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Weltbühne

Frankreichs Rechte„Man soll aufhören zu sagen, wir seien Faschisten“

Interview mit Marion Le Pen12. Juni 2012
Wikimedia Commons
marion_le_pen le_pen front_national
Marion Le Pen tritt in die Fußstapfen ihres Großvaters
Schrift:

Erfolg für die französischen Rechtsextremen: Der Front National wird künftig mit zwei Abgeordneten in der Nationalversammlung vertreten sein. Eine davon ist Marion Maréchal-Le Pen, mit ihren 22 Jahren zugleich jüngste Parlamentarierin. Sie trat mit fremdenfeindlichen Parolen zu den Wahlen an. Cicero Online sprach zuvor mit ihr

Frau Le Pen, Sie sind Jurastudentin, gerade mal 22, und wollen schon in die nationale Politik?
Ich bin im Front National seitdem ich 17 Jahre alt bin. Ich habe die Leidenschaft für die Politik von meiner Familie geerbt. Es ist die Leidenschaft für Frankreich.

Sie kommen aus dem fernen Paris in einen Ihnen unbekannten Wahlkreis in Südfrankreich. Dieses politische "Fallschirmspringen" werfen Sie sonst ihren Gegnern vor.
Und warum werfen mir das die Medien vor, nicht aber François Hollande, der sich auch in der Corrèze angesiedelt hat, ohne von dort zu sein? Die Zeiten sind hart, meine Partei braucht alle verfügbaren Leute, vor allem Frauen. Die bürgerliche UMP und die Sozialisten halten sich nicht einmal an die obligatorische Geschlechterparität auf Wahllisten, die sie eingeführt hatten. Der Front National schon. Er kann es sich finanziell gar nicht leisten, die Parität zu missachten und deswegen eine Buße zu zahlen. Auch deshalb bin ich hier im Vaucluse Kandidatin.

Wie wollen Sie sich denn für einen Wahlkreis einsetzen, den sie gar nicht kennen?
Bei den Wahlen in die Nationalversammlung geht es nicht um lokale Tramlinie oder dergleichen, sondern um ein nationales Projekt.

Und in Sachen Immigration, dem Reizthema Ihrer Partei?
Ich bin gegen die illegale Immigration und möchte die legalen von 200 000 auf 10 000 beschränken. Wie nötig das ist, zeigt sich gerade in meinem Wahlkreis hier im Süden Frankreichs, wo die Leute von der Einwanderung aus Nordafrika überflutet werden und Angst haben, ihre Lebensart zu verlieren.

Und Sie haben keine Angst, der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt zu werden?
Ich weise diesen Vorwurf zurück. Man soll mal aufhören zu sagen, wir seien Faschisten und Rassisten.

Aber den Begriff "rechtsextrem" lassen Sie gelten?
Wir sind eine rechtsnationale Partei.

Wie ist es persönlich, den Namen "Le Pen" zu tragen?
Das ist eine Last und eine Ehre. Ich wurde deswegen schon angespuckt. Aber ich bin sehr stolz, auf der Linie meines Großvaters und meiner Tante weiterzumachen.

Teilen Sie deren Meinungen vollumfänglich?
Ich denke selbstständig. Anders als mein Großvater bin ich nicht unbedingt für die Todesstrafe, sondern dafür, diese Frage einer Volksabstimmung vorzulegen.

Das Interview führte Stefan Brändle

Lesen Sie auch die Reportage aus Südfrankreich: "Es ist schmutzig hier, zu viele Araber"

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Für die Deutschen schwer zu kapieren

Wahrscheinlich hat die Linke mehr mit Stalinismus zu tun als Marion Le Pen mit Faschismus.

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Ernst Laub13.06.2012 | 14:36 Uhr

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