Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > An Berlin vorbei

Weltbühne

Romneys EuropatourAn Berlin vorbei

Von Gunter Hofmann31. Juli 2012
picture alliance
Mitt Romney, Merkel, USA
Mitt Romney. London, Warschau und Jerusalem hießen seine Reisestationen. Berlin lag nicht auf seiner Route
Schrift:

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney tourte durch Europa. Deutschland ließ er aus. Romney machte einen Bogen um Merkel und Berlin, das zugleich sehr machtbewusst und sehr introvertiert wirkt, äußerst selbstbezogen, manchmal fast autistisch, und das vertrauensstiftende Freundschaften nicht wirklich pflegt

Seite 1 von 2

Unehrlich wäre es zu behaupten, man hätte den republikanischen Präsidentschaftskandidaten aus den USA, Mitt Romney, in Berlin wahnsinnig vermisst. London, Warschau und Tel Aviv beziehungsweise Jerusalem hießen seine drei Reisestationen, mit denen er internationale Kompetenz beweisen wollte – inzwischen ist er wieder zu Hause, ein paar unbedachte Bemerkungen über die Organisation der Olympischen Spiele und gusseiserne Treueschwüre gegenüber den israelischen Hardlinern haben ihm vermutlich auch beim heimischen Publikum nicht einmal viele Punkte gebracht. Worum es mir aber geht, ist weniger Romneys Chance im Rennen selbst als die Frage, um welche Stadt der Amerikaner eigentlich einen Bogen gemacht oder welches Berlin er überflogen hat. Auch Obama, der Präsident, pflegt solche Zurückhaltung ja auffälligerweise konsequent seit Beginn seiner Amtszeit so.

Romneys Reiseroute wäre vielleicht weniger interessant, hätten nicht amerikanische Zeitungen noch vor wenigen Wochen berichtet, der Gegenkandidat gegen Präsident Obama wolle unbedingt Angela Merkel treffen. Das Argument: sie gelte als die starke Führungspersönlichkeit in Europa – und Deutschland verkörpere zudem ein erfolgreiches Wirtschaftsmodell inmitten lauter schwacher Regierungschefs und schwächelnder Ökonomien. Es klang so, als rechne er sich aus, vom Ruf dieser „stärksten Frau der Welt“, wie eine dieser beliebten Floskeln lautet, könne bei einer Visite ein wenig auch auf ihn abfärben.

Was hat sich geändert? Berlin bewahrte eisern Stillschweigen über die Gründe, die dazu geführt haben könnten, dass der Republikaner seine Reisepläne unversehens modifizierte. Die Sache ist natürlich eine heikle diplomatische Delikatesse. Es kann ja wirklich sein, dass er sich schlicht deshalb entschloss, Berlin auszusparen, weil er an der Resonanz hätte gemessen werden können, die Barack Obama als Präsidentschaftskandidat bei seiner Stippvisite an der Spree fand: 200 000 begeisterte Zuschauer jubelten ihm an der Siegessäule bei seiner Rede zu, nachdem Angela Merkel – die dem Amtsinhaber George Bush die Treue beweisen wollte – ihm ausdrücklich einen Auftritt am Brandenburger Tor verweigerte und auch sonst kein sonderliches Faible für den strahlenden Demokraten aus Chicago gezeigt hatte.

Dieser Linie, demonstratives Desinteresse, blieb sie seitdem übrigens trotz mancher gelegentlicher Turteleien auf dem Washingtoner Parkett treu, die das Gegenteil beweisen sollten. Sie ist die Kanzlerin, die wirkliche bilaterale Koalitionen offenbar ohnehin nicht nötig hat, sie gelten immer nur für den Moment. Wenn Mitt Romney also das Echo vermeiden wollte, dass ihm die Herzen der Deutschen nicht gerade enthusiasmiert zufliegen – während sie mit breiter Mehrheit immer noch für Obama schlagen - , dann war die Abwahl Berlins und die Entscheidung für das Trio engster Freunde, Cameron in London, Tusk in Polen, Netanjahu in Israel, sicher logisch.

Oder könnte es sein, dass Berlin hinter den Kulissen dem Republikaner bedeutet hat, ein solcher Besuch sei nicht besonders opportun? Man wird das natürlich nie offiziell erfahren. Obwohl es gut erinnerlich ist, dass sich die Kanzlerin – ähnlich wie im Falle Obama – im Bedarfsfall keineswegs geniert, Farbe zu bekennen: Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy hätte sie am liebsten sogar im Wahlkampf unterstützt, bevor der vor zuviel Umarmung zurückzuckte, und den sozialistischen Gegenkandidaten Hollande wollte sie nicht einmal aus Höflichkeitsgründen für ein Viertelstündchen empfangen.

Was immer also die Motive hinter den Kulissen für wen jeweils waren – die deutsche Seite muss man schon fragen dürfen, wie attraktiv oder unattraktiv sie auf dem internationalen Parkett wirklich ist. Zwar wird die deutsche Stärke und die „Macht“ der Kanzlerin insbesondere allenthalben beschworen, aber warum folgt so wenig daraus? Angela Merkel hat seinerzeit zwar ihre Präferenz für George Bush junior und auch für den Irak-Krieg erkennen lassen, und sie stimmte ein in den Chor derjenigen, die prophezeiten, nach dem Schröder’schen „Nein“ zu dieser militärischen Intervention gegen Saddam Hussein werde viele Jahre kein amerikanischer Präsident mehr mit den Deutschen kooperieren wollen. Aber – die Konsequenz hat sie nicht gezogen, sich auch weiterhin offen zu diesem Kurs zu bekennen oder das republikanische Lager in Washington zu unterstützen, was nahegelegen hätte, wenn sie denn mit dem Demokraten Obama so viel nicht anfangen kann. Eine nachvollziehbare, sichtbare, einigermaßen klar definierte Haltung gegenüber den USA vermag man ganz generell nicht zu erkennen. Die einsame Zurückhaltung der Deutschen im Falle Libyen hat das beispielhaft illustriert.

  • 1
  • 2
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
2 Kommentare
Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
US-Außenminister John Kerry
He speaks deutsch
von
29.04.2013
BVG-Urteil zur Anti-Terror-Datei
Erfassungsschutz
von
25.04.2013
Netzpolitik im Bundestag
Pimp my Parliament
von
25.04.2013

Zu den Kolumnisten von CICERO ONLINE
zum Dossier USA nach der Präsidentenwahl 2012
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier
Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Euro-Krise
Zurück nach Maastricht!
von
10.05.2013
Kanzlerkandidat Schmitt
„Hauptsache, das Ich gewinnt!”
Interview mit
Oliver Maria Schmitt
03.05.2013
US-Außenminister John Kerry
He speaks deutsch
von
29.04.2013
BVG-Urteil zur Anti-Terror-Datei
Erfassungsschutz
von
25.04.2013
Netzpolitik im Bundestag
Pimp my Parliament
von
25.04.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
Neues Dossier anlegen:

Warum sollte Romney ein Land

Warum sollte Romney ein Land besuchen welches schon besetzt und Untertan ist?

  • Antworten
Bussmann31.07.2012 | 13:08 Uhr

Eigentlich doch garnicht so schwer

Dieser Romdingsda, der macht doch eine Auslandsreise. Das ist einfach der Grund, nicht in Berlin zu landen. Denn die Alternative, daß der ein schlechtes Gewissen hat, erscheint mir zumindest wirklich zu weit hergeholt, schließlich ist er ein Politiker.

  • Antworten
Infoliner31.07.2012 | 13:28 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Sonntagskolumne: Mein Sozialstaat

Angie, gib' die Wohnung frei

Deutschland ächzt unter akutem Wohnungsnotstand

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. So zumindest wirkt es für die Menschen in den Ballungsräumen der Republik. Und dabei geht es nicht nur um den schönen Altbau mit Balkon im Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzkölln


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 680
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang