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 > Zehn Tipps zum Umgang mit Zeitnot

Salon

Mythos MultitaskingZehn Tipps zum Umgang mit Zeitnot

Von Hartmut Rosa2. September 2012
picture alliance
Zeitnot, Momo, Tipps, Hamsterrad
Zeitnot: Ein Problem, das viele beklagen
Schrift:

Alles redet von Multitasking und Zeitspartechniken. Funktioniert alles nicht, meint der Soziologe Hartmut Rosa. Er rät zu einem bewussteren Umgang mit dem knappen Gut – und plädiert für ein Ende irgendwelcher Zeit-Management- oder Kontrolltechniken

Seite 1 von 2

I. Die Momo-Erkenntnis: Zeitsparen ist nicht die Lösung. Befreien Sie sich von der Illusion, durch neue Zeitspartechniken Ihr Zeitproblem zu überwinden. Dem Hamsterrad kann man nicht entkommen, man kann sich nur häuslich darin einrichten.

II. Die Momo-Konsequenz: Zeit verschenken macht zeitreich! Wenn Sie einmal das Gefühl haben wollen, richtig viel Zeit zu haben, dann müssen Sie sie verschwenden!

III. Zeitkontrolle und Zeitmanagement sind nicht mehr zeitgemäß. Der Versuch, mittels exakter Zeit- und Stundenpläne oder klarer Prioritätsordnungen das Zeitproblem zu lösen, muss in einer hochdynamischen Umgebung notwendigerweise scheitern.

IV. Entwickeln Sie ein Gefühl für Verschiebungen und Resonanzen! Erwerben Sie eine Technik der Ad-hoc-Balancierung, die Ihrer beschleunigten Umwelt angemessen ist. Aber bedenken Sie: Wirkliche Innovationen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Politik entstehen nur durch zähes, zeitresistentes Festhalten an einer Vision wider alle Kontingenzen.

V. Sie verpassen Vieles und Wichtiges! Reden Sie sich gar nicht erst ein, dass Sie schon nichts Wichtiges verpassen werden unter den E-Mails, Anrufen und Kontaktanfragen. Akzeptieren Sie, dass sich da draußen viel ereignet, während Sie offline sind. Das ist nicht nur egal, sondern notwendig.

Lesen Sie auf den nächsten Seite, warum der Schreibtisch immer voll sein sollte und warum Sie nicht als schuldiges Subjekt ins Bett steigen sollten

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Professor Rosa, ....

...Sie sprechen mir aus der zutiefst gequälten Seele! In allen Punkten! Ehndlich mal jemand, der meine Art, mit der Zeit umzugehen, nicht als Faulheit, Unstrukturiertheit und Ungehorsamkeit (gegenüber denen, die sich für weisungsbrechtigt halten) auslegt. Danke, danke, danke!

  • Antworten
Spitze_Feder03.09.2012 | 14:37 Uhr

Reduziert aufs Optimum!

Letztendlich ist das geforderte Ende irgendwelcher Zeit-Management- oder Kontrolltechniken ein sinnvoller Anfang, Zeit für sich zu nutzen. Allerdings macht das den Unmengen von Zeitsystem-Herstellern und "Zeitberatern" wenig Spass. Was an digitalen -und natürlich auch noch gedruckten- Systemen auf dem Markt angeboten wird, spottet überwiegend jeder Beschreibung. Viele Zeitgenossen "verpulvern" zur vermeintlich "systematischen Organisation" ihrer Arbeit ein Viertel ihres gesamte Zeitaufwands.
Weniger ist oft viel, viel mehr! Die Tipps kann man von 1-10 unterschreiben. Einige setze ich seit Jahren um, was bei manchen Kollegen anfangs Kopfschütteln verursacht, dann aber in Teilen "kopiert" wird.
Es ist erstaunlich, wie wenig Planungszeit einfachste Eigenschaften und Methoden, wie Konzentration, einzelne Aufgaben vollständig abarbeiten, handgeschriebene (und dadurch merkbare) Kurznotizen und nicht aufgeregte Prioritätensetzung verursachen. Der eigene Druck weicht ebenso wie der externe Druck, wenn denn das Umfeld begriffen hat, wie "schnell" Ergebnisse erzielt werden.

  • Antworten
Frederik Weiss06.09.2012 | 02:11 Uhr

ohne worte...

SELTEN so einen unfug gelesen!

natürlich leben wir in einer rasanten zeit. alles wird immer schneller und ist mit zielen / budgets verbunden, schaft man eben jene, wird es noch höher gestuft, weil man ja in unseserer zeit immer mehr "mehrwert" schaffen muss.
die kunst liegt aber in keinem der oben genannten punkte, sondern in der passion zu der ausgeübten tätigkeit! vom koch bis zum banker hat es berufung, nicht beruf zu sein, das notwendige zu erledigen! erst wer erkennt, dass das das notwendige kein MUSS sondern ein SOLLTE ist, wird sich in seiner position wohl fühlen. wer dies nicht erfährt, dem werden auch die obigen empfehlungen nicht helfen. und wer dies forciert, wird niemals sich selbst gerecht werden.

  • Antworten
Alex Flesko11.09.2012 | 05:53 Uhr

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