Die Frage der Namensgebung erlegt den werdenden Eltern einen immensen Druck auf, der durch die neusten Studien zum Thema Kevinismus und Chantalismus noch erhöht wird. Denn nicht nur Lehrer und Personaler lassen sich von ihrem Schubladendenken leiten und vergeben schlechte Noten, beziehungsweise Absagen aufgrund des falschen Namens, wie schon seit Jahren gewarnt wird. Forscher der Humboldt-Universität in Berlin haben nun auch noch die Statistiken der Dating-Portale auseinander genommen und ermittelt: Das Profil eines Alexanders wird doppelt so häufig aufgerufen wie das von Kevin, auch wenn daneben nur noch das Alter und der Wohnort angegeben wurden. Ähnlich war es für Mandy und Chantal, im Vergleich zu Hannah und Charlotte. Welchen Rücklauf Rambo Ramon Rainer bei einem Dating-Portal zu erwarten hätte, kann man sich aufgrund der Daten nun selber denken.
Nicht nur Schullaufbahn und Karriere verpfuschen wir unseren Kindern also mit der falschen Entscheidung. Nein, auch noch das Liebesleben unserer gebeutelten Nachfahren haben wir auf dem Gewissen, wenn wir heute die falsche Entscheidung treffen.
Aber woher weiß ich, dass eine Henriette nicht eines Tages einen Amoklauf begeht? Oder dass wir eine dumpfbackige Ministerin mit Namen Thea bekommen, wenn unsere Tochter ihren ersten Job antreten will? Eine Entscheidung muss her, bevor das Kind überhaupt da ist. Bevor ich weiß, welche Fächer ihr in der Schule gefallen, welches Hobby sie sich erwählt, welche Freunde. Ob sie lieber auf Bäume klettert oder Puppenbetten im Moos baut?
Am besten wäre es vielleicht, den Schubladendenkern ein Schnippchen zu schlagen. Das würde für einen besonders seltenen Namen sprechen. Einen, der alle Personalabteilungsleiter, Lehrer und Dating-Börsen-Besucher in die Irre führt. Zofia? Kirara? Oder Litonya? Auf, auf jetzt. Es bleiben vielleicht noch ein paar Stunden, um einen Namen zu finden, der ihr das Leben rettet.











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