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 > Ferien, Steuern, Sozialismus

Weltbühne

Romneys EuropaFerien, Steuern, Sozialismus

Von Malte Lehming13. Oktober 2012
picture alliance
Romney,Guantanamo,Wahl,Obama,Europa
Mit Romney als neuen Präsident der USA, würde Guantanamo nicht geschlossen
Schrift:

Europa und Sozialismus: Das ist in amerikanischer konservativer Rhetorik fast zum Synonym geworden dabei steht Mitt Romney Angela Merkel in vielerlei Hinsicht  näher, als Obama es tut. Auf vielen Gebieten wären europäische Interessen durch einen Regierungswechsel in Washington D.C.  betroffen

 

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Wer als Deutscher vor 30 Jahren nach Amerika reiste, wurde mit drei Dingen konfrontiert – der deutschen Vergangenheit (Hitler), der deutschen Rückständigkeit (keine air condition) und dem deutschen Pazifismus (Friedensbewegung). Wer als Deutscher vor 20 Jahren nach Amerika reiste, dem wurde zur Wiedervereinigung gratuliert. Wer vor zehn Jahren kam, dem wurde Undankbarkeit vorgeworfen, weil er sich trotz Marshallplans nicht am Irakkrieg beteiligen wollte. Und wer heute kommt, ist ein Sozialist. Jedenfalls in Teilen des Landes.

Europa und Sozialismus: Das ist in amerikanischer konservativer Rhetorik fast zum Synonym geworden. Europäer haben die längsten Ferien (Deutschland), die meisten Schulden (Griechenland), die höchsten Steuern (Skandinavien), die mächtigste Bürokratie (Brüssel). Die Sowjetunion hat als Feindbild ausgedient, die „Achse des Bösen“ zerbröselt, jetzt konzentrieren sich die Abwehrkräfte darauf, aus Amerika ein großes Europa machen zu wollen.

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Mitt Romney hat als junger Mann und Missionar für die Mormonen zwei Jahre lang in Frankreich gelebt. Er spricht Französisch, ist mit europäischer Lebensart vertraut. Dennoch lässt sich aus seinen Äußerungen nur mittelbar, nicht unmittelbar ableiten, was er als US-Präsident für Europa bedeuten würde. Denn der Alte Kontinent dient ihm bislang vor allem als Negativ-Metapher, die er auf die regierende Administration von Barack Obama projiziert. Der Republikaner meint damit kreditfinanzierte Investitionsprogramme, regulative Eingriffe in den Wirtschaftskreislauf, ausufernde Staatsbefugnisse, wachstumshemmende Klimaschutzgesetze. All das ist ihm ein Gräuel.

Inhaltlich steht Romney daher in vielerlei Hinsicht Angela Merkel näher, als Obama es tut. Dessen Regierung wurde nie müde, von Deutschland noch mehr steuerfinanzierte Investitionsprogramme oder etwa die Einführung von Eurobonds zu fordern. Obama war ein Keynes, Romney würde eher ein Anti-Keynes. Das heißt: Ausgabenkürzungen, Haushaltskonsolidierung, keine höheren Steuern. Und: keine Bankenregulierung.

Allerdings wären europäische Interessen durch einen Regierungswechsel in Washington D.C. auch auf vielen anderen Gebieten betroffen. Guantanamo würde weiterhin nicht geschlossen, Drohnenangriffe auf mutmaßliche Terroristen unvermindert fortgesetzt, der globale Klimaschutz vollends negiert. Und zweifellos bliebe sich Amerika bei zwei seiner gesellschaftlichen Großthemen, die Europäern ein stetes Unbehagen bereitet, treu – der Todesstrafe und dem Recht auf Waffenbesitz. Insofern wäre der transatlantische Diskurs nicht vor einem Rückfall in jene Stereotype gefeit, die bereits zu Zeiten von Ronald Reagan und George W. Bush gepflegt wurden.

Romney hat angekündigt, eine eher interventionistische als isolationistische Außenpolitik zu betreiben. In China und Russland sieht er Widersacher, die Opposition in Syrien möchte er gezielt bewaffnen, den amerikanischen Abzug aus dem Irak verurteilt er als verfrüht, sein bester Freund im Nahen Osten ist Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Seite 2: Ist Romney in außenpolitischer Hinsicht ein Reagan ohne Geld und ein Bush ohne Rückhalt?

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Romneys Ahnungslosigkeit über den Rest der Welt

Alles leere Phrasen, die Rommney drischt. Und dennoch könnte er für die Welt gefährlich werden.
Etwa, wenn er - wie seinerzeit George W. Busch - neue "Kriegsziele" sucht und natürlich auch finden wird.
Herrscht in den Vereinigten Staaten von Amerika eigentlich "Demokratie"?
Wenn es nur Reichen oder von Reichen gesponserten Politikerinnen und Politikern gelingt, in politsche Ämter zu gelangen oder gar US-Präsident zu werden, ist etwas faul im Staate Amerika.
Und die Wahlbeteiligung dort spricht klar dafür, daß eine riesige Mehrheit innerhalb der Bevölkerung längst erkannt hat und spürt, daß sie mit ihrer Stimme bei Wahlen eigentlich garnichts ausrichten kann.
Selbst Barack Obama "tanzte" nach der Pfeife der Reichen und der Großindustrie, brachte eine Schließung des Gefangenenlagers auf Kuba (Guantanamo) nicht zustande und wurde "vom großen Geld" sozusagen "propagandistisch zerrissen."
Dahinter standen eindeutig republikanische Kreise, die ihre Macht und ihren Einfluß in den Staaten schwinden sahen bzw. sehen.
Aber: Wir in Europa, insbesondere auch in Deutschland, sind ebenfalls auf bestem Wege, uns weiter von demokratischen Strukturen zu verabschieden.
Die Wahlbeteiligung nähert sich auch hier der 50 Prozent-Marke und selbst die Sozialdemokatie verabschiedete sich inzwischen vom politischen Ziel eines Demokratischen Sozialismus, also einem Mehr an sozialer Gerechtigkeit durch Umverteilung von oben nach unten und nicht - wie seit Jahrzehnten kapitalistischer Herrschaft - von unten nach oben.
Insofern ist Romney schlecht informiert, sofern er überhaupt ein wirkliches Interesse an den Partnerstaaten in Europa hat.

  • Antworten
Yvonne Walden13.10.2012 | 18:10 Uhr

Verschwörungsquatsch

Liebe Frau Walden,
ich empfehle Ihnen dringend mal ein paar Tage Pause zu machen. Permanent dreschen Sie hier auf die bösen Reichen ein statt sich bei ihnen (da sie unsere Gesellschaft finanzieren) zu bedanken.

Ferner entwickeln Sie wirklich "abgedrehte" Verschwörungstheorien wie
"Selbst Barack Obama "tanzte" nach der Pfeife der Reichen und der Großindustrie, brachte eine Schließung des Gefangenenlagers auf Kuba (Guantanamo) nicht zustande und wurde "vom großen Geld" sozusagen "propagandistisch zerrissen." Dahinter standen eindeutig republikanische Kreise,... "

Wo haben Sie denn diese Theorie her, wieso muss jemand - der zwei Jahre lang Senat und Repräsentantenhaus mit ausreichender Mehrheit beherrscht auch nur irgendein Zugeständnis an die "bösen" Republikaner machen? Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund, das geben Sie ja auch zu- sonst würden Sie nicht die nächste Verschwörung a la Walden erfinden.

Also, lehnen Sie sich mal zurück, lernen Sie ein paar Reiche und Republikaner kennen - und anschließend revidieren bestimmt auch Sie ihre aktuelle Meinung.
Reiche und Republikaner sind nämlich weder böse noch "Darth Vader" - sondern i.d.R. Menschen die (wie die Armen und Demokraten auch) nur das Beste für unsere (und die amerikanische) Gesellschaft wollen.

  • Antworten
Stefan16.10.2012 | 19:33 Uhr

Was soll man von einem Land

Was soll man von einem Land erwarten, das sich Jahrzehnte lang vorwiegend über seinen Antikommunismus definiert hat? Für viele Amerikaner ist doch schon eine öffentliche Krankenversicherung "Communism".

  • Antworten
Kong25.10.2012 | 21:47 Uhr

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