Jump to Navigation
Startseite

Fernweh, Abenteuer & Exotik:

Warum reisen wir?

Reise Spezial
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Ein Wettlauf gegen den Tod

Weltbühne
Syrische Revolution, made in Berlin

Ein Wettlauf gegen den Tod

von 
Petra Sorge
24. Februar 2012
picture alliance
Syrischer Protest, Syrien, Gewalteskalation, Demo, Flagge, Brandenburger Tor
„13 Verwandte in Haft, vier im Exil“: Exilsyrer in Deutschland protestieren - wie hier Anfang Februar vor dem Brandenburger Tor - gegen Assad und fühlen sich unter Druck gesetzt

Während Regimegegner in Syrien tagtäglich ihr Leben aufs Spiel setzen, unterstützen Menschen in Deutschland den Widerstand mit Kräften. Auch das nicht ohne Risiko: Sie werden von Agenten beobachtet, ihre Familien daheim unter Druck gesetzt. Aktham Abazid vom Verein „Adopt a Revolution“ hat das selbst erlebt

Seite 1 von 2

Wenn Aktham Abazid über seine Mutter spricht, huscht ein Schatten über sein Gesicht. „Ich habe heute noch nicht mit ihr sprechen können. Wegen der Stromausfälle sind die Telefonnetze ständig gestört.“ Der gebürtige Syrer hat große Angst um seine Familie, wenigstens einmal am Tag versucht er anzurufen. Abazids Mutter wohnt mit seiner Schwester im syrischen Dara‘a. Als die Gewalt dort eskalierte, habe sie sich geweigert, die Stadt zu verlassen.

Dara‘a ist mittlerweile eine der gefährlichsten Städte Syriens. Erst vor einer Woche kam es dort erneut zu Übergriffen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Regierungstruppen hätten willkürlich um sich geschossen, berichteten Vertreter der Opposition. Die Vereinten Nationen stehen unter Zugzwang, umso mehr, als das Syrien-Veto im Sicherheitsrat jüngst scheiterte. Das Blutvergießen soll nun der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan stoppen, der zum Sondergesandten für Syrien ernannt wurde. Zuvor hatte der amtierende General Ban Ki Moon gesagt, was sich in Syrien abspiele, sei  „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. „Wohngebiete werden willkürlich beschossen, Krankenhäuser als Folterzentren genutzt und Kinder, zum Teil nur zehn Jahre alt, werden angekettet und misshandelt.“

Aktham Abazid wird selbst Ende Mai Vater. Seinem Kind werde er auf keinen Fall die syrische Staatsbürgerschaft weitergeben, sagt Abazid, der auch den deutschen Pass hat. Der studierte Umweltingenieur trägt Cordhosen und Wanderschuhe; er sitzt in einem kargen, mit  IKEA-Möbeln ausgestatteten Hinterzimmer im Berliner Stadtteil Kreuzberg. Der Weg führte durch zwei Innenhöfe in die fünfte Etage eines Gründerzeithauses, vorbei an einer stählernen Einbruchschutztür und durch ein Großraumbüro der alternativen Künstlerszene.

Hier ist die Zentrale des Vereins „Adopt a Revolution“, der die syrischen Oppositionellen mit „Revolutionspatenschaften“ unterstützen will. Bislang hat das Netzwerk rund 700 Unterstützer. An einem Whiteboard hängt ein A3-Blatt, darauf sind die Projektziele in roter Farbe markiert. Ganz oben: „Promi-Appell in der IV. Woche“. 

Initiator und Pressesprecher Elias Perabo, Kapuzenshirt und mittellange Haare, sagt, dass der Promi-Appell erst später kommen soll. Momentan seien Netzwerkpflege und Spenderkommunikation wichtiger. „Adopt a Revolution“ schickt die Werkzeuge des Widerstandes nach Syrien – Smartphones, Kameras, SIM-Karten und Netzanschlüsse sind die wichtigsten. Aber auch Geld, denn die Revolutionäre brauchen „Drucker, Papier, sie müssen umherfahren, kommunizieren“, wie Abazid erklärt. „Die Revolutionäre machen das schon selbst, aber sie brauchen, wenn sie regelmäßig zusammengeschossen werden, von außen auch mal eine klitzekleine Motivationsspritze – und dann geht der Protest weiter.“

Abazid arbeitet auch noch für eine deutsch-syrische Nichtregierungsorganisation, die er gegründet hat, den „Lien e.V.“, das heißt Barmherzigkeit auf Arabisch. „Da geht es eher um Hilfe für die Familien und Opfer, also Medikamente, Decken, Lebensmittel. Eine fünfköpfige Familie braucht zum Überleben etwa 200 Euro im Monat“, erklärt der Deutsch-Syrer. Über Mittelsmänner werden die Spenden zu den Flüchtlingen in die syrischen Nachbarländer transportiert, aber auch in die Hochburgen des Widerstands.

Video

Gewalt in Syrien: Opposition macht im Ausland mobil

Video
alle Videos

Es ist ein Wettlauf gegen den Tod. Erst vor ein paar Tagen hatte Abazid mit einem Aktivisten vor Ort telefoniert. Das Geld sei angekommen, sagte dieser. Am nächsten Tag war der Mann nicht mehr am Leben.

Während er das erzählt, umklammert Abazid sein Glas Mineralwasser so fest, dass die Fingerknöchel weiß hervortreten. Vor zwölf Jahren kam er zum Studium nach Deutschland, sein hier lebender Onkel unterstützte ihn finanziell. Seitdem kehrte er kaum noch in seine Heimat zurück. Denn dort wäre er zur Armee eingezogen worden, der Wehrdienst dauert 21 Monate. 2009 hat er seine Familie zum letzten Mal besucht.

Seite 2: „In Syrien gibt es insgesamt 16 Geheimdienste“

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Syrien-Gewalt
Zwischen hilflosem Flehen und scharfem Protest

Empörung über Syrien-Revolution
Warum wir Russland Unrecht tun

Syrien
Wie begründen Russland und China ihr Veto?

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Anders F. Rasmussen
„Die NATO hat nicht die Absicht, im Iran einzugreifen“
Interview mit
Anders Fogh Rasmussen
15.05.2012
Syrien
Die Frist läuft ab – Geht die Gewalt weiter?
von
Thomas Seibert, Benedikt Voigt, Elke Windisch
11.04.2012
Doppelmoral bei Kriegseinsätzen
Militär muss ultima ratio bleiben
von
Gunter Hofmann
10.04.2012
Syrische Flüchtlinge
„Ich wurde drei Tage an die Decke gehängt“
von
Raphael Thelen
09.04.2012
Interpol packt aus
Die Arabellion und der Kunstschmuggel
von
Karoline Kuhla
28.03.2012

zum Dossier Syrien – Im Schlachthaus des Augenarztes

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
ZDF-Wutinterview Hooligan Horst und die hohe Kunst der Diplomatie
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Das Journal: Buchrezension Wie kommt Hölderlin auf den Pamir?
lesen: Journal Reines Gedankenkino
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Louise T. Blouin MacBain Ein erfolgreicher Feldzug durch die Kunstwelt
Die Karriere der Condoleezza Rice Wie schwarz ist Condi?
Chronist der Massenkultur Gurskys schöne teure Welt
"Die Gegensätze sind viel zu groß"
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Merkels Europapolitik Die Kanzlerin hat verloren
Hans-Olaf Henkel „Wir brauchen ein Fukushima beim Euro“
Urheberrecht und Lobbyisten Die Copyright-Kriege
24h | letzte Woche | letzter Monat
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Springer-Ehrenpreis Wie Ayaan Hirsi Ali Breiviks Massenmord erklärt
Verwilderung der Sitten Fußball als Kampfsport
Warum der Hype? Sarrazin II, die Politik und der Markt
Parallelwelten in der Eurofrage Wer ist hier verrückt?
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Die Emanzipation ? ein Irrtum?
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Gedicht zum Israel-Iran-Konflikt Was spricht in Günter Grass?
Piraten Digital naiv, neoliberal und gefährlich
Anzeige

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers stiftung neue verantwortung
Energiewende? Fehlanzeige!

Die bange Frage, ob die Energiewende bereits gescheitert sei, macht seit einiger Zeit die Runde…

zum Blogeintrag
Merkel, Kanzlerin, bissig, Gebiss, Jugend forscht Mundwasser
Dossier

Merkel, ihre Männer und die Macht

zum Dossier

Frage des Tages

Was fordert Athens Linkschef von Merkel?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Euro, Krise, ratingagenturen, Tod des Euros, AAA+, Herabstufung
Dossier

Des Euros letztes Stündlein?

zum Dossier

Bildergalerie

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET
zur Bildergalerie

Thema der Woche

Merkel, ihre Männer und die Macht
zum Dossier

Die Juni-Ausgabe ab Donnerstag am Kiosk

Angela Merkel
Das Geheimnis der Glucke

„Mehr Steuern, mehr Staat!“
Gespräch mit Gabriel und Trittin

Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Anzeige
Video

Ein ganz normales Paar

Video
In Kooperation mit alle Videos
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Anzeige
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben