Alles redet von Multitasking und Zeitspartechniken. Funktioniert alles nicht, meint der Soziologe Hartmut Rosa. Er rät zu einem bewussteren Umgang mit dem knappen Gut – und plädiert für ein Ende irgendwelcher Zeit-Management- oder Kontrolltechniken
I. Die Momo-Erkenntnis: Zeitsparen ist nicht die Lösung. Befreien Sie sich von der Illusion, durch neue Zeitspartechniken Ihr Zeitproblem zu überwinden. Dem Hamsterrad kann man nicht entkommen, man kann sich nur häuslich darin einrichten.
II. Die Momo-Konsequenz: Zeit verschenken macht zeitreich! Wenn Sie einmal das Gefühl haben wollen, richtig viel Zeit zu haben, dann müssen Sie sie verschwenden!
III. Zeitkontrolle und Zeitmanagement sind nicht mehr zeitgemäß. Der Versuch, mittels exakter Zeit- und Stundenpläne oder klarer Prioritätsordnungen das Zeitproblem zu lösen, muss in einer hochdynamischen Umgebung notwendigerweise scheitern.
IV. Entwickeln Sie ein Gefühl für Verschiebungen und Resonanzen! Erwerben Sie eine Technik der Ad-hoc-Balancierung, die Ihrer beschleunigten Umwelt angemessen ist. Aber bedenken Sie: Wirkliche Innovationen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Politik entstehen nur durch zähes, zeitresistentes Festhalten an einer Vision wider alle Kontingenzen.
V. Sie verpassen Vieles und Wichtiges! Reden Sie sich gar nicht erst ein, dass Sie schon nichts Wichtiges verpassen werden unter den E-Mails, Anrufen und Kontaktanfragen. Akzeptieren Sie, dass sich da draußen viel ereignet, während Sie offline sind. Das ist nicht nur egal, sondern notwendig.












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