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Salon
„Gottschalk live“

Stichworte in Strickware

von 
Alexander Kissler
8. Februar 2012
picture alliance
Thomas Gottschalk, Gottschalk live, ARD, Vorabendprogramm, Wetten, dass...?
Angetreten, um „etwas ganz Neues“ zu präsentieren, „wirklich was Neues“: Thomas Gottschalk

Die Erwartungen an Quotenkönig Thomas Gottschalk waren hoch: Doch gut zwei Wochen nach dem Start von „Gottschalk live“ droht die Sendung zum Zuschauerflop zu werden. Warum? Fernsehkritiker Alexander Kissler schaute sich das neue Vorabendprogramm im Ersten an

Seite 1 von 3

Das kann doch nicht so schwer sein, Herr Gottschalk: 27 Minuten Plauderei zwischen Schmunzelkrimi und Wetterbericht. Wo liegt da das Problem für einen Gutelaunebengel wie Sie, einen alterslosen Gaudiburschen, der unlängst noch über zehn Millionen Menschen bei albernen Wetten und gelangweilten Hollywoodstars begrüßen durfte?

Ein einziges Problem aber ist „Gottschalk live“ dann doch geworden. Seit es Ende Januar im Ersten auf Sendung ging, sorgt es bei den Verantwortlichen, besonders aber bei der titelgebenden Hauptperson, für Hader und Beklemmung. Schauten anfangs deutlich über vier Millionen zu, pendelte sich das Publikum mittlerweile bei klar unter zwei Millionen ein. Am Dienstag wurde mit nur 1,2 Millionen Zuschauern gar ein neuer Tiefstwert erreicht.

Bildergalerie: Es war einmal bei „Wetten, dass...?“: Gottschalk und seine Politiker
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  • Gottschalk und seine Politiker

Die Quote beim Gesamtpublikum beträgt etwa sechseinhalb Prozent und liegt damit ebenso deutlich unter dem Senderschnitt wie jene in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Von diesen konnten sich bisher gerade einmal bis 440.000 (rund 4,5 Prozent) für Gottschalk erwärmen.

Angetreten waren Team und Moderator, um „etwas ganz Neues“ zu präsentieren, „wirklich was Neues“. So rechtfertigte Thomas Gottschalk in seiner nunmehr zweiten Intervention in eigener Sache in der „Bild“-Zeitung die enttäuschende Resonanz. Innovationen, heißt das, müssen sich ihr Publikum erst bilden. Er, Gottschalk, sei von dem Format „total begeistert“ und bitte um Geduld.

Worin liegt nun der behauptete innovative Charakter der Sendung – und woran ihr bisheriges Scheitern? Das formatleitende Interesse, wie es Gottschalk vorgibt, lautet: „Was war heute alles los?“ Beantwortet werden soll die Frage in einem denkbar engen Spektrum, im Milieu der bunten Blätter, der vermischten Meldungen und der guten Nachrichten. „Die Leute“, erläutert der Zampano in einer seiner vielen Selbsterklärungen, „die Leute wissen immer nicht, was will der Gottschalk da eigentlich am Vorabend. Ich will ein Lichtlein anzünden bei Ihnen zu Hause. (…) Nicht alles ist schlecht, es gibt auch Grund zur Hoffnung.“

Seite 2: Drei sei eine magische Zahl, „drei Musketiere, Dreifaltigkeit, morgen drei Prozent Marktanteil“

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Wie bitte soll das "noch vernünftig zu Ende (gebrach)t" werden?

Der "Zampano" hat schon - zimelich wörtlich - verlauten lassen, er habe es nun wirklich nicht nötig, sich "den Leuten (...) hinterherzutragen".

"Berühmt bin ich, reich bin ich - also mehr brauche ich nicht."

Er sei dann auch "einer der wenigen, die es sich leisten können, guten Mutes ins Exil zu gehen".

Was soll man dazu noch sagen oder weiter daran herumanalysieren oder -kommentieren?

Lasst doch bitte auch einfach los. (Das letzte Gnadenbrot lasst ihm):

So hat sich noch kein "Zampano" aus der deutschen Fernsehunterhaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verabschiedet.

  • Antworten
Erbarmen, Million(en)!08.02.2012 | 21:22 Uhr

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