Duško Tadić
Blick in den Gerichtssaal des UN-Tribunals gegen Duško Tadić (l.) / picture-alliance / dpa | Ed_Oudenaarden

30 Jahre UN-Tribunal in Den Haag - In München verhaftet, in Den Haag verurteilt

Vor 30 Jahren begann in Den Haag der Prozess gegen den serbischen Kriegsverbrecher Duško Tadić, der in München erkannt und verhaftet wurde. Unser Autor erzählt die erstaunliche Geschichte hinter dem ersten Kriegsverbrecherprozess in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Autoreninfo

Alexander Rhotert forscht als Politikwissenschaftler zum ehemaligen Jugoslawien seit 1991. Er war 20 Jahre für UN, Nato, OSZE, OHR und EU tätig, zumeist zur Friedensumsetzung auf dem Westbalkan. Als Oberstleutnant und Interkultureller Einsatzberater der Bundeswehr arbeitete er zu Kosovo und Bosnien und Herzegowina. 
 

So erreichen Sie Alexander Rhotert:

Die Geschichte erinnert an den amerikanischen Thriller „Der Marathon-Mann“ des Regisseurs John Schlesinger aus dem Jahr 1976 mit Dustin Hoffman und Laurence Olivier. Letzterer spielt im Film einen ehemaligen KZ-Arzt, den Auschwitz-Überlebende auf den Straßen von New York erkennen. Ähnliches spielte sich 1994 ganz real auf den Straßen Münchens ab. 

Cicero Plus

Ohne Abo Lesen

Mit tiun erhalten Sie uneingeschränkten Zugriff auf alle Cicero Plus Inhalte. Dabei zahlen Sie nur so lange Sie lesen – ganz ohne Abo.

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Klaus Funke | Do., 7. Mai 2026 - 12:38

Es ist eine lange Liste mit prominenten Staatsnamen. Das Gericht in Den Haag ist ein kleiner europäischer Knüppel, ein politisches Instrument, weit davon entfernt mit Nürnberg verglichen zu werden. Solange Staaten wie die USA, Russland, China, Israel und weitere dieses Rumpfgericht nicht anerkennen, sind seine Urteile nicht das Papier wert, auf dem die Urteile stehen. Von Zeit zu Zeit wird dieses Gericht aufgewertet, wenn sie irgendeinen kleinen Schurken gefangen haben und aburteilen. Ansonsten an in den Mülleimer!

Heidemarie Heim | Do., 7. Mai 2026 - 18:24

Für 5 ausgelöschte oder eventuell zu Tode gefolterte Menschenleben? Hat der sich gut führende Sadist seinem Therapeuten glaubwürdig versichert, dass er für den Rest seines Lebens seinen speziellen Neigungen nicht mehr nachgehen wird,da er auch das Antiaggressionstraining mit Bravour abgeschlossen und seine Brutalität somit abgelegt hat wie einen Handschuh? Seine Folteropfer und die Angehörigen der von ihm nachweislich 5 Ermordeten dürften da ihre Zweifel haben. Genau wie ich. Ein Mensch,egal unter welchen Umständen, sich Mitmenschen oder anderen Lebewesen gegenüber so unmenschlich verhält oder seiner Mordlust der "Gelegenheit" geschuldet reuelos nachgeht, der dürfte keinen Anspruch mehr haben, sich unter zivilisierten Menschen frei zu bewegen, die diese "Schwelle" nie übertreten haben,und solchen Charakteren was Brutalität usw. betrifft im Fall der Fälle ausgeliefert sind. Golda Meir wusste damals, wie man Gerechtigkeit herstellt. MfG

Bernhard Kaiser | Do., 7. Mai 2026 - 21:09

… sicher nicht und wenn dann gehört die NATO für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und das flächendeckende Bombardement militärischer und ziviler Ziele 1999 in Serbien ebenfalls vor das Kriegsverbrecher-Gericht …