Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Juni:
Das Demografie-Wunder: Deutschland auf dem Weg zum 100-Millionen-Volk

Hurra, wir wachsen!
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Scheine und Heilige

Weltbühne

VatileaksScheine und Heilige

Von David Berger19. Juli 2012
picture alliance
Papst Benedikt XVI.,Joseph Ratzinger,Vatileaks,Vatikan,Skandal,Maulwurf
Die Affäre Vatileaks: Eine perfekte Dramaturgie aus Infamie und frommer Unschuld.
Schrift:

Der Skandal im Vatikan offenbart mehr über die dortigen Machtkämpfe, als papsttreue Medien uns glauben machen wollen: Ein ehemaliger Insider schildert seine Sicht der Dinge

Seite 1 von 3

Man könnte fast meinen, Georg Gänswein, der engste Vertraute des Papstes, habe geahnt, welches Unheil ins Haus steht, als er im vergangenen November die dem Papst besonders ergebenen Journalisten aus Deutschland und Österreich im Vatikan zu einer Art Privatissimum um sich sammelte. Unter ihnen auch jene, die Neuigkeiten ohne Umwege über den Pressesaal des Heiligen Stuhls schon einmal direkt aus dem päpstlichen Wohnbereich erhalten. Während nämlich die eher kirchenkritischen Medien angesichts von „Vatileaks“ im Nebel stochern und verzweifelt versuchen, in den Vatikan hinein zu recherchieren, sind es vor allem die damals Geladenen, die auf einem bestimmten Feld der deutschen Presselandschaft die Deutungshoheit über die Ereignisse fest in der Hand zu haben scheinen.

Ungläubig reibt man sich die Augen ob einer Rhetorik, die an katholische Papst­apologeten im Kulturkampf des 19. Jahrhunderts erinnert. Da wird der Papst von seinem prominentesten journalistischen Intimus, Peter Seewald, mit Jesus selbst verglichen, verraten von Judas, der als biblischer Typus des Kammerdieners und seiner Gehilfen herhalten muss. Die Bild-Zeitung steuert die „diabolische Note“ bei, nach der der Verräter sich einfach „Maria“ genannt und immer zugeschlagen habe, während der Papst sich mit dem Privatsekretär auf seinem Spaziergang durch die vatikanischen Gärten dem Rosenkranzgebet hingab. Eine perfekte Dramaturgie aus Infamie und frommer Unschuld.

Gänswein, dem italienische Medien in dem Skandal schnell die Rolle einer vatikanischen Miss Marple zugeteilt haben, wird bei Seewald zu einem zweiten heiligen Sebastian. Ihm kommt die Ehre des heldenhaften „Schilds“ für den Heiligen Vater zu, der „im Gefecht Pfeile abbekommen“ muss. Auch die Welt schlägt mit einem Artikel Paul Baddes eschatologische Töne an: Herhalten muss das Gleichnis von den Winzern, die den Gesandten des Weinbergbesitzers aus Bösartigkeit töten.

Auch wenn sich die Parabel aus dem Matthäus-Evangelium eigentlich auf Christus bezieht, gewinnt man nun den Eindruck, der biblische Schriftsteller habe, als er sie zu Papier brachte, eigentlich nur an „Vatileaks“ gedacht: An die Stelle der Person Jesu auf der Sachebene des Gleichnisses wird nun wieder der Papst gerückt. Die Rolle der bösen Knechte beziehungsweise des Teufels kommt konsequenterweise den Verrätern zu – unterstützt durch die „Schäbigkeit“ der indiskreten Medien, die die benediktinische Wende innerhalb der Kirche „mithilfe von Kriminellen“ vereiteln wollten. Dass die kirchenpolitische Instrumentalisierung der Judasfigur eine verhängnisvolle Tradition hat und auch die mystisch-christologische Überhöhung des Papstes unter fachtheologischem, geschweige denn ökumenischem Aspekt eine Katastrophe darstellt, betonte im Zusammenhang der gegenwärtigen Geschehnisse kürzlich erst EKD-Präsident Nikolaus Schneider. Aber all das scheint die Papstapologeten nicht zu stören. Wer die Bösen und wer die Guten in dem vatikanischen Drama sind, ist klar geworden. Und auf der dunklen Folie menschlicher Sündhaftigkeit und medialer Niedertracht kann das strahlende Weiß des päpstlichen Opferlamms umso heller strahlen.

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
5 Kommentare

Weiterführende Links

Blog PC: Blasphemie ist ein Menschenrecht

Pro Menschenwürde: Der Papst, der Stuhl und die Satire

 

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Joseph Ratzinger
Abschied eines seltsamen Heiligen
von
17.03.2013
Papst Franziskus
„Reformen sind überfällig”
Interview mit
Hans Küng
15.03.2013
Heiliger Stuhl
„Deutsche Probleme werden keine Rolle mehr spielen”
Interview mit
Matthias Heinrich
14.03.2013
Wolfgang Huber
„Die Ökumene muss entwickelt werden”
Interview mit
Wolfgang Huber
13.03.2013
Papst-Bohei in den Medien
Das Nichts, in Girlanden gewickelt
von
13.03.2013

zum Dossier Religion und Gesellschaft
Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 
Juli 2012
 des Magazins Cicero – Hier bestellen
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Blog PC: Blasphemie ist ein Menschenrecht

Pro Menschenwürde: Der Papst, der Stuhl und die Satire

 

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Joseph Ratzinger
Abschied eines seltsamen Heiligen
von
17.03.2013
Papst Franziskus
„Reformen sind überfällig”
Interview mit
Hans Küng
15.03.2013
Heiliger Stuhl
„Deutsche Probleme werden keine Rolle mehr spielen”
Interview mit
Matthias Heinrich
14.03.2013
Wolfgang Huber
„Die Ökumene muss entwickelt werden”
Interview mit
Wolfgang Huber
13.03.2013
Papst-Bohei in den Medien
Das Nichts, in Girlanden gewickelt
von
13.03.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Der Schein des Heiligmäßigen

Nach und nach wird deutlich, daß sich die römisch-katholische Kirche weiter dem Abgrund nähert, in den die angeblich so "heilige" Institution zu stürzen droht.
Unter diesem Blickwinkel ist schon merkwürdig, daß sich nach wie vor hunderttausende Menschen weltweit als "katholisch" bezeichnen, wohl wissend, daß im Vatikan und in der Kurie teuflische Mächte am Werke sind, die seit jahrhunderten versuchen, eine Machtposition aufzubauen und damit ihre eigene Macht zu vermehren und zu stärken.
In diesem Zusammenhang stellt sich überdies die Frage, weshalb eine Religionsgesellschaft oder -gemeinschaft ein eigenes Finanzinstitut, die Vatikanbank, benötigt.
Papst Johannes Paul I., der sogenannte 33-Tage-Papst, war den Geschäftemachern im Lateranpalast auf der Spur, wollte "die Händler aus dem Tempel treiben" wie einst Jesus in Jerusalem und zahlte dafür mit seinem Leben.
Er war übrigens nicht der erste "Stellvertreter Christi auf Erden", der eines unnatürlichen Todes starb, ermordet von eigenen Gefolgsleuten, die um ihre Pfründe bangten.
Deshalb sind Zeitschriftenveröffentlichungen wie die des Autors David Berger wichtig, denn nur durch Aufklärung der Massen und Demaskierung des scheinheiligen Katholizismus kann die unheilige Institution Vatikan zu Fall gebracht werden.
Wichtig ist zu wissen und nicht blindlings zu glauben. Danke, Herr Berger!

  • Antworten
Yvonne Walden19.07.2012 | 18:51 Uhr

Vatileaks-Affäre

Die 2000-jährige Kirche wird auch weiterhin überleben, die hat schon ganz andere Zeiten durchlebt und warum, weil Jesus Christus in seiner Kirche lebt und wirkt. Der Papst ist wesentlich jünger als manche glauben. Auch wenn das für Viele nicht nachvollziehbar ist, so finde ich, dass er die Kirche mit sehr viel Weisheit und Überblick durch diese schwierigen Zeiten führt. Kirche kann und soll sich schliesslich nicht nach dem schnell vergänglichen Zeitgeist richten.Das müsste auch einem "verbitterten" Herrn David Berger nicht entgangen sein. Gott segne weiterhin Papst Benedikt!

  • Antworten
Julia Glaubensstark20.07.2012 | 17:52 Uhr

Auf der anderen Seite sollte

Auf der anderen Seite sollte man zwischen Glaube und Kirche unterscheiden. Der Glaube macht die Botschaft aus, die Kirche ist seine Institution. Und genauso wie es bei der Demokratie ist, bekam auch hier die Institution schon früh eine Schattenseite, in der sich Gesindel bemächtigt und bereichert. Im Gegensatz zu politischen System unterliegt die Kirche jedoch keinen existenziellen Bürgerkriegen...

Doch was lehrt uns das? Jede Institution erliegt auf kurz oder lang der Korrumpierung. Ganz gleich, ob es eine Republik, eine Kirche oder ein Karnevalsverein ist. Vetternwirtschaft und Selbstbedienung sind dann "normal". Das sollte die Grundwerte - die ich im Fall der katholischen Kirche nicht durchgehend befürworte - nicht in Frage stellen. Eine reglmäßige Auswechslung des kompletten Kaders wäre vielleicht eine Lösung, aber das wird nie passieren. Das lehrt uns das Beispiel des Papst Johannes Paul I.

  • Antworten
Maverick25.07.2012 | 10:13 Uhr

Antwort an Yvonne

Gehören Sie etwa zu dieser Öko-Sekte, die vom Bundesverfassungsgericht als gefährlich eingestuft wurde? Diese verbreiten nämlich diesen Schwachsinn wie bei Ihnen zu lesen ist.

Woher wollen Sie wissen, dass der 33-Tage Papst nicht eines natürlichen Todes gestorben ist? Sie wollen so realistisch sein fallen aber auf einen geschäftstüchtigen Schriftsteller herein. Also glauben Sie in diesem Falle blindlings. Von den Zeitschriftenveröffentlichungen eines gewissen Herrn Bergers halte ich nichts, denn dieser fällt von einem Extrem in das andere. Auch hier sind Sie blind.

  • Antworten
Julia Glaubensstark29.07.2012 | 19:48 Uhr

An Yvonne

Sie lesen wohl zu viele Kriminalgeschichten über das Christentum, das scheint die Sicht der Dinge bei Ihnen etwas zu verdrehen. Auch Herr Berger, der meint ein Insider zu sein, verdreht einiges, wahrscheinlich aus Verbitterung seiner Veranlagung zur Homosexualität. Aber als guter Theologe müsste er wissen, dass ausgelebte Homosexualität Sünde ist. Ja, den Sünder lieben, doch die Sünde hassen!

  • Antworten
Julia Glaubensstark29.07.2012 | 19:59 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

Erste Figuren, letzte Ideen – die Karikaturen der Woche

zur Bildergalerie
Anzeige

Wulf Schmiese

Leicht gesagt. Die Mittwochskolumne von Wulf Schmiese

Von der Volks- zur 20-Prozent-Partei

SPD-Chef Gabriel auf der Pressekonferenz zum Parteijubiläum

Ist alt, sieht auch so aus: Cicero-Kolumnist Wulf Schmiese über den 150. Geburtstag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Göttinger Demokratie-Forschung
Parlamentswahlen in Norwegen: „Menschen, nicht Milliarden“

Im September wird in Norwegen ein neues Parlament gewählt. Fünf Monate vor der Wahl stehen die…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

De Maizières harte Landung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
15%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
85%
Gesamtstimmen: 756
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang