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 > Wie gefährlich ist Mitt Romney?

Weltbühne

US-WahlWie gefährlich ist Mitt Romney?

Von Christoph von Marschall31. August 2012
picture alliance
Romney, USA, Obama, Präsidentschaftswahl, Cicero-Empfehlung
Als letzter Redner trat er beim republikanischen Parteitag auf
Schrift:

Mitt Romney ist nun ganz offiziell Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Seine Chancen im Rennen gegen Barack Obama gelten als durchwachsen. Welche Chancen hat er? Und wie gefährlich ist dieser Romney überhaupt - für die USA und für den Rest der Welt?

Seite 1 von 2

Wer ist Mitt Romney – und wie sähe seine Politik konkret aus, wenn die Amerikaner ihn am 6. November tatsächlich zum 45. Präsidenten der USA wählen sollten? Nach seinem großen Auftritt zum Abschluss des Republikanischen Parteitags in der Nacht zu Freitag sehen die USA – und sieht die Welt – kaum klarer. Viel leichter lässt sich sagen, was Romney alles nicht ist. Er ist, zum Beispiel, kein so guter Redner wie Barack Obama. Er hat auch nicht Bill Clintons Gabe, einem Menschen tief in die Augen zu schauen und ihm treuherzig-glaubhaft zu versichern: „I feel your pain.“ Und ein Bier mit ihm trinken, wie das viele Amerikaner gern mit dem leutseligen George W. Bush getan hätten, kann man mit Romney schon gar nicht. Als Mormone ist er Alkohol-abstinent.

Nun sind Parteitage auch nicht dazu da, einen realen Menschen und sein konkretes Regierungsprogramm vorzustellen. Sie sollen die eigene Basis mobilisieren und die Reihen schließen. Generell zeichnet ein Wahlkampf kein verlässliches Bild von einem Kandidaten. Beide Lager übertreiben maßlos. Sie überhöhen den eigenen Bewerber und verteufeln den Gegner.

[gallery:Wer ist Mitt Romney? Ein Kandidat zwischen Fettnäpfchen und Hoffnungsträger]

Wer mag, kann sich aus den republikanischen Darstellungen ein Heiligenbild von Mitt Romney malen: der liebende Ehemann einer von Krankheiten geplagten Frau; der treu sorgende Familienmensch mit fünf Söhnen und 18 Enkelkindern; der höchst erfolgreiche Investmentmanager, der viele Firmen vor der Pleite bewahrt und so unzählige Jobs gesichert hat; der Politiker mit Augenmaß und Kompromissbereitschaft, der als republikanischer Gouverneur im mehrheitlich demokratischen Massachusetts mit der Gegenseite zusammengearbeitet und das Budget ausgeglichen hat, ohne die Steuern dafür zu erhöhen; und ein Außenpolitiker, auf den sich Amerikas Verbündete besser verlassen können, als auf Obama – und den Amerikas Feinde stärker fürchten müssen.

Ebenso darf, wer will, die Behauptungen der Demokraten (und heimlichen Ängste mancher Europäer) nutzen, um Romney zu einem gefährlichen Dämon zu stilisieren: ein gefühlsarmer Superreicher, dem es an Mitgefühl für die Armen und Verständnis für die Sorgen der Mittelklasse fehlt; ein kalter Zahlenmensch, der ohne Rücksicht auf die praktischen Folgen die Sozialprogramme zusammenstreicht; ein arroganter Weltpolizist, der trotz Amerikas Verschuldung jedenfalls nicht am Militär sparen will; dazu ein Kriegstreiber, der Israel einen Blankoscheck für die Siedlungspolitik sowie die Unterdrücker der Palästinenser ausstellt und der vermutlich bald den Befehl zum Angriff auf Iran geben wird.

Wer Romney über die Jahre verfolgt hat, ahnt: Er ist kein politischer Überzeugungstäter. Er ist ein Pragmatiker. Ideologien – samt der Behauptung, eine Ideologie zu haben – sind für ihn Mittel aus dem politischen Werkzeugkasten, um Wahlen zu gewinnen. Als er 2002 im liberalen Massachusetts Gouverneur werden wollte, gab er den moderaten Konservativen in der Mitte der Gesellschaft. 2012 will er Präsident werden, wozu er zunächst die Zustimmung einer weit nach rechts gerückten Republikanischen Partei mit einem einflussreichen Tea-Party-Flügel benötigte; also spielte er den überzeugten Wertkonservativen. Amerikas Rechte glaubt ihm das bis heute nicht. Warum also sollten sich Linke übermäßig davor fürchten, dass der wahre Romney diesem Abziehbild nahe kommt?

Seite 2: In der US-Außenpolitik herrscht ein weit gehender Konsens

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Korrekturvorschlag

Die Stabilitätskriterien der Eurozone erlauben, dass die Neuverschuldung 3% vom BIP beträgt. Nicht 3% des Jahreshaushalts, wie der Artikel suggeriert.

  • Antworten
Benedikt31.08.2012 | 14:07 Uhr

Ergo: Mitt Romney ist nicht gefährlich

Viel gefährlicher wäre es doch einen sympathischen Mann im Amt zu belassen der -bevor er ins Amt kam- nie eine Führungsrolle inne hatte und in seiner Amtszeit leider keinerlei Kompetenz bewiesen hat.

  • Antworten
Stefan31.08.2012 | 19:33 Uhr

Ergo: Mitt Romney ist nicht gefährlich

Viel gefährlicher wäre es doch einen sympathischen Mann im Amt zu belassen der -bevor er ins Amt kam- nie eine Führungsrolle inne hatte und in seiner Amtszeit leider keinerlei Kompetenz bewiesen hat.
Achja, den Friedensnobelpreis hat er bekommen - wofür ist leider nie richtig klar geworden.

  • Antworten
Stefan01.09.2012 | 11:03 Uhr

Friedensnobelpreis für Obama

>>>Achja, den Friedensnobelpreis hat er bekommen - wofür ist leider nie richtig klar geworden.<<<

Nicht klar geworden oder DIR nicht klar geworden?

Hier ist die Erklärung:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-10/friedensnobelpreis-2009

  • Antworten
M. Flöger03.09.2012 | 11:46 Uhr

Wie gefährlich ist Mitt Romney?

Wie gefährlich ist dieser Romney überhaupt --nicht mehr und nicht weniger als jeder andere Kandidat.
In den USA kommen nur ganz bestimmte Personen überhaupt zu einer Kandidatur, handverlesen egal v. welcher Partei sie kommen. Herkunft und Status spielen eine große Rolle.
Alle gehen am Ende den gleichen politischen Weg, der in dieser Regierungsperiode aus Sicht der herrschernden Klasse erforderlich ist. Das ist vollkommen egal, wie der heißt.
Was hat Obama alles versprochen, was wurde erwartet- was wurde eingelöst? Nichts von alledem. Er setzte die Bush - Linie fort, nur mit anderen Worten, aber gleichen Ergebnissen. Kein Krieg wurde beendet, Wirtschaft -Finanzen-Schulden-Arbeit- alles schlimmer als vorher unter Bushiboy u.s.w.
US Präsidenten werden vom Finanzkapital finanziert und denen haben sie zu dienen. Die amerkanische Philosophie-auch die der Bürger , ist eine andere als bei uns.
Allerdings ist es mittlerweile auch bei uns schon egal, wer regiert.
Die Politik bleibt die Gleiche, nur die Namen ändern sich.

  • Antworten
Melanie G.01.09.2012 | 20:15 Uhr

Kriegstreiber Romney?

Die Gefahr des Mitt Romney besteht darin, daß er sich von rechtsgerichteten Kreisen instrumentalisieren läßt, denen es etwa um den Erhalt bzw. den weiteren Ausbau der Waffen-, Munitions- und Rüstungsindustrie geht.
Dazu bedarf es weiterer aktiver Kriegsschauplätze, an denen Waffen und Munition eingesetzt und verschossen werden.
Dort also liegt die Gefahr des möglichen Kriegstreibers Mitt Romney.

  • Antworten
Yvonne Walden02.09.2012 | 11:18 Uhr

einige Mythen sterben halt nie aus

Jaja, die alte Mähr vom bösen militärisch-industriellen Waffenkomplex der Politiker instrumentalisiert um Kriege zu initialisieren – wer glaubt den Blödsinn noch?
Wer sich die Fakten anschaut der sieht ganz andere Zahlen: der Anteil der Waffenindustrie am BSP hat sich weltweit in den letzten 30 Jahren drastisch verringert, in den USA bspw. um über 50% (in den USA auch bei Republikanern “peace-dividend“ genannt).
Viel gefährlicher für die Bürger aller Länder ist doch heute der ökologisch-industrielle Komplex der es mittlerweile sogar fertig bringt in jeden europäischen Haushalt gleich mehrere hochgiftige, quecksilberhaltige Energiesparlampen zu platzieren. Das ist wirklich gefährlich – und zwar jeden Tag.

  • Antworten
Stefan02.09.2012 | 17:23 Uhr

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