Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Mein Großvater, vom Feind gerettet

Salon

Deutsches U-Boot vor US-KüsteMein Großvater, vom Feind gerettet

Von Karoline Kuhla6. August 2012
picture alliance
U-Boot,U550,Atlantikküste,Marine,Zweiter Weltkrieg
Amerikanische Soldaten schauen sich den Untergang der deutschen U550 an.
Schrift:

Vor der US-Küste wurde in der vergangenen Woche ein deutsches U-Boot gefunden. Gesunken war es, getroffen von amerikanischen Bomben, im April 1944. Unter den wenigen deutschen Überlebenden war der Marinestabsarzt Friedrich Torge: mein Großvater

Seite 1 von 3

Irgendwie war es bisher doch immer nur eine Geschichte. Sozusagen eine von der Sorte „Opa erzählt vom Krieg“. Doch jetzt ist das zentrale Kriegserlebnis von Friedrich Torge, meinem Großvater, wie ein Bumerang zurückgekommen, holt mich und meine Familie auf unmittelbare Weise wieder ein: Vor der Insel Nantuckets, an der Ostküste der USA, hat ein Suchtrupp vergangene Woche das Wrack des deutschen U-Boots 550 gefunden. Unbemerkt hatte es hier in 100 Metern Tiefe auf dem Grund des Atlantiks gelegen. Fast 70 Jahre nach seinem letzten Gefecht wurde es nun aufgefunden und macht damit den Kernschauplatz der Erzählungen meines Großvaters für uns, die wir ohne seine damalige Rettung nicht leben würden, wieder lebendig. Unter Beschuss musste er das U-Boot im April 1944 verlassen – und überlebte.

Um sein Studium finanzieren zu können, trat der Pfarrerssohn Friedrich Torge nach dem Tod seines Vaters im September 1939 der Deutschen Kriegsmarine bei. Damals war er 21 Jahre alt. Neben der praktischen Ausbildung im Lazarett studierte er an der Pépinière, der Marineärztlichen Akademie in Berlin, und in Marburg. Der Eintritt zur NSDAP kam für ihn nicht in Frage, für sich selbst begründete er das wie folgt: „Marine und Hakenkreuz – das schließt sich aus“. Infolge eines Reitunfalls trug er zwei Zahnprothesen, war für den U-Boot-Dienst also untauglich. Doch nachdem er auf verschiedenen Kreuzern gedient hatte, präsentierte er ein gefälschtes ärztliches Attest und wurde unter Kapitän Klaus Hänert dem U-Boot 550 zugeteilt. Noch im hohen Alter, trotz Demenz, kam auf die Frage, wer sein Kommandant gewesen sei, „Klaus Hänert“, wie aus der Pistole geschossen.

Am 6. Februar 1944 lief das U-Boot in Kiel aus. Gut zwei Monate später lag es im Gebiet vor New York, an der Küste zwischen Long Island und Nantucket auf der Lauer. Am Abend des 15. April tauchte U-550 noch einmal auf, um die Batterien zu laden. Dabei konnte die Besatzung die Lichter New Yorks am Horizont sehen. Noch wussten die Männer nicht, dass am selben Tag ein US-amerikanischer Schiffs-Konvoi von New York in Richtung Großbritannien aufgebrochen war. Keiner ahnte, dass für sie alle der Krieg bald zu Ende sein würde – für die meisten sogar das Leben. Für meinen Großvater sollte der 16. April 1944 der Tag werden, den er später als seinen „zweiten Geburtstag“ bezeichnete.

Als die amerikanischen Schiffe am nächsten Morgen die Stelle des deutschen U-Boots passierten, bot sich die von Kapitän Hänert erhoffte Gelegenheit: Der Nachzügler des Konvois war die Pan Pennsylvania. Mit 140.000 Barrel Flugbenzin an Bord gehörte sie zu den größten Tankern dieser Zeit. Ein willkommenes Ziel. U-550 attackierte den Tanker mit einem Torpedo, die Pennsylvania ging in Flammen auf, 25 Mann kamen ums Leben. Doch durch die Attacke brachte sich die U-Boot-Crew selbst in Gefahr: Die amerikanischen Abwehrschiffe suchten den noch unsichtbaren Gegner. Umlagert von feindlichen Schiffen versuchte Hänert das U-Boot im Schatten des brennenden Tankers zu verstecken. Vergeblich: Die begleitenden Zerstörer USS Joyce, USS Gandy und USS Peterson spürten U-550 auf.

Seite 2: Einzige Rettung - der Sprung ins Wasser

  • 1
  • 2
  • 3
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort

zurück zum Dossier
Zu diesem Artikel gibt es
2 Kommentare

Weiterführende Links

Deutsche Exporte: Ein Rettungsschirm für U-Boote?

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Hörbuch: „Die Grandauers”
Eine schrecklich nette Familie
von
17.04.2013
Weltkriegs-Debatte
Schönfärberei im TV
von
04.04.2013
Kriegsmarine
In Asien verteilen sich die Kräfte neu
von
11.12.2012
Fliegerbomben
Wie gefährlich sind die Weltkriegs-Altlasten?
von
30.08.2012
lesen,hören,sehen: journal
Geschichte ist ein ungeordneter Prozess
von
Annette Zerpner
16.06.2011

zum Dossier Ist die Familienpolitik gescheitert?
Twitter
zum Ressort

zurück zum Dossier

Weiterführende Links

Deutsche Exporte: Ein Rettungsschirm für U-Boote?

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Hörbuch: „Die Grandauers”
Eine schrecklich nette Familie
von
17.04.2013
Weltkriegs-Debatte
Schönfärberei im TV
von
04.04.2013
Kriegsmarine
In Asien verteilen sich die Kräfte neu
von
11.12.2012
Fliegerbomben
Wie gefährlich sind die Weltkriegs-Altlasten?
von
30.08.2012
lesen,hören,sehen: journal
Geschichte ist ein ungeordneter Prozess
von
Annette Zerpner
16.06.2011

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
  • gender
  • gender
Neues Dossier anlegen:

Opa

Sehr geehrte Frau Kuhla,
ich habe Ihren Bericht mit großem Interesse gelesen.
Mein Großvater war im WK2 ebenfalls auf einem U-Boot und hat die Versenkung seines Bootes überlebt.
Seine Geschichte habe ich aufgeschrieben und im "kollektiven Gedächtnis" des deutschen historischen Museum veröffentlicht.

Eine sehr gute Seite, die u. A. auch viel von Schülern frequentiert wird. Ich möchte Sie anregen die Geschichte Ihres Großvaters ebenfalls auf dieser Seite zu veröffentlichen.
Nachfolgend die Links.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim W
http://www.dhm.de/lemo/forum/kollektives_gedaechtnis/
http://www.dhm.de/lemo/forum/kollektives_gedaechtnis/382/index.html

  • Antworten
Joachim07.08.2012 | 17:44 Uhr

Besatzung

Sehr geehrte redaktion,
Der juengere Bruder meiner Mutter gehoerte ebenfalls zur Besatzung.
Er versuchte, sich schwimmend zu retten. Leider ohne Erfolg.
Sein Name war August Schade. Von dem Zwischenfall erhielten wir
Kenntnis durch einen Brief des Kommandanten.
Ich persoenlich bin zur Zeit in Hinderindien, daher nicht leicht erreichbar.
Mit freundlichen Gruessen Dieter Attenberger
PS: Meine Zuschrift schreibe ich Von einem i-
Pad. Daher entschuldigen Sie bitte Meine Schreibfehler.

  • Antworten
Dieter attenberger11.09.2012 | 17:38 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Buch, Bücher, Literatur
Dossier

Die Buch-Seite

zum Dossier

Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Marie Amrhein

Sonntagskolumne: Mein Sozialstaat

Angie, gib' die Wohnung frei

Deutschland ächzt unter akutem Wohnungsnotstand

In Deutschland herrscht akuter Wohnungsmangel. So zumindest wirkt es für die Menschen in den Ballungsräumen der Republik. Und dabei geht es nicht nur um den schönen Altbau mit Balkon im Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzkölln


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 706
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang