Die quälende Suche nach einem Nachfolger für „Wetten, dass ...“ scheint ein Ende gefunden zu haben. Als Favorit gilt jetzt ausgerechnet ein Mann, der sein Fingerspitzengefühl im ewigen Eis verloren hat. Markus Lanz
Er ist nicht der Typ, der im Kaffeesatz stochert, um eine Antwort auf die Frage zu finden, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um sich beruflich zu verändern. Doch als im Dezember 2011 die berühmte Astrologin Elizabeth Teissier zu Gast in seiner Sendung war, da konnte er der Versuchung doch nicht widerstehen.
Ob sie ihm nicht mal sein Horoskop für 2012 vorhersagen könne, fragte ZDF-Talker Markus Lanz seinen Gast da. Die Antwort sollte ihm jetzt, Wochen später, wieder um die Ohren fliegen. Er stehe vor einer „wichtigen Wende in seinem Leben“, orakelte Madame Teissier. Möglicherweise bekomme er 2012 eine neue Sendung.
„Meinen Sie irgendwas mit Wetten?“, entfuhr es dem Moderator da. Und man war nicht ganz sicher, ob er überrascht war oder nur auf eine Gelegenheit gewartet hatte, um sich selber als Nachfolger ins Gespräch zu bringen.
Jetzt muss er solche Spekulationen nicht mehr befeuern. Das erledigen die Medien für ihn. Dieser Tage kolportierte das Nachrichtenmagazin Spiegel, das ZDF habe offenbar einen Moderator für „Wetten, dass...“ gefunden: Es sei so gut wie sicher, dass Markus Lanz den Show-Klassiker übernehme.
Schon die Wortwahl zeigte, wie schmal der Grat war, auf dem das Magazin balancierte. Hape Kerkeling, der Favorit des Senders, hatte schon Anfang Dezember in der letzten Wetten, dass... -Show abgesagt. Jörg Pilawa ließ Anfang Februar zum gefühlten 333. Mal verlauten, er stehe nicht zur Verfügung.
Und Joko & Klaas, die beiden Joker, waren schon wieder vom Radar des Unterhaltungschefs verschwunden, bevor er laut darüber nachdenken konnte, ob zwei Thirtysomethings nicht schon die Gerontokraten in den eigenen Reihen überforderten.
Nach dem Ausschlussprinzip blieb jetzt nur noch ein ernstzunehmender Kandidat übrig: Markus Lanz.
42 Jahre alt. Ein RTL-Mann, der vom Boulevard kommt, knallhart in der Sache, geschmeidig im Auftreten. 2008 vom ZDF als Urlaubsvertretung für Johannes B. Kerner abgeworben, seither ein Quoten-Garant in der Late Night, als Gastgeber seiner eigenen Talkshow „Markus Lanz“ und als Moderator der Sendung „Lanz kocht.“
„Lanz in Sicht?!“, titelte die Bild reflexartig, wohl wissend, dass die Mainzelmänner auch diese Personalie weder bestätigen noch dementieren würden. So funktioniert PR auf dem Lerchenberg.
So verkauft der Sender das unwürdige Tauziehen um die Nachfolge von Thomas Gottschalk als Hauptgewinn und hält das Interesse an der Sendung wach. Alles Gerüchte, hieß es prompt in der ZDF-Pressestelle.
Und Markus Lanz? Er war dann mal weg, auf einer Reportage-Reise, ins ewige Eis, in die Dritte Welt oder weiß der Schächter, wohin.
Lesen Sie auf der nächsten Seite über den Werdegang von Lanz und seine Qualitäten als Talkmaster.










