Zwei heterosexuelle NFL-Profis setzten sich für die Rechte von Homosexuellen und für die Legalisierung der Homo-Ehe ein. Die Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in den USA nimmt zu. Religiöse Polygamisten wollen sich diese Stimmung nun zunutze machen
Fußball, also soccer, ist ein eher femininer Sport – jedenfalls sehen das einige Anhänger des American Football so. Denn bei ihnen kracht und wummert es richtig. Dass in Europa ausgerechnet Fußballstadien, womöglich mit David Beckham, Jürgen Klinsmann oder Mario Gomez auf dem Feld, als letzte Reservate echter Männlichkeit bezeichnet werden, ringt Football-Fans allenfalls ein müdes Lächeln ab. Im Vergleich etwa zu Adrian Peterson von den Minnesota Vikings ist selbst ein Mario Balotelli noch ein Weichei.
In Petersons Mannschaft, den Minnesota Vikings, spielt auch Chris Kluwe. Der war vor gut einem Monat zu Gast bei NPR, dem „National Public Radio“. Ebenfalls in die Sendung eingeladen war Brendon Ayanbadejo von den Balitimore Ravens (aus Maryland). Kluwe ist weiß, Ayanbadejo schwarz, beide sind aktive NFL-Profis, beide hetero – und beide für die Legalisierung der Homo-Ehe.
„Unser Sport gilt als Macho-Sport“, sagt Ayanbadejo, der sich schon seit vier Jahren für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe einsetzt. Das brachte ihm vor kurzem Ärger ein. Ein demokratischer Abgeordneter aus Maryland, der gegen die Homo-Ehe ist, schrieb einen Beschwerdebrief an den Besitzer der Ravens, Steve Bisciotti, und forderte diesen auf, entsprechende Äußerungen seinem Spieler zu untersagen. Das wiederum ließ Kluwe nicht schlafen. Demonstrativ stellte er sich auf Ayanbadejos Seite und veröffentlichte eine Antwort an den Abgeordneten. „Ihr Hass und Ihre Bigotterie erschüttern mich, und es widert mich an, dass Sie in irgendeiner Weise auf irgendeiner Ebene für Politik in unserem Land verantwortlich sind.“
Maryland (Ravens) und Minnesota (Vikings) sind zwei der vier Bundesstaaten, in denen am 6. November auch über die Homo-Ehe abgestimmt wird. Die anderen sind Washington und Maine. Wie in der Bundesliga gab es auch in der NFL noch nie aktive Spieler, die sich öffentlich als homosexuell outeten. Um so beeindruckender ist das Engagement von Ayanbadejo und Kluwe. Beide stellen ihr Anliegen ausdrücklich in die Tradition der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
„Es war auch hart für Jackie Robinson, der erste schwarze Baseballspieler zu sein“, sagt Kluwe, „und es war hart für Kenny Washington, der erste schwarze Football-Spieler zu sein.“ – „Es geht um Gleichheit“, ergänzt Ayanbadejo. „Es gab eine Zeit, als Frauen keine Rechte hatten. Es gab eine Zeit, als Schwarze keine Rechte hatten. Und jetzt sind es eben Schwule und Lesben, die um ihre Rechte kämpfen.“ Offene Anfeindungen haben beide bislang nicht erlebt. „Wir sind Profis“, sagt Ayanbadejo. „Wir werden immer nur daran gemessen, wie gut wir auf dem Platz sind.“













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