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 > Einst Prinzessin, heute Hexe von Syrien

Weltbühne

Asma al-AssadEinst Prinzessin, heute Hexe von Syrien

Von Marie Amrhein13. März 2012
picture alliance
Asma al-Assad, Baschar al-Assad, Syrien, Bürgerkrieg, Homs
Für die Abstimmung zur neuen Verfassung zeigte sich Asma al-Assad an der Seite ihres Gemahls
Schrift:

Asma al-Assad galt als große Hoffnungsträgerin, als gebildete Frau, emanzipierte Muslima, freiheitsliebende Ehegattin. Heute ist die Frau des Diktators Baschar al-Assad in der Gunst der Medien gefallen – und das, obwohl niemand weiß, was wirklich in ihr vorgeht

Seite 1 von 2

Die Frau an sich war viel Thema in der vergangenen Zeit. Nachrichtlich stürzte sich alles auf den Weltfrauentag, die Bild-Zeitung schickte einen Tag lang ihre weiblichen Mitarbeiter nach Hause, bei der taz wurde die Frauen-Fahne gehisst, die Linken-Fraktion im Bundestag kam in weiblicher Vollzähligkeit und im lila Schal, während sich Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi publikumswirksam in einem von Weibern dominierten Kindergarten zeigte und einem kleinen Jungen den Nacken kraulte.

Verquickt mit Lobeshymnen an die Frau gab ein Frauenquoten-Verächter nach dem anderen sein plötzliches Umdenken bekannt. Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo oder die Newsweek-Chefredakteurin Tina Brown begaben sich auf eine gut bereitete Bühne der Quoten-Anhänger, die vor allem der Initiative einer Schar JournalistInnen und ihrem öffentlichen Aufruf zu mehr Frauenquoten im Nachrichtenwesen zu verdanken war.

Frauen an die Front, also. Weil sie weise sind, kreativ, einfühlsam, gute Teamworker, unverzichtbare Mitarbeiter.  Die Frau an sich wurde in den Himmel gelobt. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche ins Unermessliche. Während die Männer hinterhertrotten, sollten erfolgreiche Frauen mindestens gutes Aussehen, Kinder, Karriere und nebenher am besten die Weltenrettung anbieten können.

Einer von ihnen wurde zeitweise all das zugeschrieben – nun aber scheint sie die erworbenen Meriten wieder zunichte zu machen. Und wer ist Schuld? Ihr Mann natürlich. Die Rede ist von Asma al-Assad. Sie ist 36 Jahre alt und seit zwölf Jahren mit Baschar al-Assad verheiratet. Asma spielt zurzeit die Rolle der Verräterin ihres Geschlechts par excellence. Sie habe alle getäuscht, vor allem aber die Journaille dieser Welt – und das ist kein leichtes Vergehen, wie sich derzeit beobachten lässt.

Allzu schön ließ sich das Bild zeichnen von der „Königin Diana des Orients“ (Paris Match), von der glanzvollen Hoffnung der syrischen Nation. Als der Aufstand der Syrer gegen ihren Machthaber im vergangenen Jahr begann, hatte sich die Vogue gerade mit einer extraordinären Lobhudelei auf die schöne Syrerin vergaloppiert. Man schwärmte von ihrem Glanz, ihrer Eleganz, ihrem unkomplizierten Wesen, ihrer Schönheit, ihrem Selbstbewusstsein. Sie galt als emanzipiert und freiheitsliebend.

Die Tochter einer syrischen Diplomatin und eines Herzchirurgen wuchs in London auf. Es folgten das Studium an einer Elite-Mädchenschule, Diplome in Informatik und Französischer Literatur, Bestnoten. Als aufgeschlossen und „kein bisschen traditionell“ beschrieben ihre Profs an der Uni in London die Muslima. Hier lernte sie vermutlich auch Baschar al-Assad kennen. Später arbeitete sie als Finanzanalystin für die Deutsche Bank. Asma al-Assad führte ein Leben, das uns Europäern nahe ist.

Nachdem sie sich in London kennen gelernt hatten, kehrte Baschar al-Assad 1994 nach Syrien zurück, 2000 heirateten die beiden. Glaubt man Asma al-Assad, hatten sie sich bei einem Treffen 1999 verliebt. Andere Quellen sprechen von einer von den Familien arrangierten Ehe. Heute hat das syrische Herrscherpaar drei Kinder: Hafiz, 10, Zein, 8, und Karim, 7.

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Götzenbilder / Heilverheißungen / Verantwortungslosigkeit

Nun ist besonders bei den medial-tätigen Frauen besonderns zu beobachten, wie wenig sie 'das' Idealbild der Frau, das kollektive Überbild, von der Realität trennen können und wollen. Immerhin speist sich aus dieser Ideologie der Anspron und auch Kraft.
Nur durch das 'Andocken' an (kollektiven) Bildern(!), was eher einen passiven Akt des Ergriffenseins meint, kann man den Irrsinn, den medialen Frauen nachrennen und sich und andere verheizen erklären.

Natürlich kennen wir die Macht von Schönheit(Götzenbild), der wir automatisch alle anderen Huldigungen entgegenbringen möchten, etwa das Gute oder Edle ect. Und gerade diejenigen, die durch ihr Aussehen oder den Charm, gefährdet sind sich ganz mit Schönheit zu identifizieren, und ihr Sein nach diesem inneren Ethos von Schönheit ausrichten, um mit dieser Wirkung Kapital zu schlagen oder Macht auszuübern, oder nur davon gelenkt ihr persönliches Leben ausrichten, gerade diejenigen sind gefangen und zu nahe identifiziert von diesem Götzenbild der Frau, welches entworfen wird, dass sie nicht mehr zwischen Realität und Ideologie trennen können.

Sie können diese Opfer überall erleben - sieerscheinen al taffe, starke Frauen, und huldigen durch ihr sein dem Sternbild am Himmel - und wehe die Realität verweigert sich dem versprochenen Heil...

Aber auch medial abseitige Mädchen sind so ergriffen von diesem Götzenfrauenbild, und so sehr identifiziert, dass man glauben möchte, sie selbst wären real benachteiligt, vergewaltigt, ungerecht behandelt worden. Ein Realitätscheck, inwiefern ihr persönliches Leben denn wirklich diesem Bild enstpsricht wird als häretische Gotteslästerung mit entsprechender heftiger Reaktion verbannt. Und auf eine unidentifizierte, also nüchterne, und objektivierte Problemlösung lässt man sich schon gar nicht ein - weil eine bloß reale Lösung (ohne Einbezug der ideologischen Opferdarbringungen) einer Entheiligung des Bildes gleich käme.

[Anm.d.Red.: Wir behalten uns das Recht vor, Texte mit Überlänge zu kürzen. Fassen Sie sich bitte kurz, um dies zu vermeiden.]

  • Antworten
Sitte12.03.2012 | 19:34 Uhr

Frau Assad ist sicherlich keine Hexe

Auch wenn ihrem Mann ziemlich scheußliche Sachen vorgeworfen werden. Ich denke auch dass sie wenig Einfluss auf ihn und seine Regierung hat ,moeglicher Weise möchte sie das Land verlassen wenn es ihr und ihren Kindern? Möglich wäre schließlich lebt die ganze Familie auf einer hochexplosiven Bombe,die jeden Tag hochgehen koennte
Freiwillig ist sie sicherlich nicht mehr in Syrien doch wohin?

  • Antworten
Karin Bryant12.03.2012 | 20:40 Uhr

Asma al-Assad

Ich kann mir nur vorstellen, dass diese Frau alles "tut", um unbeschadet das systematische Abschlachten der syrischen Bevölkerung durch ihren Mann, resp.durch seine Schergen, ertragen zu können und psychisch zu überleben.
Bekannt ist das "Stockholm Syndrom", das beschreibt, wie sich die Opfer einer tagelangen Geiselhaft durchaus positiv gegenüber ihren Geiselnehmern verhalten haben. Während, aber auch nach der Zeit der Geiselhaft.
Ein anderer Ansatz ist für mich,dass der psychische Stress, unter dem die Präsidentengattin seit Monaten steht, dazu beigetragen hat, dass sie sich zwischenzeitlich mit dem grauenhaften Verhalten ihres Mannes identifiziert. Dies ebenfalls als ein unbewusster Vorgang.
Anders kann ich mir das Verhalten einer westlich sozialisierten Frau nicht erklären.

  • Antworten
esther12.03.2012 | 23:19 Uhr

Amrhein, Einst Prinzessin

Was ist das nur für ein oberflächlicher Artikel (beginnend mit "viel Thema"?!), der nur die üblichen Fragen einer "Bunte" stellt, und nicht einmal ansatzweise den Versuch unternimmt, analytisch und inspiriert zu sein. Keine gute journalistische Arbeit.

  • Antworten
Ulrike Müller13.03.2012 | 13:20 Uhr

Asma al Assad

Madame Assad (wohlgemerkt nicht First Lady, diesen Titel trägt des Präsidenten Mutter) ist sicherlich zu ihren Ungunsten medial verehrt worden.
Als ehemaliger Mitarbeiter in einer von ihr gegründeten NGO ("reine" NGOs gibt es in Syrien nicht) möchte ich jedoch sagen, dass Frau Assad eine sehr analytische Denkweise hat, und sich mit großem Elan für den Fortschritt in der Zivilgesellschaft eingesetzt hat.

Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung ist die Ablehnung des Regimes in Syrien lange nicht so verbreitet wie oftmals dargestellt, und insbesondere die intellektuelle und wirtschaftliche Elite, bestehend zum größten Teil aus aktuellen oder ehemaligen Profiteuren des Systems, unterstützt das Haus Assad weiterhin bedingungslos.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Frau Assad das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gut heißt. Dass sie am Verlassen des Landes gehindert wird, halte ich jedoch für ebenso ausgeschlossen.
Da sie sich auch immer ein wenig als arabische bzw. levantinische Feminismusvorreiterin gesehen hat, für viele junge Syrerinnen ein ganz außerordentliches Vorbild ist, und meiner Kenntnis nach weiterhin mehrere humanitäre Langzeitprojekte leitet und betreut, hat sie sich wahrscheinlich gegen das offensichtlich Richtige und für einen äußerst schwer zu begehenden Weg entschieden.
Es wäre jedenfalls definitiv nicht das erste Mal.

  • Antworten
robert.18.03.2012 | 00:13 Uhr

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