Der Cousin des syrischen Machthabers kämpft für einen friedlichen Wandel in seiner Heimat. Ribal al Assad erzählt, warum das Militär über seinen Cousin lacht, sein Vater unschuldig ist und wie es ist, mit dem Namen al Assad zu leben
Herr al Assad, Ihr Name
erreicht derzeit traurige Berühmtheit. Wie lebt es sich
damit?
Mein Name ist sicher nicht dazu geeignet, viele Freunde zu
gewinnen. Aber er öffnet mir auch Türen und gibt mir die
Möglichkeit, auf internationaler Ebene über die Situation in meinem
Heimatland zu sprechen. Am Ende sollte zählen, was ich sage, und
nicht mein Name.
Sie leben seit Ihrem neunten Lebensjahr im Exil. Haben
Sie noch Kontakt zu Ihren Verwandten in Syrien?
Ich habe Brüder, Schwestern, Neffen, Nichten und Cousins, die in
Syrien leben, und mit den meisten davon stehe ich noch immer in
Kontakt, obwohl ich sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen habe.
Auch sie tragen den Namen al Assad, aber auch sie wünschen sich,
dass das Regime abgelöst wird und Syrien ein demokratisches Land
wird.
[gallery:Es war einmal in Syrien: Assads Freunde aus dem Westen]
Eignet sich der Friedensplan der Vereinten Nationen und
der Arabischen Liga dafür?
Es gibt keine Alternative dazu. Ein Militärschlag würde einen Krieg
im Nahen Osten und wohl auch darüber hinaus auslösen. Und auch ein
Sturz des Regimes von einem Tag auf den anderen wäre fatal, denn
die Folge wäre ein gefährliches Machtvakuum, was vollends in den
Bürgerkrieg führen und die ganze Region destabilisieren könnte. Die
Umstürze in Libyen und Ägypten haben gezeigt, dass man ein
politisches System zum Kippen bringen kann, die Konsequenzen aber
ungleich schwerer zu kontrollieren sind.
Wie wichtig ist die Figur Baschar al Assads für das
Regime?
Die Regierung ist kein Ein-Personen-Regime, sondern wird von vielen
Leuten gestützt, die jede Reform verhindern wollen, um ihre eigenen
Interessen zu wahren. Baschar verfügt über keine eigene Machtbasis,
sondern nur über die geerbte Macht seines verstorbenen Bruders. Das
Militär lacht über ihn. Ich glaube nicht, dass er die komplette
Kontrolle in Syrien hat.
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