asylbewerber zunächst Anspruch auf medizinische Notversorgung, nach drei Monaten Aufenthalt dann auf eine reguläre Versorgung durch das Gesundheitssystem.

Asylbewerber, deren Antrag in Frankreich abgelehnt wird, müssen ihre Unterkunft binnen eines Monats verlassen. Sie erhalten außerdem ab dann keine Finanzhilfe mehr. Der Anspruch auf Gesundheitsversorgung kann unter bestimmten Voraussetzungen um sechs Monate verlängert werden. Davon unabhängig können abgelehnte Asylbewerber, die sich mindestens drei Monate in Frankreich aufgehalten haben, eine Karte zur Übernahme der Gesundheitskosten beantragen, die jährlich verlängerbar ist. Voraussetzung ist, dass sie nur über geringe Einkünfte verfügen.

In ÖSTERREICH leben nach Angaben des Innenministeriums aktuell 17 500 Asylbewerber in Unterkünften des Bundes oder Länder. Für diese Gruppe umfasst die sogenannte Grundversorgung die Unterkunft, drei Mahlzeiten am Tag sowie 40 Euro Taschengeld pro Monat. Außerdem sind die Menschen krankenversichert und es steht ihnen Kleidung im Wert von 150 Euro pro Jahr zu. Manche Bundesländer erlauben den Geflüchteten, sich ein privates Quartier zu suchen. In diesen Fällen wird für Erwachsene ein Mietzuschuss von 165 Euro pro Monat und Person gezahlt. Der Zuschuss für Verpflegung beträgt 260 Euro pro Person und Monat. Laut Innenministerium leben aktuell in Österreich rund 2500 Asylbewerber in privaten Unterkünften. Die beschriebene Unterstützung erhalten auch alle abgelehnten Asylbewerber bis zum Zeitpunkt ihrer Ausreise. „Die Grundversorgung deckt nur elementare Grundbedürfnisse ab, um unter anderem prekären Lebenssituationen und Obdachlosigkeit vorzubeugen und unterscheidet sich daher grundlegend von Sozialleistungen“, so das Ministerium.

Quelle: dpa

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Gerhard Lenz | Do., 5. Oktober 2023 - 11:27

Zunächst: Vielleicht sollte man nicht unbedingt Ungarn und Deutschland gegenüberstellen.

Denn Ungarn hat unter dem Menschenfeind Orban praktisch das Recht auf Asyl abgeschafft.

Überhaupt:
Es scheint hier am Ende nur noch um den Preis für die größte Menschenverachtung zu gehen: Wer führt die Hurra-Liste jener Staaten an, die am wenigsten geben, die Migrnaten am unwürdigsten behandeln?

Denn halten wir mal fest: Unahbhängig von Pannen und Versäumnissen und politischen Fehlleistungen geht es - bis das Gegenteil festgestellt ist - um Menschen auf der Flucht.

Sich zu rühmen, man sei besonders hart und "unbarmherzig" im Umgang mit denen, hat fast schon sadistisch-pathologische Züge.

Vielleicht könnte man ja einen Preis ausrufen für den größten Migranten-Quälix?

Soll der Steuerzahler für abgelehnte Asylbewerber aufkommen?
Diese Leute haben das Asylrecht missbraucht und sind ausreisepflichtig. Das führt auch zu negativen Urteile über echte Flüchtlinge. Das kann man vermeiden, in dem man abgelehnte geschlossen unterbringen. Ohne Geld. Die Leistungen enden nach 6 Monaten. Die geschlossene Unterbringung kann nur in Richtung Heimatland verlassen werden. Mir reicht es es, dass dem schmarotzertun abgelehnter asylanten auf unser aller Kosten Tür und Tor geöffnet ist.

"...Denn Ungarn hat unter dem Menschenfeind Orban praktisch das Recht auf Asyl abgeschafft..."

NEIN, er wendet es nur richtig an. Wie immer wird das Asylrecht und Migration hier munter durcheinandergewürfelt, nur daß man schön auf die Migrationsgegner draufdreschen kann, mit Vorliebe von Linksradikalen und Salon Kommunisten angewandt. Sie werden es anscheinend nie verstehen.
Wie viele "Asylanten" haben Sie denn persönlich in Ihrer Wohnung aufgenommen und kommen für deren Kosten auf?
Ach stimmt, ich vergaß, die werden ja von Ihresgleichen vor die Füße der Allgemeinheit gekippt, sollen die sich doch drum kümmern.

"Kommentare" wie der ihrige kommen zustande, wenn die Gesinnungsethik die Verantwortungsethik völlig verdrängt hat.
Sie zeigen eine moralische Überheblichkeit ohne jeden Blick für das Machbare und die Realität.
Die AfD wirds freuen, leider.
Selbst Joachim Gauck hat 2015 als Bundespräsident erkannt, dass die Moral in der MIgrationskrise vor der Realität zurückstehen muss :
Zitat Joachim Gauck :
"Aber alle aufnehmen zu wollen, die kommen, das wäre ein gewagter Kurs in Richtung der reinen Moral.
Die Aufnahme sämtlicher Migranten wird schlicht nicht funktionieren“"

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

"(...) geht es - bis das Gegenteil festgestellt ist - um Menschen auf der Flucht." Haben Sie denn NIE die Fotos oder Videos WIRKLICH angeschaut? Mehrheit: junge, kräftige Männer - warum wohl? Geht es um Flucht oder Geldtransfer?

Dazu hat Herr Sandmann am 24.09.2023 Herrn Kuhlmann geantwortet: "(...) Wenn alle Angehörige der Mittelschicht wären, dann hätten diese auch entsprechende Schulbildung. In afrikanischen Ländern - ich habe mehrere Jahre in 2 Ländern im Busch in Afrika gelebt - läuft es anders. Die Großfamilie legt das Geld zusammen, einer der kräftigsten Jugendlichen wird ausgesucht, und sobald das Geld zusammen ist - z.T. macht man sogar Schulden - geht die Reise zusammen mit Jugendlichen aus derselben Region los. Falls er bis ins gelobte Land Deutschland durchkommt, hat es sich für die Großfamilie oder Dorfgemeinschaft gelohnt. So ist jedenfalls die Denkweise derer, mit denen ich gesprochen habe, und wenn die Reise gelingt, ist das Anreiz, weitere auf die Reise zu schicken."

um die Ihnen–so mein Eindruck–verhasste Foristen – Gemeinde hier zu reizen, oder ob Sie den Blödsinn, den Sie von sich geben, tatsächlich glauben.
„Es geht um Menschen auf der Flucht“
Also in Ihrer verschwurbelten Welt „fliehen“ derzeit 95% Männer, aber kaum Frauen u Kinder, denn so ist nun mal die Verteilung.
Herr Lenz, man kann sich blind und blöd stellen, kann jeden noch so großen Unsinn glauben oder verbreiten, alles OK.
Aber die Maßnahmen von Regierungen, denen der Eid „zum Wohle des Volkes“ noch ein wenig etwas bedeutet, als eine Art „Wettkampf“ in Sachen „Menschenverachtung“ hinzustellen, bloß weil sie diesen abartigen Irrsinn, den wir derzeit erleben, angehen, ist mehr als dumm.
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann vertreten Sie: offene Grenzen und Dauer – Alimentierung für alle, die kommen.
Und seien es 100 000 am Tag.
Lenz, so kann eigentlich nur jemand sprechen, dem alles egal ist und der sein Land hasst. Und der keine Nachkommen hat. Und bei Ihnen bin ich mir da recht sicher

Bettina Jung | Do., 5. Oktober 2023 - 11:37

Das Problem sind ja wohl nicht nur die hohen Sozialleistungen sondern die mangelnde Kontrolle. Es ist allgemein bekannt und anscheinend auch gewollt (vor Jahren wurde eine Sachbearbeiterin gefeuert, weil sie auf die Mehrfachidentitäten aufmerksam machte). Ansonsten wäre es nämlich nicht möglich, wie von der (einfachen) Sozialleistung noch Geld in die Heimat geschickt werden kann. In unserer Kleinstadt gibt es nun einen Afro-Shop mit Geldtransfer.

Manfred Bühring | Do., 5. Oktober 2023 - 12:21

Der Bericht ist einigermaßen verwirrend und hat bei mir nicht zu einer besseren Informationslage geführt.

Herr Lehmann | Do., 5. Oktober 2023 - 12:55

Es sind ja nicht nur die Leistungen die auf dem Papier stehen, die Frage ist auch, inwiefern Missbrauch möglich, geduldet und/oder sanktioniert wird. Nur als Beispiel: Das Passbild auf der Krankenkarte wurde auch eingeführt, weil damals massenhaft Missbrauch durch Ausländer stattfand - man hatte da angestrengt weggesehen, aber irgendwann lies es sich nicht mehr verheimlichen, dass der Schaden durch Krankenkartenbetrug in den zweistelligen Millionenbereich ging.
Wie sieht es heute damit aus? Werden Betrugsversuche geahndet und sanktioniert? Dort würde mich mal ein internationaler Vergleich interessieren, denn Gesetze und Zahlen allein sagen noch gar nichts über die Handhabung in der Praxis aus.
Denn eines ist auch klar: Wenn Betrügereien nicht gahndet und bestraft werden ist das genauso ein Pull-Faktor wie die offiziellen Zuwendungen ansich.

Martin Janoschka | Do., 5. Oktober 2023 - 13:11

Sinnvoll wäre es, gestaffelt vorzugehen.
Asylbewerber werden zentral untergebracht und verbleiben in diesen Einrichtungen bis zur Entscheidung. Sie erhalten kost und Logis, ärztliche Grundversorgung und Kleidung plus ein geringes Taschengeld. Das Entscheidungsverfahren ist allerdings durch die Verwaltung zügig innerhalb von 6 Monaten endgültig abzuschließen. Einsprüche haben keine aufschiebende Wirkung.
Anerkannte Flüchtlinge unterliegen den normalen Regelungen. Ggf ist gemeinnützige Arbeit zu erwägen, sie sollte aber keine privatwirtschaftliche verdrängen.
Abgelehnte Asylbewerber verbleiben in den o.a. Einrichtungen. Es ist ja kein Gefängnis, da sie von dort jederzeit in ein anderes Land bzw Heimatland gehen können. Ihre Versorgung endet 6 Monate nach der Ablehnung. Wir sind für diese Leute schließlich nicht verantwortlich. Diese Leute mißbrauchen das Asylrecht.
Das hielte ich für eine sinnvolle Vorgehensweise.

Alexander Brand | Fr., 6. Oktober 2023 - 07:55

Antwort auf von Martin Janoschka

Janoschka, Ihre Vorschläge sind gut, wenn auch aus meiner Sicht stellenweise etwas zu großzügig.

Sie schreiben „Diese Leute mißbrauchen das Asylrecht.“, ich sehe das Problem aber auf „unserer“ Seite, denn der Betrug wird toleriert, ermutigt und gefördert!

Bei konsequenter Anwendung des Asylrechts gäbe es keine Probleme/Überlastung, 98% derer die aktuell kommen, würden gehen müssen.

Es ist die ideologisierte Vermischung der Migration mit dem Asylrecht durch grünlinks die dazu führt, daß jeder der gegen unkontrollierte Massenmigration ist, als Gegner des Asylrechts stigmatisiert wird. Mit der „Seenotrettung“ verfährt man analog, wer sie kritisiert dem unterstellt man er wolle das Menschen ertrinken!

Grünlinks will unkontrollierte Massenmigration und verbiegt darum Recht und Gesetz sowie die Begrifflichkeiten, aus Schlepperhelfern werden Seenotretter, aus Migranten Asylanten etc. So kommen sie ans Ziel, hier liegt das eigentliche Problem und das läßt sich nur durch Abwahl lösen!

Wenn wir Abweichungen haben ist das gut als Diskussionspunkt. Dennoch dürften die am Ende eher gering sein, da auch ich kein Befürworter der massenhaften illegalen Armutsmigration bin.
Mir geht es vor allem darum, dass man einmal konsequent mit Handeln anfängt. Alle Vorschläge liegen nämlich auf dem Tisch. Die üppige Dauerversorgung der illegalen wäre da ein Anfang.

Sabine Jung | Do., 5. Oktober 2023 - 13:55

Da hat wohl der Herr Merz nicht so unrecht, wenn also nach 18 Monaten diesselben Voraussetzungen bestehen wie gesetzliche Versicherte, gibt es auch Zahnersatz. Und ich vermute, man kann dann wieder auf's Amt gehen und bekommt Zuschuss zu den Zähnen. Wo bekommt man am meisten monatliches Geld? Deutschland? Warum also kommen zu uns Millionen?
Bitte aufwachen Ampelregierung!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Henri Lassalle | Do., 5. Oktober 2023 - 14:38

Ich sehe in den Verteilungsschemen, insbesondere in D und F eine Gefahr der sozialen Konfrontation. Gestern habe ich erfahren, dass in Frankreich die "Tafel", die vom Komiker Coluche gegründet wurde ("Restaurant des Herzens"), ab November Bedürftige ablehnen muss, selbst wenn diese einen Berechtigungsschein vorweisen sollten. Die Organisation zeigt sich alarmiert über die signifikante Zunahme an Bedürftigen, es werden immer mehr, die Helfer sind hoffnungslos überlastet. Das dürfte u.a. auch am Anschwellen der Migrantenströme liegen, idem was die Notunterkünfte betrifft. Es findet bereits ein Verdrängungsprozess statt, Einheimische sind frustriert und werden zu Wählerpotential der rechtsnationalen Partei Madame Le Pens.

....Anschwellen der Migrantenströme liegen, idem was die Notunterkünfte betrifft. Es findet bereits ein Verdrängungsprozess statt, Einheimische sind frustriert und werden zu Wählerpotential der rechtsnationalen Partei Madame Le Pens."

Einheimische streiten sich mit Migranten also um Notunterkünfte?

Das ist wohl eine Strophe des Liedchens : Die schmarotzenden Migranten nehmen uns unseren Wohnraum weg!

Unsinn.

Stefan Forbrig | Do., 5. Oktober 2023 - 20:22

Antwort auf von Gerhard Lenz

...fest zudrücken, das hilft. Lauterbach hat bestimmt auch noch ein paar Medikamente für Sie zum vedrängen der Realität.

Wolfram Fischer | Fr., 6. Oktober 2023 - 15:15

Antwort auf von Stefan Forbrig

Auch linksgrünwoke Überzeugungen sind immer wieder auf's Trefflichste geeignet, die Relitätswahrnehmung negativ zu beeinflussen und führen in ausreichender Dosis bekanntermaßen zu Realitätsverweigerung und bei weiterer Anwendung zu vollständigem Realitätsverlust.
Aber in der Sache "Konkurrenz" habe ich schon noch etwas beizutragen: Wohnungsbesichtigung. Für weniger Betuchte erschwingliche Familenwohnung. Freier Wohnungsmarkt (was man noch so als frei bezeichnet...).
Hier in D. Viele Interessenten.
U.a. eine Flüchtlingsfamilie (egal woher...). Irgendein Sozialberechtigungsschein vom Amt (ich kenne mich da leider nicht aus). Man kann definitiv davon ausgehen, daß mindestens fast jeder der Interessenten "JAAAA" sagte, wenn er genommen würde.
Und die Flüchtlingsfamilie? Geht mit den Worten "Wir melden uns dann, wenn wir sie nehmen".
Hatten innerhalb kürzester Zeit eine andere Wohnung, die ihnen offenbar besser zugesagt hat.
Soviel zur NICHT-Konkurrenz.
Ich sag's ja: Realitätsverweigerung.

Urban Will | Fr., 6. Oktober 2023 - 07:43

Antwort auf von Gerhard Lenz

lospoltern. Blamiert man sich nicht so.
Zum einen geht es bei der „Konkurrenz“ im Beitrag von Herrn Lassalle hauptsächlich um die französische „Tafel“ (wie immer die dort heißt), die, wie auch hierzulande oft, überrannt wird.
Zum anderen stehen Notunterkünfte in der Tat nicht nur Migranten zur Verfügung, sondern jedem Bedürftigen.
Da Sie doch sonst immer so viel googeln...“Notunterkünfte stehen in Frankreich im Prinzip jedem Menschen zur Verfügung, der sie benötigt, aber das System ist überlastet.“ stand schon 2021 in einem Bericht von „Human Rights Watch“, wie wir ja wissen, einem rechtsradikalen Verein, gelle...
„Entwürdigende Behandlungen“, Herr Lenz, haben meist andere Ursachen als die Lust, anderen zu schaden, falls das in Ihren Kopf passt.
Oftmals geht es nicht anders aufgrund der hohen Zahl an „Bedürftigen“...
Kapiert eigentlich jeder, der keine Scheuklappen trägt.
Was Merkel 2015 ins Rollen brachte, war der reinste Wahnsinn und hat nichts mehr mit „Flucht“ zu tun.

Alexander Brand | Fr., 6. Oktober 2023 - 10:35

Antwort auf von Gerhard Lenz

und fliegen so blind in die Zukunft, das KANN nicht gut gehen!

“Where beliefs are not checked against facts, but instead facts must meet the test of consonance with the prevailing vision, we are in the process of sealing ourselves off from feedback from reality. Heedless of the past, we are flying blind into the future.”
― Thomas Sowell

Martin Janoschka | Fr., 6. Oktober 2023 - 12:04

Antwort auf von Gerhard Lenz

Und immer weiter an der Realität vorbei. Be ihnen ist Hopfen und Malz verloren.
Finden Sie sich damit ab, dass 80% der deutschen und der Europäer diese Migrationspolitik nicht wollen. Da kann linksgrün in Deutschland noch so schreien. Und irgendwann wird Europa entscheiden, ohne den Geisterfahrer Deutschland zu fragen.

Dirk Weller | Fr., 6. Oktober 2023 - 15:28

Antwort auf von Gerhard Lenz

"ich ignoriere die Realität und alle Probleme, und wenn Pobleme übergroß werden, dann sind die Rechten/AfD schuld."

Schuld sind aber die linkspopulistischen Ignoranten und Ideologen, die in einer Phantasiewelt leben, die nicht viel mit der Realität gemein hat.

Und die Migranten nehmen also keinen "Wohnraum weg" ?
Sie wollen also die Migranten dauerhaft in den Notunterkünfte belassen ??
Wäre das nicht unmenschlich ?

Norbert Heyer | Do., 5. Oktober 2023 - 15:40

Egal, wer von wo aus welchen Gründen zu uns kommt, er ist willkommen. Ob Flüchtling, Migrant oder neuerdings Ankommender, er darf einreisen, ohne Papiere, ohne Legitimation, sein Wort reicht, schon ist man in der Welt der „Willkommenskultur“. Jetzt gibt es wieder einmal -vor Wahlen- ein neues Experiment der Eindämmung, der wie alle Versuche vorher dazu führt, dass kein Neuankömmling weniger kommt - nur das unsere Nachbarn die Bitschaft verstanden haben: Schickt sie einfach weiter zu uns, wir nehmen alle, wir haben Platz, wir sind verpflichtet, allen Menschen zu helfen. Da darf es keine Obergrenze oder finanzielle Probleme geben, da müssen wir nur unsere Bürger eben nur noch stärker in die Pflicht nehmen. Wenn wir keine Wohnungen mehr anbieten können, müssen wir eben über Zwangsbelegungen nachdenken, zu große Wohnungen für Rentner müssen getauscht werden, wir müssen flexibel und solidarisch sein. Betroffen davon sind aber nur die, die schon jetzt die Leidtragenden dieser Krise sind.

Achim Koester | Do., 5. Oktober 2023 - 16:43

wenn viele (nicht jeder, Herr Lenz) sich mit mehreren Identitäten anmelden und ein entsprechend Vielfaches der Regelleistung beanspruchen können. Diesen Sozialbetrug könnte man mit reinen Sachleistungen gut eindämmen, wenn auch nicht ganz verhindern.

Romuald Veselic | Do., 5. Oktober 2023 - 17:59

m der Mentalität vor Ort.

In H wollen die Ungarn keine bunte Gesellschaft/Zuwanderung, was genauso berechtigt ist, wie der bunte Wokismus in D. D.h. sie lassen sich von in D herrschenden Nomenklatura und woker Mini-Minderheit nicht vorschreiben, wie sie zu leben haben o wieviel Migranten sie aufnehmen sollen. Besonders nicht nach D-Grünlinken-Kriterien, was ich absolut in Ordnung finde. In Ost-EU werden die D-Politprotagonisten gefährlicher eingestuft, als Putin u seine Mörderbande. Denn die Kriminalität der Migranten wird dem gleichgesetzt. 👿

PS Sorry, aber mich interessiert nicht, was m Trump/Republikaner in USA geschieht (wie es ÖR melden), sondern was sich vor meinen Haustüren abspielt.

Ingofrank | Do., 5. Oktober 2023 - 21:18

von links nach rechts gern auch diagonal oder sonst wie rechnen …..
selbst ohne Abschluss, oder irgend eine Schul - Berufsausbildung, hat es sich bis in den letzten Winkel Afrikas und Asiens doch herumgesprochen, das es in Germany .
das lascheste Asylrecht mit den meisten Leistungen gibt. Sonst würden nicht (fast) alle ins Buntland Germany wollen.
Oder gibts andere Grüne, etwa die Rettung des Klimas oder viele viele E- Autos die auf neue Besitzer warten, ….
Mit. freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik