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 > Skandalöse Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips

Salon

Film-DiskussionSkandalöse Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips

Interview mit Michael Schmidt-Salomon 18. September 2012
picture alliance
Schmidt-Salomon, Mohammed-Video, Islam, Friedrich, Verbot Video, Cicero-Empfehlung
Schmidt-Salomon: „Die Diskussion über das Mohammed-Video führt am Kern des Problems vorbei“
Schrift:

Meinungsfreiheit dürfe nicht vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig gemacht werden, erklärt Michael Schmidt-Salomon im Interview mit Cicero Online. Die derzeitige Debatte um das Video gehe am Kern des Problems vorbei

Seite 1 von 2

Sie haben sich gegen das von Politikern – allen voran von Innenminister Hans-Peter Friedrich – geplante Verbot des umstrittenen Mohammed-Films ausgesprochen. Warum?
Es sollte selbstverständlich sein, dass das Prinzip der Kunstfreiheit auch für schlechte Filme gilt. Wo kämen wir denn hin, wenn wir es von ästhetischen Kriterien oder gar vom Einverständnis religiöser Fanatiker abhängig machen würden, ob ein Film in Deutschland gezeigt werden darf oder nicht? Bundesinnenminister Friedrich gab in diesem Zusammenhang wahrlich keine gute Figur ab. Wären die Demokraten früherer Zeiten angesichts der massiven religiösen Proteste, mit denen sie zu kämpfen hatten, so schnell eingebrochen wie er, würden in Europa womöglich noch heute die Scheiterhaufen brennen.

Wenn sich die Bundesregierung und große Teile der Opposition jetzt für ein Aufführungsverbot des Films „Die Unschuld der Muslime“ einsetzen, belohnen sie doch in letzter Konsequenz die Gewalttätigen. Wäre das nicht ein fatales Signal?
In der Tat. Würden wir die Kunst- und Meinungsfreiheit aus Rücksicht auf religiöse Fanatiker einschränken, käme dies einer Belohnung gleich. Wir würden sie dazu ermutigen, künftig jede kritische Auseinandersetzungen mit dem Islam durch gewaltsame Proteste zu unterbinden. Solchen demokratiefeindlichen Bestrebungen dürfen wir auf keinen Fall nachgeben.

[gallery:Von Salman Rushdie bis zum Mohammed-Video – der Zusammenprall der Kulturen]

Eine starke Demokratie ist auch eine wehrhafte Demokratie. Müssten jetzt nicht eigentlich die weltlichen, die säkularen Kräfte, zusammenstehen und sich gegen Provokateure (von Pro-Deutschland und Co.) und Islamisten gleichermaßen positionieren?
Selbstverständlich. Einerseits müssen wir klar machen, dass Antimuslimismus ebenso menschenverachtend ist wie Antisemitismus. Andererseits dürfen wir nicht ignorieren, dass in der muslimischen Community noch immer vormoderne, patriarchale Werte von zentraler Bedeutung sind. Wir sollten in diesem Zusammenhang sehr deutlich unterscheiden zwischen einer humanistischen Islamkritik, die auf die Emanzipation aller Individuen ausgerichtet ist, und rassistischen oder xenophoben Initiativen, die islamkritische Argumente vorschieben, um Menschen auszugrenzen. Als offene Gesellschaft sollten wir einen dritten Weg einschlagen – gegen reaktionäre Islamverteidigung auf der einen und reaktionäre Fremdenfeindlichkeit auf der anderen Seite.

Jakob Augstein schreibt in seiner SPON-Kolumne: „Mit Religion hat das nichts zu tun. Wenn die Straße brennt und der Mob regiert, schämt sich der Glaube. (…) Diese Gewalt ist keine Sache der Religion, sondern eine der Politik.“ Hat er Recht?
Nein. Diese Aussage ist Ausdruck des altlinken Glaubens, dass es sich bei der Religion lediglich um einen Nebenwiderspruch innerhalb des politisch-ökonomischen Systems handelt. Tatsächlich aber ist der religiöse Glaube eine eigenständige Größe im sozialen System. Er wird nicht nur von politischen und ökonomischen Kräften beeinflusst, sondern kann seinerseits enormen Einfluss auf die politischen und ökonomischen Verhältnisse haben. Dass westliche Intellektuelle wie Augstein die Bedeutung des Faktors Religion so grandios unterschätzen, ist sicherlich der weitgehenden Säkularisierung in Europa geschuldet, verrät aber auch, wie wenig sie verstehen, was in der Welt vor sich geht. 

Wundert Sie die Richtung der Debatte in großen Teilen der Medien und Politik: Da wird ein Video aufs Schärfste verurteilt und die Anschläge der Radikalen als Reaktion verharmlost. Das erinnert ein bisschen an die Zeit, da vergewaltigten Frauen gesagt wurde, ihr seid ja selbst schuld, wenn ihr euch so aufreizend anzieht.
Ehrlich gesagt, wundert mich in dieser Hinsicht gar nichts mehr. Wir hatten eine ähnliche Situation ja schon vor 6 Jahren im Zuge des sogenannten Karikaturenstreits. Damals wurden die dänischen Karikaturisten beschuldigt, den öffentlichen Frieden zu gefährden. Eine skandalöse Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips! Denn nicht die an Leib und Leben bedrohten Zeichner gefährdeten den öffentlichen Frieden, sondern die religiösen Fanatiker, die in ihrem Wahn Hunderte von Menschen töteten, nur weil sie unfähig waren, auf satirische Kunst in angemessener Weise zu reagieren. Schon damals traten konservative Politiker als Trittbrettfahrer des islamischen Fundamentalismus auf und wollten den sogenannten Gotteslästerungsparagrafen verschärfen. Ich gehe davon aus, dass dies in absehbarer Zeit wieder geschehen wird.

Warum lassen sich religiöse Gefühle von Muslimen derart leicht verletzen? Religiöse Schmähungen findet man ja tausendfach im Netz. Was glauben Sie, warum ausgerechnet dieser Film Anlass für derartige Reaktionen bot?
Es ist in der Tat ein sonderbares Phänomen, dass Männer, die die Steinigung einer vermeintlichen Ehebrecherin mit müdem Achselzucken hinnehmen, aber schluchzend in sich zusammensinken, wenn sie hören, dass ihr Prophet satirisch auf die Schippe genommen wurde. Erklären lässt sich dies nur mit der partiellen Denk- und Entwicklungshemmung, die mit religiöser Indoktrination einhergeht. Warum nun speziell dieses Video solch massive Proteste hervorrief? Sicherlich haben amerikanische Evangelikale die entsprechenden islamistischen Kanäle liebevoll mit entsprechenden Informationen gefüttert, womöglich wurden sie dabei sogar unterstützt durch politische Kreise, die sich davon einen strategischen Nutzen versprechen.

Wichtiger ist aber die Enttäuschung der muslimischen Bevölkerung über die Folgen des Arabischen Frühlings sowie das Kalkül der an die Macht gekommenen islamistischen Gruppen, die mit antiwestlichen Aktionen bestens von den Defiziten der eigenen Politik ablenken können. Ich hatte daher ohnehin mit Protesten gerechnet. Wäre das Mohammed-Video nicht veröffentlicht worden, hätte sich problemlos ein anderer Anlass für antiwestliche Propaganda gefunden. Insofern führt die Diskussion über dieses Video am eigentlichen Kern des Problems vorbei. 

 Seite 2: Der islamische Fundamentalismus ist das Symptom einer fundamentalen Glaubenskrise

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Satire?

Natürlich soll es in der Debatte um Grundsätzliches gehen. Und ich stimme zu, dass eine starke Demokratie sowas im Prinzip aushalten müsste und auch, dass Blasphemie ein Menschenrecht sein sollte, wie Herr Stein an anderer Stelle schrieb. Aber: Es geht bei dem Film ja nicht um Satire oder Kritik. Interessant, dass nicht nur Jakob Augstein den "Das Leben des Brian" Vergleich bemüht hat. Das gleiche versuchte auch Pro Deutschland. Doch der Vergleich hinkt gewaltig. Von Humor ist da keine Spur. Es ist einfach nur ein Hassvideo. Diese Figur, die der zweitgrößten Weltreligion so heilig ist, wird als Mörder, Kinderschänder und Schwachkopf dargestellt, saufend, hurend und sich im Blut Unschuldiger sulend. Taz-Autor Daniel Bax traf den Punkt: "Wenn dieser Film nicht muslimenfeindlich ist, dann waren NS-Propagandafilme wie „Jud Süß“ oder „Der ewige Jude“ auch niemals antisemitisch." Der Film ist einfach nur entwürdigend. Man kann fast das Gefühl haben, dass die beiden Gesprächspartner sich die 14 Minuten gar nicht angesehen haben.
Außerdem wurde die komplette Filmcrew von 80 Personen hintergangen. Dass der Film sich um das Leben Mohammeds drehen sollte, wurde niemandem verraten. Die Stimmen wurden nachsynchronisiert. Der Filmemacher hat sich unter Decknamen als israelischer Jude ausgegeben. Wie viel geistige Brandstiftung kann man denn noch betreiben.
Die Reaktionen gewaltätiger Muslime sind natürlich genauso furchtbar. Andererseist wird im Mainstream oft vergessen, dass auch Muslime für den Toten libyischen US-Botschafter mit Kerzen auf die Starßen gegangen sind. Das viele Muslime sich für die Randalierer schämen. Dass islamistische Politiker bewusst die Massen mobilisiert haben. Dass es eben auch friedliche Proteste gab. Leider sehen die meisten nur, was sie sehen wollen. Nach dem Motti: schaut mal wir rückständig die sind. Damit hat Filmemacher sein Ziel erreicht. Bravo.
Wer gewillt ist, den Film zu sehen, kann ihn sich im Internet anschauen. Da braucht es weder politische noch philosophische Grundsatzdiskussionen für.

  • Antworten
Peter Knobloch 18.09.2012 | 21:29 Uhr

Vergleich

Ihr Vergleich mit antisemitischem Propagandafilmen hinkt, da es in einem Video um die Verschmähung einer imaginären Person(dem "Propheten") geht und den Anderen um ein Volk bzw. die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft.

  • Antworten
Patrick Rose19.09.2012 | 06:10 Uhr

Der Kernpunkt Ihrer Argumentation...

...ist die Aussage, Mohammed sei fälschlicherweise als Kinderschänder, Mörder etc. dargestellt worden und somit sei das Video ein Hassvideo.

Ich stimme sofort zu, daß solche Vorwürfe, gegen eine unschuldige Person gerichtet, das Video in der Tat als reines Hass-Video qualifizieren.

Würden Sie mir aber zustimmen, daß, wären diese Vorwürfe aus islamischen Quellen historisch belegt, man nicht mehr von einem Hass-Video sprechen könnte?

Also interessiert mich - abgesehen davon, daß ohnehin dieses monatelang bereits veröffentlichte Filmchen nur eine Aufhängerrolle just zum 9.1. spielt - bei der Bewertung dieses Videos eigentlich nur die Frage, inwieweit Tatsachen wiedergegeben werden oder nicht.

  • Antworten
Thomas Friedrich20.09.2012 | 14:17 Uhr

Fraglich ob Herr Salomon

Fraglich ob Herr Salomon einen Film über das "Finanzjudentum" als "Kunstwerk" und zu schützende "freie Meinungsäußerung" verstehen würde. Wie heißt ein türkisches Sprichwort: "Die Schlange, die mich nicht beißt, soll Tausend Jahre leben."

  • Antworten
Makabrix19.09.2012 | 00:00 Uhr

Schande

Ich gebe zu, ich bin in der CDU.
Ich schäme mich dafür, dass ausgerechnet die CDU die Meinungsfreiheit Preis gibt und vor gewaltbereiten Muslimen den Bückling macht.

  • Antworten
willis19.09.2012 | 09:29 Uhr

makabrix

in den meisten laendern sind filme ueber juden erlaubt, einer meiner favorite unter den filmemacher macht sich immer wieder ueber religion und speziell ueber das judentum lustig. aber meines wissen hat noch nicht einmal die extrem orthodoxen juedischen gemeinschaften Mel Brooks mit dem tod bedroht, oder einfach russen deutsche oder amerikaner getoetet haben. abgesehen davon das er selber jude ist (intressant das sich das vereinbaren laesst oder??) auch Ebrahim Kischon schreibt viele dinge ueber juden, deren eigenheiten den staat israel und die juedische religion. und lebt in israel immer noch unbehelligt. wie ist das nur moeglich?

  • Antworten
andreas19.09.2012 | 11:04 Uhr

Filmkunst war nicht das Ziel

Die Produktion ist billig (ohne EU-Fördermitte :-) uns der künstlerische Selbstanspruch der Macher wird zu vernachlässigen sein. Die Bilder sind nicht nur z.T. grausam, die dargestellte Handlung scheint befremdlich und regelrecht absurd. Man fühlt sich, zum Thema unbedarft, entsprechend verstört, man wehrt es ab, das wahrzunehmen. Das Verstörendste an der ganzen Sache ist aber, dass die dargestellte Handlung dem Fakten-Check standhält, belegt durch „Hadith“ und „Sunna“, also Berichte über und Anweisungen durch Mohammed. Der ist bis heute im islamischen Selbstverständnis der vollkommenste Mensch überhaupt und unantastbare Autorität. Verstörend ist weiterhin, dass nichts bekannt wird über Reaktionen vergleichbar einem Kirchenaustritt. Nicht ansatzweise.
Die Wahrheit hat trotz ihres individuell sehr oft wahrgenommenen hässlichen Antlitz ganz zweifellos eine befreiende Eigenschaft. Und zwar so sehr, dass manche sie gar mit der Freiheit an sich gleichsetzen. Da kann man nun den §166 hin und her drehen, aber gibt es ein Grundrecht, sich der Wahrnehmung der hässlichen Wahrheit zu verweigern ?

  • Antworten
Tilo Bretschneider19.09.2012 | 12:54 Uhr

Werte des Westens

guter Artikel, wir alle wollen frei und selbstbestimmt Leben, deshalb müssen wir unsere Werte und Freiheiten schützen!

  • Antworten
maik19.09.2012 | 15:10 Uhr

Wissen Die denn nicht

dass jeden Tag Christen von Muslimen ermordet werden, teils mit staatlicher Billigung, ganz egal, ob Provokationsvideos oder Karrikaturen veröffentlicht werden?

Also darf auch jeder sagen, was er denkt, es ändert nichts daran.

  • Antworten
Minnie20.09.2012 | 08:19 Uhr

Doch W I R wissen das

leider kneifen unsere Politiker bei diesem Thema beide Augen zu und verfahren nach dem 3 Affen Prinzip.
sie sehen nichts,sie hören nichts und sagen nichts.

  • Antworten
Lill-Karin Bryant24.09.2012 | 00:54 Uhr

geistige einfalt

Wir haben es hier mit einer Auswahl analphabetischer Vollidioten zu tun.

Die „London School of Economics and Political Science“ ermittelt 2009 per Befragung von 14.000 US-Jugendlichen Werte des Intelligenz-Quotienten bei Atheisten über 106, bei religiös Gläubigen unter 95 und bei Fanatikern unter 70. Religion als negative Auslese der Menschheit repräsentiert die untersten Schichten, Gläubige sind einseitig gebildet, geistig bequem und sehr vermehrungsfreudig. Eine Umfrage der Royal Society besagt nur 3,3% britischer Akademiker, aber 68,5 % der Briten glauben an Gott – eine Bestätigung von je frommer umso dümmer. Religioten kapseln sich in ihrer sozialen Schicht ab durch Beruf, Nachbarschaft, Kirchenkreis und diskriminieren dabei Außenstehende bis hin zum Mord.

Rassismus ist der übelste Aspekt aller Religionen. Ungläubige, Abweichler und Fremdgläubige werden missioniert, deren Existenz bedroht, die Ehe verweigert. der Job gekündigt, versklavt, gesteinigt, verbrannt. Die Menschenrechte der UN-Resolution von 1948 lehnt die RKK ab und diskriminiert in Doppelmoral nach Geschlecht, Glauben, Handeln, Denken und Lebensweise als von Gott gewollt. In den Kirchen agieren Fanatiker, Irre, Pädophile, Schizophren, Unsterbliche, All-Wissende oder von Gott Auserwählte wie in der geschlossenen Psychiatrie und hämmern Kindern Rassismus ins Gehirn. Gläubige sind in geistiger Einfalt obrigkeitshörig, ihr Denken ist zu inflexibel abweichende Positionen zu analysieren und Kritik zu verstehen. Glaube ist somit die logische Ursache fehlender Kritikfähigkeit und nicht etwa dessen Folge. Kritik ist religiös nicht diskutierbar, als Blasphemie wird sie gewaltsam bis hin zum Mord unterdrückt.

  • Antworten
emporda20.09.2012 | 11:49 Uhr

Es gibt auch noch die

Es gibt auch noch die Religions-Hasser - die sind in ihrem Fundamentalismus kein Deut besser.

  • Antworten
Tinello24.09.2012 | 15:09 Uhr

Ich stimme dem ersten Redner

Ich stimme dem ersten Redner zu. Einfach zu sagen, dass betrifft ja nur den Propheten ist quatsch. Wer den Islam angreifen will und damit die Gemeinschaft der Muslime braucht nur ein Kernelement auseinander zu nehmen.Und eins der Kernelemente ist der Prophet. Wenn man ihn als gewaltaetig, mordend und pluendernd darstellt kommt schnell eins zum anderen.
Denn wenn das Vorbild so war dann muss doch der Rest der Gemeinschaft genau so sein. Und wenn sie es nicht sind, dann muss die Religion ja falsch sein und muesse bekaempft werden. Wie lange wird es wohl Dauern dann bis der Praesident der USA oder irgend ein anderer westlicher Staat vielleicht, dann dem Islam den Krieg erklaert weil die Religion per se ja gefaehrlich sei und den Weltfrieden stoere?
Was folgt dann als naestes? Du laesst vom Glauben ab oder ich schlag dir den Kopf ein?

Wollen wir wetten abschliessen wie viele Anschlaenge und Vorfaelle es braucht bis man das Volk auf beiden Seiten mobilisiert hat?

Wer sowas in die Welt setzt, will den Flaechenbrand und es sind nicht nur muslimische Gemueter die entzuendet werden sollen. Natuerlich sollen auch die westlichen Gemueter sich darueber aufheizen. Die Propaganda ist auch an sie gerichtet. Wie viele einfaeltige Buerger haben wir die das aufnehmen und als bare Muenze dann glauben. Und wir haben zu viele die nicht gelernt haben differenziert zu denken. Und diesen Mob fuerchte ich, genau so sehr wie die Gegenseite die sich davon provozieren lassen hat.
Und nein auch ein sehr grosser Teil der Buerger im Westen hat die Aufklaerung nicht erreicht. Man kann dort nicht von muendigen Buergern sprechen. Und nein nur an keine monotheistische Religion zu glauben heisst noch lange nicht, dass man nicht indoktriniert sei und nicht leichtglaeubig.
Zu viele hier haben Kant verschlafen.

Ich denke, wer sowas in die Welt setzt will keinen philosophischen Diskurs halten und auch keinen kuenstlerischen Beitrag erschaffen. Nein wer sowas produziert will Krieg.

  • Antworten
warped perception20.09.2012 | 12:35 Uhr

Faktencheck Islamische Geschichte

"der Prophet. Wenn man ihn als gewaltaetig, mordend und pluendernd darstellt kommt schnell eins zum anderen."

Der Prophet wird im Koran und den Hadithen so dargestellt. Bitte lesen sie nach Kant auch mal den Koran, um sich aufzuklären.

  • Antworten
Johannes Peters21.09.2012 | 10:31 Uhr

Umkehrung des Täter-Opfer-Prinzips

Kunst kommt von Können…

Kleine Sünden bestraft der Liebe Gott sofort, doziert der nicht immer im Nebel des Vorurteils irrende Volksmund. Hier trifft er offensichtlich den Punkt. Weil im Umkehrschluß wohl große Sünden mit zeitlicher Verzögerung geahndet werden. Hat es die Gesellschaft dereinst gebilligt, dass man jeden Scheißhaufen, dezent mit Farbe besprüht, ungestraft als Kunst deklarieren konnte, so figuriert auch dieses Schundfilmchen unter solcher Firmierung. „Kunst kommt von Können, käme es von Wollen, hieße es Wunst“, sinnierte einst Friedrich Nietzsche. Doch da der libertäre Plebs – nicht liberale – die elitären Gedankenwelten vorangegangener Philosphengenerationen in den Mülleimer des Vergessens trat, weil er ganz offensichtlich nicht in der Lage ist, zu verstehen, was an expliziten Wahrheiten übermittelt wurde, konnten zweifelhafte Parvenüs ihnen eigentlich wegen unzureichender Intelligenz nicht zustehende Machtpositionen usurpieren. So verwunderte es schon sehr, wenn Regierungspolitiker noch unlängst darauf insistierten, Senioren von kostspieligen Maßnahmen der Gesundheitsfürsorge auszuschließen. Dabei ist jedem Schulbub klar, dass junge Menschen kaum über körperliche Ausfallerscheinungen klagen. Wer, wenn nicht die Alten, soll also Nutznießer solcher medizinischer Restauration sein? Es ist die gleiche Logik, wohl auch der gleiche Personenkreis (?), welcher nunmehr dieses Schmähvideo als „Kunstwerk“ deklarieren will. Im gleichen Kontext wird denn auch der Begriff „Meinungsfreiheit“ missbraucht. Eine Meinung zu haben, setzt Arbeit voraus. Nämlich Lernen. Nur wer sich ein breites Allgemeinwissen durch Lernprozesse verschafft hat, ist in der Lage, „eine Meinung zu haben“. Wer „meint“, seine Geisteshaltung als „Meinung“ vorgeben zu dürfen, irrt. Was er „meint“, ist schlichtweg (sein/ihr) Glaube, weiter nichts! So dürfte es ein Irrglaube sein, wenn da Jemand „meint“, dass die öffentliche Verbreitung dieses primitiven Konstrukts der „freien Meinungsäußerung“ dienlich sei. Er unterschlägt dabei – vielleicht, weil er nicht in der Lage ist zu erkennen, dass das Machwerk ja nur durch hinterlistige Täuschung der Darsteller über die wahren Absichten des Filmchens zustande kam – dass von vornherein Betrug die Produktion dieser ekelhaften Szenerie ermöglicht hat. Normalerweise ist indes Betrug in. § 263 StGB strafrechtsbewehrt. Diesen Straftatbestand wollen die so genannten Apologeten der Meinungsfreiheit außer Acht lassen. Ebenso die Konsequenzen dieser in einer Beleidigungsorgie mündenden „Meinungsfreiheit“. Beleidigung wiederum zieht nach § 185 StGB Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren nach sich. Doch auch ohne juristische Spiegelfechterei muß man das Insistieren auf Kunst- bzw. Meinungsfreiheit expressis verbis als widerliche Rechthaberei abtun. Weil man nämlich aus dickschädeliger Prinzipientreue das vermeintliche, eigene Recht haben über das Wohl der Allgemeinheit stellt. Was nützt es einem von einem terroristischen Mob brutal Dahingeschlachteten, wenn diese Pseudofreiheiten tatsächlich relevant wären. Er bleibt für alle Ewigkeiten tot und zwar deswegen, weil rechthaberische Prinzipienreiter ihren Glauben von Kunst- und Meinungsfreiheit über sein Recht zu leben gestellt haben. FraJo Mahr

  • Antworten
Frajo Mahr20.09.2012 | 13:20 Uhr

Endlich....

Endlich kommen auch mal Linke und Linksextreme zur richtigen Ansicht. Wurde aber auch Zeit. Ich dachte, dass Ihr nicht so weit studieren könnt...

  • Antworten
Henry Meyer20.09.2012 | 15:18 Uhr

Ein Interview?

Wie kann man bitte ein Interview nur mit geschlossenen Fragen durchführen?

Ich finde die Debatte wichtig und es gut, dass Cicero verschiedene Meinungen beleuchtet - aber beim diesem Artikel kann man eigentlich die Antworten von Herrn Schmidt-Salomon weglassen!!! Schade drum!

  • Antworten
Erstleser20.09.2012 | 16:15 Uhr

Die alten Fronten

Ich vermute ja, dass es der CDU darum geht Freiheiten, die in den 70er Jahren mühsam erkämpft wurden unter dem Deckmantel des Friedensstifters mit den Muslimen wieder zurückzunehmen. Ein Innenminister in dessen Heimatland eine Schuldirektorin das "Grüß Gott" zur Pflicht macht und andere Grußformen verbieten lässt und immer noch im Dienst ist, hat auch 250 Jahre nach der Aufklärung ein Problem mit dem Naturrecht. Ehrlich gesagt verlasse ich mich da ganz auf die Gerichte. Sollten diese dem Innenminister nicht eine weitere Niederlage zufügen, das nimmt die CDU ja gelassen, würde es allerdings mal Zeit wieder auf die Barrikaden zu gehen. Aber wie übt man Druck auf Politiker aus die opportunistisch stets den Weg des geringsten Widerstandes gehen, wnn auf der anderen Seite Terroristen drohen? Da Guido Westerwelle im Außenministerium angekommen ist, hält er inzwischen auch die diplomatischen Beziehungen zum Sudan für wichtiger, als das Recht auf Meinungsfreiheit oder die Freiheit der Kunst. Und dann gibt es natürlich immer noch die Große Zahl der Dumpfbacken (pardon), die glauben die Qualität des Videos hätte irgendetwas mit er Frage zu tun, ob es verboten bzw. die Aufführung verboten werden darf. Die Unterscheiden sich leider trotz aller Bildung tendentiell nicht allzusehr von dem analphabetischen Mob, der in einigen Ländern wegen eines Drecksvideos auf die Straße geht, oder die radikalen Antiislamisten, vor deren Karren man sich auch nicht spannen lassen will. Das wird nicht einfach und ich hoffe das BVG erspart es uns, diese Debatte in aller Härte führen zu müssen. Alle Erwägungen CDU zu wählen, die sich in den letzten Jahren eingeschlichen haben, sind allerdings wie weggeblasen. Insofern hat es ja auch sein Gutes. Die Pharisäer der Freiheit haben sich selbst entlarvt.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann20.09.2012 | 19:17 Uhr

Starke für Schwache

Täter-Opfer? Wer ist der Starke und wer ist der Schwache?

Genau dieses ist der Hauptinhalt aller großen Religionen in der Allzeit. Wie sie sich voneinander unterscheiden ist individuell, wie Alles.
Letzt endlich geht es um Verständnis und innere Ruhe eines jeden Selbst.
Eine faschistische Strucktur ist es ebend Allgemeinwohl zu propagieren und nur in die eigene Tasche zu wirtschaften. Und das nicht nur mit Geld, sondern ebend möglicherweise aus defizit bei Emotionen. Das wird dann noch grausammer für alle Betroffenen.

Klärung und Aufklärung tut gut. Und wird gut.

Mit freundlichen Grüßen

  • Antworten
Baar Rue21.09.2012 | 20:28 Uhr

Idee und Gesellschaft

"Moderne Demokratien beruhen bekanntlich auf der Idee (!) des Gesellschaftsvertrages, die besagt, dass die Werte des Zusammenlebens nicht (!) objektiv vorgegeben sind, sondern unter den Gesellschaftsmitgliedern unter fairer (!) Berücksichtigung der jeweiligen Interessen ausgehandelt werden müssen (!)", so Schmidt-Salomon im Gespräch, darin leider abermals die Unverhandelbarkeit dieses Vertrages als solchen wie auch seiner objektiv vorgegebenen Traditionszusammenhänge insonderheit verkennend. Wohl niemand in der GBS käme auf die Idee, die im "Grundgesetz als Gesellschaftsvertrag" (Bodo Pieroth) fixierte Unantastbarkeit menschlicher Würde beispielsweise in den Arenen politischer Diskurse noch einmal neu zu verhandeln. Umso bedauerlicher der Umstand, daß ein ansonsten so gescheiter Autor wie Schmidt-Salomon unter dem Wahrnehmungsfilter des sog. Evolutionären Humanismus offenbar derart schwer zu tragen hat, daß eine unbefangene Kenntnisnahme auch noch so einsehbarer Datenlagen (+) in naher Zukunft mutmaßlich kaum zu erwarten sein dürfte.

(+) Zum Beispiel insbesondere ab p. 8 des auf http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/volltexte/2000/191/pdf/gig.pdf nachzulesenden Textes

  • Antworten
Eule21.09.2012 | 21:08 Uhr

"islamfeindliches Video"

Es nervt unheimlich, wenn in allen Nachrechten jetzt von dem "Hassvideo" oder dem "islamfeindlichen Video" schwadroniert wird, so daß der Eindruck erweckt wird, es handle sich um ein "islamfeindliches Hassvideo".
Ohne über die Qualität reden zu wollen wird der Prophet darin aber nicht beleidigt, sondern zitiert.
Das ist ein Unterschied. Das Video enthält überlieferte Episoden, keine Schmähungen. Wen belegte Zitate schmähen, der sollte sich eher schämen als rumschreien.

  • Antworten
CnndrBrbr25.09.2012 | 10:21 Uhr

Bei diesem dummen,schlecht gemachten Video

handelt es sich nicht um Kunst.... aber dann gibt es viele solche Streifen die man sich einfach nicht antun muss weil es nichts bringt.In diesem Fall,Dank der fanatischen Moslem,die offenbar permament auf der Suche nach neuen Belegen fuer Beleidigungungen ihrer Religion sind,wurde das Filmchen auf einmal Grund fuer einen neuen Religionskrieg.Sie zogen los um alles was sie hassen zu erlegen ,es gab Tote und Verletzte.... und die Welt ist um nichts besser geworden.
Im Gegenteil.Warum wird diese Energie nicht fuer Aufbau,Bildung usw., benutzt um den Bewohnern dort endlich mal eine bessere Zukunft zu geben? Ach ja, ich vergesse....das wuerde wohl Friede und Wohlstand bringen und dann kann man die Masse nicht mehr zu Wutaufstaenden aufputschen.

  • Antworten
Lill-Karin Bryant25.09.2012 | 15:12 Uhr

Religion und die Links –

Religion und die Links – Krankheit der (Anti) – Deutschen;

Im wesentlichen inauguriert durch Karl Barth, dessen „göttlich geförderte Resistenz gegen die politische Macht“ derzeit kulminiert in die einstweiligen Höhepunkte der jetzt versuchten deutschen Selbstauflösung (die Fortführung des ESM) in einen „geheimen“ Jesus- Sozialismus der links-hegelianischen Weltgeistigkeit ( J. Habermas ) in der providentiellen Zielführung eines Weltfortschritts nach Gottes Gnaden, eines insofern süddeutsch inspirierten
Weltguten, auch im Namen M. Walsers und eines Großteils der gegenwärtigen deutschen Philosophie und – Sozialwissenschaften mit und nach Marx, und aller seiner ideologischen Zuspitzungen.

Es ist graußlich, wenn man sich mal die Verschleimungen in dieser Hinsicht in den 60igern, 70igern und 80igern Jahren anschaut. (universitär, publizistisch, politisch, l.b.n.l. theologisch), es würden einem vor lauter
Realität die Augen übergehen bezüglich der Tatsache, wie die damaligen Verschwurbelungen zur geschichtlich- politischen Diskurshoheit gelangten und jetzt mit der Eurorettung oben auf scheinen.

Es ist der Habitus des Selbstgerecht und zutiefst Hochfahrend empfindenden Menschen der gutmenschlichen Empörung über die Ungleichheit des Menschen, die gleichzeitig ihr Siegerlächeln des „Willens zur Macht“ ge-
nießt.

Einerseits ist es verständlich wie diese UNENDLICHE BESIEGTENGEISTIGKEIT das Zepter gewinnen
konnte, andererseits war die historische Situation zur Vergegenwärtigung des allgemeinen Abendländischen
Nihilismus aufgerufen!.

Warum Nietzsche UNBEGRIFFEN blieb (der doch diese Krankheit umfassend beschrieben hatte), bleibt zu fragen!; denn diese Krankheit, insbesondere der Deutschen,
„mein Gott“ inzwischen aber auch der Welt, ist die Großartigkeit des idealistischen GEFÜHLS ( untermalt von
der 9. Beethovens), daß die Welt in Gänze sich erlösen könnte, mittels des abendländischen Subjekts und
seiner technischen Mittel, die im übrigen die „Freude des schönen Götterfunkens“ konsequent in ihren philoso-
phisch – genealogischen Epistemen hintertreibt. ( Die Habermas wiederum per Katholizismus zu retten versucht, natürlich zu Gunsten der sozialen Kohäsion.).

Stellvertretend steht dafür die Kritische Theorie.und ihr messianischer Anspruch den FORTSCHRITT per se
und in aller Gleichheit die MENSCHEIT per se und hochkommunizierbar zu erlösen;

die die eigentliche Konsequenz ihres Denkens scheut, in dem Quasi-Diktum, daß kein Richtiges Leben im Falschen
sei;

dies hat allen säkularisierten Weltverwindern der Linken ( part of a global Left, Judith Butler) in ein Unendliches der Utopie verholfen., so daß sich ihre marxistischen wie postmarxistischen Ideen heute nur noch in theo-
logisch - intellektualistischer Manier offenbaren, will sagen, sie sind nicht mehr hinterfragbar und nahezu überflüssig.

Diese Krankheit ist sozusagen präjudiziert durch das paulinische Christentum, welche die Wahrkeit einem sicherlich
seltenen Menschen zuschreibt und innerhalb der Gemeinden dem potentiellen Weltbürger durch fortzeugender
Taufe dem prototypischen Subjekt „offenbart“, in dem das nun ehemals griechische Unterscheidungsvermögen
Zwischen Göttern und Menschen nach Platon in einen Akosmismus Der Wahrheit für Alle mündet, wie eine Waffe,
die dem Welt-und Naturschützenden Pan der Antike den Dolch ins Herz stößt und vollens köpft die Überhäupt-
lichkeit (des Dionysos) der Natur. ( Mag die angedeutete Dithyrambe als Fingerzeig gelten!.)

Dies ist nur die leise und kleine Umschreibung eines gewaltigen Vorgangs, die letzlich zur Ermächtigung des abendländischen
Menschen führt, zu tun und lassen was er will, um nun in gesammelter Einfalt der technischen Völker die Welt zu zerstören
in dem Massendemokratie und die Auslagerung des Todes in entlegene Fernen das Projekt des Fortschritts gebiert
in die Schicksalslosigkeit „des letzten Menschen“ F. Nietzsche.

Nein, die eigenliche „Dialektik der Aufklärung“ haben ein F. Nietzsche und ein M. Heidegger geschrieben. Mit einer Radikalität, die den bodenlosen Fortschrittsglauben in all seinen nach-platonischen Facetten aufklärte:

(die Variante für den Gegenwartsmenschen wäre: Christentum und der Islam ist Platonismus fürs Volk; Sozialismus war Platonismus für Intellektuelle; der Euro ist Platonismus für Politiker.).

  • Antworten
petervonkloss26.09.2012 | 15:44 Uhr

Nachtrag (Kommentar vom 21.09.2012)

Zur Verfassung als Objektivation gesellschaftlicher Grundprinzipien besonders im aktualhistorischen Kontext sei an dieser Stelle empfohlen:

Hrsg.: Gabriel, Karl/Große Kracht, Hermann-Josef (2005) Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag? Neue Grundlagen für unsere Gesellschaft - Theorie und Praxis des Gesellschaftsvertrags. Wiesbaden

  • Antworten
Eule05.10.2012 | 11:38 Uhr

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