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Der KulturinfarktArme Poeten

Von Ronald Düker14. August 2012
picture alliance
Haselbach,Klein,Knüsel,Opitz,Kulturinfarkt
Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz: Der Kulturinfarkt.
Schrift:

Ist Kulturförderung überflüssig? In einer ziemlich billigen Polemik argumentieren vier Autoren für eine Abschaffung der kulturellen Projektunterstützung

"Der Kulturinfakt. Von allem zu viel und überall das Gleiche", heißt dieses saudumme Buch, in dem gleich ein ganzes Autorenquartett seinen Ressentiments die Zügel schießen lässt. Kritik aus berufenen Mündern? Es handelt sich um Stiftungsleiter und Kulturmanagement-Professoren aus der Provinz.

Die haben sich folgende Bestseller-These ausgeknobelt: Öffentliche Kulturförderung zerstört die Kultur, weil fern vom Naturgesetz eines sich selbst regulierenden Marktes eine saturierte und publikumsferne Elite gezüchtet werde, die in Versponnenheit oder didaktischem Dünkel die eigentlichen Publikumswünsche missachte.

Also? Dreht der unkommerziellen Kunst den Saft ab! Nur ein armer Poet ist ein guter Poet! Ein Hauptfeind ist die Kulturstiftung des Bundes, die mit beachtlichen Mitteln Projekte fördert, die auf dem freien Markt nicht entstehen und überleben könnten. Sogar das eher konservative Kulturstiftungs-Projekt «Jedem Kind ein Instrument» weisen die Autoren brüsk zurück.

Nach Piraten-Art fordern sie: «Jedem Kind ein Tablet» – als sei das Netz der letzte Hort der Hochkultur. Leider werden, so lange es noch ein Urheberrecht gibt, auch solche Bücher von Buchkäufern finanziert.

Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel, Stephan Opitz: Der Kulturinfarkt.
Knaus, München 2012

286 Seiten, 19,99 Euro.

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Welch unkundigere Kritik

Sehr geehrter Herr Düker,

Ich will mich nicht anmaßen zu behaupten, Ihre Kritik sei falsch. In jede, Falle ist sie aber unfundiert, unsachlich und polemisch. Die These der Autoren, Kunstförderung führe zu einer Spartenkunst für eine kleine Gruppe interessierter, halte ich für nicht sehr abwegig. Gerade die Oper ist ein gutes Beispiel, wie mit viel Geld Eintrittskarten für ein recht kleines, fixes und meist wohlsituiertes Publikum subventioniert werden.
In Ihrer Kritik gehen Sie auf solche Gegebenheiten gar nicht ein, sondern ziehen in unangebrachter Arroganz das Buch ins Lächerliche. Damit erweisen Sie der Kunst einen Bärendienst. Es ist genau diese arrogante Haltung, als sei die Kunst über jeden Zweifel erhaben, die Sie für viele Menschen so abschreckend macht. Ihre Buchkritik hätten Sie sich daher auch sparen können. Von einem Artikel im Cicero hätte ich deutlich mehr erwartet.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael K.

  • Antworten
Michael K.15.08.2012 | 12:51 Uhr

Arme Poeten

Was soll das sein? Eine Buchkritik?
Wenn das ein Beitrag zur Diskussion sein soll, die von diesem Buch ausgehen könnte und auch müsste, dann gute Nacht Kulturbetrieb.
Mir hat auch vieles nicht gefallen, aber es waren eine Menge Anstöße dabei,über die man nachdenken müsste.
Aber wer aus der Provinz kommt, darf ja nicht am Stamm reiben?

  • Antworten
Alfred Miersch15.08.2012 | 15:08 Uhr

Hätte dieser Artikel sich

Hätte dieser Artikel sich mehr (und differenzierter) mit dem von ihm kritisierten Sachbuch befasst, hätte er vielleicht mehr werden können, als das, was er dem Buch vorwirft: eine billige Polemik. Und das es notwendig ist, die Verfasser des Buches gleich vorweg zu diskreditieren als Stiftungsleiter und Professoren „aus der Provinsz“ spricht auch nicht für einen guten Stil. Wären denn die Stiftungsleiter und Professsoren klüger, wenn sie nicht aus der Provinz kämen?

  • Antworten
levendel16.08.2012 | 12:40 Uhr

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