Jump to Navigation
Startseite

Magazin Cicero im Februar:
Wie Elitenverachtung die Demokratie gefährdet

Politik am Pranger
  • Magazin
    • Berliner Republik
    • Weltbühne
    • Kapital
    • Salon
    • Themen der Zeit
    • Merkel-Projekt
    • Kolumnen
    • Blogs
  • Mediathek
    • Bilder
    • Videos
    • Karikaturen
    • Titelbilder
  • Bücher
  • Service
    • Impressum
    • Anzeigen/Media
    • Redaktion
    • Autoren
    • Presse
    • Über uns
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > „Niemand denkt mehr an den Klimawandel“

Salon
T.C. Boyle

„Niemand denkt mehr an den Klimawandel“

Interview mit T.C. Boyle 23. Januar 2012
Hanna Lippmann
thomas,coraghessan,boyle,t.c.,talktalk,dr.sex,drop city,klimaschutz,killing,done
T.C. Boyle hat einen neuen Roman über Ökosysteme geschrieben

Die größte Gefahr der nächsten Jahrzehnte ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kollaps unseres Ökosystems. Können wir überhaupt noch etwas dagegen unternehmen? Ein Gespräch mit dem Schrifsteller T.C. Boyle, sein neuer Roman "Wenn das Schlachten vorbei ist" beschäftigt sich mit dem Niedergang von Ökosystemen 

Seite 1 von 3

Herr Boyle, „für die Tiere ist jeden Tag Auschwitz“. Hat Sie dieser, in Ihrer Story „Fleischeslust“ Isaac Bashevis Singer zugeschriebene Satz auch bei der Arbeit an Ihrem neuen Roman inspiriert?
Meinem Buch „Wenn das Schlachten vorbei ist“ habe ich ein Zitat aus der Bibel vorangestellt, das dem Menschen die Herrschaft über die Tiere zuspricht. In diesem Roman geht es um die Vorherrschaft der einen besonderen Tierart Mensch, die alle anderen Tierarten dominiert und das gesamte Ökosystem zerstört. Ist es möglich, diese Zerstörung rückgängig zu machen, und wenn ja: Wer bestimmt, welches der ursprüngliche Zustand war, den es wiederherzustellen gilt? Singer spielte mit seinem Zitat vor allem auf den Fleischfresser Mensch an, auf den Metzger in uns, während mein Buch eine Art Notfallplan für die Welt im Ganzen enthält – erzählt am Beispiel mehrerer Tierschützer auf den Channel Islands vor der kalifornischen Küste.

Die Antagonisten des Romans, die Biologin Alma Boyd Takesue und der Umweltschutzaktivist Dave LaJoy, sind beide Vegetarier, wollen die Tiere, wenn nicht die ganze Welt retten … Weshalb sind die guten Absichten der beiden nicht miteinander vereinbar?
Das Problem ist, dass beide auf ihre Weise recht haben. Dave ist zwar in jeder Hinsicht ein ziemlich unangenehmer Typ, hat aber ein unanfechtbares Gesetz auf seiner Seite: „Du sollst nicht töten.“ Dieses Gesetz schützt seiner Auffassung nach auch die Ratten auf Anacapa, einer der kleinen Kanalinseln, auf der „Wenn das Schlachten vorbei ist“ spielt. Alma, die rationaler ist als Dave und von der Thematik sehr viel mehr versteht, argumentiert andererseits sehr plausibel, weshalb es im Sinne des Ökosystems ist, die Ratten zu vernichten, um auf diese Weise nahezu ausgestorbenen Vogelarten ihren angestammten Lebensraum zurückzugeben. Sie spielt gewissermaßen ein wenig Gott, und die ethische Frage, die sich daraus ergibt, muss jeder Leser für sich selbst beantworten. 

Wie vereinen sich die gegensätzlichen Ansichten dieser Figuren in Ihnen?
Ich nehme an, alle Figuren, die ich erfinde, insbesondere solche, die so unterschiedliche Ansichten vertreten wie Dave und Alma, repräsentieren die gegensätzlichen Pole meiner Persönlichkeit. Ich bin genauso wütend wie Dave, und zugleich bin ich in vielen Dingen nicht weniger pingelig und perfektionistisch als Alma und ein ebensolcher Kontrollfreak wie sie.

In einer Ihrer Kurzgeschichten haben Sie sogar aus der Perspektive einer Elefantenkuh erzählt.
In der Story „Großwildjagd“, das stimmt. Zwei oder drei Absätze lang hat mich dort ihre Sicht der Dinge interessiert, aber Figuren wie Dave LaJoy in „Wenn das Schlachten vorbei ist“ oder Ned Rise, der Trickbetrüger aus dem Roman „Wassermusik“, stehen mir am Ende dann doch etwas näher. Diese Figuren könnte man vermutlich als Punks bezeichnen – sie sind in Opposition zu bestimmten Dingen, denken aber nicht immer alles bis zu Ende durch. Sie sind sehr emotional und werden eher von ihren Gefühlen als vom Verstand geleitet.

Ist der Zorn, der „Wenn das Schlachten vorbei ist“ zu einem sehr kraftvollen Buch macht, Fiktion oder handelt es sich dabei um Ihr eigenes Gefühl?
Ich habe zu vielen Dingen eine sehr entschiedene Meinung und habe mich in meinen Büchern von Anfang an mit unserer Lebenswelt auseinandergesetzt, weshalb man mich auch gern als „grünen Schriftsteller“ bezeichnen darf. Der englische Titel meines ersten Buches lautet „Descent of Man“, zitierte also Darwins Werk von der „Abstammung des Menschen“, meint aber zugleich den „Niedergang des Menschen“, und die zentralen Fragen unserer Existenz auf diesem Planeten habe ich in meinen Romanen und Kurzgeschichten seitdem immer wieder aufgegriffen. Ja, ich bin sehr engagiert, aber ich schreibe keine Essays über Ökologie, keine Rezensionen: Abstraktes Denken bringt mich nicht sehr weit, ich kann einer Sache oder einem Gefühl nur intensiv nachgehen, wenn ich im Bann schöpferischer Arbeit stehe.

Lesen Sie weiter, ob es der Erde ohne Menschen besser ginge

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

Weiterführende Links

Deutschland muss beim Klimaschutz Vorreiter sein

Buchbesprechung „Dr. Sex“ von T.C. Boyle

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:


Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 
Januar 2011
 des Magazins Cicero – Hier bestellen

Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
Neues Dossier anlegen:

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Buch, Bücher, Literatur
Dossier

Die BUCH-SEITE

zum Dossier

  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
24h | letzte Woche | letzter Monat
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Joachim Gauck Ein Präsident für die Eliten
Griechenland-Lüge 130 Milliarden Euro für ein Monument des Scheiterns
Ehrensold verdient Wulff half Deutschland aus der Midlife-Crisis
Ex-Bundespräsident Wie geht es weiter bei Wulffs?
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Maria Kwiatkowsky Tod einer Schauspielerin
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Architektur Wie wir unsere Städte ruiniert haben
Präsidentencasting Bankrotterklärung des Parteienstaates
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Maria Kwiatkowsky Tod einer Schauspielerin
Merkel-Projekt Was macht die Bundeskanzlerin heute?
Sascha Lobo „Die Angst vorm Netz ist nicht völlig unberechtigt“
Europas Zersetzung Die Weichen sind auf Postdemokratie gestellt
24h | letzte Woche | letzter Monat
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Präsidentencasting Bankrotterklärung des Parteienstaates
Sesselkleber und späte Rücktritte Wer aufsteht, verliert
Diktat statt Wettbewerb Merkels Präsident
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Piraten im Umfragehoch Gespeist vom Frust normaler Bürger
Joachim Gauck Deutschland bekommt einen Bürgerpräsidenten
Boris Palmer antwortet Die Grünen? Liberal, nicht konservativ!
Zwischen Solar-Mafia und Öko-Gewissen Ökostrom für alle!
Michael Naumann zur Kreditaffäre Die Empörung über Wulff ist anmaßend
Die Grünen Nicht liberal, sondern stockkonservativ
Präsidentenkür im Internet Wie das Netz den bösen Gauck erfand
Matussek und die Katholiken „Diese Verblödung war unerträglich“
„Ein Käfig voller Feiglinge“
Anzeige
Berlinale, Bär, Filmfestival, Poster
Dossier

Bärchen, Sternchen, roter Teppich: Die Berlinale

zum Dossier

Thema der Woche

Joachim Gauck wird Bundespräsident
zum Dossier

Die Februar-Ausgabe jetzt am Kiosk

Politik am Pranger
Wie Medienmacht und Elitenverachtung die Demokratie gefährden

Leseprobe
Inhaltsverzeichnis
Hier bestellen

Ist Gauck der bessere Präsident?
Das Cicero-Meinungsbild

Joachim Gauck wird das nächste Staatsoberhaupt werden. Doch kann Gauck Bundespräsident?

Video

Meyers Monolog: Ist der Kapitalismus am Ende?

Video
alle Videos
Russland, Moskau, Putin, Proteste, Demonstrationen
Dossier

Russland vor den Wahlen

zum Dossier

Dossier

Im Land der Ego-Demokraten: Politik am Pranger

zum Dossier

Frage des Tages

Wie geht es weiter bei Wulffs?
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage
Bildergalerie

Die Bilder der Wulff-Skandale

Bundespräsident, Nachfolger, Christian Wulff, Kredit-Affäre
zur Bildergalerie
Anzeige
Merkel-
Projekt

Was macht
Angela Merkel heute?
Add to Google

Anzeige

© Cicero 2012
  • Impressum
  • Nutzungsbedigungen
  • Stellenangebote
  • Weitere Titel des Ringier Verlags: Monopol - Magazin für Kunst und Leben