Frage des Tages: Seit zehn Monaten kämpfen Aufständische in Syrien gegen die Dikatatur von Baschar al Assad. Wie groß ist die Chance auf baldigen Frieden?
Baschar al Assad ist am Ende, die syrische Tragödie noch lange nicht. Der skrupellose Präsident hat keine Chance mehr, seine Macht noch zu retten und die innere Lage wieder zu befrieden. Stattdessen scheinen er und seine Clique entschlossen, in ihrem aussichtslosen Kampf das ganze Volk mit in den Abgrund zu reißen. Seit zehn Monaten rebellieren Hunderttausende Bürger nun schon gegen die Tyrannei der Baath-Partei. Was als friedlicher Massenprotest in über 50 Städten begann, entwickelt mittlerweile immer stärkere Züge eines bewaffneten Aufstands. Wehrpflichtige und Unteroffiziere desertieren in Scharen, ein zweiter General ist zur „Freien Syrischen Armee“ übergelaufen.
Täglich gibt es Gefechte mit loyalen Truppenteilen und Hinterhalte auf Überlandstraßen. Selbst die großen Städte Aleppo und Damaskus haben nur noch stundenweise Strom. Zehntausende Familien müssen in kalten Wohnungen ausharren und haben kein Gas zum Kochen. Die Krankenhäuser sind überlastet, Fabriken geschlossen, es fehlt an Diesel, Benzin und Lebensmitteln.
Die Sanktionen der Vereinigten Staaten, Europäer und Türken zeigen also Wirkung, dennoch agiert die internationale Gemeinschaft unverändert zerstritten und ratlos. Niemand hat bisher ein kohärentes Rezept präsentiert, wie dem mordenden Regime nach 6000 Toten das Handwerk gelegt und ein halbwegs friedlicher Machtübergang von außen unterstützt werden könnte. Seit Monaten hüllen sich die Vereinten Nationen in beschämendes Schweigen, weil Russland und China die Verurteilung des Despoten Assad blockieren. Stattdessen schickte Moskau dieser Tage demonstrativ eine Flottille mit Flugzeugträger zum Freundschaftsbesuch nach Tartus.
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