Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Vom Verschwinden und Verweilen

Salon

J.D. SalingerVom Verschwinden und Verweilen

Von Frauke Meyer-Gosau5. Juni 2012
picture alliance
salinger, fänger im roggen new_york,
Verschwinden und Überdauern
Schrift:

J.D. Salinger galt zu Lebzeiten als exzentrisch und machte sich rar. Sein Werk erscheint demgegenüber zeitlos und ist so präsent wie vor sechzig Jahren. Der Fänger im Roggen ist immer noch ein Weltbestseller. Nun liegt die komplette Neu-Übersetzung seiner Werke vor

Seite 1 von 4

Diesen Text finden Sie in der neuen Ausgabe von Literaturen.
Gemeinsam mit Cicero am Kiosk oder gleich im Online Shop bestellen.

 

 

Er ist der Meister, das wollen wir hier gleich mal festhalten: Jerome D. Salinger, geboren am Neujahrstag des Jahres 1919 und gestorben 91 Jahre später in seiner Einsiedelei im gottvergessenen Gebirgsort Cornish in New Hampshire, ist der Meister des sich kurz fassenden Erzählens.

Natürlich machte ihn nicht die quantitativ messbare Leistung zum Guru der Short Story-Leser, auch die traumhaft sichere Beherrschung des rasanten Dialogs nicht; so etwas können andere auch. Nein, es war die eigentümliche spirituelle Sicht Salingers auf die ganz großen existentiellen Fragen, verbunden mit scharfem Witz und überraschenden Wendungen, die Leser wie Journalisten immer wieder ins entlegene Cornish pilgern ließ, um des Meisters ansichtig zu werden, womöglich sogar mit ihm zu sprechen – Versuche, die ihnen mit ein bisschen Glück die stumm-unmissverständliche Androhung eines Fausthiebs eintrugen.

Jerome D. Salinger wollte nicht gesehen und er wollte schon gar nicht angesprochen werden. Er wollte möglichst überhaupt keinen Kontakt zur Außenwelt. Nur eins wollte er unbedingt: sein Bild von der Welt und den Menschen entwickeln, wie sie einander auf die unterschiedlichste Weise in krisenhafte Zustände versetzen.

Von der Mitte der sechziger Jahre an mochte er dann aber auch die literarischen Ergebnisse seiner Gedanken- und Gefühlsarbeit mit niemandem mehr öffentlich teilen. Nachdem Salingers Erzählung «Hapworth 16, 1924» am 19. Juni 1965 im New Yorker erschienen war (und praktisch das gesamte Heft eingenommen hatte), blieb er der Autor eines nur vierbändigen gedruckten Werks: «Hapworth», ebenfalls als Buch-Publikation geplant, kam nie zwischen feste Deckel. Und doch genügten ein kurzer Roman und drei Bände mit Geschichten zunehmender Länge, um ihm einen Platz im Literatur-Olymp zu sichern. Bis heute zählt J. D. Salinger in den USA wie in Europa zu den meistgelesenen amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts.

[gallery:Cicero Umfrage: Die wichtigsten Schriftsteller 2011]

In den frühen vierziger Jahren hatte der in New York geborene Sohn eines jüdischen Lebensmittelgroßhändlers, ein Schulversager und Uni-Drop out, nach erheblichen Anlaufschwierigkeiten begonnen, in zunehmend dichter Abfolge Erzählungen in amerikanischen Zeitschriften zu veröffentlichen – sie erzählten vom Leben Zwanzigjähriger in der Riesenstadt, von innerer Leere, Richtungslosigkeit.

Das höchste Ziel, eine Geschichte im New Yorker zu publizieren, blieb Salinger vorerst verwehrt. Doch war er immerhin gerade dabei, sich einen Namen als Nachwuchsautor zu machen, als er im Juni 1944 mit dem 12. Infanterie-Regiment zur Landung in der Normandie abkommandiert wurde.

In den Ardennen und in der Eifel nahm er danach an zwei der verlustreichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs teil – Ernest Hemingway, der den Kampf in der Eifel als Kriegsberichterstatter miterlebte (und in seinem jungen Kollegen «ein höllisches Talent» sah), machte diese

Erfahrung zum Kriegsgegner, Salinger hinterließ sie schwer traumatisiert. In der Erzählung «Ein idealer Tag für Bananenfische», mit der ihm 1948 endlich sein Debüt im New Yorker gelang, wie auch in der Story «Für Esmé – in Liebe und Elend» aus dem Jahr 1950 ist die Nachwirkung der inneren Kriegsverletzungen zentral: Seymour Glass, Held etlicher späterer Salinger-Geschichten, schießt sich während eines Urlaubs mit seiner Ehefrau eine Kugel in den Kopf, einen anderen jungen Soldaten sehen wir in einem Krankenhaus, wo er von seinen seelischen Verwundungen genesen soll.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Salingers Werk die Gesellschaft zu prägen begann

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Helmut Newton
Schamlose Vulgarität
 

Bittere Paartherapie als Sachbuch
Liebe deine Pantoffeltierchen

Das Journal
Die Virtuosen des Verschwindens

 

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013
Berlin
Die Möchtegern-Metropole
von
07.03.2013

zum Dossier Literaturenzum Dossier Die Buch-Seite
Aus Literaturen  
Juni 2012
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Helmut Newton
Schamlose Vulgarität
 

Bittere Paartherapie als Sachbuch
Liebe deine Pantoffeltierchen

Das Journal
Die Virtuosen des Verschwindens

 

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

G+J-Chefin Julia Jäkel
Zwischen Journalismus und PR
von
10.04.2013
Agenda 2010
Die verleugnete Erfolgsgeschichte der SPD
von
11.03.2013
Ware Frau
Prostitution abschaffen!
von
08.03.2013
Selbstverschuldete Unmündigkeit
Karlsruhe agiert, Berlin reagiert
von
08.03.2013
Berlin
Die Möchtegern-Metropole
von
07.03.2013

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Buch, Bücher, Literatur
Dossier

Die Buch-Seite

zum Dossier

Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Sonntagskolumne: Mein Sozialstaat

Angie, gib' die Wohnung frei

Deutschland ächzt unter akutem Wohnungsnotstand

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. So zumindest wirkt es für die Menschen in den Ballungsräumen der Republik. Und dabei geht es nicht nur um den schönen Altbau mit Balkon im Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzkölln


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 696
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang