Ein Schüler geht in Monmouth, Wales, an einem schlafenden Obdachlosen vorbei
Ein Schüler geht in Monmouth, Wales, an einem schlafenden Obdachlosen vorbei / Foto: VISUM

Bregret - Zwischen Albtraum und Sehnsucht

In Großbritannien mehren sich besonders unter jüngeren Wählern die Stimmen für eine Rückkehr in die EU. Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum leidet das Land unter „Bregret". Doch der Weg zurück ist steiniger, als die neue Euphorie glauben macht. Ist das Projekt realistisch?

Autoreninfo

Christian Schnee studierte Geschichte, Politik und Public Relations in England und Schottland. Bis 2019 war er zunächst Senior Lecturer an der Universität von Worcester und übernahm später die Leitung des MA-Studiengangs in Public Relations an der Business School der Universität Greenwich. Seit 2015 ist er britischer Staatsbürger und arbeitet als Dozent für Politik in London.

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Wie sehr die britische Stimme in der Europäischen Union fehlt, war schon 2024 bei Enrico Letta nachzulesen. In seinem Bericht für den Europäischen Rat mahnte Italiens ehemaliger Ministerpräsident, die Gemeinschaft müsse sich dringend um mehr Wettbewerbsfähigkeit bemühen. Freihandel, Deregulierung und die Voraussetzungen unternehmerischen Wettbewerbs waren einst die Themen, für die britische Regierungen im Tandem mit ihren niederländischen Nachbarn in den Brüsseler Gremien stritten, erinnert sich Stephen Bush, Kolumnist bei der Financial Times. 

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C. Schnörr | So., 16. August 2026 - 14:18

in diesem Kontext, nämlich Brüssel selbst und dessen Unreformierbarkeit und ideologische Verbohrtheit, bleibt in dem Artikel leider außen vor.

Markus Michaelis | So., 16. August 2026 - 14:45

Ich würde den Artikel so verstehen. Mit all den Veränderungen und großen Fragen sind Britten wie Franzosen wie Deutsche und andere überfordert. Man will mal dies, mal das, man sollte aber nicht zu tief nach einer kohärenten Politik in vielen Punkten fragen. Alles zu gegensätzlich, Motive und Ereignisse sich zu schnell ändernd.

Unsere westlichen Gesellschaften sind zu tragfähigen, demokratischen Entscheidungen im Moment nur bedingt fähig. Parlamentarische Mehrheiten für irgendwelche Veränderungen sind schwierig. Zu jeder Politik gibt es mehr Gegner als Befürworter - von Einzelfragen mal abgesehen. Unter anderem deswegen wird ja oft der Umweg über Brüssel gewählt.

Manche sehen den Ausweg aus dieser Überforderung, dass sich die Menschen hier auf nichts mehr einigen können, darin, dass man eben noch schneller globaler und universeller wird. Dann lösen sich die Unklarheiten und Gegensätze vielleicht auf?