Wegen obskurer Abtreibungsäußerungen war der republikanische Senatskandidat Ted Akin in die Schlagzeilen geraten. Die Senatswahl in Missouri gewinnen könnte er nun mithilfe des ultrakonservativen Homeschooler-Netzwerks und so den Republikanern eine Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses verschaffen
Auch in Amerika gilt die Schulpflicht. Aber sie ist eher eine Schulkür. Denn es ist ziemlich einfach, sich von dieser Schulpflicht befreien zu lasen. Etwa aus religiösen Gründen. Die Berufung darauf wird als ein Elternrecht verstanden, die eigenen Kinder vor staatlicher Indoktrination schützen zu dürfen. Wer das tut, erzieht sein Kind zu Hause. Die Homeschooler sind, statistisch gesehen, in fast allen Bereichen besser ausgebildet als Gleichaltrige, die eine staatliche Schule besuchen.
Was das Homeschooling, die Daheimerziehung, mit Amerikas Wahl zu tun hat? Eine ganze Menge.
In
Missouri kandidiert für die Republikaner bei den Senatswahlen ein
Mann, der vor sechs Wochen auch international in die Schlagzeilen
geriet. Damals lag Todd Akin in dem konservativen Bundesstaat in
den Umfragen vor der Amtsinhaberin, der Demokratin Clare McCaskill.
In einem Interview mit einem lokalen TV-Sender in St. Louis hatte
sich der 65-jährige erzkonservative Knochen dann zur Frage
geäußert, ob er selbst im Falle einer Schwangerschaft, die aus
einer Vergewaltigung resultiert, gegen die Abtreibung sei.
Ja, das sei er, sagte er, und begründete das mit der These, dass Schwangerschaften nach „echten“ (legitimate) Vergewaltigungen ohnehin selten seien, weil der Körper der Frau sich davor schützen könne.
Das war nicht nur in medizinischer Hinsicht Quatsch – in den USA entstehen jährlich mehr als 30.000 Schwangerschaften durch Vergewaltigungen -, sondern auch extrem frauenfeindlich.
Entsprechend kräftig toste der Sturm der Entrüstung. Selbst prominente Republikaner sowie die Spitze der eigenen Partei forderten den Rückzug Akins von seiner Kandidatur, zumal dieser in den Umfragen prompt abschmierte. Auf dem Parteitag in Tampa war er persona non grata. Mitt Romney sah sich gar persönlich düpiert. Denn der ist, ebenso wie Barack Obama, der Ansicht, dass Abtreibungen im Falle von Vergewaltigung, Inzest oder Lebensgefahr der Mutter erlaubt sein sollten.











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