Joe Biden, der amtierende Vizepräsident, diskutiert am Donnerstag mit Paul Ryan, einem konservativen Ideologen – unter normalen Umständen würden sich nur Politik-Junkies für dieses Ereignis interessieren. Aber diesmal ist alles anders
Unter normalen Umständen würden sich nur Politik-Junkies für dieses Ereignis interessieren. Joe Biden, der amtierende Vizepräsident, diskutiert an diesem Donnerstag mit Paul Ryan, dem Herausforderer. Dabei spielt der Vizepräsident kaum eine Rolle in den USA. Vom 69-jährigen Biden war in den vergangenen vier Jahren eigentlich nie die Rede. Der 42-jährige Ryan ist auf nationaler Bühne ein noch unbeschriebenes Blatt. Was soll daran spannend sein?
Alles! Denn diesmal ist alles anders. Da ist, erstens, die Dynamik des Wahlkampfes. Barack Obama und seine Getreuen sind seit dem Debattendebakel aus Runde eins in der Defensive. Mitt Romney hat in den Umfragen rasant aufgeholt. Ihm gehört das Momentum. Plötzlich sind die Republikaner enthusiastischer als die Demokraten. Die Präsidentschaftswahl ist zu einem echten Kopf-an-Kopf-Rennen geworden. Der Stimmungsumschwung überträgt sich auch auf die entscheidenden „swing states“.
[gallery:Wer ist Mitt Romney? Ein Kandidat zwischen Fettnäpfchen und Hoffnungsträger]
Im Wahlkampf fungiert der Vizepräsident als eine Art Generalsekretär. Von Biden wird folglich erwartet, dass er Obama wieder nach vorne bringt. Biden ist ein Profi. Seit 36 Jahren sitzt er im Senat, zweimal ging er als Präsidentschaftsanwärter ins Rennen. Er kann Populismus, Gefühl, Klassenkampf und Gewerkschaftsrhetorik. Anders als Obama muss Biden nicht unbedingt präsidial wirken, sondern darf sich seinen Kontrahenten auch mal zur Brust nehmen.











2 Kommentare