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 > Wo endet deutsche Solidarität?

Weltbühne

Israels Angriffspläne auf IranWo endet deutsche Solidarität?

Von Wulf Schmiese28. März 2012
picture alliance
Atombombe, Raketen, Iran, Israel, US-Basen
Militärübung in der Diktatur: Irans Raketen können gezielt Israel und US-Basen erreichen
Schrift:

Die Angst Israels vor einem atomar bewaffneten Iran wird immer realer – und das kleine demokratische Land schließt auch einen Angriff auf den Gegner nicht mehr aus. Deutschland könnte wegen seiner Solidaritätsbekundungen bald in der Klemme stecken

Seite 1 von 3

Es sagt sich leicht: Wir stehen hinter Israel. Es klingt wie der Text zum Wiegenliedgut der Bundesrepublik. Seit 1949 ist es für jeden Bundeskanzler selbstverständlich gewesen, dass niemand in der Welt jemals die Existenz Israels in Frage stellen dürfe. Erstmals ist diese Existenz nun ernsthaft bedroht.

Zwar geriet der erst 1948 gegründete Staat Israel schon oft in Bedrängnis, er hat zahlreiche Kriege gefochten und gewonnen, bis heute erkennt kaum ein Nachbar das kleine Land an. Doch nur Iran hat bisher tatsächlich damit gedroht, Israel komplett von der Landkarte zu löschen.

Mutmaßlich baut Teheran derzeit fleißig an dem  Werkzeug dazu – der Atombombe. Westliche Geheimdienste gehen angeblich davon aus, dass der Iran kein Jahr mehr brauchen wird, bis es ihm technisch möglich sein wird, das schmale Land am Jordan nuklear auszuradieren. Israel will dem zuvor kommen, im Zweifel um des Friedens Willen. Wohl noch 2012 will es der potenziellen Atommacht Iran den Garaus machen. Wo aber steht Deutschland, sollte es wirklich bald zum Krieg kommen?

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das bereits vor vier Jahren eindeutig festgelegt: Vor der Knesset, Israels Parlament, hatte sie 2008 gesagt, die Sicherheit Israels sei „niemals verhandelbar“. Mit Iran ist darüber also - beim Wort genommen - nicht zu sprechen, denn das wäre ja „verhandeln“.

Kanzlerin Merkel hat damals auch klar gemacht, dass sie Israel mehr bietet als eine höfliche Gastrede: „Wenn das so ist“, fügte sie hinzu, wenn also Deutschland sich hinter Israel stellt, „dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben“, nagelte sie ihr eigenes Angebot jedem Knessetmitglied auf den Abgeordnetentisch.

Seite 2: Die Stunde der Bewährung könnte nun schlagen

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Mit einem Angriffskrieg gegen Iran endet unsere Solidarität ....

mit Israel und es wird sich eine Solidarität mit dem Iran aufbauen - jedenfalls in der Bevölkerung.
Gerade läuft im Iran das Atomkraftwerk Buscher auf volle Leistung an. Das soll einfach so prophylaktisch bombordiert werden ? Womöglich noch mit Hilfe deutscher U-Boote die an Israel geliefert wurden ? Und dann soll Deutschland noch Israel bei der Abwehr einer Reaktion des Irans hierauf helfen ??? Ich kann mir nicht vorstellen, das Merkel irgendwelche Leute mit Kopf findet die dann immer noch sagen - Alles Gut ! Wir stehen voll hinter Israel.

  • Antworten
Chris M.28.03.2012 | 11:25 Uhr

Israelischer Angriff auf Iran

Mit einem Aggressor darf es niemals Solidarität geben. Wenn im Presseartikel über die Kriege Israels berichten wird, darf man nicht vergessen, dass dieser Staat der Angreifer war. Israel ist seit Anbeginn seiner Existenz auf Konfrontationskurs gegen seine Nachbarn und damit Destabilisator des Friedens in der Region.
Was nun den Iran betrifft, sei doch angemerkt, dass er von Atomwaffen besitzenden Staaten rundum so gut wie lückenlos eingekreist ist. Wer es dem Iran nun verübeln will, selbst welche zu haben, ist ein Heuchler und eine deutsche Regierung, die sich nicht gegen Israels Kriegsbstrebungen wehrt, gehört gestürzt zu werden.

  • Antworten
Jürgen Pahn28.03.2012 | 13:33 Uhr

Angriffskrieg ist nicht das Ziel

Leider sprechen aber viele Zeichen dafür, dass ein Angriff notwendig werden wird, wenn wir nicht das Opfer werden wollen. Ob Dr. Ahmadinejad "nur" unsere Regierung "ausradieren" will, oder sich seine Worte auf das Land und den Staat Israel beziehen, sei hier undiskutiert. Allein schon sein Vorschlag, dass ein Staat in Europa, vorzugsweise Deutschland oder Österreich, eine neue Heimat für Juden schaffen solle, spricht dafür, dass er doch Israel als Ganzes meinte.
Von seinen freundlichen Absichten konnten mich auch seine Aussagen im Interview mit Herrn Kleber nicht überzeugen. Atomwaffen seien nicht mehr zeitgemäß, sie seien die Waffe des letzten Jahrhunderts gewesen, erklärte er treuherzig. Und betonte gleichzeitig, dass der Iran noch nie jemandem gedroht habe.
Wenn das AKW Bushehr und die anderen Anlagen im Iran ausschließlich der friedlichen Nutzung dienen,kann die IAEA diese doch sicher ohne Einschränkungen besuchen und Entwarnung geben.
Bis allerdings eine solche Entwarnung kommt, steht die vom Iran ausgehende Gefahr (und dies nicht nur für Israel) als Menetekel an der Wand.

  • Antworten
esther scheiner28.03.2012 | 15:48 Uhr

Solidarität?

seit der jetztigen ultrarechten Regierung in Israel nicht mehr!
Leute wie Liebermann wären hier rechtsradikalen Kreisen zuzuordnen.
Ich zitiere einen früheren französischen Aussenminister:

"Es kann nicht sein, dass ein solch kleines unbedeutendes Land den Weltfrieden massiv gefährdet"

Eine gute Grundlage von Gesprächen wäre die Abschaffung nuklearer Waffen in Israel, ich bezweifle auch, dass Israel eine echte Demokratie ist, für mich ist das bestenfalls eine zwei Klassen Demokratie.

  • Antworten
gerd28.03.2012 | 16:29 Uhr

Israel wird nicht ohne Abstimmung mit den USA handeln.

England und Frankreich scheinen ebenfalls einen Konflikt mit Iran zu erwarten. Insofern dürfte es dann schwierig werden sich aus der Sache rauszuhalten. Zumindest was die Defensivwaffen und Luftunterstützung betrifft. Die deutsche Marine ist ja nicht der Rede wert. Da werden keine großen Anforderungen gestellt. Wenn die wichtigsten Natoländer den Einsatz unterstützen und dieser nur ein, zwei Wochen dauert, fliegt in der arabischen Welt gar nichts auseinander. Bevor die Truppen dieser Länder einsatzfähig wären, wäre ja schon wieder alles vorbei und der Iran wäre nicht mehr in der Lage militärisch zu antworten. Es ist wirklich schwer zu verifizieren, ob der Iran wirklich Atomwaffen baut oder nicht. Falls er das tut, führt angesichts der ständigen Drohungen der dortigen Führung kein Weg an einem Präventivschlag vorbei. Es reichen 2 - 3 Mittelstreckenraketen um die Bevölkerung dieses kleinen Landes auszulöschen.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann28.03.2012 | 17:45 Uhr

Kriegstreiber Israel

Das kann doch nicht wahr sein. Die derzeitige israelische Regierung glaubt, ungestraft jegliche Rechtsnormen brechen zu können ( u.a. Siedlungsbau in palästinensischen Gebieten, Killerkommandos etc). Jetzt soll ein Angriff auf iranisches Gebiet erfolgen, wodurch ein Flächenbrand in dieser ohnehin instabilen Region billigend in Kauf genommen wird.
Wenn die israelische Regierung über das heimliche Atomprogramm des Iran spricht, dann tut sie das im Angesicht einer durchaus realen Bedrohung. Aber sie tut das auch in dem Wissen, selbst Nuklearmacht zu sein - ohne das offen zuzugeben.
Im Dezember 2006 sagte der damalige israelische Ministerpräsident Olmert in einem Interview: "Iran droht offen, explizit und öffentlich, Israel von der Landkarte zu tilgen. Kann man da behaupten, das sei dieselbe Ebene, wenn sie den Besitz von Atomwaffen anstreben wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?"
Israel hat sich offensichtlich illegal Zugang zu Atomwaffen verschafft.Mittlerweile unterstützen nicht nur die USA und Frankreich die Atommacht Israel, sondern indirekt auch Deutschland. 1999 begann die Bundesrepublik Deutschland mit der Lieferung von U-Booten des Typs "Dolphin". Fachleute nehmen an, dass sie mit Atomraketen ausgerüstet werden können.
Es wird ganz offensichtlich mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen. Die Bundesrepublik kann sich doch wohl nicht auf Gedeih und Verderb mit der derzeitigen von Größenwahn angekränkelte israelische Regierung solidarisieren. In Deutschland findet das gewiss nicht die Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit.

  • Antworten
Ric Müller28.03.2012 | 22:10 Uhr

Keine Nibelungentreue

Die Unterstützung eines so genannten Präventivkrieges wäre mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren. Es gibt in diesem Fall auch keine völkerrechtliche Norm, die als höherangiges Recht dem Grundgesetz vorginge.

Politisch gesehen wäre die indirekte Beteiligung deutscher Waffen und/oder Soldaten ein schwerer Fehler.

Ja, ich weiß: der Holocaust. Auch dieses Verbrechen verpflichtet Deutschland nicht, einen israelischen Angriffskrieg zu unterstützen. Es gibt keine "Nibelungentreue".

  • Antworten
Katharina K.28.03.2012 | 23:35 Uhr

Angriffskrieg um Iran zu schwächen

Ein Satz erscheint mir hier als zentral: "Und in der Tat scheint undenkbar, dass der Iran eine Atombombe auf das winzige Land werfen könnte, würden doch alle Nachbarn Israels zwangsläufig schwer geschädigt." Israel ist bereits Atommacht und beschäftigt mit seiner "Außenpolitik" seit Jahren die Region. Diese theoretische Bedrohung Israels durch eine noch nicht faktische Atommacht Iran zum Dreh- und Angelpunkt eines Angriffskrieges zu machen, ist pures Machtinteresse Israels. Wenn Deutschlands Versicherung zum Staat Israel zu stehen so interpretiert wird, dass Deutschland auch für Israel in den Krieg ziehen müsste, ist das eine falsche Verknüpfung politischer Solidaritätsbekundungen. Nur weil ich mich für die Existenz Israels ausspreche, heißt das noch lange nicht, dass ich Israel in allen politischen bzw. außenpolitischen Unterscheidungen unterstütze. Auch wenn Israel fest mit Unterstützung rechnen mag, letzten Endes ist es genau so, wie Barak sagt: "Wir haben die Verantwortung für die Zukunft Israels" - wenn die gegenwärtige Regierung Israels die ganze Region in die Luft sprengen will, wissen wir, wer den Frieden völlig unmöglich machen will.

  • Antworten
larasara29.03.2012 | 11:07 Uhr

Aggressor?????

Muss man bei einigen Kommentaren doch sehr grübeln, kennen die die Nachrichtenlage der letzten Jahre oder wachen die einfach nur beim Thema Israel auf?

Da rüstet ein Staat in dieser Region mit der A-Bombe auf und erzählt jedem, ob er es hören mag oder nicht, dass Israel von der Landkarte zu verschwinden hat! Was haben die denn für Alternativen?

Geredet, verhandeln kann man das nicht nennen, wurde ja zwischenzeitlich genug. Für mich wäre das Notwehr sollte es der UNO nicht gelingen, Garantien für die Sicherheit eines Mitglieds zu liefern!

  • Antworten
Konrad B.29.03.2012 | 13:04 Uhr

Ich bin positiv überrascht

Ich bin positiv überrascht von den Cicero Lesern. So viele Kommentare zum Thema Israel und bis jetzt kam kein Antisemitismusvorwurf und kein "Auge um Auge/ Wir oder die" Beispiel. Die von Merkel angesprochene bedingungslose Solidarität zeigt, wie gegenwartsfixiert und profilierungssüchtig die "Polit-Funktionäre" sind. Mich als objektiven Menschen, dessen Geschichtsunterricht nicht weit her ist, erinnert diese Solidarität stark an die Beziehung zwischen Österreich und Deutschland vor dem 1. Weltkrieg. Natürlich nicht generell sondern nur in Ansätzen, aber dies reicht schon für ein ungutes Gefühl aus.

  • Antworten
Igor Matviyets29.03.2012 | 13:29 Uhr

Wo endet deutsche Solidarität?

Nun mal ganz nüchtern:
Die ultrarechten Zionisten an der Regierung von Israel haben genau so viel oder wenig mit den normalen Israelis zu tun, wie die Mitglieder der CDU-Regierungspartei mit den normalen Bürgern in D.

In Israel leben Israelis. Ca. 80% sind jüdischen Ursprungs. Wobei diese sich auch wieder in Ihren Glaubensausprägungen unterscheiden. Wie bei uns.

Ca. 20% sind arabischen Ursprungs. Beides sind Semiten. Zu den Semiten gehören ca. 20 Völker. Insofern ist der Begriff "Antisemitisch" Käse und schlaues Mittel um Leute zum Schweigen zu bringen.

Desweitern gibt es Unterschiede zwischen den Urjuden und Völkern, die mal samt und sonders zum jüdischen Glauben über getreten sind.

Auch eine interessante Ansicht:
"Orthodoxe Juden fordern zur Auflösung Israels auf"
http://www.nkusa.org/foreign_language/german/feb0602german.cfm

Soviel mal zur tw. eindimensionalen Sicht vieler Menschen zum Thema Judentum. Wer weiß auch schon, dass das "JJdisch" eine Symbiose u. a. aus dem Mittelhochdeutschen mit hebr. Schriftzeichen ist?

Zum Atomthema:

Die A-Bombe gibt es nun mal. Frieden schafft was: Waffengleichheit.
Wer hat zum ersten mal A-Bomben in einem Krieg eingesetzt?
Ich glaube kaum, dass die Staaten zu dem Mittel gegriffen hätten, wenn Japan die A-Bombe zur Verfügung gehabt hätten.

Was würde passiern, wenn der Iran wirklich Israel mit A-Bomben angreifen würde?
Da gib es den schönen Satz: Wer den Erstschlag führt, lebt 2 Minuten länger!

Diese Atom-Gefahr sehe ich nicht ernsthaft. Um was geht es also dann? Bis jetzt waren alle Kriege im Grunde auch Ölkriege. Es geht um die Währung. Die Währung heißt ÖL. Nicht Dollar.

Was könnten die da ganz oben denn im Moment gebrauchen, um das Problem mit dem Geldsystem zu lösen? Ein schöner größer Krieg käme da ganz gelegen.
Es gibt wohl auch die anderen Kräfte, die dies nicht wollen. Hoffen wir das Beste.

  • Antworten
Geldsystem29.03.2012 | 19:28 Uhr

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