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 > „Deutschland muss beim Klimaschutz Vorreiter sein“

Salon
US-Ökonom Rifkin

„Deutschland muss beim Klimaschutz Vorreiter sein“

von 
Petra Sorge
26. September 2011
picture alliance
Jakarta, Luftverschmutzung, Kohlekraftwerk, Klimawandel, Kohlendioxid, Emission
Ein indonesischer Arbeiter läuft durch den Rauch eines Kohlekraftwerks in einem Slum in Jakarta.

Der US-Ökonom und Merkel-Berater Jeremy Rifkin wünscht sich eine deutsche Führungsrolle beim Umbau der Wirtschaft auf erneuerbare Energien. In seinem neuen Buch „Die dritte industrielle Revolution“ beschreibt er die Vision einer Welt ohne Öl, Kohle und Atomkraft. Im CICERO-ONLINE-Interview warnt Rifkin vor einem "Weiter so".

Seite 1 von 3

Herr Rifkin, Sie sind ein erfolgreicher Geschäftsmann und Politikberater, aber in Ihrem Buch treten Sie als Atomkraftgegner, Umweltaktivist, Pazifist und Unterstützer der Slow-Food-Bewegung auf. Was sind Sie eigentlich?
Seit fast 45 Jahren engagiere ich mich für soziale und umweltpolitische Themen. Zum Leben gehört alles dazu – ob Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft oder Regierung. Ich habe mich daher nie zerteilt.

US-Ökonom Jeremy Rifkin / picture allianceIhre Warnung liest sich wie ein Hilferuf aus den Sechzigern.
In einer gewissen Weise ist es das auch. Die Sechziger forderten mehr Macht für die Bürger, wollten Grenzen niederreißen. Und genau darum geht es der jungen Internetgeneration und den Vorreitern der Energiewende heute auch. Mit einem Unterschied: Unsere Spezies steht mit dem Klimawandel vor einem entscheidenden Moment der Weltgeschichte. Wir haben zu viel Kohlendioxid in die Erdatmosphäre ausgestoßen. Die Situation ist schlimmer, als die meisten glauben.

Sie prophezeien das Ende unserer derzeitigen Wirtschaftsweise?
Ja. Als der Ölpreis im Juli 2008 auf 147 Dollar pro Barrel anstieg, verteuerten sich auch alle anderen Wirtschaftsgüter, die am Öl hängen. Die Kaufkraft sank – und die Wirtschaft fiel in eine Rezession. Das war ein ökonomisches Erdbeben. Dieser Teufelskreis wiederholt sich alle drei bis vier Jahre: Mit der Konjunktur fiel der Ölpreis, bis er wieder so billig war, dass wir den Motor wieder anwerfen konnten.

Größere Sorgen bereitete uns aber im Herbst 2008 der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers. Die Finanzkrise führte schließlich auch zur Krise des Euro.
Nein, die Finanzkrise hängt mit der Energiekrise zusammen. Mit unserer Lebensweise haben wir in kurzer Zeit den Wohlstand der vergangenen 40 Jahre komplett aufgezehrt. 1990 betrug die Sparquote der US-Bevölkerung noch neun Prozent, 2006 sank sie auf null Prozent. Jetzt sind wir sogar ins Defizit gerutscht: Die Privathaushalte in meinem Land haben Schulden in Höhe von 14 Billionen Dollar – so hoch ist allein unser Bruttoinlandsprodukt. Wir haben die Globalisierung auf amerikanischer Kaufkraft aufgebaut, aber die basierte auf dem Verbrauch der Ersparnisse der Öl-Ära. Mit dem hohen Ölpreis konnte die echte mit der fiktionalen Wirtschaft nicht mehr mithalten. Es ist vorbei, aus.

Wie soll es dann weiter gehen?
Ich setze ganz auf Europa. Hier ist das Labor für neue Ideen zur Frage, wie wir auf diesem Planeten zusammenleben wollen.

Welche Rolle sehen Sie da für Deutschland?
Deutschland ist nicht nur der ökonomische, sondern auch – wie es mir Angela Merkel in einem Gespräch sagte – wegen des zweiten Weltkrieges der moralische Motor Europas. Deutschland führt die dritte industrielle Revolution an.

Wie sieht diese „dritte industrielle Revolution“ aus?
Grundsätzlich entstehen industrielle Revolutionen durch neue Energieregime. Wenn sie mit neuen Kommunikationstechnologien einhergehen, ändern sie nicht nur den Lauf der Geschichte, sondern auch das menschliche Bewusstsein. Im 19. Jahrhundert revolutionierte die Dampfmaschine auch die Druckverfahren – mit der Linotype-Setzmaschine konnten Printerzeugnisse massenproduziert werden. Die zweite industrielle Revolution im 20. Jahrhundert basierte auf Elektrizität und der Erfindung des Automobils; Radio und Fernsehen waren die Kommunikationsvehikel, um Märkte zu organisieren. Doch die auf Kohlenstoff basierte Infrastruktur fällt auseinander.

Und jetzt?
Wir sind auf der Schwelle einer dritten industriellen Revolution, einer neuen Konvergenz von Kommunikation und Energie. Bislang sehen wir mit dem Internet aber nur den Kommunikationsteil dieser Revolution. IT hat uns nicht den enormen Produktivitätsanstieg gebracht, den die zweite industrielle Revolution brachte. Uns fehlen also noch die erneuerbaren Energien.
Die konventionelle Energie ist zentral organisiert, die neue Energie wird dagegen gemeinschaftlich verteilt, funktioniert horizontal, nicht vertikal. Nehmen wir das Beispiel Internet: Innerhalb von 15 Jahren nutzt ein Drittel der Menschheit kleine Geräte, mit denen sie Videos und Texte in einen riesigen sozialen Raum verschickt. Vor 25 Jahren hätte man das noch für Science Fiction gehalten. Und jetzt lasst uns die Internetrevolution mit den erneuerbaren Energien kombinieren – wir reden davon, dass Deutschland in der Mitte all dessen ist.

Inwiefern?
Der Wendepunkt war die deutsche Ratspräsidentschaft 2007, unter der die Europäische Union ein Konzept für eine fünfsäulige Energie-Infrastruktur der dritten industriellen Revolution entwickelte.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, was Rifkin unter den fünf Säulen versteht.

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Quälerrei !

Soll der doch selber Vorbild als Klimaschützer sein.

Man hat mich immer gewarnt, vor den Physikern.

Zurecht. Diese Leute können nicht Marktwirtschaftlich denken.
So ist es auch bei Frau Merkel.

  • Antworten
Karl Letis29.09.2011 | 14:42 Uhr

Solch ein Quatsch.

Solch ein Quatsch.
Das KLima schützt sich selbst, aber wer schützt uns vor den Klimaschützern. Die wollen die Demokratie abschaffen, die Wirtschaft, das Recht, nur um offensichtlich falsche Modelle zu konterkarieren.
D a s ist Faschismus!

  • Antworten
Eugenius30.09.2011 | 01:15 Uhr

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