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Salon

Gedicht zum Israel-Iran-KonfliktWas spricht in Günter Grass?

Von Michael Naumann4. April 2012
picture alliance
Günter Grass, Gedicht, Israel, Literaturnobelpreisträger
Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat in einem in mehreren Zeitungen veröffentlichten Gedicht die israelische Politik gegenüber dem Iran heftig kritisiert
Schrift:

„Die Atommacht Israel gefährdet / den ohnehin brüchigen Weltfrieden?“ Diese fragende Zeile stammt aus dem umstrittenen Gedicht von Nobelpreisträger Günter Grass. Darin kritisiert er Israel scharf und warnt vor einem Krieg mit Iran. Was sollte das? Sein Werk erinnert an andere antisemitische Bemerkungen. Ein Kommentar

Seite 1 von 3

Dies vorweg: Günter Grass ist nicht nur ein bewundernswerter Schriftsteller, sondern ein politisch denkender, bisweilen leicht erregbarer Bürger, dessen moralischen Interventionen kraft seiner Sprachgewalt, seines literarischen Ruhms in aller Welt eine Aufmerksamkeit generieren, die bisweilen im umgekehrten Verhältnis zum Gegenstand seiner Empörungen stand. Diesmal ist es anders: Sein „Gedichte“ „Was gesagt werden muss“ ist ein moralischer und politischer Skandal.

Die politische, ja, staatsanwaltliche Rezeption seiner „Blechtrommel“ hatte vor einem halben Jahrhundert den tiefen Riss zwischen der Kriegsgeneration und den glücklich Davongekommenen und Nachgeborenen offenbart. Die Älteren fühlten sich sittlich missverstanden und sprachen von politischer Pornographie, die Jüngeren erkannten den moralischen Impetus des Autors und folgten ihm in seinen Kampagnen gegen die NPD, die in den 60er Jahren noch einmal die ergrauten Nazis mobilisierte. Seine Wählerinitiative unter dem Titel „Dich singe ich SPD“ galt in einer Republik, die derlei in ihrer jungen demokratischen Tradition noch nicht erlebt hatte, als unzulässig: Dichter sollten dichten, mehr nicht. Auch die SPD war beunruhigt – der Mann war kein Parteimitglied.

Das wahrlich verspätete Bekenntnis des Dichters, als 17jähriger einige Wochen in der Waffen-SS gedient zu haben, führte zu einem kostenlosen moralischen Rausch derjenigen, die des bisweilen pastoralen Tons von Günter Grass überdrüssig geworden waren: Als wären seine vergangenen politischen Einlassungen damit moralisch entwertet worden, als hätte das Kind Grass – und das war er – mit seiner unvermeidbaren Einberufung in den letzten Kriegsmonaten alle nachfolgenden politischen und womöglich auch literarischen Äußerungen diskreditiert.

Völlig daneben war sein Einwand gegen die Wiedervereinigung: Wer mit dem Urverbrechen des Holocaust belastet sei, so wollte er wohl sagen, habe das Recht verloren, mit neuer territorialer und ökonomischer Größe in die Weltgemeinschaft zurückzukehren. Hier offenbarte sich der ethische Plausibilitätspunkt seines politischen Denkens. Hinter dem Symbol „Auschwitz“ verbarg sich die  Unfassbarkeit, ja, das Böse schlechthin: Die systematische Ermordung von sechs Millionen Juden – und die stets mitzudenkenden genozidalen Vernichtungsaktionen der Deutschen gegen die Slawen.

Seite 2: klassische Ouvertüren aller antisemitischen Bemerkungen

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Gedicht an Günter Grass

AN DEN DICHTER, DER NICHT GANZ DICHT IST:

Denk ich an Günter Grass in der Nacht
Bin ich um den Schlaf gebracht.
Von Israel droht ihm die Gefahr?
Günter, du bist ein alter Narr!

Gefährden soll Israel den Weltfrieden?
Vernichten will Iran dieses Land, dann wärest du zufrieden!
Dein Wissen um die Stärke, um die Macht ist zu gering
Wer größer und stärker in Nahen Osten ist weiß heute jedes Kind!

Wer den Holocaust leugnet bis heute?
Und hetzt gegen Israel seine große Meute?
Wer nach Strich und Faden belügt die Welt?
Wer alle Länder, alle Menschen für Narren hält?
Wer lügt und hetzt, wie es ihm gefällt?

Haman, der Perser, hat es schon mal versucht
Es gelang ihm nicht, laut Esther Buch

Günter, was verblendet dir die Sicht?
Denn Ahnung und Wissen hast du von Nichts!
Dichter-Narr, schau dir die Karte und vergleiche
Da Mini-Mücke Israel, dort Elefant Iran, die Riesen-Eiche!

Wer will da wenn vernichten? Wer hetzt dort gegen wen?
Wer will ein Land, ein Volk auslöschen?
Wer droht mit seinen Atomwaffen auch Ländern in der Ferne?
Das würde ich von dir wissen gerne!

Bist du denn sicher Günter, dass du es in Deutschland überlebst,
Wenn der gefährlicher Idiot in Teheran seine Pläne in die Tat umsetzt?
Wach auf, du blinder Dichter bevor zu spät!
Bitte deinen Gott und das Volk Israel um Verzeihung durch ein Gebet!
(Der übrigens ein jüdischer Mensch war
Ob es dir gefällt oder nicht, ist doch allen klar!)

Gedichtet am 5. April 2012 von Beethofan

  • Antworten
Beethofan05.04.2012 | 11:11 Uhr

Seich!

Was für ein bemühter Quatsch. Mit Heine zitieren - ein angeblich semito-philer Seich!

  • Antworten
Antonius REyntjes06.04.2012 | 15:12 Uhr

Beethofan

Da hat aber jemand die Axel Springer-Weisheiten bereits mit der Muttermilch eingesogen.
Populismus in Reinkultur !
Gratuliere, so mag man das hören.

  • Antworten
Gregor Schock07.04.2012 | 14:21 Uhr

GG denkt auch instinktiv

GG ist Künstler, denkt nicht ohne Instinkt, da liegt was in der Luft......oder?
Hinweis:
Erst nach dem Osterfest über nachfolgendes informieren:
DER GEWOLLTE ZUSAMMEMBRUCH UND DER WEG IN DEN 3 WELTKRIEG.avi

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=VuO2vQBwDGU

(3 Minuten Vorspann - dann wird es sehr informativ)

Ergebnis: Danach ruhig bleiben und sich basisdemokratischen Bewegungen anschließen.

Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens07.04.2012 | 16:42 Uhr

an Uwe E. Mertens

Danke für den Link. Das Video war so spannend, dass ich dafür den Tatort - unser Fernsehkasperltheater - sausen ließ. Ich werde ihn in meinem persönlichen Netzwerk verbreiten, samt dem Wortlaut des Gedichts von Günter Grass.

  • Antworten
Barbara von der Meden08.04.2012 | 21:18 Uhr

Ein mitreißender Artikel

in dem ich meine eigene Meinung besser formuliert vorfinde, als ich sie selber audrücken könnte. Deshalb habe ich auch nur eine kurze Anmerkung: Israel hat in den 80ern die Atomprogramme in Syrien und im Irak mit Luftangriffen gestoppt. Diktatoren wie Saddam Hussein und Assat mit den Fingern am roten Knopf von Atomwaffen sind Endzeitvisionen. Diese Luftangriffe haben den Weltfrieden gesichert. Warum stellt eine vergleichbare militärische Aktion jetzt einen Völkermord dar?

Ich habe noch eine Debatte im Sinn, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg stattfand. Deutsche Schriftsteller diskutierten ernsthaft darüber, ob schreiben nach Auschwitz überhaupt noch möglich sei. Das Ausmaß des Schuldgefühls hat wohl etliche Menschen in Deutschland, denen die Moral sehr wichtig ist, lebenslang überfordert. Man erwartet ausgerechnet von den Opfern des Holocausts einen lebensgefährlichen Altruismus. Den Verzicht auf die Gründung eines eigenen Staates, der einzigen Garantie rechtlich legitimer organisierter Gewaltausübung. Es hat sich längst erwiesen, dass ein freies Zusammenleben mit vielen Palästinensern nicht möglich ist. Man kann nicht permanent an jeder Bushaltestelle nach Bomben Ausschau halten und jedem unter die Kleidung schauen, ob auch kein Sprengstoff darunter versteckt ist. Wer dies fordert, fordert die Kinder und Enkel der Überlebenden der Shoa dazu auf, sich ungeschützt dem Terror von Menschen auszuliefern, deren erklärtes Ziel es ist ihr Volk zu vernichten oder zu vertreiben. Umso wichtiger ist es die Rechte der Palästinenser nicht zu vergessen und eine Gründung eines Palästinenserstaates im Westjordanland zu fordern, unter voller Garantie der Sicherheitsinteressen des Staates Israel. Leider hat das Geschäft, Land und Autonomie gegen Frieden im Gazastreifen nicht funktioniert. Es regieren wieder die Falken in Israel. Die Tauben hat man mit Baumarktraketen verscheucht.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann05.04.2012 | 12:39 Uhr

GRASS

Auch der der langjährige Botschafter Israels in Deutschland, Avi Primor, wies einen Antisemitismus-Vorwurf gegen Grass zurück. "Ich halte Günter Grass weder für einen Antisemiten noch für einen Feind Israels", sagte Primor der "Berliner Zeitung".

  • Antworten
caro05.04.2012 | 18:08 Uhr

Differenzierung

Unterscheidet die Kritik am politischen Gedicht des Nobelpreisträgers wirklich exakt zwischen (anti)semitisch und (anti)israelisch? Oder wird recht wirklich das eine mit dem anderen "vermengt", verrührt oder geschüttelt?

  • Antworten
mkveits10.04.2012 | 12:28 Uhr

Israel

Israel darf alle Palestinenser von seinem Land fernhalten.
Israels Sicherheit würde erheblich steigen, wenn sie aufhören fremde
Gebiete zu besetzen. Nicht Israel hat die meisten Opfer zu beklagen,
sondern die Palestinenser, das Verhältnis dürfte bei 1 zu 100 liegen.
Die Lösung wäre ganz einfach, im Auftrag der UNO wird Palestina
besetzt und entwaffnet, die Israelis räumen die besetzten Gebiete.
Der Staat Paletina und Israel haben ihre Sicherheit. Dieser
Vorschlag würde als erstes von Israel abgelehnt, da dann ihre
Expansions Politik nicht mehr möglich wäre.

  • Antworten
azur06.04.2012 | 09:23 Uhr

Besetzte Gebiete?

Welche besetzte Gebiete soll Israel räumen? Gaza haben Sie geräumt, und was ist daraus geworden? Sehen Sie!

Das was die "Palästinenser" als besetztes Gebiet ansehen? Das wäre dann ganz Israel.

  • Antworten
Kinneret09.04.2012 | 20:19 Uhr

GRASS

- Sie können oder möchten - wirklich nicht erkennen , um was es GRASS und vielen Bürgern geht !
u.a. möchte ich Sie darauf hinweisen , - daß die Generation der TÄTER - ausgestorben ist ( bis auf wenige im Pflegeheim )

- oder sind im Kriegsfall- ISRAEL - IRAN - die Deutschen Politiker auch TÄTER - wenn von deutschen ATOM U-booten Nukleare Sprengköpfe gg. den IRAN etc. abgeschossen werden ?

  • Antworten
caro05.04.2012 | 13:08 Uhr

Natürlich

Natürlich ist Grass' Gedicht ein Griff ins Klo, weil es nur Israel mahnt und so tut, als habe Ahmadinejad und Co Israel nicht bedroht. Als gebe es keinen Anti-Semitismus aus arabischer Seite. Fakt ist aber auch, dass beide Seiten sich gegenseitig bedrohen. Natürlich will Israel sich schützen und Notfalls die Iranischen Antomanlagen zerstören. Aber das müsste ja bedeuten: Wenn Israel dem Iran so drohen würde wie umgekehrt, dürfte Iran auch Israels Atombombe zerstören, richtig?
Was ich sagen möchte, wir Deutschen habe gegenüber Israel eine enorme Verantwortung, wir haben aber generell eine enorme Verantwortung was Krieg und Frieden betrifft. Es tut keiner Seite gut, sich gegenseitig zu bedrohen.
Ich für meinen Teil fürchte mich gleichzeitig vor Irans drohpotential, wie ich Israels umgang damit für gefährlich halte. Beide spielen mit dem Feuer. Auge um Auge Zahn um Zahn halt. Vielleicht braucht es einen jüdisch-muslimischen Mittler.

  • Antworten
Hans Blume05.04.2012 | 13:09 Uhr

Gedicht zum Israel-Iran-Konflikt. Was spricht in Günter Grass?

Lieber Michael Naumann,
Mit ihrem fassungslosen, gleichwohl unaufgeregten Kommentar zu dem politischen Prosagedicht von Günter Grass, 'Was gesagt werden muss', haben sie ihren Lesern einen großen Dienst erwiesen. Herabwürdigung ist ihnen fremd, und Verdächtigungen haben sie selbst hier vermieden. Das entspricht ihrer diplomatischen und journalistischen Kunst. Der gegensätzliche Doppelkommentar ihrer ARD-Kollegen Thomas Nehls ('Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass') und Patrick Gensing ('Beim Schälen der Kartoffel'), war mir zu polarisierend. Der Artikel Henryk M. Broders ('Günter Grass' Israeldichtung') nicht sonderlich hilfreich. Die Ratlosigkeit, die einen beim Lesen dieses Prosagedichts ergreift, findet Ausdruck in ihrer Frage: 'Was, um Himmels Willen, spricht da in Günter Grass?' Sie haben gewiss um Antworten gerungen. Und einige angedeutet. Darin stimme ich ihnen vollauf zu. Die lyrische Unterstellung vom 'Verdikt des Antisemitismus' indessen, hat mich erzürnt. Drum habe ich sie gestern mit einem Tweet so kommentiert: #GünterGrass: Was (auch) gesagt werden muss: Verdikt kommt von 'vere dictum' und bedeutet 'wahrhaft gesprochen': Das ist Antisemitismus.
Ihr Gunter Stolzenbach

  • Antworten
Gunter Stolzenbach05.04.2012 | 16:11 Uhr

..... wert des Amtsrichters!

Die Kultur des Anti-Antisemitismus?

Lediglich ehrenrührige Vorurteile: Amtsanmaßungen von Journalisten und Politikern, die man fragen wird, wenn das eingtreten ist, wovor Grass warnt: Was habt Ihr getan, Ihr Moralhenker? (Grass' Warngedicht will, dass der Nah-Ost-Bournout (den man nicht irgendwie mit dem Holocaust verscherbeln oder verschwistern darf) n i c h t eintritt.

Und die Politjournaille schreit weiter:
Drescht ein auf den Mahner!

  • Antworten
Antonius REyntjes05.04.2012 | 16:36 Uhr

Michael Naumanns Kommentar

Es scheint nun einmal in der deutschen politischen Correctness verboten zu sein sich kritisch zu Israel zu äußern. Damit beschränken wir uns heute selbst. Es ist keine Frage, dass dass Regime in Teheran mit dem Feuer spielt und durch und durch ein Unrechtssystem ist. Aber was berechtigt Israel dazu mit dem Erstschlag auf iranische Atomeinrichtungen zu spielen, wenn selbst ihre Schutzmacht in den USA dagegen ist ?
Wenn Günter Grass diese Frage aufwirft, sollte man ihn nicht in die rechte oder in die minderbemittelte Ecke stellen. Oder bedeutet Freiheit in Deutschland nur noch auf dem mainstream publizieren?

  • Antworten
eckhard e kupfer05.04.2012 | 16:47 Uhr

Wenn es doch nur "Baumarktraketen" wären

Das Waffenarsenal der Hamas ist nachweislich immer umfangreicher und effizienter geworden. Gleiches gilt für die gebunkerten Waffen der Hisbollah. Beide werden u.a.vom Iran supportiert. Syrien, Libanon und Ägypten sind die logistischen Steigbügelhalter.
Aber das ist nur das sekundäre Thema hier.
Was Grass, der sich mit zunehmendem Alter mehr und mehr vom kritischen Intellektuellen zu einen bösen, vergreisenden Mann gewandelt hat,bewogen hat, dieses "Gedicht" zu schreiben, kann nur einer endgültig sagen: Grass selber. Alle anderen Thesen bleiben Thesen und gehören damit ins Reich der Phantasien. Gestern teilte sich die Welt angesichts dieses Geschreibsels in zwei Lager. Und Grass schwieg. Nachdem er sich nun einige Stunden im Licht der späten Medienpräsenz gesonnt hat, meldet er sich wieder zu Wort. Er macht keinen Versuch, etwas zurecht zu rücken, was in ihm ver-rückt wurde. Nein, er legt noch nach: wir sollen noch in den Genuss kommen, einer "Dichterlesung" mit anschliessender Diskussion im TV beiwohnen zu dürfen.
oh si tacuisses!

  • Antworten
esther scheiner05.04.2012 | 17:17 Uhr

Nicht mehr ernst zu nehmen

Der Gutmensch hat den Luxus, sich in Iran zu täuschen (oder sich wohlig-pazifistisch täuschen zu lassen, womit der Iran seit Jahren gut fährt). Israel hat diesen Luxus nicht. Meinungen zu dem Konflikt darf jeder haben. Aber wer nicht einmal die Tatsachengrundlagen richtig erfasst, sollte sich vielleicht nicht so exponiert äußern. Die Behauptung, das iranische Volk drohe ausgelöscht zu werden, ist derart abwegig, dass Herr Grass hier mehr ernst genommen werden kann.

  • Antworten
Helgoo05.04.2012 | 17:42 Uhr

Ein mitreißender Artikel

Vielen Dank Herr Kuhlmann für Ihren Kommentar und da besonders für den letzten Absatz! Aber leider wird sich daran wohl nichts ändern.....

  • Antworten
rehse05.04.2012 | 18:27 Uhr

Was für einen fruchtlosen

Was für einen fruchtlosen Artikel. Ich bin zutiefst empört von dem Zeitgeist in Deutschland, dass jede Kritik gegen Israel automatisch als Antisemitismus gedeutet wird; dass man Angst haben muss, um seine Meinung frei zu äußern. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen nicht mehr vernüftig denken können. Ich schäme mich auch für Deutschland!

  • Antworten
Gawroni Pluteruff05.04.2012 | 19:04 Uhr

Die Stimme des Gewissens

Wer den Frieden sichert ist immer im Recht, das dachte sich auch Günter Grass. Dumm ist nur, dass der Frieden keinen Maßstab mit einem Null- und Siedepunkt kennt, wie ein Fieberthermometer. Solange Israel und der Iran ihren Friedensbegriff so einsetzen, dass sie sich gegenseitig einen geringeren Wert zuweisen, gibt es keinen Frieden im Nahen Osten und damit keinen sicheren Weltfrieden.

Den Weltfrieden zerstören werden die, die diesen ungleichgewichteten Dualismus zwischen Ost und West aufrecht erhalten wollen. Was liegt da näher, als mit der Drohung eines atomaren Erstschlags durch Israel Weltpolitik zu betreiben. Hierin liegt zurecht die Warnung von Günter Grass. Israel solle nicht weiter mit einem möglichen Atomschlag zündeln. Eine Warnung, die näher an der Realität liegt als die Behauptung der Iran baue an einer Atombombe. Insofern ist es ein Appell an die Selbstdisziplin Israels den Westen in keinen unkalkulierbaren kriegerischen Flächenbrand hineinzuziehen. Schließlich kann der Westen nicht alle Feinde Israels töten.

  • Antworten
Heinz Pelzer05.04.2012 | 19:55 Uhr

Der Palästinenser als der ewige Terrorist

Lieber Herr Naumann,
Sie haben einiges an Richtigem angesprochen. Und doch steht zu befürchten, dass Sie den Nahostkonflikt nur aus der Warte eines unbedingt Israel-loyalen Bürgers wahrnehmen.

Geradezu erschreckend ist Ihre Formulierung: "die seit der Existenz des kleinen Landes [Israel] niemals endenden Androhungen aus dem arabischen und neuerdings iranischen Raum sind so bekannt wie die Herkunft des militanten Terrorismus, der Selbstmordattentäter [...]"

Es ist Ihrer Auffassung nach also allgemein bekannt, woher der militante Terrorismus und die Selbstmordattentäter stammen? (Implizite Antwort: Von der Palästinensern natürlich.)

Was für eine beschämend ignorante Aussage aus dem Mund eines ehem. Kulturstaatssekretärs, die beinahe an Rassismus grenzt ("der" Araber als Terrorist).
Ohne mit Details zu langweilen: Bitte sehen Sie sich den Film "Alles für meinen Vater an".

  • Antworten
MarcHelms05.04.2012 | 22:01 Uhr

Was spricht in Günter Grass?

Lieber Günter Grass,
'Verdikt' bedeutet nicht nur 'Verdammungsurteil', sondern auch 'Wahrspruch'. Erlauben sie doch zumindest den Nachgeborenen der Davongekommenen die Wahrnehmung und Beurteilung ihres politischen Prosagedichts als Antisemitismus. Das wäre Menschlichkeit 'mit letzter Tinte' des geachteten Literaturnobelpreisträgers.
Ihr Gunter Stolzenbach

  • Antworten
Gunter Stolzenbach06.04.2012 | 05:35 Uhr

Grass

In einer Demokratie muss Meinungsfreiheit gelegt werden. Aber wehe, einer rührt an einem Tabu, dann widerfährt ihm die ganze Intoleranz der Gesellschaft, wie es schon so oft geschen. So war es bei Wulff, dem vermeintlichen Kindeermörder von Emden und nun bei Grass. Es ist geradeso, als brauche man ein Opfer und es wird sich den Intoleranten bestimmt schoin bald wieder anbieten. Ich verstehen, als Kollege von Grass, sein Anliegen ganz anders, nämlich als Mahnung vor einem atomaren Feuer, dass uns alle vernichten könnte und um es zu entfachen war Israels Minsterpräsident unlängts bei Obama. Außerdem stimmt unser öffenbtliches Bild von Israel auch nicht mehr, denn dieses Land hat selbst genügend Intoleranz gegen seine arabischen Nachbarenb bewiesen. Bis heute ist Palästina nicht anerkannt.

  • Antworten
Otmar Schütze06.04.2012 | 09:06 Uhr

von ottmar schütze zu "grass"

die Kritik kommt n i c h t aus der Gesellschaft. Das "Palaver", Schreien, ohne auf den Sachverhalt einzugehen - kommt von den
"gleichgeschalteten"Medien; jede Kritik am Verhalten der israelischen
Führung macht jeden Kritiker zum "Nazi" und Feind des israelischen
Volkes.

  • Antworten
hannes09.04.2012 | 11:40 Uhr

Am Thema vorbei

Für mich geht Herr Naumanns Kommentar am eigentlichen Inhalt von Grass' Gedicht vorbei.
Die Kernforderung ist doch, dass es heute kein Land mehr geben darf, welches sich einer Überwachung seiner Atomanlagen entziehen kann - nicht Iran, aber auch nicht Isreal.
Dies wird von Herrn Naumann gar nicht angesprochen, sondern, wie so häufig in diesen Tagen, vor lauter historischen Vergleichen und angeblichen Parallelen der Inhalt aus den Augen verloren.

Eine unvoreingenommene Diskussion über die Atompolitik beider Länder wäre für alle Seiten lohnend und wenn dies die Intention von Grass war, kann ich keinen Fehler erkennen.

  • Antworten
Tomy Jeretzky06.04.2012 | 09:55 Uhr

Was spricht Günter Grass

Ein sehr luzide Analyse des Gedichtes. Allerdings wird sie dem Geisteszustand von Grass nicht gerecht. Er weiß sicher,was er für einen Unsinn geschrieben hat. Es war nicht seine Absicht,die Öffentlichkeit aufzuklären,sondern als gewiefter Marketing-Stratege
wollte er wieder öffentliche Aufmerksamkeit erregen und vielleicht
neue Zielgruppen für sein neues Werk ansprechen. Und das ist ihm
meisterhaft gelungen!

  • Antworten
cicero06.04.2012 | 11:16 Uhr

Gedanken zu GG

Den hohen Stuhl des Ruhmes,
einstmals in Stockholm bereitet,
verlassend,
fand er sich
einäugig blind,
zweitäugig getrübt,
maulwürfig wühlend,
sich suhlend in braunem Schlamm
zwischen stinkender Saat.

Nicht sehend
die blutigen Finger
der göttlichen Greise,
deren dienender Schergen,
Kindern den Weg weisend
in das Paradies der Minenfelder,
Hisbollah und Hamas
den Tod verbreiten lassend,
die Vollendung
der in taused grausigen Jahren
begonnenen Vernichtung propagierend.
Sie als Maulhelden abzutun,
deren Maul überquillt
vom gesoffenen Blut.

Ach, hätte er doch geschwiegen,
statt daß er verspritzte
das stinkende Ejakulat
seiner kranken Gedanken.

  • Antworten
Karl Bublitz06.04.2012 | 14:03 Uhr

Schaum vorm Mund

Herr Broder und die Journale sollte sich den Schaum vom Mund wischen und in Ruhe das Gedicht lesen. Ebenfalls zu empfehlen, sind die Werke von Günter Grass von der "Blechtrommel" bis zu "Grimms Worten." Wie ein Land in Mitteleuropa mit seiner intellektuellen Elite umgeht, ist anzuprangern und in Frage zu stellen. Noch im Juni 2011 kurz vor Christa Wolfs Tod stürzten sich die Medien auf sie. Gut erinnere ich mich auch noch an die Kampagne gegen Grass als er die Machenschaften der Treuhand in seinem "Weiten Feld" klar benannte.

  • Antworten
itu06.04.2012 | 16:59 Uhr

Was spricht aus Günter Grass

Ach Herr Naumann,warum diese Aufgeregtheit?Warum dieser Diskurs über die atomaren Abschreckungswaffen,die" "uns"bewahrten,zum designierten Schlachtfeld des kalten Krieges zu werden".Warum wieder dieser "pathologische Hitler",war er nicht gewählt vom "pathologischen Deutschen"? Warum nicht einmal ein Gedicht,als sogenanntes Gedicht nehmen und innehalten und nachspüren,was ein 84jähriger,alter Mann,der gezeichnet ist,durch die deutsche,jüngere Geschichte auf seine Art "uns"sagen möchte.Das Gesagte erinnert mich eher an Heinrich Heine in "Deutschland,ein Wintermärchen",indem der Dichter Deutschlands Rückständigkeit,die Gram über Zensur und trotz allem,die Sehnsucht zur geliebten Heimat zum Anlaß nimmt,dieses Werk zu schreiben.Dürfen die Gedanken heute,nicht auch einen Blick auf gefährliche Dinge werfen,die eine israelische Regierung evoziert,und darf der geneigte Leser selbst nicht sehen,dass dahinter ein Volk steht,das die Hoffnung auf neue Gedanken und neues Denken nicht aufgegeben hat?Dürfen Gedanken nicht mehr frei sein? Ihre Botschaft trägt dazu leider nicht bei.

  • Antworten
Heinz-Otto Schmidt06.04.2012 | 17:51 Uhr

GRASS Kommentar

nicht wer den Dreck verursacht, sondern der, der auf den Dreck hinweist, wird verdammt. ( Carl von Ossietzky )

-

  • Antworten
caro06.04.2012 | 18:36 Uhr

"Urlaub aus

der deutschen Verantwortungsgeschichte" - wo kann man den denn nehmen? Auf dem Obersalzberg? Indem man David Irving oder Ernst Nolte liest?

Günter Grass hat ein Gedicht von zweifelhaftem Wert geschrieben. Den Inhalt seiner Äußerungen muss man nicht teilen. Aber diese Hysterie finde ich allmählich merkwürdig.

  • Antworten
Katharina K.06.04.2012 | 18:56 Uhr

Grass hätte ein Gedicht

Grass hätte ein Gedicht geschrieben, wenn es in irgendeiner Dimension transparent oder wenigstens originell gewesen wäre. Bemerkenswerter ist: Nach "leben" , wo in der letzten Strophe ein Relativsatz endet, fehlt das Komma.

  • Antworten
Ernst-Gust Krämer06.04.2012 | 19:56 Uhr

Worte sind härter wie ein Schwert.

Freiheit

Welche Münder haben dieses Wort für sich beansprucht,
in welcher Sprache wurde es noch nicht für sich erklärt?
Welche Religion, welcher Glaube hält nicht die Waffen hoch,
für die Freiheit, die man nur für sich begehrt?

Wir atmen den gleichen Sauerstoff,
wir essen die gleichen Speisen.
Wir sehen verschiedenfarbig gleich aus
und legen den Andersdenkenden in Eisen.

Wir bauen Mauern, um unsere Freiheit zu bewahren,
wir werden eingemauert, um ihre Freiheit zu schützen.
Wir glauben an einen Gott, mit verschiedenen Namen,
wem soll diese Freiheit was nützen.

Wir schmettern die Neunte, vergehen uns an die Ode,
„Brüder“ schmettert der Chor in allen Sprachen.
Große Trommeln ersetzt durch Kanonengroll,
„Brüder“, wo Schwüre brachen.

Wir vertragen uns der Verträge wegen,
schwören auf Wachstum jeglicher Art.
Papier ist geduldig der Tinte nicht Wert,
wir suchen immer überall Vorteile, ohne friedlichen Rat.

Summen die Neunte mit blutiger Hand,
stellen uns den Freunden, die uns morgen morden.
Ihre „Freiheit“ haben wir nicht erkannt,
laufen mit geschwellter Brust, geschmückt mit Orden.

Am Anfang es sagen zu dürfen,
am Ende auf gleicher Höhe stehen.
Umsetzen zur Freiheit des Anderen,
beim Auseinandergehen, Freude auf ein Wiedersehen.

Vögel fliegen um die ganze Welt,
wir werden gestoppt für ein falsches Wort.
Vernichten, was wir zum Leben brauchen,
um zu wissen, es gibt keinen anderen Ort.

Frank Poschau
01.06.11
www.frank-poschau.jimdo.com

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Frank Poschau07.04.2012 | 10:59 Uhr

Günter Grass

Die Dichter und Denker haben auch die Aufgabe Tabus zu hinterfragen und sie zu brechen. Wer sollte es sonst tun? Ohne Tabu-Brüche gäbe es keinerlei Fortschritte im Denken und es könnten keine Wechsel in den Paradigmen geben, um neues Denken zu ermöglichen. Ich bin zwar kein gläubiger Mensch, aber bei der Aufgabe eines Tabu-Bruches denke ich oft an Martin Luther. Er hat Nichts zurückgenommen und alles gwonnen. Dabei wird es für ihn viel schwieriger gewesen sein, denn er hatte alle gegen sich. Für Günter Grass war es leichter, denn viele seiner Kritiker haben sein Gedeicht nicht einmal gelesen.

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Otmar Schütze07.04.2012 | 11:00 Uhr

"Auslöschen/Ausradieren usw."

Im Textist zu lesen:

Der Begriff „Erstschlag“ entstammt der nuklearen Abschreckungsstrategie. Noch nie hat ein israelischer Politiker den Nachbarstaaten, Iran inklusive, mit einem Atomkrieg, also einem „Erstschlag“ gedroht. Israel zu vernichten, „auszuradieren“, auszulöschen, die Israelis ins Mittelmeer zu treiben usw. – die seit der Existenz des kleinen Landes niemals endenden Androhungen aus dem arabischen und neuerdings iranischen Raum sind so bekannt wie die Herkunft des militanten Terrorismus, der Selbstmordattentäter, der kontinuierlichen Anti-Israel-Propaganda und der jahrelangen Raketen-Angriffen aus dem Libanon und dem Gaza-Streifen."

Dazu ein Link zur "Süddeutechen Zeitung":

http://www.sueddeutsche.de/kultur/umstrittenes-zitat-von-ahmadinedschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333

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B. Paul07.04.2012 | 12:52 Uhr

Israel kan sich kein "München" leisten

Grass, und auch einigen der Kommentatoren hier, scheint nicht ganz bewusst zu sein, dass es hiern nicht um eine Art "Buschkrieg" geht - zwischen Israelis und Persern, oder auch Arabern, sondern dass Israel hier auch für eine Gesellschaftsform steht, nämlich für Demokratie. Eine Demkratie mit Fehlern, sicherlich, eine Demokratie im permanenten Ausnahmenzustand, aber eben eine Demokratie! Diese hier mit Regimen, wie sie im Iran, oder auch in Syrien herrschen, gleichzusetzen - und so klingt das bei Grass und anderen hier immer wieder durch - ist einfach unzulässig.
Deutschland ist die Demokratie immer wieder in den Schoß gefallen, und Deutschland hat auch - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - nie gelernt, dass man für Demokratie kämpfen muss, dass man demokratische Werte auch verteidigen muss - und der Gegner einem nicht immer die Wahl der Waffen lässt. Viele Nachbarländer Deutschlands haben für "München" blutig bezahlen müssen; und Israel kann sich aus Gründen, die wohl jedem klar sein dürften, kein "München leisten. Zu glauben, dass man sich mit Ahmadinedschad, Bachar al Assad, oder irgendwelchen anderen Dritte-Welt-Autokraten nur ein paar mal an den Tisch setzen braucht, um die Sache bei Tee auszudiskutieren, ist einfach ein Witz.
Grass persönlich kann man eigentlich nur raten, mal für ein Jahr nach Israel zu gehen, mit den Menschen, die dort leben, zu reden - nicht mit den "Juden", anstatt hier aus der norddeutschen Provinz zu unken... etwas frische Luft würde ihm auf seine alten Tage vielleicht ganz gut tun.

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athe07.04.2012 | 13:52 Uhr

Freiheit und Grass'; kein

Freiheit und Grass'; kein Widerspruch

Es war ja absehbar, dass die getriebene "Feuilleton-Sau" a la Grass durch den Blätterwald die gängigen Klischee's bedient hat. Wie im Film Casablanca könnte Capitain Rene auch sagen: "Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen".

Im Kern bleibt es doch bei einer klaren und nachvollziehbaren Meinungsäußerung von Herr Grass, die einen warnenden Charakter hat, und in einer freien Gesellschaft doch wohl eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Es gibt schlechtere Motive, als sich um einen möglichen Krieg zu sorgen. Eher ist doch wohl die jetzige israelische Regierung, die wiederholt in der Öffentlichkeit keinen Zweifel daran lässt, gegen Iran in Kürze einen kriegerischen Luftangriff mit dem Ziel zu führen, dass dort vermutete Atomarsenal zum eventuellen Bombenbau zu zerstören.

Dies ist nach internationalem Recht der Tatbestand eines Angriffskrieges. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

In der hitzigen Atmosphäre des nachen Ostens, könnte das der Zünder für viele kriegerische Auseinandersetungen sein.

Warum sollte der Westen die israelische Regierung darin unterstüzten ? Gerade die deutschen Regierung sollte sich hier klar gegen die israelische Regierung positionieren, dass sie einen Angriffskrieg auf das schärfste verurteilt. Frau Merkel sollte dies tun, und nicht ihren Verteidigungsminister vorschicken.

Man sollte versuchen aus der Geschichte vorurteilsfrei zu lernen, und nicht aus falsch verstandener Solidarität sich in Schweigen zu üben, wo eine klare Meinung vonnöten ist.

Und ganz nebenbei, ich bin weder ein Freund Irans, noch ein Gegner Israels. Ich würde es nur schätzen, unnötiges Blutvergießen zu vermeiden.

Was sagt eigentlich unser Bundespräsident zu der Kontroverse Grass ? Er ist doch der Apostel der Meinungsfreihheit. Aus Bellevue höre ich nur Schweigen.

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gregor kampmann09.04.2012 | 10:38 Uhr

``Freunde´´

``Freunde´´ müssen sich auch mal unangenehme Wahrheiten sagen können.Eine Freundschaft muß das aushalten bzw. sagen können. Bin LG. 1951, also ´´ nicht schuldig´´, meine aber, als 15jährige wissen und überblicken Menschen die Tragweite ihrer Entscheidungen nicht.Schauen sie sich doch die heute (meisten) 15jährigen an. Da sind wir bei der Bildung. Ein weites Feld ! Außerdem muß man G.G. zugestehen, dass er im Nachgang genaue Schlußfolgerungen aus seinem Leben gezogen hat. Auslegungssache, wie man das Gedicht versteht oder falsch versteht. Wer entscheidet über richtig oder falsch ?

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Kati09.04.2012 | 11:56 Uhr

Zu Günter Grass seinem

Zu Günter Grass seinem Gedicht,
was haben wir Deutschen für ein Problem mit der Vergangenheit, was haben wir für ein Problem zu erkennen, dass auch andere Mörder waren und heute noch sind?
Herr Grass macht sich nackt mit seinen Worten und hat mit jedem Wort recht. Wir dürfen hinter diesen Streitigkeiten nicht die Strippenzieher vergessen. Wenn Menschen die sich einig sind, dass es nur einen Gott gibt, aber blind ihren Glauben nachlaufen, um für sich Gott zu teilen und nur den Teil beanspruchen der ihnen genehm ist, dann möchte ich nicht Gott sein.
Denn zu sehen, wie in meinem Namen gemordet, vergewaltigt und Ressourcen zerstört werden, um mich dann zu preisen, ist Gotteslästerung.
Herr Grass hat zu seinem Lebensende den Mut sein Gewissen zu reinigen.
Viele Verbrecher und Mörder seiner Zeit sind in die Politik der etablierten Parteien und Organisationen versickert. Die Unzufriedenheit kann sich braun, grün, rot, lila, schwarz äußern und wird immer den Unmut der bestehenden Politik zum Anlass haben.
Wenn ich 1939 gelebt hätte, wäre ich der Versuchung des deutschen Anspruchs, sich dem Versailles Vertrag entgegenzustellen auch erlegen, um Stadthalter in Rom zu werden. Wir sollten nicht so tun, als wenn es keine „Hitler“ mehr geben würde. Jeder hat das Recht Diskussionen anzustoßen, wie es die Piraten jetzt auch tun.
Wer Worte verbietet, fühlt sich meist ertappt, um mit dem Schwert (Presse) dem Sagenden zum Schweigen zu bringen, bevor die Masse den Wert der Worte erkennt.
Frank Poschau
09.04.12
www.frank-poschau.jimdo.com

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Frank Poschau09.04.2012 | 12:24 Uhr

Kriegsursache

Über ein triviales „Gedicht“, das bestenfalls geeignet ist, von der eigentlichen Kriegsursache abzulenken, diskutiert die ganze Welt.

Doch ein wissenschaftlich einwandfreier Artikel, der den Kern des Problems anspricht, wird von den Allermeisten gar nicht erst zur Kenntnis genommen:

http://www.deweles.de/files/krieg.pdf

Wer die tiefere Ursache – nicht nur – für dieses irrationale Verhalten verstehen will, muss tatsächlich bei Adam und Eva anfangen:

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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Stefan Wehmeier09.04.2012 | 17:34 Uhr

Was spricht für Günter Grass

Was soll das ganze Gezeter?
Gehen wir doch mal an die Ursprünge zurück: Israel ist wegen der aggressiven Außen- und Militärpolitik seit seiner Gründung der giftige Stachel im Fleisch der arabischen Welt. Viele Angriffskriege, geführt gegen die arabischen Nachbarn zwecks Erweiterung des Territoriums, sind beredtes Beispiel dafür.
Wieso wundert man sich da eigentlich, dass sich Widerstand regt? Wäre es nicht an der Zeit, dass Israel als Zeichen seiner Friedenspolitik, eigene Atomwaffen abschafft? Dies wäre doch eine Geste, die für Friedenswillen steht und allen Gegnern den Wind aus den Segeln nähme!
Wer nun aber das Gedicht von Grass, das ich rein äußerlich auch nicht für sehr gelungen halte, stilistisch oder anderweitig zerpflückt, betreibt geistlosen Populismus, statt sich mit dem Inhalt auseinander zu setzen. Dieser ist jedoch bemerkenswert realitätsnah.
Mögen die friedliebenden Kräfte der ganzen Welt die Karft finden, beide Seiten zur Aufgabe ihrer Kriegspläne zu bewegen, Leid Tragende wäre ohnehin die Zivilbevölkerung.

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Jürgen Pahn09.04.2012 | 18:43 Uhr

Ich habe keine Ahnung was Grass geraucht hat

oder welche Teufel ihn geritten hat bevor und waehrend er seine Epistel schrieb das weiss nur Grass selber. Nur haette er als alte Kaempe wissen muessen dass er mit seiner SS Vergangenheit,die er lange Zeit geheim hielt von solchen " Gedichten". Kritik an gewissen Laendern und Religionen gehoert in D zu den unantastbaren heiligen Kuehen. Ich kann auch nicht glauben dass Grass tatsaechlich dachte so ein Art Gedicht wuerde spurlos an ihm vorbei gehen,er muss gewusst haben welchen Sturm er damit ausloesst und vielleicht war das ja auch der wirkliche Grund dafuer.

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Karin S.Bryant09.04.2012 | 22:44 Uhr

Spießer Partei Deutschlands

Der weltbekannte Sozialdemokrat Reinhold Robbe möchte nicht mehr, dass Günter Grass die SPD bei Wahlkämpfen unterstützt, denn der Autor sei nicht mehr glaubwürdig. Ja, Herr Robbe ist besonders glaubwürdig, denn er war so frei, sich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer zum Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages machen zu lassen. Da ist man natürlich absolut glaubwürdig.

Ich finde, Grass sollte dieser Trümmerpartei seine Hilfe nicht mehr anbieten. Sie hat es nicht verdient.

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Katharina K.11.04.2012 | 01:39 Uhr

GRASS / GROSSER

Grosser lesen und dann mit dem Finger auf GRASS zeigen<.

http://www.sueddeutsche.de/politik/alfred-grosser-ueber-kritik-an-israel-grass-hat-etwas-vernuenftiges-gesagt-1.1329287

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caro11.04.2012 | 12:13 Uhr

Ein Nachtrag zu den Reaktionen auf Günter Grass‘„Israel-Gedicht“

Zum weltanschaulichen Fundament nicht nur des deutschen und europäischen Linkslibe-ralismus gehört, dass nach dem vom faschistischen Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg sowie dem Zusammenbruch der Kolonialsysteme die europäische Nationalstaats-idee mit ihren ethnischen Implikationen als politisch obsolet und ideologisch reaktionär gilt. „Rassismus“ bildet das Fahnenwort unter dem sich „Antisemitismus“ und „Diskriminierung von Minderheiten“ subsummieren. Es ist deshalb kein Zufall, dass die schärfsten Kritiker Thilo Sarrazins zu den Verteidigern Grass‘ im aktuellen Streit um sein „Israel-Gedicht“ gehören.
Israel als „Staat der Juden“, der sich aus einem exklusiven „Antisemitismus“ legitimiert, bildet die eigentliche Kränkung libertärer Identität. Aus linksliberaler Sicht hat die zionistische Idee das gemeinsame progressive Projekt verraten. Die Israelis werden „…entscheiden müs-sen, ob sie weiterhin eine Demokratie und folglich kein jüdischer Staat sein wollen oder ein jüdischer Staat bleiben wollen, dann aber keine Demokratie mehr sind“, führt Bill Clinton (Cicero, Januar 2010), befragt nach seinen Erwartungen für 2010, sibyllinisch aus und steckt damit die ideologische Demarkationslinie ab. Der von Günter Grass seinem inkriminierten Gedicht nachgereichte Vorschlag einer – in ferner Zukunft – vorstellbaren Konföderation zwischen Israelis und Palästinensern liegt sozusagen genau auf dieser Linie. Auf der anderen Seite verweist eine tendenziell rechte, vorbehaltlose Identifikation mit dem gegenwärtigen Staate Israel auf eine existenzielle Unsicherheit, die ein junger israelischer Teilneh¬mer an einem vom deutschen Bundestag ausgeschriebenen Internationalen Parlaments Stipen¬dium (IPS) in einem Blog im Internet (S. Yoav Sapir, Wer darf Volk sein? Über nationale Min-derheiten in Deutschland, Chronologs.de, 12. Juli 2009) so resümiert: „Die Deutschen können also nicht nur als Bürgerschaft bzw. Staatsnation, sondern auch als Volk agieren. Und das tun sie auch, wenn es nicht um sich selbst geht, sondern um andere: die Minderheiten, die in Deutschland leben, oder die Deutschen, die im Aus¬land als Minderheiten leben. Wenn es zu diesen Fragen kommt, dann gibt es schon ein deutsches Volk. Ob die Deutschen sich aber erlauben können, auch im Inland, also im eigenen Häusle, wieder Volk zu sein?
Um nach den mannigfaltigen Referenten zu beurteilen, mit denen wir während dieses viertägigen Seminars gesprochen haben und die sich mit solchen Fragen immer sehr schwer getan haben: Nein, das können, sollen und dürfen sich die Deutschen noch immer nicht leisten. Ein Volk zu sein, ohne diese Identität vom Pass abhängig zu machen bzw. auf diesen zu reduzieren - das wird im heutigen Deutschland vielen gestattet, nur nicht den Deutschen selbst“.
„Vergesst Auschwitz“, stellt euch hinter das heutige Israel und ihr dürft wieder Volk sein, ist der Weg der Erlösung den Henryk M. Broder jenen, auf dem Hintergrund der historischen Schuld ob ihrer nationalen Identität verunsicherten Deutschen empfiehlt. – Das Problem ist, dass diesseits und jenseits der jeweiligen politischen Konfessionen – um mit Bertolt Brecht zu sprechen – die Ausführungs¬bestim¬mungen (auf die Günter Grass, bei allem was man gegen sein „Gedicht“ vorbringen kann, zumindest aufmerksam gemacht hat) „im allgemeinen Gemurmel“ untergehen. Und am Ende steht jenes „Rechthabenmüssen“, von dem Martin Walser, befragt von DIE ZEIT zur Grass-Debatte, sprach. Deren Totschlagworte lauten „Rassismus“ (gegen Israel als „atomar gerüstetes Apartheidsystem“) auf der einen und „Antise¬mi¬tis¬mus“ („Judenhass“ und „jüdischer Selbsthass“ gegen seine Kritiker) auf der anderen Seite.
„Eine uns entgegenstehende Behauptung des Gegners können wir auf eine kurze Weise dadurch beseitigen oder wenigstens verdächtig machen, daß wir sie unter eine verhaßte Kategorie bringen, wenn sie auch nur durch eine Ähnlichkeit oder sonst lose mit ihr zusammenhängt: z.B. ‚das ist Manichäismus, das ist Arianismus; das ist Pelagismus; das ist Idealismus; das ist Spinozismus; das ist Pantheismus, das ist Brownianismus; das ist Naturalismus, das ist Spiritualismus; das ist Mystizismus; usw.‘ - Wir nehmen dabei zweierlei an: 1. daß jene Behauptung wirklich identisch oder wenigstens enthalten sei in jener Kategorie, rufen also aus: oh, das kennen wir schon! – und 2. daß diese Kategorie schon ganz widerlegt sei und kein wahres Wort enthalten könne“, schreibt Arthur Scho¬penhauer in seiner um 1830 entstandenen Schrift „Die Kunst, Recht zu behalten“.

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Dr. phil. Bernd Schick 18.04.2012 | 14:50 Uhr

NAUMANN &GRASS

Ich haette mir gewuenscht Herr Naumann haette sich ein weniger polemisch gaeussert und nicht nur mit Analogien argumentiert.
Denn ein "Erstschlag" Israels wird doch schon seit Jahren diskutiert, und ob es dazu kommt liegt ja sehr auf der Waage. Netanjahu war doch gerade in der USA, man sollte sich doch einmal seine Rede zu AIRPAC ansehen [auf UTUBE]. Of jemand anti-Semitisch ist der auf dieser Gefahr pocht ist doch vollkommen belanglos. Dass Grass die Mullahs + Praesident A. auesserst unlieb sind steht wohl schwarz auf weiss in dem Gedicht! Grass schwafelt dann ueber was so einem Erstschlg [preventive war] ergeben koennte, und zeigt auf U-Boote die mit Roehren ausgestattet sind die Atomraketen schiessen koennen. Die Gefahr bestuende doch auch wennn Netanjahu und Liebermann Hittitten oder Hottentotten waeren, nicht war? Ich hab mich sehr mit der Sache befasst;

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MICHAEL ROLOFF08.05.2012 | 05:09 Uhr

Was gesagt werden will

Um es gleich vorab zu sagen:
Ich verstehe jeden, der sich gemüßigt fühlt, etwas zu Grass zu sagen.
Ich selbst jedoch - ziehe es vor, nichts dazu zu sagen.
Was soll man auch sagen zu einem, der glaubt etwas sagen zu müssen, der sich als einer, der etwas sagen darf wähnt, als einziger vielleicht sogar - als einer der sagt, was er denkt, weil er denkt, er darf das - und dabei einfach nur nichts zu sagen – nichts als Bullshit - ?

Ich selbst ziehe es vor, nichts dazu zu sagen. Und merke zugleich, das ist ... ja, gar nicht so einfach. Und merke zugleich: Es ist eine Lüge.
Da ginge es mir d och wie einem Herrn Wulff, der - im Brustton der Überzeugung - behauptete, nein, er habe über einen Rücktritt NICHT nachgedacht. Wie kann aber einer diesen Satz, er habe nicht, überhaupt formulieren, wenn er nicht vorher darüber nachgedacht hätte?
Versuch doch mal einer, über irgendetwas ganz konkret NICHT nachzudenken!

Dennoch - ziehe ich es vor, nichts zu sagen.
Ich verstehe jeden, der sich gemüßigt fühlt, etwas zu Grass zu sagen, dem Günther, der vielleicht nicht einmal ansprechbar wäre, weil er, vielleicht, gerade wieder ein Auftragswerk zu schreiben gemüßigt sich fühlte, für Herrn Ahmadenidschad oder wen auch immer, das versteh ich ja alles – und verstehe auch jeden, der sich herausgefordert fühlt, getroffen – mich hat er ja auch getroffen, weit unter der Gürtellinie. Also genau da, wo´s weh tut.

Dennoch: Ich ziehe es vor nichts zu sagen - sage ich, Nein, zu Grass fällt mir nichts mehr ein.
Nichts, als vielleicht wiederum nur Bullshit - da schwebte dann nur eine Bullshitwolke mehr im Raum. Im ohnehin schon vor monströsem Bullshit überbordenden Raum - im Cloud-Space, um mich Anwendern moderner Kommunikationsmittel (auch noch mit letzter Tinte) verständlich zu machen, Nein, muss ich nicht -
Ich muss nichts dazu zu sagen. Und ich will nichts dazu sagen.

Ich ziehe es vor, nichts dazu zu sagen, sage ich, nichts zu Grass, nichts zu dem, was da ein Gedicht sein soll und das es, ob es uns gefällt oder nicht, wohl auch ist. Man könnte jetzt über die Form desselben streiten, eines Gedichts überhaupt, und/oder über Inhalt und Form – ja, könnte man.
Dennoch: Ich ziehe es vor, nichts zu sagen.
Weil ich nicht will.
Und weil ich auch gar nicht muss.
Weil ich rein gar nichts müssen muss.

Muss ich denn etwas sagen, nur weil jeder glaubt, dass, was gesagt werden muss, auch gesagt werden müsse – bin ich denn jeder?
Muss ich denn etwas sagen, nur weil EINER glaubt, dass, was gesagt werden muss, auch gesagt werden müsse – und: der das sagt, sagt, er müsse das sagen, weil sonst sagt es doch keiner - bin ich denn so einer?

Ich ziehe es vor, nichts zu sagen, sage ich, und gleichzeitig frage ich mich:
Begebe ich mich nicht gerade damit auf Glatteis? Auf die unbotmäßige Position des Schweigenden, des Nichtssagenden oder des Nichts-Sagenden, des in den Fußangeln der Halbbildung Verfangenen, also auf wulffsches, guttenbergsches oder auf welches (und egal welcher bildungsbürgerlichen Hausmannnskost entsprungene) gutbürgerliche Glatteis auch immer?
Dies Eis – sage ich, ist mir zu glatt, und:
Ich ziehe es vor, nichts zu sagen.
Sage ich, und zugleich überkommt es mich, vage, fällt es mir - unsanft - auf die Füße: Dass ich ja gerade damit - bereits in die Falle getappt bin. Oder mich wenigstens anschicke, geradewegs in die - nicht gerade auf appetitliche Art ausgelegte und doch nicht minder gefräßig schnappende – Falle hineinzutappen. Wie eine Schabbesgans, die man zum Schechten führt.

Nein - Ich ziehe es vor nichts zu sagen, sage ich, und zugleich merke ich: Das ist eine Lüge.
Eine Selbstlüge ist es, nichts zu sagen, eine Selbstlüge, Nichts-Sagender zu sein oder auch nur sein zu wollen.

Der das sagt, WILL das sagen.

Und ab jetzt sage ich gar nichts mehr, denn alles, was ich noch sagen könnte, könnte meine Art der Selbstlüge ja gegen mich verwenden.

  • Antworten
Tom Schilling23.05.2012 | 01:15 Uhr

wahr ist, was ist ...

Das "echt deutsche" Problem ist das mit der Nazi-Vergangenheit. Damit ist Deutschland unendlich weiter als z.B. die baltischen Staaten, wie Estland, Lettland, sowie Litauen, Weissrussland und die Ukraine, die aktuell ihre alten Nazis immerr noch als Nationalhelden feiern! Das "echt israelische/zionistische" Problem ist die -aus meiner Sicht- lobenswerte! Entscheidung "nie wieder Opfer!" zu sein zwangsläufig zum stattdessen "Täter sein"? Uups, Oj, oder doch nicht so!
"Wahr ist, was ist" sagt ein mittelalterlicher Philosoph.
Ich wünsche mir, da in einem Konflikt/Krieg immer nur die falschen leiden, dass alle vernunftbegabten wieder zur Vernunft finden. Juden und Christen voran. "Man soll ja die Wahrheit suchen und finden, wo auch immer sie zu finden ist". Der historische Herr Grass hin oder her.

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AJMazurek31.05.2012 | 02:03 Uhr

Revolution

Revolution
Aufstehen, verändern, es ist genug,
Unterdrückte, Hungernde beraubt,
Herrschende im Selbstbetrug,
an Masse, an Glanz, Gewalt glaubt.

Munition verkauft von Demokraten,
stehend um ihr Recht, in Bahrain,
Ihr, Menschen in Syrien verratend,
Dein Wohlstand, sterben sie allein.

Friedrich Engels hat es begriffen,
es ist über hundert Jahre her,
das Tuch in Blut zerschlissen,
steht das Volk auf, kein Halt mehr.

In Tunesien ein Toter zu viel,
die Angst knöchernd überwunden,
unsere Waffen töten am Nil,
im Nah-Ost auf ewig verschwunden.

Foltern, erniedrigen, unterdrücken,
es sind Menschen, Eure Brüder,
unter den Stehenden mehr Lücken,
schwappt es langsam zu uns rüber.

Aus dem Fernsehen tropft deren Blut,
Brandstifter sitzen im Bundestag,
Parteien, Wachstum im Selbstbetrug,
zimmern diese an ihrem Sarg.

Ein Volk biegt sich bis es bricht,
ein Gewehr schießt am Abzug,
der Folterer verliert sein Gesicht,
Werte verlierend in Lug und Trug.

Wenn Du heute nicht begreifst,
liegen morgen Deine auf den Straßen,
die Macht, auf Macht versteift,
Elend, die nächste Kugel wartend.
Frank Poschau
17.06.12

  • Antworten
Frank Poschau17.06.2012 | 19:21 Uhr

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