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 > „Chanel kriegen wir auch noch“

Salon
Online-Shopping

„Chanel kriegen wir auch noch“

von 
Bettina Schneuer
17. Januar 2012
Screenshot
Von hier geht der Luxus in die Welt. Net a porter, Natalie Massenet
Von hier geht der Luxus in die Welt.

Natalie Massenet hat mit ihrer Online-Plattform Net-a-Porter Luxusmode für Frauen weltweit verfügbar gemacht – jetzt sind endlich die Männer dran

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Natalie Massenet hat keine Geduld mit der alten Welt. Schlangen an Kassen, Staus auf den Straßen, Ladenschlusszeiten: lästig und zeitraubend. Sie kauft nahezu alles online, am Sonntag zuvor waren es Flugtickets, stapelweise Interieur-Bücher wegen der Renovierung ihres neuen Hauses sowie die wöchentliche Gemüsekiste.

Was die 46-Jährige trägt, stammt natürlich vollständig aus ihrem vor elf Jahren gegründeten Onlineportal für Luxusmode: bei unserem Treffen eine Lederjacke von Christopher Kane, Leggings, Alexander-Wang-Ankleboots (alles in schwarz) und dazu ein weißes Hemd.

„Das ist meine klasssische Uniform für die Arbeit.“ Ihre Arbeit, das ist „Net-a-Porter“, kurz NAP: Der Versandpionier für exklusive Kleidung und Accessoires revolutionierte die bis dato eher behäbige Welt der Designer. Nur zwei Kollektionen pro Jahr, die noch dazu erst sechs Monate nach den Schauen in nur wenigen Geschäften erhältlich sind? „Terrible“, befand die Modejournalistin.

„Am Shopping hat mich immer gestört, dass ich mich dafür erst chic machen musste. Denn sonst wird man von den Verkäufern gemustert, ob man sich die Sachen überhaupt leisten kann.“ Damit alles „schneller und in Trainingshose vom Sofa aus“ geht, erdachte sie ihren Teilchenbeschleuniger für Frauen mit viel Geld und wenig Zeit. Dreimal wöchentlich gibt es nun auf NAP brandneue Ware; das petrolfarbene Samtkleid von Pucci für 6000 Euro ist an diesem Tag allerdings schon nach wenigen Stunden ausverkauft. Die Wirtschaftskrise ist an Massenets Imperium mit Büros und Lagern in London und New York denn auch spurlos vorbeigegangen: „Um eine Million Bestellungen zu erreichen, haben wir zehn Jahre gebraucht. Um jetzt die Zwei-Millionen- Marke zu knacken, war nur ein weiteres Jahr nötig.“

Seit Sommer kann man auf der NAP-Website in Echtzeit beobachten, ob gerade eine Frühaufsteherin aus Texas ein Shiftkleid von Chloé kauft, eine Nachteule aus Thailand ein Balmain-Jackett im Militärstil bestellt, oder eine Moskowiterin soeben ein Paar gefiederte Sandaletten mit 15-cm-Absätzen von Jimmy Choo per Klick auf ihre Wunschliste befördert. Auf diese Weise entsteht eine Art Weltkarte für Modevoyeure, mit der sich landestypische Geschmackspräferenzen studieren lassen. Denn das NAP-Angebot ist überall gleich, ob in
Botsuana oder in Brunei. Und innerhalb von zwei oder drei Werktagen ist die Ware vor Ort, stets verpackt in eleganten schwarzen Schachteln.

Auf der nächsten Seite: Wie Natalie Massenet an die männlichen Kunden herantritt

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