Ein größenwahnsinniger Ochsenfrosch, ein Mäusedetektiv, ein reimseliges kleines Wesen – beste Weihnachtslektüre für alle Altersklassen
Vor Weihnachten sind die Abende besonders lang. Schönste Abhilfe schaffen da Adventskalendergeschichten wie Die Weihnachtsmäuse und der Meisterdetektiv von Anu Stohner und Reinhard Michl (Hanser, München 2011. 155 S., 9,90 €). Jeden Abend erscheint die Weihnachtsmaus auf der Waldlichtung, um Elch, Bär und Fuchs von Sherlock Maus, dem Meisterdetektiv, zu erzählen: 24 spannende Kapitel darüber, wie die Maus den verschwundenen Schlitten des Weihnachtsmanns wiederfand, und warum sie das ohne die Stadt- und Waldtiere nie geschafft hätte. Bis zur nächsten Vorlesestunde gibt es dann immer noch ein paar Fragen zum Herumtüfteln.
Auch im Vorlesebuch Ich bin hier bloß der Hund (Hanser, München 2011. 117 S., 10 €) von Jutta Richter und Hildegard Müller wird ein Rätsel erst spät aufgeklärt. Der ungarische Hütehund Anton erzählt hier vom so behaglichen wie abenteuerlichen Leben in seiner Menschenfamilie. Die versteht ihn oft nicht, außer dem kleinen Kind, das weiß, was Anton manchmal traurig macht. Ganz schlimm aber ist die Katze, die erst mit dem Schwanz wedelt und dann doch zuschlägt. Aber auch wenn es nach dem Verspeisen der Weihnachtsgans eine Strafpredigt setzt, Anton findet, im großen Ganzen habe er es gut getroffen. Wie gut, das zeigt sich so richtig am Schluss dieses witzigen und anrührenden Buches.
Wer es dagegen lieber skurril mag, kann zu Kerstin Hensels erstem Kinderbuch greifen. Scholli Ochsenfrosch (mit Illustrationen von Matthias Lehmann. Leipziger Kinderbuch Verlag, Leipzig 2011. 72 S., 10,90 €) ist ein Held der besonderen Art: warzig, riesig, größenwahnsinnig. Und sprechen kann er auch. Kein Wunder, dass Scholli, kaum dem Schicksal entkommen, als Froschschenkellieferant im Luxusrestaurant zu enden, in New York als Breakdancer Furore macht. Ein märchengläubiges Mädchen nimmt ihn mit nach Deutschland, felsenfest davon überzeugt, sie müsse den Frosch nur an die Wand werfen, um ihren Prinzen fürs Leben zu haben. Das endet zunächst böse: in der Regentonne. Doch schließlich gibt es ein schräges Happy End mit einer reizenden Froschbraut in einem Weiher am Ende der Welt – Kerstin Hensels Sprachkunst führt die Leser gekonnt noch durch die aberwitzigsten Wendungen von Schollis Abenteuern.
Für alle, die am liebsten selbst schmökern, gibt es in diesem Winter gleich zwei Höhepunkte. Zum einen legt Paul Maar mit Sams im Glück (Oetinger, Hamburg 2011. 207 S., 12 €) den siebten Band seiner Kultbücher vor: Seit fünfzehn Jahren lebt der ewig reimende Rotschopf mit der Schweinenase schon bei Herrn Taschenbier und hat dessen Leben gründlich verändert. Doch nun geschieht Ungeheuerliches, denn plötzlich verwandelt sich der korrekte Mann selbst in ein Sams. Das ist lustig – zunächst: Es werden Busse entführt und Schokoladefabriken geplündert, es gibt ein Kamelrennen und jede Menge Quatsch, dazu Reimkunst im Duett. Doch spätestens, als Herr Taschenbier im Gefängnis erwacht, wird klar: So kann es nicht weitergehen. Muss das Sams jetzt in die Samswelt zurückkehren? Spannend und überdreht wie immer kommt auch diese Episode zu einem guten Ende.
Lesen Sie weiter, was weitere herausragende Kinderbuchautoren verfasst haben










