Jump to Navigation
Startseite

Fernweh, Abenteuer & Exotik:

Warum reisen wir?

Reise Spezial
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Lahme Ente oder Hüterin der Werte?

Weltbühne
EU contra Ungarn

Lahme Ente oder Hüterin der Werte?

von 
Marion Kraske
24. Januar 2012
picture alliance
Lahme Ente, EU, Ungarn, Mediengesetz, Orban, Brüssel, Artikel 17
Jobbik-Anhänger bringen ihre Europa-Aversion zum Ausdruck

Es ist die Nagelprobe für die EU: Schafft es die Union, den Ungarn Viktor Orban auf seinem autoritären Kurs zu zähmen? Die Gemeinschaft scheint für derlei Fälle schlecht aufgestellt

Seite 1 von 2

Im EU-Parlament in Straßburg knisterte es, die Stimmung war gereizt. Viktor Orban musste sich vergangene Woche die harsche Kritik der Abgeordneten gefallen lassen. „Sie bewegen sich in die Richtung eines Chavez, eines Castro und all der totalitären Regime dieser jämmerlichen Welt, die wir bekämpfen“, wetterte Grünen-Urgestein Daniel Cohn-Bendit und nahm den ungarischen Regierungschef auch optisch scharf ins Visier. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Guy Verhofstadt, konstatierte vernichtend, Orban sei „auf dem falschen Weg“.

Dass Ungarns Regierung grundlegende Werte der EU mit Füßen tritt, dass er einen autoritären Kurs eingeschlagen hat – darüber herrscht bei zahlreichen Kommentatoren innerhalb Europas inzwischen Konsens. Zu einseitig die Maßnahmen, zu offensichtlich der Plan, das Land auf Kurs zu bringen - auf Fidesz-Kurs. Bedenklich stimmt vor allem der offensichtliche Versuch, den Einfluss der eigenen Partei über die Amtszeit hinaus zu zementieren.

Tatsächlich nutzt die Orban-Partei ihre 2/3-Mehrheit im Parlament auf brachiale Weise, um Tatsachen zu schaffen: Um den eigenen Machtausbau voran zu treiben, um gleichzeitig die Rechte unabhängiger Institutionen einzuschränken. Orban selbst nennt das eine „konservative Revolution“. Der ungarische Schriftsteller und ehemalige Dissident György Konrad sieht dagegen eine „neuartige Diktatur“ aufziehen, die versuche, innerhalb der EU zu existieren.

In den vergangenen Monaten hat die ungarische Regierung flächendeckend eine Politik der Gleichschaltung betrieben: Systematisch knöpfte sie sich die Medien, die Kultur, die Gerichte, zuletzt auch die Zentralbank vor, die, so die jüngsten Pläne, mit einem Finanzmarktregulierer fusionieren solle. Die Unabhängigkeit der Währungshüter wäre damit dahin. Wichtige Institutionen des checks and balance-Systems hängen bereits am Gängelband eines Regierungschefs, der in Preisboxermanier beweist, dass er weder demokratischen Grundsätzen noch der EU als solches besondere Wertschätzung gegenüber bringt.

Die EU-Kommission ist alarmiert, gleich drei Vertragsverletzungsverfahren brachte sie vergangene Woche auf den Weg. Brüssel prangert in zentralen Bereichen Verstöße gegen EU-Recht an - es geht um die Unabhängigkeit der Notenbank, der Justiz und der Datenschutzbehörde. Die Regierung Orban hatte die Gesetze im Zuge einer Verfassungsreform im Schnellverfahren durch das Parlament gepeitscht. Die Herabsetzung des Alters bei Richtern und Staatsanwälten etwa, so raunt man in Budapest, diene ausschließlich dazu, ältere, weniger regimetreue Justizvertreter auszusortieren, und – wie schon im ganzen Land – jüngere Parteisoldaten zu installieren.

Einen Monat hat Orban nun Zeit, die entsprechenden Passagen zu ändern. Die Einwände der EU seien Kleinigkeiten, befand der Ungar. Die neuen Gesetze und die neue Verfassung bewege sich auf der Grundlage europäischer Werte. Es bedürfe lediglich eines „technischen Dialogs“. Lediglich im Falle der Unabhängigkeit der Notenbank signalisierte Orban demonstratives Entgegenkommen – er ahnt, dass die EU in diesem sensiblen Punkt unter keinen Umständen mit sich verhandeln lässt.

Erfahren Sie auf der nächsten Seite mehr über das umstrittene Mediengesetz der Ungaren

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
2 Kommentare
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Merkels Spardiktat
Deutschland ist das China Europas
von
Gunter Hofmann
01.05.2012
Fall Timoschenko
Ist das ukrainisch-europäische Verhältnis zerrüttet?
von
Anke Myrrhe, Claudia von Salzen
26.04.2012
Unter Orbán
Ungarische Literatur in Gefahr
von
János Szegö
03.04.2012
Griechenland
Bankrott oder Bürgerkrieg
von
Eric Bonse
16.03.2012
Europäische Union
Kommt jetzt die EU-Finanz-Transaktionssteuer?
von
Albrecht Meier, Antje Sirleschtov
13.03.2012

zum Dossier Quo vadis, Europa?

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
Neues Dossier anlegen:

Wer ist hier Chavez?

- „Sie bewegen sich in die Richtung eines Chavez, eines Castro und all der totalitären Regime dieser jämmerlichen Welt, die wir bekämpfen“, wetterte Grünen-Urgestein Daniel Cohn-Bendit -

DAS nennt man fundierte Kritik? Ohne jede Grund, und vor allem ohne jede Begründung wird über Ungarn hergezogen. Ja, klar, Orban fürht eine Koalition mit 2/3 Mehrheit und kann somit VOLL DEMOKRATISCH jeden Abstimmung gewinnen.

Das gefällt den linken EU-Größen nicht. Die mögen so lange abstimmen lassen bis es passt und zur Not ein Mitglied boykottieren nu weil die WÄHLER "falsch" abgestimmt haben. Und nu will die EU auch noch die Zustimmung eben diese Wähler? Zeigen sich verschnupft wenn ein Regierungsschef im Sinne seiner Wähler agiert. Dazu noch so peinlich, dass keiner der EU-Parlamentarier die Kritik äußerten die Texte die sie kritisierten gelesen haben. Offensichtlich nicht.

Die Schweizer haben recht: bilateral kann man schon mal Verträge machen, aber die wollen sich den Anarchismus in Brüssen nicht schutzlos aussetzen. Wenn die EU Ungarn nicht will, hat Ungarn die Chance eine zweite Schweiz zu werden. Wäre sicher lukrativer als diese Possen mitzumachen.

Seid ihr noch zu retten da im brüsseler Zirkus?

.

  • Antworten
Andy24.01.2012 | 14:16 Uhr

Unausgewogen

Der Artikel malt, wie viele andere auch, ein schwarz-weiß Gemälde von den bösen Ungarn und der guten EU. Wenn von Diktatur geredet wird, wäre es interessant zu wissen, weshalb in der EU nicht über den Lissabon-Vertrag abgestimmt wird, der die europäische Verfassung werden soll. In zwei Ländern hat man es ja probiert und es ging daneben. Wo war da eine demokratische 2/3-Mehrheit.

Wenn das Volk die Falschen wählt, dann ist das natürlich nicht Demokratie sondern die "Diktatur der Masse". Wie eine solche 2/3 Mehrheit überhaupt zustande kommt, erklärt auch keiner. Warscheinlich hat die vorherige sozialistische Regierung alles richtig gemacht, denn die EU hatte absolut nichts zu beanstanden.
Nur dem dummen Volk hat es eben nicht gefallen. Wie so etwas ausgehen kann, haben die Ungarn 1956 schon einmal erfahren.

Orban hat sich den Unmut der EU vor allem deshalb zugezogen, weil er ausländische Konzerne besteuern läßt, statt bei der EZB zu betteln. Nun sucht man Gründe ihm dennoch das Wasser abzugraben, damit er endlich zu Kreuze kriecht. Wenn das nicht Demokratie ist?

  • Antworten
Domingo25.01.2012 | 09:51 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
ZDF-Wutinterview Hooligan Horst und die hohe Kunst der Diplomatie
Facebooks Börsengang „Zuckerberg ist ein Hütchenspieler“
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Das Journal: Buchrezension Wie kommt Hölderlin auf den Pamir?
lesen: Journal Reines Gedankenkino
Olaf Scholz Der Macher im Parlament
Louise T. Blouin MacBain Ein erfolgreicher Feldzug durch die Kunstwelt
Die Karriere der Condoleezza Rice Wie schwarz ist Condi?
Chronist der Massenkultur Gurskys schöne teure Welt
"Die Gegensätze sind viel zu groß"
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Merkels Europapolitik Die Kanzlerin hat verloren
Hans-Olaf Henkel „Wir brauchen ein Fukushima beim Euro“
Urheberrecht und Lobbyisten Die Copyright-Kriege
24h | letzte Woche | letzter Monat
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
Springer-Ehrenpreis Wie Ayaan Hirsi Ali Breiviks Massenmord erklärt
Verwilderung der Sitten Fußball als Kampfsport
Warum der Hype? Sarrazin II, die Politik und der Markt
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Republik der Rechthaber Sarrazin, der Euro und die Brüllaffen
Die Schweiz Das deutschfeindlichste Land Europas
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
heute-show Welkes Spiel mit der Politikverachtung
Die Emanzipation ? ein Irrtum?
Claus Kleber Selbstdemontage eines Nachrichtenstars
Gedicht zum Israel-Iran-Konflikt Was spricht in Günter Grass?
Piraten Digital naiv, neoliberal und gefährlich
Anzeige

DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers stiftung neue verantwortung
Energiewende? Fehlanzeige!

Die bange Frage, ob die Energiewende bereits gescheitert sei, macht seit einiger Zeit die Runde…

zum Blogeintrag
Merkel, Kanzlerin, bissig, Gebiss, Jugend forscht Mundwasser
Dossier

Merkel, ihre Männer und die Macht

zum Dossier

Frage des Tages

Was fordert Athens Linkschef von Merkel?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Euro, Krise, ratingagenturen, Tod des Euros, AAA+, Herabstufung
Dossier

Des Euros letztes Stündlein?

zum Dossier

Bildergalerie

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET

WIM WENDERS - PLACES, STRANGE AND QUIET
zur Bildergalerie

Thema der Woche

Merkel, ihre Männer und die Macht
zum Dossier

Die Juni-Ausgabe ab Donnerstag am Kiosk

Angela Merkel
Das Geheimnis der Glucke

„Mehr Steuern, mehr Staat!“
Gespräch mit Gabriel und Trittin

Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Anzeige
Video

Ein ganz normales Paar

Video
In Kooperation mit alle Videos
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Anzeige
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben