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 > Hat Obama etwa gelogen?

Weltbühne

Kandidaten-DuellHat Obama etwa gelogen?

Von Malte Lehming17. Oktober 2012
picture alliance
Barack Obama, Mitt Romney, USA, Wahlkampf
Romney war komplett überrascht, Obama gewann die Oberhand
Schrift:

Die beiden sollten über Außenpolitik diskutieren, vor allem aber ging es um Libyen und den Anschlag auf die US-Botschaft. Beim letzten Mal lag Romney vorn, nun siegte Obama. Weil er sich offenbar die Wahrheit zurechtbog

Seite 1 von 2

Ach, es könnte alles so einfach sein. In einer klaren, übersichtlichen Welt hätte der Abend an der Hofstra University in Hampstead auf Long Island einen Anfang und ein Ende. Das zweite TV-Duell zwischen Barack Obama und Mitt Romney wäre reduziert auf 90 Minuten, auf eine intensive Debatte, auf einen aggressiven, schlagfertigen Präsidenten und einen in die Enge gedrängten Herausforderer. Und es gäbe einen Sieger (Obama) und einen Verlierer (Romney).

Wenn da nur nicht die Sache mit Libyen wäre!

Diese Sache ist kompliziert, aber wichtig, und muss der Reihe nach erzählt werden. Am 11. September 2012, dem Jahrestag der Al-Qaida-Terrorangriffe auf New York und Washington D.C., stürmten schwer bewaffnete Männer das US-Konsulat in der libyschen Hafenstadt Bengasi. Sie ermordeten vier Amerikaner, darunter den Botschafter Christopher Stevens.

Die Angreifer waren gut organisiert und vorbereitet. Der Ablauf der Ereignisse in dieser Nacht sprach eindeutig dagegen, dass die Aktion ein spontaner gewaltsamer Protest gegen das Youtube-Video „The Innocence of Muslims“ war. Auch der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Mike Rogers, vermutete daher umgehend einen terroristischen Hintergrund. Der Angriff trage klar die Handschrift von Al Qaida, sagte er. „Seit Monaten haben wir beobachtet, wie Al Qaida nach Zielen Ausschau gehalten hat, die den Westen treffen.“ Dafür spreche ebenfalls, dass der derzeitige Anführer von Al Qaida, Aiman al-Sawahiri, kurz zuvor dazu aufgerufen hatte, die Tötung des Top-Terroristen Al-Libi zu rächen, der bei einem amerikanischen Drohnenangriff ums Leben gekommen war.

Doch die Obama-Administration schloss sich der Terror-These nicht an. Statt dessen verwies sie auf laufende Ermittlungen und antiamerikanische Ressentiments in der muslimischen Welt nach Bekanntwerden des Youtube-Videos. Das wiederum erzürnte die Republikaner. Sie warfen dem Präsidenten, Außenministerin Hillary Clinton und der amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice Verschleierung vor. Das Thema Bengasi kochte hoch und höher.

Vor diesem Hintergrund erhielt die Libyen-Frage aus dem Publikum, kurz vor Ende der Debatte, eine besondere Brisanz. Ob es richtig sei, wurde Obama gefragt, dass zusätzliche Sicherheitsbeamte für das Konsulat in Bengasi nicht genehmigt worden seien. Obama weicht inhaltlich aus, nutzt seine Antwort aber zu einem seiner vielen Vorhaltungen an die Adresse Romneys. Der würde die Tragödie politisieren. Und dann folgt der Satz, der wohl überlegt, genau kalkuliert und strategisch geplant worden war. Vor laufender Kamera und einem Millionenpublikum behauptet der amtierende Präsident, bereits am Folgetag im Rosengarten des Weißen Hauses von einem Terrorangriff gesprochen zu haben. Wie es scheint, zerplatzt in diesem Moment die Libyen-Blase der Konservativen mit einem lauten Knall.

Seite 2: Romney wird ausgezählt

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  • Antworten
gggggggggg17.10.2012 | 16:12 Uhr

Natürlich wird gelogen

Über das tödliche Fiasko in Lybien.Schn im Mäarz hatte der US Bptschafter in Lybien um mehr und besseren Schutz
für sich und seine Mitarbeiter gebeten.Das wurde abgelehnt weil es nicht mit der offiziellen Politik im Nahen Osten
Kollidierte..... das Ergebnis sind mehrere Tote und große Verwirrung in der Obama Regierung.Wenn Hillary Clinto
Sich als Bauernopfer für diese Fehlentscheidung hergibt dann sollte sie auch gleichzeitig vom Amt zurücktreten.
Niemand kann aber zweifeln dass am Ende Obama verantwortlich ist

  • Antworten
Karin Stutz17.10.2012 | 17:59 Uhr

einseitigkeit

bei den debatten ist zu sehen, dass die moderatoren ausschliesslich aus der linksliberalen ecke kommen. romney bekommt regelmässig weniger sprechzeit und die moderatoren unterbrechen ihn andauernd.

das wird sich hoffentlich rächen.

  • Antworten
mehrdad18.10.2012 | 01:02 Uhr

Interessant - der heilige,

Interessant - der heilige, Friedensnobelpreisträger Obama macht vor einem Millionenpublikum genau das was er dem (vermeintlich) bösen Romney in seinen Wahlkampfspots immer vorwirft: er flunkert/lügt.

  • Antworten
Stefan18.10.2012 | 11:44 Uhr

Obama der Trickser

Dieser Artikel von Herrn Lehming deckt sich mit dem was man gestern dezidiert in dem Blog "Zettels Raum" dazu lesen konnte: http://zettelsraum.blogspot.de/2012/10/marginalie-hat-obama-romney-der-luge.html

Interessant für uns Deutsche ist, daß die meisten unserer sogenannten Qualitätszeitungen die Tatsachen dazu verdrehten und Herrn Obama einen dicken Pluspunkt in der Debatte zuschrieben.

  • Antworten
Wolfgang Schäfer18.10.2012 | 14:51 Uhr

Zustimmung

Was mehrdad sagt, scheint mir korrekt. Bin zwar alles andere als auf Seiten der Republikaner, als ich mir das zweite Rededuell angesehen habe, war ich echt Baff, wie die Moderatorin Obama bevorzugt hat.
Und wie die beiden es geschafft haben, bei eindeutigen Fragen einfach komplett gegenteilige Antworten zu geben. Wer lügt nun wie viel?

  • Antworten
Peter Knobloch 19.10.2012 | 10:33 Uhr

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