Bilderberg-Konferenz - Die Macht tagt in Kopenhagen

Die Bilderberg-Konferenz tagt grundsätzlich hinter verschlossenen Türen, der Ort wird bis zur letzten Minute geheim gehalten. Jetzt ist klar: Ein Fünf-Sterne-Hotel mitten in Kopenhagen ist für das legendäre Treffen der Reichen und Mächtigen vorgesehen

Sagenumwobenes Treffen in Hinterzimmern: Während der Bilderberg-Konferenz Ende Mai ist das Kopenhagener Luxushotel komplett ausgebucht
Illustration: Marco Wagner

Autoreninfo

Cicero-Redaktion: Hier finden Sie Artikel und Statements der Print- und Onlineredaktion zu außergewöhnlichen Ereignissen

So erreichen Sie Cicero-Redaktion:

Im 60. Jahr ihres Bestehens soll die umstrittene Bilderberg-Konferenz im Marriott Hotel in Kopenhagen stattfinden. Dies ergaben Recherchen von Cicero. Das Magazin bringt in seiner neuen Ausgabe eine Vorab-Reportage über das sagenumwobene Treffen der Mächtigen.

Am letzten Maiwochenende sollen in der dänischen Hauptstadt rund 120 führende Persönlichkeiten aus Europa und Nordamerika zusammenkommen. Wie Cicero erfuhr, ist das Fünf-Sterne-Haus in der dänischen Hauptstadt dafür mehrere Tage komplett gebucht. Auch aufwändige Sicherheitsvorkehrungen sind bereits getroffen worden.

Der Ort der Bilderberg-Konferenz wechselt jedes Jahr. Er wird eigentlich bis zur letzten Minute geheim gehalten und gewöhnlich erst kurz vor der Konferenz bekanntgegeben. Im vergangenen Jahr fand sie in der Grafschaft Hertfordshire nördlich von London statt. Auf der Gästeliste standen 2013 zum Beispiel Google-Manager Eric Schmidt, Amazon-Gründer Jeff Bezos, der frühere italienische Premierminister Mario Monti oder die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde.

Bilderberg-Konferenz „wie eine Klassenfahrt“


Kritiker sehen die Bilderberg-Konferenz als Zusammenkunft einer Elite, die im Geheimen Absprachen trifft. Deshalb werden seit einigen Jahren Protestkundgebungen im Umfeld der Konferenz abgehalten.

Zur Grundidee des Treffens gehört die Vertraulichkeit der Gespräche. Die Teilnehmer sind ausdrücklich als Privatpersonen eingeladen. Beides nährt den Mythos. Die Auswahl der Gäste obliegt einem Lenkungskomitee, dem derzeit Henri de Castries, Chef des Versicherungskonzerns Axa, vorsteht.

Cicero-Reporter Constantin Magnis hat einige Wochen vor der Konferenz im Kopenhagener Marriott eingecheckt, um sich ein Bild von dem Tagungsort zu machen. Für seine Reportage hat er auch mit einigen Bilderbergern gesprochen, obwohl diese eigentlich zum Schweigen verdonnert sind. Was passiert hinter den Kulissen? Was wird besprochen, wie ist die Atmosphäre, was versprechen sich die Teilnehmer von der Zusammenkunft? In Cicero nähert sich der Reporter diesen Fragen und zeichnet ein Bild der exklusiven Veranstaltung. 

Auf den Konferenzen gehe es schlicht zu, „wie auf einer Klassenfahrt“, sagt ein anderer Bilderberger, der nicht genannt werden möchte. Einer erzählt, dass jene Sätze ausgesprochen würden, auf die es ankommt. Man lerne unglaublich viel. „Davos ist dagegen reines PR-Blabla.“

Ein Teilnehmer erzählt, wie er einmal abends an der Bar saß. Die Frau neben ihm war die niederländische Königin. Zum Rotwein lud er sie ein. Sie selbst hatte kein Geld dabei.

 

Die Bilderberg-Reportage von Constantin Magnis lesen Sie in der Juniausgabe des Cicero. Das gedruckte Magazin ist ab sofort am Kiosk und in unserem Online-Shop erhältlich. Das Magazin als ePaper, iPad-App und Kindle-App finden Sie hier.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

*
*
Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
*