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 > Fauler Sozialist gegen reichen Rassisten

Weltbühne

US-WahlkampfFauler Sozialist gegen reichen Rassisten

Von Malte Lehming5. September 2012
picture alliance
obama,romney
Zwischen Obama und Romney ist ein sachlicher Diskurs unmöglich
Schrift:

Moderat ist out. Die USA sind nicht nur tief gespalten, die Meinungen rücken immer mehr in die Extreme. Seriös ist der Präsidentschaftswahlkampf von Demokraten und Republikanern in den USA nicht mehr zu führen.

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Wozu gibt’s Parteitage? Für die Menschen da draußen, das Volk, die Wähler? Nein, Parteitage dienen der Partei und ihrem Spitzenkandidaten. Sie soll geeint und er gestärkt werden. Sie soll elektrisiert und er gekrönt werden. Der Ritus gleicht in seiner Funktion dem Kreis, den eine Sportmannschaft kurz vor Beginn des Spiels bildet, die Arme um die Schultern gelegt, und sich mit letzten lauten Anfeuerungsrufen motiviert. Oder dem Abendmahl, das die Gläubigen seelisch gerüstet in die Woche schickt.

In Amerika ist das nicht anders. Republikaner und Demokraten inszenieren ein gigantisches Schauspiel, um sich ihrer eigenen Kraft zu vergewissern. Die Zuschauer im Land dienen als Staffage. Manchmal gelingt es zwar einem Kandidaten, anschließend in den Umfragen ein paar Prozentpunkte zuzulegen, doch weitaus entscheidender ist in aller Regel das erste TV-Duell. Der Wähler bildet sich sein Urteil am liebsten im direkten Vergleich.

[gallery:Wer ist Mitt Romney? Ein Kandidat zwischen Fettnäpfchen und Hoffnungsträger]

Herausforderer Mitt Romney hat in der vergangenen Woche in Tampa sein Ziel erreicht. Mit dem Rekordwert von 87 Prozent stehen die Republikaner jetzt uneingeschränkt hinter ihm. Auch ihre Abneigung gegen Barack Obama ist mit 90 Prozent auf einem neuen Hoch. Drei Viertel der Republikaner empfinden jetzt gar starke Antipathien gegen den amtierenden Präsidenten.

In den jüngsten Umfragen liegen Romney und Obama gleichauf, mal liegt der eine, mal der andere knapp vorn. Und es wäre überraschend, wenn sich der Trend nach dem Parteitag der Demokraten drastisch ändern sollte. Denn ein ohnehin polarisiertes Land erlebt einen polarisierenden Wahlkampf. Und die Medien sind längst in Teil davon.

Auf der Meinungsseite der liberalen „New York Times“ standen am vergangenen Samstag vier große Stücke. Alle richteten sich gegen die Republikaner. Im ersten wurden sie der permanenten Lügnerei bezichtigt. Im zweiten hieß es, sie seien außenpolitisch zerstritten. Im dritten machte sich der Autor über den Parteitags-Auftritt von Clint Eastwood lustig. Im vierten wurde ihre angebliche Wirtschaftsinkompetenz bemängelt.

Auf der anderen Seite geht’s nicht minder parteiisch zu. Der konservative TV-Sender „Fox News“ hämmert seinen Zuschauern jeden Abend dieselben Vergleichszahlen zu 2008 ein. Millionen mehr Arbeitslose, ein Benzinpreis, der sich verdoppelt hat, eine Staatsschuldenlast, die um fünf Billionen Dollar gestiegen ist.

Auf der folgenden Seite: Argumentativer Diskurs? Fehlanzeige!  

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Anti-Demokratie in den USA?

Wie in allen kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen fürchten die Superreichen um Macht und Einfluß.
Deshalb fürchten sie explizit-sozialistische Parteien und deren Exponenten "wie der Teufel das Weihwasser".
In den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ist diese Haltung extrem ausgeprägt.
Dabei wollen nicht einmal die Protagonistinnen und Protagonisten der Demokratischen Partei einen wirklichen Systemwechsel, also ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das auf ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit setzt und mehr Gleichheit bei Einkommen und Vermögen anstrebt.
Weil die "kleinen Leute" in den USA keine adäquate politische Vertretung haben, üben diese sich in Wahlabstinenz.
In Wirklichkeit könnten die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen eine klare Mehrheit bilden und "ihren" eigenen Kandiaten durchbringen, der weder Obama noch Romney heißen würde.
Was fehlt, ist Geld für eine effektive Propaganda und sind fehlende Medien, die eine solche "Partei der normalen Bürgerinnen und Bürger" unterstützt.
Verkehrte Welt! Von demokratischer Willensbildung und demokratischen Wahlverfahren kann angesichts der Tatsache, daß Geld die Politik bestimmt, wirklich keine Rede sein. Auch nicht in Deutschland und den übrigen europäischen Nachbarländern.

  • Antworten
Yvonne Walden06.09.2012 | 13:33 Uhr

Wahlen

Das kleine 1x1 der Demokratie habe ich schon vor 40 Jahren gelernt. Es lautete: "Ohne die Stimmen der Arbeitnehmer kann niemand an die Regierung kommen und ohne die Stimmen der Arbeitgeber kann niemand regieren". Inzwischen müsste man die Medien da noch irgendwie einbauen. Hat jemand Vorschläge für eine aktualisierte Phrase?

  • Antworten
Willy Ehrlich07.09.2012 | 12:36 Uhr

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